DE3016935A1 - Multifokale brillenlinse mit gebietsweise gleitendem brechwert - Google Patents

Multifokale brillenlinse mit gebietsweise gleitendem brechwert

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DE3016935A1 DE19803016935 DE3016935A DE3016935A1 DE 3016935 A1 DE3016935 A1 DE 3016935A1 DE 19803016935 DE19803016935 DE 19803016935 DE 3016935 A DE3016935 A DE 3016935A DE 3016935 A1 DE3016935 A1 DE 3016935A1
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Description

FIRMA CARL ZEISS, 7920 HEIDENHEIM (BRENZ)
Multifokale Brillenlinse mit gebietsweise gleitendem Brechwert
046/0080
1 P 883 1 G 1041
Die vorliegende Erfindung betrifft eine muLtifokale Bri Ilen linse" mit" gebietsweise gleitendem Brechwert. Solche Brillenlinsen werden allgemein als Gleitsicht linsen bezeichnet. '
Diejenige Fläche der Brillenlinse, welche den gewünschten gleitenden Brechwertverlauf der Linse bewirkt, heißt Gleitsichtfläche. In ihrem oberen Teil liegt die Fernsichtzone, in ihrem unteren Teil die Nahsichtzone. Zwischendiesen beiden Zonen liegt die Progressionszone, in der der Fernsicht-Brechwert kontinuierlich in den Nahsicht-Brechwert übergeht. Läßt der Benutzer einer solchen Brillenlinse den Blick geradeaus von oben nach unten wandern, so bestimmt der vorgegebene Brechwertverlauf zu jeder Neigung des Blicks die Entfernung des scharf abgebildeten Objektes. Zu jeder Objektentfernung gehört eine entsprechende Einwärtsbewegung des Augenpaares. Deshalb durchdringen die Sehstrahlen jedes Auges bei der beschriebenen Blickbewegung die Gleitsichtfläche längs einer ganz bestimmten Linie, der Hauptblicklinie. Diese ist also eine zur Nase hin geschwungene Kurve auf der Gleitsichtfläche. Sie teilt diese Fläche in einen nasalen und einen temporalen Bereich.
Es sind eine ganze Reihe von Gleitsichtlinsen bekannt. Bei den meisten dieser Linsen, wie sie z.B. in den DE-Auslegeschriften 20 44 639, 23 36 708, 24 39 127, DE-OS 28 14 916 und der DE-OS 29 18 310 beschrieben sind, ist die Progressionslinie bzw, der Hauptmeridian als sogenannte ombi 'Ii se he Linie ausgebildet. Diese Linie folgt im allgemeinen nicht dem Verlauf der oben definiei— ten Hauptblicklinie. Die ombiiische Ausbildung bedeutet, daß an jedem Punkt dieser Linie die Flächenkrümmungen gleich groß sind. Damit ist erreicht, daß der Flächen-Astigmatismus auf dieser Linie den Wert Null hat.
Minkwitz hat in einer in der Zeitschrift Optica Acta, Vol. 10, No. 3, July 1963, S. 223/227 veröffentlichten Arbeit nachgewiesen, daß sich bei einer Brillenlinse mit ombilischer Meridianlinie der Flächenast'igmatismus in Richtung senkrecht zu dieser Linie doppelt so stark ändert wie der Betrag der Änderung der mittleren Flächenbrechkraft längs der Meridianlinie.
130046/OQ8Q
Es hat nicht an Versuchen gefehlt durch eine besondere Gestaltung der Gleitsichtflache die durch die Verwendung einer ombilischen Linie hervorgerufenen Abbildungsfehler auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.
So ist es aus der DE-AS 20 44 639 bekannt die GleitsichtfLache so auszubiL-den, daß beim Schnitt mit Horizontalebenen jeweils Schnittkurven entstehen, welche die Form von Kegelschnitten haben= Damit läßt sich ein gewisser Kompromiß zwischen Astigmatismus, Einstellfehler und Verzeichnung erreichen, der jedoch höheren Ansprüchen nicht genügt.
Aus der DE-AS 23 36 708 ist es bekannt, eine zur ombilischen Meridianlinie symmetrische Gleitsichtfläche so auszubilden, daß die Ä'nderungsgeschwindigkeit der durch die Brillenlinse betrachteten Verformung vertikaler oder horizontaler Linien bei einer Schwenkung des Auges möglichst klein ist. Diese Minimierung der A'nderungsgeschwindigkeit ist eine von mehreren Möglichkeiten die Verträglichkeit einer Brillenlinse gegenüber dem bisherigen Stand der Technik zu verbessern; ihre alleinige Anwendung führt jedoch nicht zu optimalen Ergebnissen.
In der DE-OS 29 18 310 ist vorgeschlagen die Gleitsichtfläche aus zwei geometrisch verschiedenen Flächen zusammenzusetzen. Durch diese Maßnahme soLL erreicht werden, daß zu beiden Seiten eines relativ breiten Progressionsund Nahsichtbereichs die sog. Schrägsichtverzerrung klein bleibt. Bei dieser, zur ombilischen Meridianlinie symmetrischen Lösung ist das Verhalten Längs der Schnittlinien der beiden geometrisch verschiedenen FLächen nachteilig, da die Unstetigkeit der Krümmungen auch eine Unstetigkeit von Astigmatismus und Einstellfehler bewirkt.
Bei der aus DE-AS 24 39 137 bekannten BriLlenlinse solL durch eine besondere Ausgestaltung der seitlichen Randteile der Progressionszone und der Nahsichtzone die schräge Verzeichnung in diesen Teilen zum Verschwinden gebracht werden. Andere Abbildungsfehler, insbesondere Astigmatismus sind dadurch nicht hinreichend kompensierbar.
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130046/0080 BAD ORK3WAL
Bei der ebenfalls zur ombitischen Meridianlinie symmetrischen Brillenlinse nach DE-OS 28 14 916 ist die Glei.tsichtf lache in ihrem Krümmungsverlauf formelmäßig festgelegt mit dem Ziel ein möglichst großes Fernteil und ein großes Nahteil zu erreichen. Es ist ohne weiteres verständlich, daß sich damit bei einer annehmbaren Länge des Progressionsbereichsdie AbbiIdungsfehler nicht über die gesamte Fläche hinreichend klein halten lassen.
Aus der DE-OS 26 10 203 ist es bekannt den Hauptmeridian in einem Teil nicht ombilisch auszubilden. Die Linien gleichen mittleren Flächenbrechwerts verlaufen vorzugsweise horizontal und erstrecken sich beidseitig der Hauptblicklinie bis zum Rand der Brillenlinse. Durch diese einschränkende Maßnahme sind nicht alle AbbiIdungsfehler optimal korrigierbar.
Aus einer sehr frühen Veröffentlichung, der DE-PS 1 145 820 ist eine Gleitsichtlinse bekannt, bei der sich in jedem Punkt der Gleitsichtfläche die Hauptkrümmungsradien um einen konstanten Betrag unterscheiden; der Flächen-Astigmatismus ist also dem Betrage nach konstant. Man hat damit erreicht, daß der Astigmatismus in den seitlichen Bereichen gegenüber bekannten Lösungen kleiner wird, man hat jedoch mit der verwendeten rotationssymmetrischen Gleitsichtfläche keine hinreichende Korrektion aller Abbildungsfehler erreicht.
Es ist nun die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine multifokale Brillenlinse mit gebietsweise gleitendem Brechwert, d.h. eine Gleitsichtlinse zu schaffen, die bei einer kurzen Progressionszone in jedem Bereich allen, den jeweiligen Sehaufgaben entsprechenden monokularen und binokularen Anforderungen an Schärfe und Verträglichkeit weitgehenst genügt.■
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Gleitsichtlinse gelöst, die sich durch die Kombination der folgenden Merkmale auszeichnet:
a) Die Fernsichtzone ist gut korrigiert; in ihrem' nasalen und temporalen unteren Bereich beginnt die Zone zunehmenden Brechwerts, wobei jedoch die Beträge von Astigmatismus und Einstellfehler hinreichend klein gehalten sind;
b) in der kurzen Progressionszone existiert längs der Hauptblicklinie Astigmatismus im Rahmen einer zulässigen Minderung des Visus;
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c) die Nahsichtzone enthält einen hinreichend breiten, gut korrigierten Nahsichtbereich, der bezüglich der Hauptblicklinie weitgehend horizontal-symmetrisch ist;
d) die Verzeichnung geht seitlich der Hauptblicklinie in der Progressionsund Nahsichtzone in Werte über, die sich der Verzeichnung der Fernsichtzone annähern, wobei die Verzeichnung nasal und temporal der Hauptblicklinie so gewählt ist, daß die horizontalen und vertikalen Richtungsdifferenzen verträgliche Werte nicht überschreiten.
Bei vorgegebener dioptrischer Wirkung ist durch die Kombination dieser Merkmale nach Vorgabe der übrigen Linsenparameter (Brechzahl, Dicke, andere Fläche) die gesamte Gleitsichtfläche hinreichend bestimmt. Man erhält eine Fläche, deren einzelne Bereiche keinen formelmäßigen Zusammenhang aufweisen, die also als Asphäre im allgemeinsten Sinne anzusprechen ist.
Bei der beschriebenen Gleitsicht linse ist erstmals die Empfindlichkeit des brillenbewehrten Augenpaares gegenüber binokular nicht harmonisierenden Sehrichtungen berücksichtigt.
Eine Brillenlinse weist im allgemeinen in allen Bereichen außerhalb der optischen Achse eine prismatische Wirkung auf, die zum Rande der Linse immer stärker wird. Blickt ein Augenpaar beim Betrachten eines Objektes durch Bereiche mit unterschiedlicher prismatischer Wirkung, wie dies beispielsweise bei Gleitsicht linsen bekannter Art der FaLl ist, so stimmen die Richtungen der augenseitigen Sehstrahlen nicht überein, es tritt also eine horizontale und eine vertikale Richtungsdifferenz auf.
Im direkten Sehen, d.h. beim Blick auf ein festes Objekt beeinflussen horizontale Richtungsdifferenzen das quer-disparate Tiefensehen, z.B. mit der Folge, daß die Punkte eines ebenen Objektes nicht mehr in einer Ebene zu liegen scheinen.
Im direkten Sehen ist der Ausgleich horizontaler Richtungsdifferenzen durch die Vergenz der Augen innerhalb eines relativ großen Toleranzbereiches mög-
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BAD ORIGtNAL
Lieh. Der Ausgleich vertikaler Richtungsdifferenzen im direkten Sehen durch fusionale Vertikalvergenz ist dagegen nur in engen Grenzen möglich. Beispielsweise ist die binokulare prismatische VertikaL-ToIeranz für die Höhenzentrierung zweier Linsen nur 0.5 cm/m. Je stärker die vertikale Richtungsdifferenz wird, desto unbequemer wird die Fusion. Sind die Richtungsdifferenzen zu groß, so kommt kein binokularer Seheindruck mehr zustande. Entweder wird der Brillenträger den Blick durch solche Bereiche der Brillenlinse vermeiden oder es wird nur der Seheindruck vom linken oder vom rechten Auge verarbeitet. Auch können vertikale Richtungsdifferenzen beim' Lesen, vor allem beim Rücksprung der Augen an den Zeilenanfang zu erheblichen Orientierungsschwierigkeiten führen.
Bei der Brillenlinse nach der Erfindung ist durch entsprechende Wahl der Verzeichnung auf beiden Seiten der Hauptblicklinie dafür gesorgt, daß die horizontalen und vertikalen Richtungsdifferenzen auf verträgliche Werte reduziert sind. Dabei ist bewußt darauf verzichtet die Verzeichnung so zu wählen, daß in gewissen Gebieten waagerechte Linien in waagerechte und senkrechte Linien in senkrechte abgebildet werden, wie dies bei einigen bekannten Gleitsichtlinsen der Fall ist. Man nimmt vielmehr eine bezüglich des ruhenden und des blickenden Auges ausgewogene Verzeichnung von annähernd der Gestalt in Kauf, die der Benutzer der Brillenlinse von den entsprechenden Einstärkenbrillen her gewöhnt ist.
Vorteilhaft ist es die Gleitsichtfläche so auszubilden, daß über die gesamte Fläche Punkte mit gleichem horizontalen Abstand von der Hauptblicklinie und gleicher Höhe angenähert gleiche Werte von Astigmatismus und Einstellfehler aufweisen. Durch diese Horizontalsymmetrie wird erreicht, daß der Benutzer mit beiden Augen ein gleich scharfes oder gleich unscharfes Bild des Objektes sieht; dadurch wird das binokulare Sehen sehr angenehm.
Linsen nach dem Stand der Technik, die bezüglich einer ebenen ombitischen Meridianlinie symmetrisch sind, müssen beim Einsetzen in die Brillenfassung etwa um 10 gedreht werden um der Konvergenz der Augen beim Blick in die Nähe Rechnung zu tragen. Es ist selbstverständlich, daß damit bezüglich aller
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AbbiLdungseigenschaften die HorizontaLsymmetrie verLoren geht. Im Gegensatz dazu müssen BriLLenLinsen nach der Erfindung beim Einsetzen in die BriLLenfassung nicht gedreht werden, da der VerLauf der HauptbLickLinie von der Konvergenz der Augen bestimmt ist.
Der Längs der HauptbLickLinie vorhandene Astigmatismus hat im unteren Bereich der Fernsichtzone einen Wert nahe NuLL, erreicht in der Progressionszone einen MaximaLwert und fäLLt bis zur Nahsichtzone wieder auf einen Wert nahe NuLL ab. Dieser VerLauf des Astigmatismus ist mathematisch schwerer zu beschreiben aLs die ombiLische Linie, er schafft jedoch neue Freiheitsgrade. Durch diese Lassen sich die AbbiLdungseigenschaften seitLich von der HauptbLickLinie verbessern. Die ganze Linse ist bezCigLich aLLer ZieLe Leichter korrigierbar.
Bei der Berechnung der neuen GLeitsichtfLache können zweckmäßig unter Beachtung der Kriterien des Anspruchs 1 mehrere GLeitsichtfLachen mit verschiedenen verträgLichen Werten der Richtungsdifferenz und der Verzeichnung errechnet werden. Aus diesen Lassen sich diejenigen FLächen auswähLen, für die der Astigmatismus über die gesamte FLäche günstig verteiLt und dabei mögLichst gering ist.
Bei der GLeitsichtLinse nach Anspruch 2 der Erfindung nähert sich der Brechwert seitLich der Progressions- und Nahsichtzone den Werten der Fernsichtzone an. Damit sind dieseLben VerhäLtnisse geschaffen wie bei MehrstärkenbriLLenLinsen.
Die GeäaLt der GLeitsichtfLache nach der Erfindung weicht von der GestaLt bekannter GLeitsichtfLachen grundsätzLieh ab. Schneidet man die GLeitsichtfLäc.he mit einer horizontaLen Ebene, so ergibt sich eine Kurve, die den VerLauf der horizontaLen Krümmung vom nasaLen zum temporaLen FLächenrand beschreibt. Beim Schnitt mit mehreren horizontaLen Ebenen ergeben sich Kurven, die für objektseitig ausgeführte GLeitsichtfLachen foLgendes Aussehen haben.
I. In der Nahsichtzone unterscheiden sich die horizontaLen Krümmungen im Gebiet guter Sicht nur wenig und nehmen zur Seite hin stark ab. Eine erneute Zunahme der Krümmung in der Nähe des Linsenrandes ist mögLich und
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u.a. von der Breite der Linse abhängig. Der Beginn einer solchen Zunahme kann nasal und temporal etwas verschieden sein.
II. In der Progressionszone entspricht im unteren Teil der Kurvenverlauf noch im wesentlichen dem der Nahsichtzone. Mit zunehmender Nähe zur Fernsichtzone nehmen die horizontalen Krümmungen, beginnend in der Umgebung des Randes der Zone guter Sicht zur Seite hin zunächst merklich zu und danach wieder ab. Diese Art des Krümmungsverlaufs kann nasal und temporal etwas unterschiedlich ausgeprägt' sein und kann sich,bis in den unteren Teil der Fernsichtzone erstrecken.
III. In der Fernsichtzone gehen die Kurven mehr und mehr in einen Verlauf über, den Flächen für Einstärkenlinsen haben.
Keine der Schnittkurven in den Zonen I.und II stellt einen Kegelschnitt dar.
Führt man die GLeitsichtfLache augenseitig aus> d.h. bildet man die dem Auge zugewandte Linsenfläche als GLeitsichtfLache aus, so ergeben sich beim Schnitt "mit horizontalen Ebenen Kurven, deren Krümmungen gerade umgekehrt verlaufen wie vorstehend unter I bis II angeführt. Die dort gemachten Aussagen stimmen also auch für diesen FaIL, wenn man die Begriffe zunehmende und abnehmende Krümmung vertauscht.
Bei der neuen GleitsichtfLache schneiden nicht mehr alle Linien konstanten mittleren Flächenbrechwerts die HauptbLickLinie." Es gibt Linien, die am Flächenrand beginnen und auch enden, ohne die HauptbLickLinie berührt oder geschnitten zu haben. Auch Inseln sind möglich, d.h. geschlossene Linien, die nur innerhalb der Fläche verlaufen.
Es ist vorteiLhaft die GleitsichtfLache zweimal stetig differenzierbar auszugestalten, so daß der Verlauf des Astigmatismus und des EinsteLlfehlers . stetig ist.
Die Herstellung der BriLLenlinsen nach der Erfindung ist mit Hilfe von numerisch codierten Bearbeitungsmaschinen möglich. Solche Maschinen sind bekannt und auf dem Markt erhältlich. Es ist auch möglich Bri llenLinsen nach der Er-
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findung aus organischem Material herzustellen und dazu beispielsweise die bekannte Technik des Formgießens zu verwenden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Fig. 1 bis 7 der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine Gleitsichtfläche;
Fig. 2 eine Skizze zur Erklärung des Begriffs Richtungsqlifferenz;
Fig. 3 den Verlauf der vertikalen Richtungsdifferenzen für eine bekannte Gleitsichtlinse und für ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei ein Durchmesser der Linse von etwa 60 mm berücksichtigt ist;
Fig. 4 die Verzeichnung eines äquidistanten Objektgitters durch die Brillenlinse gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 5 die Verteilung der Linien gleichen Astigmatismus über eine Gleitsichtlinse nach einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 Linien konstanten mittleren Flächenbrechwerts für eine Gleitsichtfläche nach einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 7 den Verlauf der horizontalen Krümmungen in mehreren horizontalen Flächenschnitten durch eine Gleitsichtfläche nach einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Fig. 1 zeigt, eine Gleitsichtfläche 1, die in ihrem oberen Teil aus der Fernsichtzone 2 besteht. An diese schließt sich eine Progressionszone 3 an, die in die Nahsichtzone 4 übergeht. Blickt das hinter der Brillenlinse 1 gedachte Auge durch die Fernsichtzone geradeaus auf einen unendlich weit entfernten Punkt, so liegt der Durchstoßpunkt des Sehstrahls im Fernteil 2 auf der Linie 5. Nähert sich, bei sich senkendem Blick der Objektpunkt dem Auge bis auf Leseentfernung, so führt das Augenpaar eine Konvergenzbewegung aus. Der Durch-
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stoßpunkt der Sehstrahlen folgt der Kurve 5, die im folgenden aLs Hauptblicklinie bezeichnet wird. Diese Linie teiLt die Brillenlinse 1 in einen nasalen und einen temporalen Bereich. Die Mittellinie der Linse 1, d.h. die Linie χ = ο ist mit 6 bezeichnet. ·
In der Darstellung der Fig. 2 sind "mit 7 und 8 schematisch zwei Augen bezeichnet. Blicken diese im direkten Sehen auf einen Punkt P in der Objektebene 9, so verlaufen die Sehstrahlen entsprechend der Linien 10 und 11. Werden vor den Augen 7,8 BriLlenlinsen 12,13 angeordnet, so erscheint der Punkt P, bedingt durch die prismatischen Wirkungen der Bri llenlinsen für das linke Auge 7 bei P und für das rechte Auge 8 bei P . Die augenseitigen
L K
Sehstrahlen verlaufen jetzt entlang der Linien 14 und 15. Die vertikale Lagedifferenz ist mit fa P bezeichnet. Teilt man diese durch die Objektentferni so erhält man ein Maß für die vertikale Richtungsdifferenz. Entsprechendes gilt für die horizontale Lc
entsprechende Betrachtung.
differenz ist mit /^ P bezeichnet. Teilt man diese durch die Objektentfernung,
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gilt für die horizontale Lagedifferenz A Pu. Für das direkte Sehen gilt eine
Wie man aus Fig. 2 erkennt, verläuft der Sehstrahl 14 durch den nasalen Bereich der Bri I Len linse. 12' und der Sehstrahl 15 verläuft durch den temporalen Bereich der Brillenlinse 13. Es wird daraus verständlich, daß man die Verhältnisse der Fig. 2 auch an einer einzigen Brillenlinse betrachten kann. Die prismatischen Wirkungen in einander entsprechenden Punkten des nasalen und des temporalen Bereiches verursachen die Richtungsdifferenzen.
Fig. 3 zeigt die durch eine bekannte Gleitsicht linse verursachten vertikalen Richtungsdifferenzen, die für verschiedene, vom Punkt 0 der Fig. 1 aus gerechnete Horizontalschnitte gemäß der gestrichelten Kurven verlaufen. Man erkennt, daß zum Rand der Brillenlinse hin die Richtungsdifferenzen beträchtliche Werte erreichen.
Die Brillenlinse nach der Erfindung ist nun so errechnet, daß die Verzeichnung seitlich der Hauptblicklinie 5 in der Progressions- und Nahsichtzone 3,4 in Werte übergeht, die sich der Verzeichnung in der Fernsichtzone annähern, wobei die Verzeichnung an jedem Punkt so gewählt ist, daß die horizontalen und vertikalen Richtungsdifferenzen verträgliche Werte nicht überschreiten.
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Fig. 3 zeigt das erzielte Ergebnis für die vertikale Richtungsdifferenz durch die ausgezogen dargestellten Kurven. Man sieht, daß die vertikale Richtungsdifferenz in jedem Falle klein und unter einem Wert von 0,5 cm/m bleibt.
Fig. 4 zeigt die Abbildung eines äquidistanten Objektgitters durch eine Linse, welche die beschriebenen vertikalen Richtungsdifferenzen der Fig. 3 hat. Man erkennt, daß die Gitterlinien zur Nahsichtzone hin etwas gekrümmt verlaufen. An einen solchen Verlauf ist der Benutzer einer Brillenlinse von der entsprechenden Einstärkenbrille für die Nähe her gewöhnt und gleicht diese ohne weiteres aus, d.h. er empfindet diese Linien als gerade.
Es ist bekannt, daß bei positiven Einstärkenlinsen eine kissenförmige und bei negativen Einstärkenlinsen eine tonnenförmige Verzeichnung besteht. An diese ist der Benutzer gewöhnt und sein Gehirn verarbeitet das tatsächlich gesehene Bild zu einem Bild mit "geraden" Linien. Genau von dieser Eigenschaft macht die Erfindung Gebrauch.
Fig. 5 zeigt Linien gleichen Astigmatismus in ihrer Verteilung über ein Ausführungsbeispiel der Gleitsicht linse. Man erkennt, daß die Fernsichtzone groß und gut korrigiert ist, daß ein verhältnismäßig großes und gut korrigiertes Gebiet in der Nahsichtzone vorhanden ist und daß der Astigmatismus für eine Gleitsicht linse äußerst niedrig ist. Das gut korrigierte Gebiet in der Nahsichtzone ist der eigentliche Nahsichtbereich.
Fig. 6 zeigt Linien konstanten mittleren Flächenbrechwerts für eine Gleitsichtfläche, die im Fernteil einen Flächenbrechwert von +5 dpt und im Nahteil einen Flächenbrechwert von +7 dpt aufweist. Kombiniert man diese Fläche mit einer zweiten Linsenfläche die ein Flächenbrechwert von -5 dpt hat, so erhält man eine Brillenlinse sph 0 dpt. Add +2 dpt.
Man erkennt, daß der Flächenbrechwert weitgehend horizontal-symmetrisch zu der hier von rechts nach links verlaufenden Hauptblicklinie ist. Er erreicht seitlich der Progressions- und der Nahsichtzone den Wert der Fernsichtzone. Gut zu sehen ist auch der übergang des Flächenbrechwerts von der Fern- zur Nahsichtzone längs der Hauptblicklinie.
130046/00
BAD
- 13 -
Aus Fig. 7 ist die Gestalt einer objektseitig ausgeführten GleitsichtfLache erkennbar. Dargestellt ist die Differenz K«K, _ , der horizontalen Krümmungen für verschiedene horizontale Schnitte. Die Krümmung K ist gemäß ; K = 1000/Radius definiert. Die Kurven zeigen die Krümmung in jedem Punkt x, wobei jeweils die Krümmung im Punkt χ = o> d.h. entlang der Kurve 6 in Fig. 1 abgezogen ist. Man erkennt, daß der Flächenverlaüf insbesondere im oberen Teil der Progressionszone 2 völlig neuartig ist; die Krümmung nimmt zur Seite hin zunächst merklich zu und danach wieder ab..
Die Hauptblicklinie verläuft auch in der Darstellung der Fig. 7 von rechts
nach links. . :
Es ist klar, daß die Gestalt der Gleitsfchtflache wesentlich, von der optischen Wirkung der Fern- und Nahsichtzone abhängt. Der prinzipielle Verlauf der Krümmungen bleibt jedoch stets erhalten.
Wsfi/Hm
3ojb48o 130 0 46/OOäÖ
Leerseite

Claims (8)

Patentansprüche 301G935
1. Multifokale BriLLenLinse mit gebietsweise gleitendem Brechwert (GleitsichtLinse) mit einer GLeitsichtfLache, die eine Fernsicht- und eine Nahsichtzone sowie eine dazwischenliegende Progressionszone aufweist und die durch die von der Fern- zur Nohsichtzone verlaufende Hauptblicklinie in ein nasales und ein temporales Gebiet geteilt wird, gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale
a) die Fernsichtzone (2) ist gut korrigiert; in ihrem nasalen und temporalen unteren Bereich beginnt die Zone zunehmenden Brechwerts, wobei jedoch die Beträge von Astigmatismus und Einstellfehler hinreichend klein gehalten sind;
b) in der kurzen Progressionszone (3) existiert längs der Hauptblicklinie (5) Astigmatismus im Rahmen einer zulässigen Minderung des Visus;
c) die Nahsichtzone (4) enthält einen hinreichend breiten, gut korrigiei— ten Nahsichtbereich, der bezüglich der Hauptblicklinie (5) weitgehend horizontal-symmetrisch ist;
d) die Verzeichnung geht seitlich der Hauptblicklinie (5) in der Progressions- und Nahsichtzone (3,4) in Werte über, die sich der Verzeichnung der Fernsichtzone annähern, wobei die Verzeichnung nasal und temporal der Hauptblicklinie (5) so gewählt ist, daß die horizontalen und vertikalen Richtungsdifferenzen verträgliche Werte nicht überschreiten.
2. Gleitsicht linse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die gesamte Linse Punkte mit gleichem horizontalen Abstand von der Hauptblicklinie (5) und gleicher Höhe (y) angenähert gleiche Werte von Astigmatismus und Einstellfehler aufweisen.
3„ Gleitsicht linse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Brechwert seitlich der HauptbLicklinie (5) in der Progressions- und Nahsichtzone (3,4) sich den Werten der Fernsichtzone (2) annähert.
_ ρ —
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ORIGINAL INSPECTED
4. Gleitsicht Linse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Astigmatismus Längs der HauptbLicklinie. (5). ausgehend von einem Wert nahe NuLL im unteren Bereich der Fernsichtzone (2) einen Maximalwert in der Progressionszone (3) erreicht und bis zur Nahsichtzone (4) wieder auf einen Wert nahe NuLL abfällt.
5. Gleitsicht Linse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1—4, dadurch gekennzeichnet, daß die ToLeranzen für die Richtungsdifferenzen und die Verzeichnung so weitgehend ausgenutzt sind, daß der Astigmatismus über die gesamte Linse günstig vertei Lt und dabei gering ist.
6. Gleitsicht linse nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-5, dadurch ge·*· kennzeichnet, daß der Schnitt der GLeitsichtfLache mit Horizontalebenen im oberen Teil der Progressionszone (3) Kurven biLdet/ deren Krümmung bei objektseitiger Lage der Gleitsichtfläche, beginnend in der Umgebung des. Randes der Zone guter Sicht zur Seite hin zunächst merklich zu- und danach wieder abnimmt.
7. GLeitsicht linse nach einem.oder mehreren der Ansprüche 1~5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schnitt der Gleitsichtfläche mit Horizontalebenen im oberen Tei L der Progressionszone (3) Kurven -bildet,, deren Krümmung"". bei augenseitiger Lage der GLeitsichtfLache, beginnend mit der Umgebung des Randes der Zone guter Sicht zur Seite hin zunächst .merklich ab- und danach wieder zunimmt.
8. Gleitsicht linse nach einem oder mehreren der Ansprüche-1-6, dadurch gekennzeichnet, daß die GLeitsichtfLache zweimal stetig differenzierbar ist. :
1300 46/0080
DE3016935A 1980-05-02 1980-05-02 Multifokale Brillenlinse mit gebietsweise gleitendem Brechwert Expired - Lifetime DE3016935C2 (de)

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