DE3003919C2 - - Google Patents

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verein­ zeln von körnigem Gut mit einem Zellenrad bzw. Zellenband in welchem Bohrungen eingebracht sind, die nach oben hin er­ weitert sind und deren unterster Durchmesser kleiner als das kleinste Korn ist und einem das Zellenrad bzw. Zellenband umgebendes Gehäuse mit Vorratsbehälter für das körnige Gut und einer Einrichtung zum Entfernen überschüssigen Gutes.
Es ist bekannt, insbesondere bei Sämaschinen Körner unter­ schiedlicher Größe mit Hilfe von Druck- oder Saugluft zu vereinzeln. Dieses geschieht unter Verwendung von Zellen­ rädern oder Bändern, die während des Transportes belegt werden. Die bekannten Vorrichtungen, die mit Unterdruck arbeiten, saugen auf der einen Seite Körner an, ohne sie jedoch zu vereinzeln. Das gleiche gilt für die bekannten mit Druckluft arbeitenden Vorrichtungen. Diese benötigen zusätz­ lich einen Abstreifer, der überschüssiges Gut abstreift. Darüber hinaus ist durch die US-Patentschrift 37 70 164 eine Einrichung bekannt, die mit einer Trommel bestückt ist, in die Radialbohrungen eingebracht sind. In jede dieser Bohrungen ist eine trichterförmige Düse eingesetzt, die am Ende des Trichters einen Durchmesser aufweist, der kleiner ist als das kleinste Korn. Im Innern der Trommel wird ein Unterdruck erzeugt, während außerhalb der Trommel Druckluft­ düsen wirksam sind. Die in der Trommel befindlichen Bohrungen, die sich nach außen hin trichterförmig aufweiten, werden während der Drehbewegung der Trommel mit körnigem Gut gefüllt. Jede dieser gefüllten Bohrungen gelangt bei der Drehbewegung der Trommel in den Bereich des Luftstromes, durch den ein Herausblasen der Körner aus dieser Bohrung erreicht werden soll. Infolge des im Innern aufrechter­ haltenen Unterdrucks jedoch wird mindestens ein Korn in­ folge der durchgehenden Bohrung so stark angesaugt, daß es die Bohrung verschließt und in dem Trichter verbleibt. Auf diese Weise wird ein Vereinzeln des körnigen Gutes erreicht. Nachteil dieser Einrichtung ist, daß bei unterschiedlichen Größen der Körner Fehlbelegungen nicht ausgeschlossen werden, indem zwei Körner in einer Bohrung verbleiben oder einzelne Körner abgeschert werden. Auch wird durch das Einleiten des Luftstromes mit entsprechendem Druck eine Verletzung der äußeren Schicht vorbehandelter Körner nicht unvermeidbar sein.
Die eingangs beschriebene Vorrichtung ist aus der DE-PS 20 64 336 bekannt. Hierbei dient eine Druckluftaus­ trittsdüse sowohl zum Entfernen überschüssigen Gutes als auch zum Festlegen eines einzigen Korns in jeder Bohrung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vor­ richtung dieser Art so weiterzubilden, daß die Abscheidung überzähliger Körner durch einen Sog erfolgt, der möglichst schonend auf das einzelne Korn einwirkt und dabei gleich­ zeitig die Körner vereinzelt.
Erfindungsgemäß geschicht das dadurch, daß oberhalb der Zellenbohrungen ein Rohr angeordnet ist, das in den Vorrats­ behälter zurückgeführt ist, und daß innerhalb des Rohres ein Sogstrom wirksam ist, der das körnige Gut aus dem Trichter heraussaugt, und daß unterhalb der Zellenbohrung ebenfalls ein Sogstrom wirkt, der um einen geringen Betrag größer als der obere Sogstrom ist und ein Korn in den unteren Bohrungs­ teil saugt.
Die Erfindung wird anhand von Zeichnungsbeispielen näher er­ läutert
Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch die Vorrichtung,
Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch die Absaugeinrichtung mit gerichtetem Luftstrahl,
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Absaugeinrichtung mit Gebläse,
Fig. 4 zeigt einen Schnitt seitlich durch die Absaugein­ richtung gemäß Fig. 1 und 2 mit dem Seitenkanal.
Die Vorrichtung besteht aus einem Zellenrad 1, in das radial Boh­ rungen 4 eingebracht sind. Diese Bohrungen sind nach außen ko­ nisch erweitert. Statt des konischen Verlaufs ist auch eine zylin­ drische Erweiterung möglich. Entscheidend ist, daß die Bohrungen nach außen hin erweitert sind, wohingegen der nach innen gerich­ tete zylindrische Bohrungsteil einen Durchmesser besitzt, der kleiner ist als das kleinste Korn 13. Damit werden zunächst im erweiterten konischen bzw. zylindrischen Teil der Bohrung mehrere Körner aufgenommen.
Oberhalb der Bohrungen im Zellenrad ist ein Zulauf 5 für das körnige Gut 13 angeordnet. Dieser Zulauf 5 wird von einem Vorrats-Füllbehälter 7 gespeist, dessen Wandungen 17 konisch nach oben erweitert verlaufen.
Das Zellenrad 1 läuft innerhalb eines Gehäuses 2, welches ein frühzeitiges Herausfallen des vereinzelten Kornes verhindert. Zur Ablage des Kornes dient eine Auswurföffnung 3 im Gehäuse 2, die so angeordnet ist, daß das Korn nach dem Auswerfen eine vorbe­ stimmte Stelle erreicht. Ein Auswurfschlitz 18 ist von unten um­ laufend in das Zellenrad 1 so eingebracht, daß dieser Schlitz bis in den erweiterten Bohrungsteil 4 hineinragt. Ein nicht näher dar­ gestellter Auswerfer im Bereich der Öffnung 3 greift messerartig in den Schlitz 18 ein und hebt damit eventuell klemmende Körner aus dem Konus heraus.
Der Zulauf 5 hat einen Abfüllstutzen 6 zum Entleeren. Ferner ist zum gerichteten Verlauf des Füllgutes 13 ein Leitblech 14 ange­ bracht.
Zum Vereinzeln des Kornes dient eine Saugeinrichtung. Oberhalb des Zellenrades 1 und innerhalb des Zulaufes 5 befindet sich ein Rohr 8, das zunächst nach oben gerichtet ist und dann so gekrümmt ist, daß das Rohrende über dem körnigen Gut liegt. Durch eine Trä­ gerplatte 9, durch die das Rohr 8 geführt ist, wird der Zulauf 5 gegenüber dem Rohr und dem darüber liegenden Raum dicht abge­ shlossen.
Der untere in den Zulauf ragende Rohrteil ist von einem rohrfförmigen Kanal 10 umgeben, wobei der Kanal 10 zum Stauraum 11 hin offen ist. Der Stauraum 11 besitzt einen Luftzufuhrstutzen 12, durch den Druckluft eingeleitet wird. Der Kanal 10 ist am unteren Ende umge­ bördelt, so daß sich eine Ringdüse 20 rund um das Rohr 8 ergibt, die in das Innere des Rohres 8 hineinragt.
Wird das Zellenrad in Pfeilrichtung gedreht, so füllen sich die auf seinem Umfang gleichmäßig erteilten Bohrungen 4 beim Durchlaufen des Zulaufes 5 mit Körner. Gleichzeitig wird nun Druckluft durch den Luftzufuhrstutzen 12 dem System zugeführt. Diese Druckluft ge­ langt in den Stauraum 11 und weiter in den Kanal 10. Durch die Querschnittsverjüngung im Ringkanal 10 wird die Geschwindigkeit des Luftstromes erhöht. An der Ringdüse 20 wird der Luftstrom umgelenkt und in das Innere des Rohres 8 geleitet. Dieses Rohr wird durchströmt, wobei am unteren Ende, also gerade oberhalb der Bohrungen im Zellenrad ein Sog entsteht. Dieser Sog bewirkt, daß die Körner aus der unter dem Rohr befindlichen Bohrung 4 herausgesogen werden. Da das obere Ende des Rohres 8 wieder im Zulauf 5 liegt, fallen die Körner in den Behälter zurück. Um zu vermeiden, daß auch Körner aus dem Zulauf 5 in den Sog des Luftstromes gelangen, ist ein Trennblech 15 im Zulauf angebracht, das die Körner im Zulauf festhält.
Bei einer einseitigen Sogwirkung würden alle Körner aus der Boh­ rung 4 herausgesogen werden. Verlangt wird jedoch, daß immer ein Korn in der Bohrung verbleibt. Hierzu ist es erforderlich, auch im Innern des Zellenrades einen Unterdruck zu erzeugen, der um ein Geringes größer ist als der Sog im Rohr 8. Dadurch wird der untere Bohrungsteil der Bohrung 4, dessen Durchmesser kleiner ist als das kleinste Korn, von einem Korn verschlossen. Damit übt der innerhalb des Zellenrades wirkende höhere Unterdruck auch nur eine Wirkung auf das eine Korn aus, das den kleineren Bohrungs­ teil verschließt und hält es damit fest, wohingegen die übrigen im oberen Bohrungsteil befindlichen Körner durch das Rohr 8 abgesaugt werden.
Der Unterdruck im Innern des Zellenrades kann genau so aufgebaut werden wie der Sog in dem Ringkanal 10 und dem Rohr 8. Ein innenliegender Rohrkanal 16 wird über einen Seitenkanal 22 mit der Druckluft versorgt. Die Krümmer 22 a und 22 b dienen zum An­ schluß an das System. Die zum Rohrkanal 16 gehörende Ringdüse 23 arbeitet genau so wie zuvor bei Ringdüse 20 beschrieben. Die Ab­ messungen sind jedoch so abzustimmen, daß Sogstrom durch Kanal 16 gegenüber dem Sogstrom durch Kanal 10 um ein geringeres größer ist.
Die Ringdüse 23 im Innern des Zellenrades kann ersetzt werden durch andere Unterdruck erzeugende Mittel. So kann die Druckluft, die dem Stutzen 12 zugeführt wird, mit Hilfe eines Gebläses auch dem Innenraum des Zellenrades entnommen werden.
Statt einer Ringdüse 20, durch die der Luftstrom ringförmig in das Rohr geleitet wird, kann auch eine Umlenkdüse 21, wie in Fig. 2 gezeigt, Anwendung finden. Diese Düse ist nur einseitig wirksam und der Luftstrom wird so gerichtet in das Rohr geleitet, daß die größtmöglichste Saugwirkung am unteren Rohrende erzielt wird. Es wird sich empfehlen, den Luftstrom an der Rohrwandung entlang­ gleiten zu lassen, wobei das Rohr so abgekröpft wird, daß es in Richtung des Luftstromes verläuft.
Um einen unbeeinflußten Rückfluß der Körner zu erzielen, empfiehlt sich, das obere Rohrende in den Vorrats-Füllbehälter 7 direkt münden zu lassen.
Bisher ist die Erzeugung des Sogstromes durch Zufuhr und Umlenkung von Druckluft beschrieben worden. Ein Sog kann aber genau so durch ein Gebläse erzeugt werden, das im Innern des Rohres 8 wirksam ist. Das körnige Gut wird hierbei durch das Gebläse angesogen, und es ist lediglich dafür zu sorgen, daß es einen ungehinderten Austritt erfährt. Bekannte Maßnahmen ermöglichen dieses. Besonders vorteil­ haft wird jedoch ein Schneckengebläse 19 sein (Fig. 3), das direkt im Rohr 8 angeordnet ist und durch das die Körner unbeschädigt hindurch können.

Claims (7)

1. Vorrichtung zum Vereinzeln von körnigem Gut mit einem Zellenrad bzw. Zellenband, in welches Bohrungen eingebracht sind, die nach oben hin erweitert sind und deren unterster Durchmesser kleiner als das kleinste Korn ist, und einem das Zellenrad bzw. Zellenband umgebenden Gehäuse mit Vorrats­ behälter für das Korngut und einer Einrichtung zum Entfernen überschüssigen Gutes, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der Zellenbohrungen (4) ein Rohr (8) angeordnet ist, das in den Vorratsbehälter (5; 7) zurückgeführt ist, und daß innerhalb des Rohres ein Sogstrom wirksam ist, der das körnige Gut aus dem Trichter heraussaugt, und daß unterhalb der Zellenbohrung (4) ebenfalls ein Sogstrom wirkt, der um einen geringen Betrag größer als der obere Sogstrom ist und ein Korn in den unteren Bohrungsteil saugt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sogstrom im Innern des Rohres (8) erzeugt wird durch einen das Rohr (8) umgebenden rohrförmigen Kanal (10), der am unteren Ende eine in das Rohr (8) ragende Ringdüse (20) besitzt, in den von oben Druckluft einleitbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sogstrom unterhalb der Zellenbohrung (4) mittels einer Ringdüse (23) als Endstück eines rohrförmigen Kanals (16) wirksam ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (8) leicht im unteren Teil gekröpft ist, und daß der Luftstrom mittels einer gerichteten Umlenkdüse (21) entlang der inneren unteren Wandung des Rohres (8) aufwärts geleitet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sogstrom im Innern des Rohres (8) mittels eines Ge­ bläses, vorzugsweise eines Schneckengebläses (19), erzeugt ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1-5, dadurch gekennzeich­ net, daß der Unterdruck unterhalb der Bohrungen (4) durch Ansaugen der Luft erzeugbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die angesaugte Luft zugleich als Druckluft im Kanal (10) dient.
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