DE2616430B2 - Vorrichtung zum Einstürzen von Kaminbildungen bei einem sich nach unten konisch verengenden Auslauftrichter für pneumatisch förderbares Schüttgut - Google Patents
Vorrichtung zum Einstürzen von Kaminbildungen bei einem sich nach unten konisch verengenden Auslauftrichter für pneumatisch förderbares SchüttgutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einstürzen von Kaminbildungen bei einem sich nach unten
konisch verengenden Auslauftrichter für pneumatisch förderbares Schüttgut mit mehreren auf den Umfang
der Wandungen des Auslauftrichters verteilt angeordneten, in den Auslauftrichter mündenden Druckluftdüsen,
die unter Zwischenschaltung je eines Absperrventils an einen an eine Druckluftversorgung angeschlossenen
Druckluftspeicher angeschlossen sind und impulsartiges Eintreiben der gespeicherten Druckluft in das
angestaut stehende Schüttgut ermöglichen.
Bei einer aus der DE-PS 6 53 921 bekannten Vorrichtung dieser Art sind zwei Druckluftdüsen
-, vorgesehen mit je einem gesonderten Druckluftspeicher. Zwischen dem Druckluftspeicher und der betreifenden
Düse ist eine lange Leitung vorgesehen, die einen erheblichen Strömungswiderstand zur Folge hat,
so daß die zum Einstürzen der Kaminbildungen aus Mi diesen Düsen einströmende Luft nur langsam einströmen
kann.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die Kaminbildungen besonders gut durch explosionsartige
Einbringung eines Druckluftvolumens in das angestaute ι -, Schüttgut zum Einsturz gebracht werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das pneumatisch förderbare Schüttgut aus dem Auslauftrichter
zügig abzufordern und dabei eventuell auftretende Kamine einstürzen zu lassen. Diese Aufgabe wird
J1. nach der Erfindung gelöst, dadurch, daß in an sich
bekannter Weise der Druckluftspeicher (DE-OS 19 49 781) als Ringleitung ausgebildet ist, die konzentrisch
zum Auslauftrichter angeordnet ist und mit je einer Stichleitung für jede Druckluftdüse ausgestattet
r. ist, die von der zugehörigen Druckluftdüse zur Ringleitung führt und durch das zugehörige Absperrventil
absperrbar ist, daß in an sich bekannter Weise eine pneumatische Abförderleitung (DE-AS 12 72 227)
vorgesehen ist, in die der Auslauftrichter mündet und die κι an eine Förderluftversorgung angeschlossen ist, und daß
die Druckluftversorgung mit einem vielfach höheren Luftdruck betrieben wird als die Förderluftversorgung.
Die Erfindung betreibt die beiden Einrichtungen, die zum Einsturz der Kamine und die zur Abförderung des
r> Schüttgutes, mit unterschiedlichen Drücken und macht sich dabei einen besonderen Umstand zunutze. Die
ganze Einrichtung ist normalerweise für den niedrigen Förderdruck ausgelegt. Wenn dieser zum Beispiel
maximal 2 atü betragen kann, dann ist der Behälter auf au 2 atü zuzüglich Toleranz eingerichtet. Dessen ungeachtet
wird die Druckluftversorgung beim Einstürzen der Kamine mit einem wesentlich höheren Luftdruck
betrieben, zum Beispiel mit 6 atü. Das ist möglich, weil dieser Hochdruck nur aus dem begrenzten Volumen des
4j Druckluftspeichers kurzzeitig auftreten kann und auftritt, so daß er gerade ausreicht, schlagartig die
Kamine zum Einsturz zu bringen, aber bei weitem nicht
ausreicht, den Druck innerhalb des Behälters auf einen unzulässigen Wert ansteigen zu lassen.
-,» Es genügt also, wenn man lediglich die Druckluftversorgung
und die zugehörigen Stichleitungen auf den hohen Druck auslegt, alle übrigen Teile können auf den
niedrigen Druck ausgelegt sein. Das ist einfach und gestattet den Einsatz von Hochdruck für den Karninein-■
> ι sturz, ohne daß man dazu allzu großen Aufwand treiben
muß, um die Einrichtung an diesen Hochdruck anzupassen.
Bei solchen brücken- und kaminbildenden Konfigurationen erzielt man durch das impulsartige Einblasen
b<) eines beträchtlichen Luftvolumens vermutlich deshalb
optimale Wirkung, weil sich dieses in dem verfilzten Schüttgut verfängt, dieses aufreißt und in den freien
Raum oberhalb des Trichters zurückstößt. Für die
Wirkung ist wohl auch der Umstand mitverantwortlich, hj daß die hier in Betracht kommenden kaminbildenden
Schüttgüter oft eine sehr hohe Luftdurchlässigkeit haben, so daß man unter Umständen die zehn- bis
zwanzigfache Luftmenge benötigt, um die gleiche
Auflockerungswirkung zu cr/.iclen, wie bei normalen
Schüttgütern, wie zum Beispiel Sand. Es kommt also bei der Erfindung darauf an, kurzfristig ein beträchtliches
Luftvolumen einzublasen, um auf diese Weise zu verhindern, daß die Auflockerungswirkiing durch die -,
hoiie Luftdurchlässigkeit beeinträchtigt wird. Extreme
Luftgeschwindigkeiten wie bei den bekannten Versuchen sind nicht erforderlich. Luftgeschwindigkeiten von
100 Meter pro Sekunde haben sich als bei weitem ausreichend erwiesen, so daß der hohe Aufwand, wie er κι
zur Erzeugung von Luftgeschwindigkeiten in der Nähe der Schallgeschwindigkeit erforderlich ist, bei der
Erfindung nicht benötigt wird.
Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung trägt die mit dem Luftstoß in den Silobehälter eingeblasene r>
Luftmenge auch zum Abfördern des Produktes in der Produktförderleitung bei und wird auf diese Weise
zweifach ausgenutzt. Das ist im Hinblick auf die bei der praktischen Anwendung in der Regel nur in begrenztem
Umfang zur Verfügung stehende Druckluft vorteilhaft. Sie beschleunigt in vorteilhafter Weise auch das
Wiedererreichen des Betriebsdruckes in Verbindung mit der während der Einsturzphase vorgenommenen
Absperrung der Produktförderleitung.
Die Erfindung ist bevorzugt anwendbar bei mobilen Silobehältern, die auf einem Fahrzeug montiert sind und
aus einem Kompressor des Fahrzeuges mit Druckluft versorgt werden. Geht man davon aus, duß der
Kompressor gerade so dimensioniert ist, daß er die erforderliche Förderluft für die Produktförderleitung jn
bereitstellt, und zwar mit einem höheren Druck als der maximale Betriebsdruck, dann genügt es zur Anwendung
der Erfindung, einen Teil der Kompressorluft mit dem höheren Kompressordruck in einem Windkessel
zwischenzuspeichern und von da im Bedarfsfalle für die r.
Luftstöße abzurufen. Das läßt sich mit einem minimalen Ergänzungsaufwand auch nachträglich bei bestehenden
Anlagen einrichten.
Eine Vorrichtung nach der Erfindung wird vorteilhaft betrieben, derart, daß der Silobehälterinnendruck 4»
laufend gemessen wird und daß, wenn der Silobehälterinnendruck einen vorbestimmten unteren Betriebsdruckgrenzwert
unterschreitet, in einer Zeitspanne von bis zu 1 Sekunde, vorzugsweise von 0,5 bis 1 Sekunde,
eine begrenzte Luftmenge aus den Düsen ausgestoßen 4>
wird mit einer Luftförderleistung, die fünf- bis zwanzigmal so groß ist wie die in der gleichen
Zeitspanne für die störungsfreie Produktförderung in
der Produktförderleitung erforderliche.
Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnung näher ίο
srläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel, bei dem der innendruckbelastbare Silobehälter perspektivisch
und teilweise aufgebrochen dargestellt ist,
Fig. 2 die Ansicht gemäß dem Pfeil II aus Fig. 1,
>"> wobei jedoch der Übersicht halber die in Fig. 1 unten
dargestellten Leitungen mit dem Kompressor und dem Chassis nicht mit eingezeichnet sind, und
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel in Seitenansicht.
W)
In der Zeichnung ist mit 1 ein teilweise aufgebrochen dargestellter, innendruckbelastbarer Silobehälter bezeichnet,
dessen Einfüllöffnung mit einem Deckel 2 verschlossen ist. V>er Silobehälter 1 ist kreiszylindrisch
zur Zylinderachse 54 und verjüngt sich nach unten mit t>r>
einem Auslauftrichter 3 auf einen Flansch 4, an dem ein Auslauf 5 angeflanscht ist. Der Auslauf 5 weist eine sich
nach unten in Fortsetzung des Auslajjftrichters 3 konisch verengende, aus porösem Gewebe bestehende,
eine Luftrutsche 6 bildende Wandung auf, durch deren Porösität das Schüttgut nicht hindurchdringen kann.
Diese Luftrutsche mündet in einen unten angewinkelten Auslaufstutzen 7, an den die mit 8 bezeichnete
pneumatische Produktförderleitung mittels der Kupplung 9 angekuppelt ist. In dem Auslaufstutzen 7 ist ein
elektromagnetisch verstellbares Absperrventil 10 vorgesehen. Die Luftrutsche 6 ist von einer Metallschüssel
11 umgeben, so daß sich um diese Luftrutsthe herum ein
ringförmiger Kanal 55 ergibt, der, abgesehen von den Porositäten der Luftrutsche 6 luftdicht abgeschlossen ist
und in den die Druckluftzuleitung 12 führt In der Druckluftzi leitung 12 ist ein handbedienbares Drossel-
und Absperrventil 13 vorgesehen. Mit 14 ist ein Druckluftkompressor bezeichnet, der, ebenso wie der
Silobehälter 1, auf einem Lastkraftfahrzeug montiert ist, dessen Chassis mit 15 in der Zeichnung nur angedeutet
ist. Der Kompressor 14 liefert ausgangsseitig Druckluft mit 6 atü (Atmosphärenüberdruck) in die Ausgangsleitung
16, an der unter Zwischenschaltung eines auf 2 atü mindernden Druckminderventils 17 die Druckluftzuleitung
12 sowie eine weitere Leitung 18 angeschlossen ist. Die maximale Luftförderleistung des Kompressors
beträgt 22 Liter pro Sekunde bei 6 atü, das entspricht 140 Litern pt ο Sekunde bei Normaldruck. Die Leitung
18 weist ein handbedienbares Drossel- und Absperrventil 19 und diesem nachgeschaltet ein elektromagnetisch
verstellbares Absperrventil 20 auf und mündet stromabwärts des Absperrventils 10 in den Auslaufstutzen 7 und
dient als Beipass. Die Ausgangsleitung 16 führt in einen als Ringleitung ausgebildeten Windkessel 22.
Mit 23 bis 28 sind sechs Düsen bezeichnet, die in zwei Gruppen unterteilt auf dem Umfang-verteilt oberhalb
der Liiftrutsche 6 in der Wandung des Auslauftrichters 3
angeordnet sind. Die Düsen 23, 24, 25 bilden die erste Düsengruppe und sind unter sich auf gleicher Höhe
etwa in der Höhe auf der sich die brücken- und kaminbildenden Schüttgutkonfigurationen bei weitgehend
vollgefülltem Silobehälter erfahrungsgemäß seitlich abstützen, angeordnet. Die zweite Düsengruppe
wird von den Düsen 26, 27, 28 gebildet. Die Düsen 26, 27, 28 sind unter sich ebenfalls auf gleicher Höhe
angeordnet, aber erheblich tiefer als die Düsen der ersten Düsengruppe, nämlich knapp oberhalb der
Luftrutsche 6.
Der Windkessel 22 umgibt als Ringleitung den Auslauftrichter 3 auf der Höhe zv/ischen den beiden
Düsengruppen. Von dem Windkessel geht für jede der Düsen 23 bis 28 ein Abzweig 61 bis 66 ab und in jedem
der Abzweige ist ein elektromagnetisch verstellbares Absperrventil 67 bis 72 vorgesehen. Die Absperrventile
67 bis 72 werden von einem Steuergerät 52 angesteuert, von dem auch die Absperrventile 10 und 20 angesteuert
werden.
Mit 50 ist ein Druckfühler bezeichnet, der den Innendruck im Silobehälter 1 mißt und seine Meßergebnisse
über die strichpunktiert eingezeichnete Leitung 51 an das Steuergerät 52 leitet. Dieses Steuergerät spricht
auf zwei verschiedene Drücke an, den unteren Betriebsdruckgrenzwert, der im Beispiel 1 atü beträgt,
und den Betriebsdrucknormalwert, der im Beispiel 1,7 a:;i beträgt. Außerdem ist noch ein Sicherheitsventil
53 am Silobehälter 1 vorgesehen, das auf den oberen Betriebsdruckgrenzwert anspricht, der im Beispiel 2 atü
beträgt, und öffnet, wenn der obere Betriebsdruckgrenzwert erreicht wird, so daß sichergestellt ist, daß
der Innendruck im Silobehalter nie 2 atü überschreiten
kann. Das Steuergerät 52 schließt bei Unterschreiten des unteren Betriebsdruckgrcn/wertcs die beiden
elektromagnetisch verstellbaren Absperrventile 10 und
20 und öffnet die normalerweise geschlossenen Absperrventile jeweils einer Düsengruppe, also entweder
die Absperrventile 67 bis 69 oder die Absperrventile 70 bis 72. und zwar jeweils für die Dauer von 0,5
Sekunden. Sobald im Anschluß daran der Betriebsdrucknormälwert
erreicht wird, schließt das Steuergerät 52 die gerade geöffneten der Absperrventile 67 bis 72, so
daß nun wieder alle Absperrventile geschlossen sind, und öffnet dann die Absperrventile 10 und 20.
Der Windkessel 22 hat ein Fassungsvermögen von einhundert Litern und der Silobehälter 1 hat ein
Fassungsvermögen von fünf Kubikmetern. Die vom Windkessel 22 zu den einzelnen Düsen führenden
Abzweige 61 bis 66 sind so weit bemessen, daß achtzig Prozent der Luftmenge des mit 6 atü Überdruck
gefüllten Windkessels 22 in 0,5 Sekunden über die jeweils eingeschaltete Düsengruppe in das Innere des
Silobehälters abströmt. In diesen 0,5 Sekunden strömen also achtzig Liter Druckluft von 6 atü, das entspricht 280
Litern, bezogen auf 1 atü. in den Silobehälter ein. Zur
Aufrechterhaltung der pneumatischen Förderung in der Produktförderleitung 8 werden bei 1 atü 24 Liter pro
Sekunde benötigt. Die aus dem Windkessel 22 während dieser 0.5 Sekunden eingeblasene Luftmenge strömt
also mit einer Luftförderleistung, die zehnmal so groß ist wie die für die Produktförderung erforderliche. Die
Geschwindigkeit, mit der sich diese Luftmenge nach dem Austritt aus den Düsen der aktivierten Düsengruppe
ausbreitet, beträgt unmittelbar im Anschluß an die Düsenmündungen 100 Meter pro Sekunde und fällt
dann schnell auf geringere Werte ab. Diese Geschwindigkeiten sind jedoch für den angestrebten Effekt nicht
maßgebend, maßgebend ist die mit einem Luftimpuls eingeblasene große Luftmenge.
Die Anordnung wird wie folgt betrieben. Im Ausgangszustand ist der Deckel 2 geschlossen und der
Silobehälter 1 mit Schüttgut gefüllt, das in der Produktförderleitung 8 pneumatisch abgefördert werden
soll. Die elektromagnetisch verstellbaren Absperrventile 67 bis 72 sind geschlossen, der Kompressor 14
wird eingeschaltet und füllt den Windkessel 22 mit Druckluft von 6 atü. An dem handbedienbaren Drossel-
und Absperrventil 13 wird von Hand die für die Luftrutsche 6 benötigte Luftmenge eingestellt und wenn
diese für die anschließende Förderung in der Produktförderleitung 8 nicht ausreicht, dann wird an dem
handbedienbaren Drossel- und Absperrventil 19 der Beipass dosiert geöffnet, bis die in die Produfctförderleitung
8 gelangende Luftmenge für eine einwandfreie Förderung ausreicht. Die beiden elektromagnetisch
verstellbaren Absperrventile 10 und 20 sind geschlossen. Es baut sich nun der Betriebsdrucknormalwert von
1,7 atü im Silobehälter auf, und sobald dieser erreicht ist öffnen die Absperrventile 10 und 20 und das Schüttgut
gelangt in die Produktförderleitung 8, wo es durch den pneumatischen Antrieb durch die aus den Leitungen 12
und 18 stammende Luft abgefördert wird. Das abfließende Schüttgut wird an der kritischen Engstelle
im unteren Bereich des Auslauftrichters auf der Luftrutsche 6 gleitfähig gemacht und im übrigen durch
die von dort hochperlende Luft aufgelockert Sobald sich ein Kamin bildet der den weiteren Schüttgutabfluß
behindert weil die Druckluft nunmehr einen bequemen Weg entlang dieses Kamins durch das Schüttgut in die
Produktförderleitung 8 findet, reicht die das handbedicnbarc Drossel- und Absperrventil 13 plissierende
Luft nicht mehr aus. den Bctriebsdrucknornuilwcrt im
Silobehälter aufrechtzuerhalten. Der Druck fällt vielmehr ab und sobald er den unteren Bctriebsdruckgrcnzwcrt
von 1 atü erreicht hut, spricht das Steuergerät 52 an und sperrt die Produktfördcrlcilung 8 und den
Beipass durch Schließen der elektromagnetisch verstellbaren Absperrventile 10 und 20 ab. Gleichzeitig damit
werden von dem Steuergerät die Absperrventile 67, 68,
69 der ersten Düsengruppe kurzzeitig, im Beispiel für die Dauer von 0.5 Sekunden, geöffnet. Aus der
zugehörigen Düsengruppe strömt nun eine Luftmcngc aus dem Windkessel 22 in den Schüttguibercich, in dem
sich wahrscheinlich die kaminbildende Schüttgutkonfigurationen durch Verfilzung gebildet haben, und reißt
diese auseinander. Die Folge ist, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kamin zusammenbricht.
Da die Druckluftförderung durch die Luftrutsche 6 • bei diesem Vorgang nicht unterbrochen wird, baut sich
schließlich der untere Betriebsdruckgrenzwert von 1 atü im Silobehälter wieder auf. wozu auch die durch die
Düsen eingeführte Luftmenge beiträgt, und sobald dieser untere Betriebsdruckgrenzwert erreicht ist.
spricht das Steuergerät 52 an und öffnet die Produktförderleitung sowie den Beipass durch Öffnen
der elektromagnetisch verstellbaren Absperrventile 10 und 20.
Wenn der Kamin tatsächlich cingestützt ist. dann bildet sich nun wieder normaler Förderbetrieb heraus
und der Innendruck des Silobehäliers liegt in der Nähe
des Betriebsdrucknormalwertes. Ist dagegen der Kamin nicht eingestürzt oder bildet sich infolge einer neuen
Verstopfung ein neuer Kamin, dann fällt der Innendruck wieder ab, unterschreitet schließlich den unteren
Betriebsdruckgrenzwert und das Spiel wiederholt sich, nun aber wird, gesteuert durch das Steuergerät, nicht die
gleiche Düsengruppe wie zuvor eingeschaltet, sondern es werden die Absperrventile 70 bis 72 der zweiten
Düsengruppe eingeschaltet und beim nächsten Zyklus wieder die der ersten Düsengruppe und so fort
alternierend, so daß nach jeweils zwei Zyklen alle Düsen einmal aktiviert waren. Die Düsen sind so verteilt, daß
spätestens nach zwei Zyklen jede in der Praxis zu erwartende Verfilzung von einem Luftimpuls getroffen
ist und auseinandergerissen ist. Insbesondere die sehr tief liegenden Verfilzungen bei schon weitgehend
geleertem Silobehälter werden spätestens nach dem zweiten Zyklus von einem Luftimpuls aus den Düsen 26,
27, 28 der tiefer liegenden zweiten Düsengruppe getroffen.
Auf das Steuergerät 52 kann man verzichten und statt dessen die unter Vermittlung dieses Steuergerätes
hervorgerufenen Steuervorgänge von Hand auslösen unter Beachtung der Druckanzeige des Druckfühlers 50.
Die elektromagnetisch verstellbaren Absperrventile werden zu diesem Zweck für Handbetrieb ausgerüstet
und für den Druckfühler 50 wird eine Druckanzeige vorgesehen.
Der Druck, mit dem die Preßluft im Windkessel gespeichert wird, im Beispiel beträgt er 6 atü, ist
vorzugsweise zwei- bis viermal so hoch wie der obere Betriebsdruckgrenzwert der im Beispiel 2 atü beträgt.
In Abänderung des beschriebenen Ausführungsbeispiels
können die Betriebswerte auch andere sein, wie aus nachfolgender Tabelle ersichtlich, in der in Spalte 1
die Betriebswerte des zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiels wiederholt sind und in den nachfolgenden
Spalten die entsprechenden Werte für andere Beispiele.
Ausgangsdruck dCj Kompressors
Max. Luftförderleistung des Kompressors, bezogen auf 6atü
Fassungsvermögen des Windkessels Öffnungsperiode der Absperrventile 37, 40, 42
Luftmenge bei einer Öffnungsperiode, die aus dem Windkessel ausgestoßen wird, bezogen auf 6 atü
Strömungsgeschwindigkeit der aus den Düsen der aktivierten Düsengruppe 29, 30, 31 in den Silobehälter
eingeblasenen Luft unmittelbar im Anschluß an die Düsenmündungen
Luftmenge, die bezogen auf 1 atü erforderlich ist, um in der Produktförderleitung 8 eine einwandfreie pneumatische
Abförderung zu erzielen
Unterer Betriebsdruckgrenzwert
Betriebsdrucknormalwert
Oberer Betriebsdruckgrenzwert
Betriebsdrucknormalwert
Oberer Betriebsdruckgrenzwert
| 6 atü | 6 atü | 6 atü |
| 22 1/sec | 30 l/sec | 30 1/sec |
| 100 1 | 200 I | 1000 1 |
| 0,5 Sek. | 1 Sek. | 1 Sek. |
| 80 1 | 180 1 | 900 1 |
| 100 m/sec | 30 m/sec | 80 m/se |
24 1/sec
30 1/sec
150 1/sec
| 1,0 atü | 1,1 atü | 1,0 atü |
| 1,7 atü | 1,6 atü | 1,7 atü |
| 2,0 atü | 2,0 atü | 2,0 atü |
Bei dem zweiten, in Fig.3 dargestellten Ausführungsbeispiel
sind zwei Silobehälter 81, 82 auf dem Chassis eines Lastkraftfahrzeuges 83 montiert Die
beiden Silobehälter haben ein Fassungsvermögen von je 7,5 Kubikmeter, oben je eine durch einen Deckel 84,85
verschließbare Einfüllöffnung und verjüngen sich unten zu je einem Auslauftrichter 86, 87, der über einen mit
einer nicht sichtbaren Luftrutsche ausgestatteten Auslauf 88,89 in eine gemeinsame Produktförderleitung
90 mündet Die beiden Silobehälter 81, 82 sind innendruckbelastbare Schüttgutbehälter. Am Auslauftrichter 86, 87 münden insgesamt je sechs Düsen, drei
davon zu einer oberen Gruppe zusammengefaßt und drei zu einer unteren Gruppe zusammengefaßt
gruppenweise jeweils auf gleicher Höhe. Von der oberen Gruppe ist jeweils nur die Düse 91,92 sichtbar
und von der unteren Gruppe sind die beiden Düsen 93, 94; 95,96 sichtbar. Die Düsen der unteren Düsengruppe
sind dicht oberhalb der Ausläufe 88,89 angeordnet
Alle Düsen sind jeweils fiber einen gesonderten, mit
einem magnetisch fernbedienbaren Absperrventil ausgestatteten Abzweig an eine gemeinsame Ringleitung
100 angeschlossen, die aus zwei Windkesseln versorgt wird, von denen jedoch nur einer, der dem Beschauer
zugekehrte, nämlich der Windkessel 101 in Fig.3
sichtbar ist während der andere, dahinter angeordnete,
durch den dargestellten verdeckt ist Jeder Windkessel hat ein Fassungsvermögen von 0,5 Kubikmeter.
Der wesentliche Unterschied gegenüber dem in F i g. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht darin,
daß aus räumlichen Gründen der Windkessel nicht als Ringleitung ausgebildet ist, sondern daß zwei Windkes- eo
sei vorgesehen sind, die Ober eine gesonderte Ringleitung 100 an die Düsen angeschlossen sind. Hinsichtlich
der nicht beschriebenen Teile ist das Ausfuhrungsbeispiel nach F i g. 3 im wesentlichen so ausgebildet wie das
nach F i g. 1; das gilt insbesondere auch für die in F i g. 3
der Obersicht halber nicht mit dargestellten Teile, insbesondere Leitungen und Ventile. Der Kompressor, der ebenfalls in Fig.3 nicht dargestellt ist wird
außerhalb des Lastkraftwagens 83 mitgeführt und an den Stutzen 104 der Druckluftleitung 105, die der
Druckluftleitung 16 aus F i g. 1 entspricht angeschlossen.
Man kann bei dem in F i g. 1 dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel die Ventile 10 und 20 mit der zugehörigen, von dem Steuergerät 52 zu diesen Ventilen 10 und 20
führenden Steuerleitung fortlassen und alles andere so belassen und betreiben, wie im Text zu F i g. 1
beschrieben. Die Produktförderleitung 8 und der Beipass 18 werden dann nicht mehr abgesperrt sondern
bleiben ständig geöffnet, auch wenn der untere Betriebsdruckgrenzwert unterschritten wird. Wird der
untere Betriebsdruckgrenzwert unterschritten, dann wird auch bei dieser Abänderung durch das Steuergerät
52 eine Luftmenge aus dem Windkessel 14 abgerufen, die dann die Kamine zum Einsturz bringen soll Durch
diese Luftmenge wird auch der untere Betriebsdruckgrenzwert wieder überschritten und wenn die Kamine
eingestürzt sind stellt sich in Kürze durch die über die Druckluftzuleitung 12 nachströmende Luft wieder der
Betriebsdrucknormalwert ein. Sind die Kamine aber nicht eingestürzt dann sinkt der Betriebsdruck sofort
wieder unter den unteren Betriebsdruckgrenzwert und das Steuergerät 52 ruft eine neue Luftmenge von dem
Windkessel 14 ab, wie im Text zu Fig. i beschrieben,
mit dem einzigen Unterschied, daß dabei die Produktförderleitung 8 und der Beipass 18, sofern er nicht an
dem Ventil 19 abgesperrt ist offen bleibt Diese Alternative ist einfacher ausgeführt und einfacher zu
steuern.
Man kann natürlich bei dem in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel die Ventile 10 und 20 auch belassen und geöffnet lassen, um das Ausführungsbeispiel nach
Fig. 1 so zu betreiben, wie nach dieser Abänderung beschrieben.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Einstürzen von Kaminbildungen bei einem sich nach unten konisch verengenden
Auslauftrichter für pneumatisch förderbares Schüttgut mit mehreren auf den Umfang der Wandungen
des Auslauftrichters verteilt angeordneten, in den Auslauftrichter mündenden Druckluftdüsen, die
unter Zwischenschaltung je eines Absperrventils an einen an eine Druckluftversorgung angeschlossenen
Druckluftspeicher angeschlossen sind und impulsartiges Eintreiben der gespeicherten Druckluft in das
angestaut stehende Schüttgut ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, daß in an sich
bekannter Weise der Druckluftspeicher (22) als Ringleitung ausgebildet ist, die konzentrisch· zum
Aujlauftrichter angeordnet ist und mit je einer Stichleitung (61—66) für jede Druckluftdüse
(23—28) ausgestattet ist, die von der zugehörigen Druckluftdüse zur Ringleitung führt und durch das
zugehörige Absperrventil (67—72) absperrbar ist, daß in an sich bekannter Weise eine pneumatische
Abförderleitung (8) vorgesehen ist, in die der Auslauftrichter (3) mündet und die an eine
Förderluftversorgung (14, 17, 18) angeschlossen ist, und daß die Druckluftversorgung (14, 16, 22) mit
einem vielfach höheren Luftdruck betrieben wird als die Förderlufiversorgung(14,17,18).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Druckluftversorgung (14,16,22) und die Förderluftversorgung (14, 17, 18) ein
gemeinsamer Kompressor (14) vorgesehen ist, der auf den hohen Druck der Druckluftversorgung (14,
16, 22) eingerichtet und über ein zur Förderluftversorgung (14,17,18) gehöriges Reduzierventil (17) an
die Abförderleitung (8) angeschlossen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwei auf verschiedenen Höhen
angeordnete Gruppen von Düsen (23—23) vorgesehen sind, deren Druckluftdüsen jeweils gleichmäßig
auf den Umfang des Auslauftrichters verteilt angeordnet sind und daß die Ringleitung (22) auf
einem dazwischengelegenen Höhenniveau angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im unteren
Teil des Auslauftrichters (3) eine an sich bekannte Luftrutsche (4, 5, 6) angeordnet ist, die an die
Förderluftversorgung (14,17,18) angeschlossen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckluftversorgung mit 6 atü und
die Förderluftversorgung mit maximal 2 atü betrieben wird.
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