DE301830C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12C—BEER; PREPARATION OF BEER BY FERMENTATION; PREPARATION OF MALT FOR MAKING BEER; PREPARATION OF HOPS FOR MAKING BEER
- C12C12/00—Processes specially adapted for making special kinds of beer
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- Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bekannt, daß bei der Gärung des Bieres nicht nur ein Abbau des Zuckers sondern
auch ein solcher des Eiweißes vor sich geht, und daß der Eiweißgehalt der Würze "5 eine Verminderung erfährt, die im allgemeinen
als erwünscht gilt.
Es ist auch bekannt, während der ersten 24 bis 48 Stunden bei sehr niederen Tempera-
■ türen mit einem sehr geringen Hefezusatz zur Erzeugung alkoholfreier Biere zu arbeiten, bei
welchen durch Unterbleiben der Gärung sowohl der Eiweiß- wie der Zuckergehalt der
.Würze im wesentlichen unverändert bleibt.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß der Eiweißgehalt in dem
Umfang, wie er in der Würze vorhanden ist, dem' Bier nicht unbedingt schadet; im Gegenteil
gewinnt durch einen höheren Eiweißge-
■ halt nicht nur der Nährwert sondern auch der allgemeine Geschmack des Bieres. - Solche
Biere sind vollmundiger, schaumhaltiger und klären sich erheblich leichter.
Das Mittel, solche Biere herzustellen, besteht in der Führung der Hauptgärurig bei
sehr niederen Temperaturen von o° bis etwa 60C, während sonst meistens die Hauptgärung
erst bei Temperaturen von etwa 60C beginnend bis etwa 12° C steigend geführt
wird.
Es ist durch eine große Anzahl von Versuchen festgestellt worden, * daß . die beiden
Vorgänge~der Vergärung (Abbau) des Zuckers und Eiweißes einerseits, andererseits die Assimilation
des Eiweißes, deren gegenseitige Abhängigkeit in gewisser Richtung schon früher
untersucht worden ist, durch die Temperatur derart geregelt werden können, daß neben
dem Eiweißabbau die Vergärung des Zuckers vollständig bis zu Ende durchgeführt werden
kann, während die Assimilation des Eiweißes durch die Hefe unabhängig von dem sonstigen
Verlauf der Gärung sich beliebig regeln läßt.
Folgende Versuchstabelle veranschaulicht die Abhängigkeit der Eiweißassimilation durch die
Hefe von der Temperatur; der Eiweißgehalt der benutzten Würze betrug 403,5 g pro Hektoliter.
| Eiweißassimilation | Eiweiß - rest |
Nach Stun |
bei verschiedenen Temperaturen: | Eiweiß rest |
Nach Stun |
Temperatur + io° C |
Eiweiß rest |
Nach Stun |
■ Temperatur + 250C |
Eiweiß - rest |
|
| Nach 5 Stun |
Temperatur + 10C |
402,5 | den | Temperatur + 40C |
402,4 | den | Prozent Balling |
355,3 | den | Prozent Balling |
262,5 |
| den | Prozent Balling |
404,8 | 70 | Prozent Balling |
388,5 | 70 | 6,73 | 330,8 | 70 | 2,48 | 299,3 |
| ίο 70 | 9,37 | 407,5 | 112 | 8,46 | 385,0 | 112 | 4,30 | 332,5 | 112 | 2,40 | 320,3 |
| i6o | 8,68 | 406,5 | 160 | 7,39, | 367.5 | 160 | 3,75 | 308,0 - | 160 | 2,50 | |
| 328 | 7.71 | 406,0 | 207 | 6,95 | 362,3 | 207 | 2,55 | 306,3 | |||
| 432 | 7.07 | 410,0 | 256 | 5.35 | — | 256 | 2,50 | 304,5 | |||
| 15 529 | 5.98 | 410,3 | 328 | '4.63 | 358,8 | 328 | 2,38 | ||||
| 763 | 5,35 | 406,0 | 379 | 3.10 | 353.5 | ||||||
| 1003 | 4,35 | 408,6 | 432 | 2,90 | 349.5 | ||||||
| 1243 20 |
2.95 | Assimiliertes Eiweiß • rund 0,0 Prozent. |
502 | 2,65 | Assimiliertes Eiweiß rund 14 Prozent. |
Assimiliertes Eiweiß rund 25 Prozent. |
Assimiliertes Eiweiß rund 35 Prozent. |
||||
| 2000 | 2,90 | 25 Endvergärungsgrad 2,9 Prozent. |
2,53 | Endvergärungsgrad 2,5 Prozent. |
Endvergärungsgrad 2,4 Prozent. |
Endvergärungsgrad 2,4 Prozent.- |
|||||
Es ist schon lange bekannt, daß die Herabsetzung der Temperatur den Gärungsvorgang
im allgemeinen verzögert. Es ist aber nicht bekannt gewesen, daß durch Erniedrigung
der Temperatur bei der Hauptgärung sich die Abbauvorgänge hinsichtlich Zucker und Eiweiß derart verändern, daß die Vergärung
des Zuckers, wenn auch langsam, so doch .vollständig vor sich geht, die Assimilation
des Eiweißes aber vollständig verhindert oder doch auf ein viel geringeres Maß
als bisher üblich und möglich war, heruntergedrückt werden kann.
Derartig niedere Temperaturen werden für die Nachgärung im Lagerfaß zwar allgemein
verwendet, doch hat man auch hier die verschiedenartige Einwirkung der Temperaturen
auf' den Zucker- und Eiweißabbau einerseits und die Eiweißassimilation andererseits nicht
erkannt und schon deshalb wie auch wegen des ganz anderen Charakters der Nachgärung
gegenüber der Hauptgärung keinerlei Schlüsse für die Hauptgärung ziehen können.
Wenn man lediglich die Temperatur der Hauptgärung erniedrigt und die übrigen Bedingungen
der Gärung unverändert läßt, so steigt die Zeit für die vollständige Durchführung
der Hauptgärung beträchtlich an. Es ist nun durch weitere Versuche festgestellt worden,
was für die hier in Betracht kommenden niedrigen Temperaturen vorher auch nicht bekannt war, daß durch Vermehrung der
Hefegabe die Gärzeit wieder erheblich verkürzt wird, so daß jener Nachteil vermieden
werden kann. Die Hefegabe kann hier in einer Weise erhöht werden, wie es auch für
höhere Temperaturen unbekannt und bei diesen überhaupt wegen der nachteiligen Geschmacksfolge
undurchführbar war. Die Hefegaben können bis auf ein Mehrfaches der bisherigen Höchstmenge, also bis etwa 3 1 dickbreiige Hefe auf den Hektoliter Würze ge-
steigert werden, ohne sonstige nachteilige Folgen.
Hieraus ergibt sich als Vorschrift für die Ausführung des neuen Verfahrens, die Hauptgärung möglichst bei Temperaturen in der
Nachbarschaft von 00C durchzuführen unter
gleichzeitiger Anwendung erheblich gesteigerter Hefegaben. Es ist von Bedeutung, die
Temperatur, welche sich durch den Gärungsvorgang selbst erhöht, durch Kühlen möglichst
konstant zu halten.
In Fällen, in welchen man nicht die volle , Eiweißmenge der Würze, sondern nur einen
Teil derselben zu erhalten anstrebt, verfährt man zweckmäßig so, daß man den ersten Teil
der Hauptgärung bei den angegebenen niederen Temperaturen verlaufen läßt, bis z. B.
eine ioprozentige Würze je nach der Lage des
Endvergärungsgrades auf 2 bis 3 Prozent Balling zurückgegangen ist, um dann die Gärung
bei den üblichen Temperatüren weiterzuführen. Das Verfahren bedingt im allgemeinen keine
Änderung für den Maischvorgang und die Nachgärung. Man ist natürlich in der Lage,
. schon bei der Behandlung der Maische auf die richtige Zusammensetzung der Würze,
welche den Eiweißabbau und die Eiweißassimilation bei der Hauptgärung beeinflußt, Rücksicht
zu nehmen, um hier schon auf einen höheren oder niederen Eiweißgehalt allgemein hinzuarbeiten. Ebenso ist die Erkenntnis der
Bedeutung der Temperatur für das Eiweiß von Bedeutung für die Vorgänge während der Nachgärung im Lagerfaß.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von eiweißreichem Bier, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hauptgärung mittels eines hinreichenden Hefezusatzes bei so niedere,!- Temperatur,
zweckmäßig ο bis 6° C, durchgeführt wird, daß ein möglichst vollständiger Abbau
des Zuckers und des Eiweißes, jedoch unter möglichst geringer Eiweißassimilation
durch die Hefe stattfindet.
2. Verfahren zur schnellen Herstellung eiweißreicher Biere nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hefegabe verstärkt wird, eventuell bis zu drei Liter und mehr auf den Hektoliter Würze.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE301830C true DE301830C (de) |
Family
ID=555671
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT301830D Active DE301830C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE301830C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE946534C (de) * | 1949-11-01 | 1956-08-02 | Heinrich Maschmeyer Dr Ing | Herstellung eines Diabetikern zutraeglichen Bieres |
-
0
- DE DENDAT301830D patent/DE301830C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE946534C (de) * | 1949-11-01 | 1956-08-02 | Heinrich Maschmeyer Dr Ing | Herstellung eines Diabetikern zutraeglichen Bieres |
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