DE29922C - Verfahren, die bei der Fabrikation von Essig (Essigsprit) aus alkoholhaltigen Flüssigkeiten auftretenden, bisher unverwendeten Dämpfe zur Bleiweifsfabrikation zu benutzen - Google Patents

Verfahren, die bei der Fabrikation von Essig (Essigsprit) aus alkoholhaltigen Flüssigkeiten auftretenden, bisher unverwendeten Dämpfe zur Bleiweifsfabrikation zu benutzen

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DE29922C
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DENDAT29922D
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A. PRAUSE in Heilbronn a. N. (Fabrik von G. F. RUND.)
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/14Compounds of lead
    • C09C1/16White lead

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 22: Farbstoffe, Firnisse, Lacke.
AUGUST PRAUSE in HEILBRONN a. N.
Patentirt im Deutschen Reiche vom ag. April 1884 ab.
Die Neuheit meiner Erfindung besteht darin, dafs:
a) Essigsäuredämpfe und andere Dämpfe derjenigen Essigfabriken, welche ihr Product aus alkoholhaltigen Flüssigkeiten darstellen und welche Dämpfe bis dahin als Waare nicht benutzt wurden, gleich bei ihrer Entstehung zur Ueberführung von Blei bezw. von Bleipräparaten in Bleiweifs benutzt werden. Schon dadurch allein wird ein Bleiweifs von viel feinerer Verbindung und gröfserer Deckkraft erzielt als nach den bisherigen Methoden. Zugleich werden aber auch durch dieses mein Verfahren die eben gedachten, wegen ihrer sauren und feuchten Beschaffenheit für die Gebäulichkeiten (Mörtel, Kalk, Ziegel, Eisentheile, Holz etc.) der Essigfabrik sowohl wie der Umgebung so zersetzend, für die Anwohnerschaft so lästig wirkenden Dämpfe absorbirt, weiter verarbeitet und an dem Uebertritt in die atmosphärische Luft verhindert;
b) mein Verfahren es mit sich bringt, auch den Gang des Bleiweifsbildungsprocesses jederzeit ungestört in Augenschein zu nehmen, die Resultate während der Operation selbst zu untersuchen und in günstiger Weise auf den Verlauf und das Product corrigirend einzuwirken.
Das Verfahren und die Einrichtungen bei meiner neuen Methode sind folgende: In sogenannten Essigstuben wird vermittelst Essigbilder verschiedenster Systeme Essig aus Alkohol und alkoholhaltigen Flüssigkeiten durch die sogenannte Essiggährung bezw. Oxydation des Alkohols erzeugt. Bei der hohen Temperatur der Stuben und der in Arbeit befindlichen Essigbilder werden Dämpfe erzeugt, bestehend aus Essigsäure, Aldehyd, Alkohol und Wasser, welche bisher nicht verwendet wurden, wohl aber als hindernd entfernt werden müssen und der Nachbarschaft lästig und schädlich wurden. Diese Dämpfe werden nach meinem Verfahren in Räume geleitet, in denen dünne Bleibleche dachförmig aufgehängt werden, oder Bleiglätte auf mit durchlöchertem Boden versehene Unterlagen gebracht wird.
Diese Räume, die ich Bleikammern nennen will, sind am besten direct oberhalb der Essigstube anzubringen, so dafs die Decke der letzteren zugleich den Fufsboden der ersteren darstellt, und werden mit der Essigstube durch grofse Oeffnungen in Verbindung gesetzt, durch welche die Dämpfe der Essigstube in die Bleikammer geführt werden.
In die Oeffnungen wird lose Watte oder anderes Material gelegt, welches geeignet ist, etwaigen Staub etc. von der Bleikammer abzuhalten. Auch werden diese Oeffnungen mit Deckeln oder Schiebern versehen, um den Zutritt von Dämpfen und Wärme aus der Essigstube reguliren zu können.
In der Bleikammer wird Kohlensäure zur Vertheilung oder Entwickelung gebracht, am bequemsten, indem in derselben oder in einem anstofsenden Raum organische Stoffe, wie Pferdedünger, Weintrester, Lohe, Malzwürze etc., in Gährung versetzt und regulirt erhalten werden. Wird die Kohlensäure nicht in der Blei-
kammer selbst entwickelt, so wird sie in dieselbe entweder durch thätige Ventilationsvorrichtung oder durch die Aufsaugung geleitet, welche dadurch entsteht, dafs die Bleikammer wärmer gehalten wird als die umgebende Luft und an der Decke regulirbare AbzugsöfFnungen besitzt, aus welchen die warme, leichtere Luft ins Freie geführt wird, wodurch andere Luft, also auch aus der communicirenden Kohlensäurequelle in die Bleikammer nachdringt.
In die Bleikammer giebt man eine Heizvorrichtung gegen etwaige Unzulänglichkeit der Temperatur für den Bleiweifsbildungsprocefs.
Wird jedoch die Bleikammer gegen ungeeignete Wärmeverluste zweckmäfsig geschützt, so ist die von der Essigstube (in deren oberem Theil die Wärme ja gewöhnlich die für die Bleiweifsbildung geeignete ist) übertragene Temperatur meistens genügend. In der Bleikammer werden ferner- Kochgefäfse aufgestellt, falls kein Dampfrohr hineingeleitet werden kann, um den Wassergehalt der Luft, was meist nöthig, erhöhen zu können. Auch mufs für eine Vorrichtung zur Erzeugung oder Zuleitung von Sauerstoff gesorgt sein, um die vermehrte Bildung von Bleioxydhydrat günstig beeinflussen zu können. Die Bleikammer erhält in ihrem obersten Theil einen verschliefsbaren Abzug für die Luft und in einer unteren Seitenwand Fenster öder andere verschliefsbare Oeffnungen, um an Stelle der Dämpfe aus der Essigstube reine atmosphärische Luft eintreten lassen zu können.
Leitet man also die warme, mit Dämpfen von Essigsäure, Aldehyd, Alkohol und Wasser, sowie Sporen der mycoderma aceti geschwängerte Luft der Essigstube in die Bleikammer, so entsteht durch die Einwirkung der essigsauren Dämpfe auf das Blei basisches Bleiacetat und durch die Einwirkung der zugeleiteten Kohlensäure ebenfalls Bleiweifs, ähnlich wie nach den bisher bekannten und angewendeten Methoden. Aber der Erfolg nach meinem neuen Verfahren ist ein sicherer und zuverlässigerer, das Product ein besseres und von mehr gleichbleibender Güte.
Während man bei den bisherigen Methoden am Ende wohl auch erfährt, wie die Operation gelungen ist, man aber theils wegen der Schnelligkeit des Verfahrens, theils wegen der Anwesenheit zu grofser Hitze oder zu vieler Kohlensäure, oder zu concentrirter Essigsäuredämpfe, oder weil Unterbrechungen und Störungen des Processes nothwendig wären, die auf die Gleichmäfsigkeit des Productes ungünstig einwirken können, im Verlauf der Bleiweifsbildung selbst eine nähere Untersuchung über deren normales Fortschreiten nicht wohl ausführen konnte und man eine corrigirende Beeinflussung des im Gange befindlichen Processes unterliefs, so ist das Verfahren nach meiner Methode ein langsames, die Bleikammer ist jederzeit ohne Beschwerden oder Störungen zugänglich, der Bleiweifsbildungsprocefs kann sowohl in derselben beobachtet werden, als auch Proben inzwischen im Laboratorium untersucht werden können, und etwaigen Mängeln ist, da die Bleiweifsbildung ohne Nachtheil und Verlust leicht unterbrochen und verlangsamt werden kann, durch Abhalten der Dämpfe von der Bleikammer noch rechtzeitig abzuhelfen, so dafs mein Verfahren den Vortheil bietet, mit mehr Sicherheit auf den günstigen Ausgang der Procedur und die Qualität des Productes einwirken zu können. Insbesondere wird die Aufmerksamkeit jetzt darauf gelenkt, dafs der Gehalt des Bleiweifses an Bleioxydhydrat und Bleicarbonat der denkbar beste wird, und falls Kohlensäure abnorm zu prävaliren beginnt, was die Untersuchung einer Probe aus der Bleikammer zeigt, ihr Zutritt gemindert, dagegen aber mehr Wasserdampf und Sauerstoff entwickelt oder zugeleitet wird.
Das nach meinem Verfahren erzeugte Bleiweifs ist aber auch viel feiner und vollständiger verarbeitet wie das nach den anderen Methoden hergestellte und enthält weder Bleizucker, noch Bleiglätte etc. Dieses günstige Resultat finde ich in der meinem Verfahren eigenthümlichen Mitverwendung der anderen Dämpfe (aufser der Essigsäure) der Essigstube begründet. Das gegenseitige Quantitätsverhältnifs dieser Dämpfe von Essigsäure, Aldehyd, Alkohol und Wasser verändert sich beständig; auch der Temperaturunterschied zwischen Essigstube und Bleikammer wechselt beständig durch wechselnde Heizung, Ventilation, nächtliches Einstellen der Arbeit u. s. w. Ist der Sättigungspunkt der Luft für diverse Dämpfe ohnehin schon beständigen Schwankungen unterworfen, so kommt es bei dem vorliegenden neuen Verfahren und den eben angeführten wechselnden Umständen (auch Wasserdampf wird meist nur am Tage in vermehrter Weise in die Bleikammer geführt) zu unaufhaltsam wechselndem Niederschlag dieser Dämpfe auf die Bleibleche, Wiederverfiüchtigen derselben, wiederholtem Niederschlag u. s. f. Wenn die Bleiplatten allmälig angegriffen werden und die Dämpfe sich in den Poren niederschlagen, sich dort beständig gegenseitig anders mischen, theils von dem Blei aufgenommen etc., so wird in den feinsten Partikelchen des letzteren eine feine, aber intensive und unausgesetzte moleculare Bewegung herbeigeführt, welche neben der chemischen auch physikalische und mechanische Wirkungen entfaltet und der feinen Verarbeitung offenbar zu statten kommt. Die Dämpfe bezw. Niederschläge von Aldehyd und Alkohol werden dabei in den Poren der Bleibleche und des Bleiweifses durch die vorhandene mycoderma aceti, die hohe Temperatur und den Sauerstoff in Essigsäure übergeführt,
welche so in statu nascendi energischer wirkt und wodurch jene Dämpfe absorbirt, also von dem Austritt in die Atmosphäre und der Belästigung bezw. Zerstörung der Nachbarschaft abgehalten werden.
Diese innigere Verarbeitung des Bleiweifses nach meinem Verfahren hat auch dessen dichteren Aggregatzustand, die gröfsere Deckkraft und Haftbarkeit an der Holzfaser, sowie geringere Rissigkeit nach längerem Trockensein des Anstriches zur Folge, gewährleistet also auch einen besseren Schutz der angestrichenen Gegenstände vor den Einflüssen der Witterung etc.
Das Schlämmen, Waschen, Trocknen und Pulverisiren geschieht wie bisher, ist aber einfacher und leichter ausführbar, weil das rohe Bleiweifs nach dieser meinen Methode feiner verarbeitet ist und keine unzersetzten Beimengungen enthält.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die directe Verwendung der in mit alkoholhaltigen Flüssigkeiten arbeitenden Essigfabriken entstehenden Dämpfe von Essigsäure, Aldehyd, Alkohol und Wasser, die bisher unverwendet bezw. schädlich und lästig waren, in ihrem Entstehungszustande, also ohne dafs es erst nöthig wäre, sie zu condensiren oder von einander zu sondern, zur Bleiweifsfabrikation.
DENDAT29922D Verfahren, die bei der Fabrikation von Essig (Essigsprit) aus alkoholhaltigen Flüssigkeiten auftretenden, bisher unverwendeten Dämpfe zur Bleiweifsfabrikation zu benutzen Expired - Lifetime DE29922C (de)

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