DE3032142C2 - Harnabsaugvorrichtung - Google Patents
HarnabsaugvorrichtungInfo
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Description
J5
Die Erfindung betrifft eine Harnabsaugvorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches I.
Bestimmte bettlägerige Personen bedürfen beim Harnlassen einer Hilfe. Bei solchen Personen handelt es
sich um bettlägerige Greise, schwererkrankte Patienten,
an Harnfluß (Inkontinenz) leidende Patienten usw., die ihren Harnfluß bei Harndrang nicht kontrollieren können,
sowie um Patienten, die nicht in der Lage sind, die Toilette allein aufzusuchen.
Für diesen Zweck gibt es eine Vorrichtung, bei welcher ein Auffanggefäß, das zur Harnaufnahme vom Patienten
an dessen Urogenitalbereich angesetzt wird, mit einem Behälter zum Sammeln des Harns mittels eines
Schlauches verbunden ist. Bei dieser bisherigen Vorrichlung tropft jedoch der vom Auffanggefäß aufgefangene
Harn lediglich unter Schwerkrafteinfluß in den Behälter, weshalb der Schlauch und der Behälter unter der Höhe
des Auffanggefäßes angeordnet sein müssen. Wenn beispielsweise der Patient seine Lage ändert, so daß der
Schlauch auch nur teilweise über dem Auffanggefäß zu liegen kommt, strömt der Harn aus dem Schlauch in das
Auffanggefäß zurück, so daß Patient und Bettwäsche genäßt werden. Diese bisherige Vorrichtung ist daher
bezüglich Verwendungsort und Körperhaltung beim Urinieren in unvorteilhafter Weise Einschränkungen
unterworfen.
Aus der dem Oberbegriff des Anspruches 1 zugrundeliegenden US-PS 40 84 589 ist eine Harnabsaugvorrichtung
mit einem Harnsammler einschließlich einer am Körper ansetzbaren Harn-Absaugöffnung, einer
Luftansaugöffnung und eines Harn-Auslaßslulzens bekannt.
Ein Harn-Förderschlauch ist mit einem Ende an den Auslaßstutzen und mit dem anderen Ende an einen
Harnsammei-Behälter angeschlossen. Ein Unterdruck-Saugschlauch wird vom Oberteil des Harnsammel-Behälters
zu einer Luftpumpe geführt.
Wenn der Benutzer dieser bekannten Harnabsaugvorrichtung infolge beispielsweise einer Prostataerkrankung
nicht normal Harn lassen kann, sondern diesen jeweils in geringen Mengen intermittierend über
eine lange Zeitdauer abgibt, danr. wird die Harnabsaugvorrichtung ebenso intermittierend ein- und ausgeschaltet.
Insbesondere bei kurzen Intervallen arbeitet der Motor der Unterdruck-Saugvorrichtung nicht stetig
sondern in einem »abgehackten« Zustand, was die Saugkraft beeinträchtigt und ein störendes Geräusch
verursacht. Auch wenn die Harnabsaugvorrichtung mit einem Handschalter ausgestattet wird, dann treten
Nachteile auf, falls der Benutzer in seinem Wahrnehmungsvermögen beschränkt ist, da dann der Harn bei
abgeschalteter Unterdruck-Saugvorrichtung möglicherweise nicht vollständig abgesaugt wird.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Harnabsaugvorrichtung anzugeben, bei der nach öffnen eines Startschalters
die Unterdruck-Saugvorrichtung noch während einer vorbestimmten Zeitspanne automatisch weiter
arbeitet, um sämtliche Flüssigkeit aus dem Förderschlauch sicher abzufangen und damit eb.^n Rückfluß
von Harn bei abgeschalteter Saugvorrichtung zu verhindern.
Diese Aufgabe wird bei einer Harnabsaugvorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 erfindungsgemäß
durch die in dessen kennzeichnendem Teil enthaltenen Merkmale gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen 2 und 3.
Der Abschalt-Verzögerungszeitgeber gewährleistet, daß nach dem Harnlassen kein Harn im Harn-Förderschlauch
bzw. im Harnsammler zurückbleibt: Durch die erfindungsgemäße Harnabsaugvorrichtung kann also
sichergestellt werden, daß die Bettwäsche, die Matratze usw. nicht verschmutzt werden.
Die Erfindung schafft so eine verbesserte Harnabsaugvorrichtung, welche den Harn bzw. Urin des Patienten
o. dgl. in einem an seinem entsprechenden Körperbereich angesetzten Harnsammler auffängt und unter
Unterdruckwirkung zusammen mit Luft zwangsweise über einen Förderschlauch zu einem Harn-Behälter
fördert. Auch wenn Schlauch und Behälter nicht unterhalb des Harnsammlers angeordnet werden können,
wird der Harn unter sicherer Verhinderung einer Rückströmung in jedem Fall in den Behälter gefördert. Wesentlich
ist aber, daß auch beim öffnen des Startschalters nach erfolgter Benutzung die Unterdruck-Saugvorrichtung
noch während einer bestimmten Zeitspanne automatisch weiter in Betrieb gehalten wird, um sämtliche
Flüssigkeit aus dem Förderschlauch sicher abzusaugen und damit einen Rückfluß von Harn bei abgeschalteter
Saugvorrichtung sicher zu verhindern.
Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt
F i g. 1 eine schematische perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Harnabsaugvorrichtung,
Fig. 2 eine Darstellung der Harnabsaugvorrichtung
bei deren Benutzung, und
Fig.3 eine Schnittansicht mit einem Schaltbild eines
Schaltkreises für die Harnabsaugvorrichtung.
Die Harnabsaugvorrichtung enthält einen Harnsammler bzw. Trichter 1, der mit einer am betreffenden
Körperbereich ansetzbaren Harn-Absaugöffnung 2 sowie mit einer Luftansaugöffnung 3 versehen ist. Ein
Harn-Förderschlauch 5 ist am einen Ende mit einem Harn-Auslaßstutzen 4 des Trichters 1 und am anderen
Ende mit einem Harn-Behälter 6 verbunden. An den Oberteil des Behälters 6 ist ein Unterdruck-Saugschlauch
7 angeschlossen, der mit einer Unterdruck-Saugvorrichtung V in Verbindung steht. Letztere wird
durch eine Steuerschaltung C gesteuert, die einen Startschalter
SlV und einen Abschalt-Verzögerungszeitgeber Taufweist. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1
wird ein gewöhnlicher, am Handgriff 8 des Trichters 1 angebrachter Handschalter als Startschalter benutzt;
bei der Ausführungsform gemäß F i g. 3 ist dagegen ein noch näher zu beschreibender automatischer Schalter
vorgesehen. Die Verbindung zwischen dem Startschalter SlV und der Steuerschaltung C sowie die Verdrahtung
zwischen Steuerschaltung C und Saugvorrichtung V kann auf beliebige passende Weise erfolgen. Wenn
die elektrischen Leitungen beispielsweise längs des Harn-Förderschlauches 5 verlaufen, stehen sie nichi im
Wege und gewährleisten ein gutes Aussehen der Vorrichtung. Bei der in F i g. 3 dargestellten Ausführungsform ist ein Harnsammler, bzw. Trichter 1 mit der erwähnten
Absaugöffnung 2 und der Luftansaugöffnung 3 vorgesehen. Der Förderschlauch 5 ist dabei am einen
Ende mit dem Auslaß 4 des Trichters 1 über einen Harn-Detektorzylinder
9 verbunden, der einen noch näher zu beschreibenden Harndurchgang bildet, während das andere
Ende dieses Schlauches 5 an den Behälter 6 angeschlossen ist. Im Detektorzylinder 9 sind innerhalb eines
elektrisch isolierenden Zylinders 10 in gegenseitigem Abstand zwei Elektroden 11 und 11' angeordnet, die
eine ringförmige oder eine beliebige andere Gestalt besitzen können. Die beiden Elektroden bilden einen
Startschalter. Beim Startschalter SlVgemäß F i g. 3 sind
die Elektroden 11 und 11' an die Wechselspannungsseite
eines Gleichrichterkreises C2 angeschlossen, der mit dem Basiskreis C i eines Transistors TR verbunden ist.
Wenn aufgrund der Benetzung der Flächen zwischen den Elektroden 11 und 11' durch Harn bzw. Flüssigkeit
der elektrische Widerstand abnimmt, wird der zwischen den Elektroden 11 und Il' fließende Wechselstrom
gleichgerichtet und als Basisstrom an den Transistor 77? angelegt, so daß letzterer durchschaltet. Der durch die
Elektroden 11 und 11' gebildete Startschalter kann jedoch
auch einen beliebigen anderen Aufbau besitzen. Da bei der dargestellten Ausführungsform zwischen
den Elektroden 11 und 11' ein Wechselstrom fließt, wird
eine elektrolytische Korrosion der Elektroden vermieden. Die Unterdruck-Saugvorrichtung V wird durch die
Steuerschaltung C angesteuert, welche den die Elektroden 11 und W enthaltenden Startschalter SlVsowie den
Abschalt-Verzögerungszeitgeber T enthält. Als Abschalt-Verzögerungszeitgeber
Tkann ein beliebiger geeigneter Bauteil verwendet werden. Die Steuerschaltung
enthält weiterhin einen Regelwiderstand 13 zur Einstellung der Harnmeßempfindlichkeit sowie einen
Verstärker 14.
Die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nachstehend anhand von F i g. 3 erläutert.
Im Bedarfsfall erfaßt ein Patient o. dgl. Benutzer den
Handgriff 8 und setzt die Absaugöffnung 2 am betreffenden Körperbereich an. um hierauf den Harn in den
Trichter It abzulassen. Wenn die über den Auslaß 4 in
den Deicktorzylinder 9 fließende Flüssigkeit die Fläche
/wischen den beiden Elektroden 11 und 1Γ benetzt,
verriiiüen sich der Widerstand /wischen den Elektroden
11 und Ii'. so daß ein Meßstrom fließt, durch den
die Steuerschaltung Cbetätigt und die Saugvorrichtung V in Betrieb gesetzt wird. Hierbei vird die Flüssigkeit
aus dem Trichter 1 zwangsweise Ober den Auslaß 4 durch den Detektorzylinder 9 \n den Förderschlauch 5
gesaugt, und zwar zusammen mit Luft, die über die Luitansaugöffnung
3 und den Zwischenraum zwischen der Absaugöffnung 2 und dem Körper des Patienten eingesaugt
wird. Die Flüssigkeit, d. h. Har.i. wird über den
to Förderschlauch 5 in den Harnsammei-Behälter 6 gefördert. Da hierbei der mit der Saugvorrichtung V in Verbindung
stehende Unterdruck-Saugschlauch 7 an den Oberteil des Behälters 6 angeschlossen ist. wird der
Harn nicht in den Saugschlauch 7 eingesaugt, sondern in den Behälter 6 ausgetragen und dabei von Luft getrennt.
Da weiterhin neben der Absaugöffnung 2 die Luftansaugöffnung 3 im Trichter 1 vorgesehen ist. wird ein
Anhaften der Absaugöffnung 2 am Körper des Patienten unter dem anliegenden Unterdruck verhindert, wodurch
die bequeme Benutzung der Vorrichtung verbessert wird. Auch wenn die Absaugöffnung 2 nichi am
Körper des Patienten anliegt, kann die für die Harnabführung erforderliche Luftmenge über die Luftansaugöffnung
3 sicher eingesaugt werden. Der Öffnungsgrad der Luftansaugöffnung 3 kann frei einstellbar sein.
Selbst wenn bei der Vorrichtung der Förderschlauch 5 und der Behälter 6 nicht unterhalb der Ebene des Trichters
1 liegen, kann keine Flüssigkeit zurückfließen, weil sie zusammen mit der eingesaugten Luft zwangsweise
jo vom Auslaß 4 in den Förderschlauch 5 hineingesaugt
und in den Behälter 6 ausgetragen wird.
Da bei der Harnabsaugvorrichtung die Unterdruck-Saugvorrichtung Vbei Feststellung des Vorhandenseins
von Flüssigkeit mittels des Detektorzylinders 9 automatisch in Betrieb gesetzt wird, ist die Bedienung der Vorrichtung
einfach und nicht mit Fehlermöglichkeiten, wie versehentlicher Nichtbetätigung oder nicht rechtzeitiger
Betätigung eines Handschalters, behaftet. Da zudem der Detektorzylinder 9 in der Nähe des Auslasses des
Trichters 1 angeordnet ist. kann es nicht vorkommen, daß die Flüssigkeit aus dem Trichter 1 herausfließt. bevor
die Saugvorrichtung Kin Betrieb gesetzt wird.
Nach erfolgter Benutzung der Vorrichtung wird entweder der manuelle Startschalter SW zum öffnen erneut
betätigt oder der automatisch durch die Flüssigkeit betätigte Startschalter geöffnet, um den Abschaltvorgang
der Unterdruck-Saugvorrichtung V einzuleiten. Die Saugvorrichtung V bewirkt eine fortdauernde Absaugung
von Flüssigkeit bzw. Harn, indem ihr Betriebszustand während einer am Abschalt-Verzögerungszeitgeber
reingestellten Zeitspanne automatisch weiter erhalten bleibt. Wenn das Abschalten der Saugvorrichtung
V unmittelbar durch den Startschalter SWerfolgt,
schaltet die Saugvorrichtung V ab. sobald der Start-
ϊ5 schalter SlV von Hand oder infolge nicht mehr vorhandener
Flüssigkeit zwischen den Elektroden Il und Il',
wie im Fall von Fig. 3. unmittelbar nach erfolgter Benutzung automatisch geöffnet wird. Hierbei kann in
nachteiliger Weise Flüssigkeit im Förderschlauch 15 zu-
w) rückbleiben und dann über den Trichter 1 herausfließen.
Bei der beschriebenen Ausführungsforni der Erfindung
wird dagegen die Unterdruck-Saugvorrichtung V während der am Zeitgeber !"eingestellten Zeitspanne automatisch
weiter im Betriebszustand gehalten, so daß die
hi n.ich dem Öffnen des Slartselialters SlV nach erfolgter
Benutzung der Vorrichtung im Förderschlauch 5 verbleibende Flüssigkeit während der erwähnten Zeitspanne
vollständig in den Behälter 6 ausgetragen wird und
somit keinerlei Flüssigkeit über den Trichter I heraiisfließen
kann.
Die Harnabsaugvorriehtung bictet den besonderen
Vorteil, daß selbst dann, wenn der Förderschlauch und der Behälter nicht unterhalb des Niveaus des Harnsammlers
bzw. Trichters angeordnet werden, der Harn einwandfrei und ohne Rückströmung im Behälter aufgefangen
werden kann, so daß ein bettlägeriger Patient o. dgl. unabhängig von Benutzungsort und Körperhaltung
die Vorrichtung benutzen kann, wobei der in dem am Körper des Patienten o. dgl. angesetzten Harnsammler
bzw. Trichter aufgefangene Harn zusammen mit Luft zwangsweise unter einem Unterdruck über den
Förderschlauch in den Harn-Behälter gefördert wird.
Hierzu 2 Biau Zeichnungen
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65
Claims (3)
1. Harnabsaugvorrichtung mit einem Harnsammler bzw. Trichter (1) einschließlich einer am Körper
bzw. Urogenitalbereich ansetzbaren Harn-Absaugöffnung (2). einer Luftzuführung (3) und eines Harn-Auslaßstutzens
(4). mit einem am einen Ende an den Auslaßstutzen (4) und am anderen Ende an einen
Harnsammei-Behälter (6) angeschlossenen Harn-Förderschlauch (5) und mit einem mit einer Unterdruck-Saugvorrichtung
(V) in Verbindung stehenden und an den Oberteil des Behälters (6) angeschlossenen
Unterdruck-Saugschlauch (7), wobei die Saugvorrichtung (V)durch eine Steuerschaltung (C)
mit Startschalter (SW) steuerbar ist. gekennzeichnet durch einen Abschalt-Verzögerungszeitgeber (T). der beim öffnen des Startschalters
(SW) die Unterdruck-Saugvorrichtung (V) noch während einer bestimmten Zeitdauer automatisch
weiter in Betrieb hält.
2. Harnabsaugvorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Startschalter (SW)
ein an einem Handgriff (8) des Trichters (t) angeordneter Handschaltcr ist.
3. Harnabsaugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Startschalter (SW)
ein automatischer Schalter ist, der dann schließbar ist, wenn durch den Harn bzw. Flüssigkeit zwischen
zwei mit gegenseitigem Abstand in einem Harn- jo durchgang angeordneten Elektroden (11, H') ein
elektrischer Strom fließt.
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Cited By (1)
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| DE4321559A1 (de) * | 1993-06-29 | 1995-01-12 | Hermann Schmitzer | Stuhlentsorgungs- und Reinigungsapparat für schwerkranke Patienten |
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