DE293875C - - Google Patents

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DE293875C
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    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
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    • B41C3/00Reproduction or duplicating of printing formes

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
PATENTSCHRIFT
■-JVS 293875 -KLASSE 15 δ. GRUPPE
Firma ADOLPH RENNER in DRESDEN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. September 1913 ab.
Gemäß der Erfindung gelangt man durch bloßes Zeichnen, Malen, Bedrucken unmittelbar zu plastischen Urformen für den Buchdruck; d. h. zu reliefartigen Platten, welche als Matern für Stereotypieabgüsse verwendet, galvanostegisch verstärkt oder kopiert, auch unmittelbar so, wie sie sind, zum Druck benutzt werden können. Die Erfindung beruht auf der neuen Beobachtung, daß vielerlei
ίο Stoffe und Stoff gemische, welche wie Tinte oder Farbe mit Feder, Reißfeder, Pinsel oder durch bekannte Druckverfahren aufgetragen werden können und nach dem Antrocknen keine meßbare oder jedenfalls nur eine ganz geringe Schicht auf dem Papier zurücklassen, in eigenartiger und zur Bildung des nötigen Reliefs ausreichender Weise aufgehen, wenn eine damit beschriebene, bemalte usw. Matrizenpappe mit Schriftmetall Übergossen wird.
Die zum Zeichnen, Malen, Bedrucken verwendeten Stoffe mögen kurzweg als Tinte bezeichnet werden. Als Tinte in diesem Sinne wurden bisher Stoffe und Stoff gemische in wäßriger Lösung erprobt. Es ist festgestellt, daß recht verschiedenartige Stoffe annähernd gleich gute Ergebnisse liefern. So wurde einerseits käufliches Wasserglas mit Erfolg verwendet, andererseits ein Gemisch von 9 Teilen Gummiarabikum, 1 Teil Autographietinte, 1 Teil Schellack, 1 Teil Seife, 1 Teil Farbe mit so viel Wasser verrührt, daß eine gut aus der Feder oder dem Pinsel fließende Tinte erhalten wurde. Bei dem eben genannten Gemisch ist der Farbzusatz, der nur die zeichnerische Arbeit erleichtern soll, als im übrigen entbehrlich zu betrachten. Die Hauptrolle scheint bei diesem Gemisch das Gummiarabikum zu spielen, welches aber.auch durch andere Kolloide ersetzt werden kann. Gummiarabikum für sich allein ergibt beim Aufgehen (worüber weiter unten das Nähere gesagt werden wird) nicht einen genügend dichten und genügend; feinkörnigen plastischen Rückstand und wird in dieser Beziehung durch die angegebenen Zusätze verbessert. Ein starkes Ansäuern der angegebenen Mischung mit Essig änderte nichts am Ergebnis. Schon aus der gleichartigen Wirkung des bloßen Wasserglases einerseits und des angegebenen Gemisches andererseits ergibt sich, daß auch noch viele andere Stoffe und Stoffgemische geeignet sein dürften, sofern sie beim Aufgehen einen genügend körperhaften und dabei genügend festen und feinkörnigen Rückstand hinterlassen und nicht etwa in der Fläche auslaufen.
Das Aufgehen kann vielleicht auf einer Zersetzung der Tinte, vielleicht auch auf einer rapiden Verdampfung der Feuchtigkeit bei der plötzlichen Erhitzung beruhen, wobei auch ein Zusammenwirken der beiden Ursachen möglich ist. Der Rückstand erscheint blasig aufgetrieben. Es ist selbstverständlich, daß das Gefüge des Rückstandes dabei nicht grobblasig werden darf.
Der Gegendruck des flüssigen Metalles wirkt wohl auf die Bildung eines dichten, d. h. feinblasigen und sich im Grundriß scharf abgrenzenden Rückstandes hin, doch ließ sich mit dem oben angegebenen Gemisch auch bei der Erhitzung durch Einschieben in eine wie zum' stereotypischen Abguß vorbeheizte Stereotypform und bloßes Erhitzen in der leeren Form
ein gutes Ergebnis erhalten. Das angegebene Gemisch bedarf also der Erhitzung durch Aufgießen von Schriftmetall nicht, was zugleich darauf hindeutet, daß in seiner Zusammensetzung die Bedingungen für die Bildung eines geeigneten Rückstandes besonders glücklich getroffen sind.
Durch die Erfindung gelingt es also, von der rein graphischen Vorlage, die der zeichnende Künstler sowieso schaffen muß, oder
/ die auf dem Wege des Abdruckes von vorhandenen Druckformen leicht gewonnen werden
r kann, unmittelbar einen plastischen Abguß zu erzielen, indem man die noch flächenhafte Vorlage in die Stereotypieform bringt und Schriftmetall darauf gießt. Entwickeln und Abgießen kann also in eins zusammenfallen, doch kann natürlich auch ein erstes Aufgießen von Schriftmetall oder anderem - geeigneten Metall nur zum Zweck der Entwicklung (des Aufgehenlassens) des Rückstandes vorgenommen bzw. die aus dem angegebenen Gemisch bestehende Tinte durch bloßes Erhitzen entwickelt werden. Die so oder so entwickelte Urform hält eine ganze Anzahl stereotypischer Abgüsse aus. Die entwickelte Urform kann durch Überschleifen des plastischen Rückstandes auch zu einer unmittelbar verwendbaren Druckform hergerichtet werden. ; Dabei empfiehlt es sich, den überschliffenen'- Rückstand durch Bestreichen mit Wasserglas ö. dgl. widerstandsfähiger zu machen. Für den unmittelbaren Druck von der entwickelten Urform wird beim Auftragen der Tinte positiv (schwarz auf weiß) gearbeitet, wenn der Abdruck positiv werden soll. Dasselbe gilt natürlich für galvanostegische Abklatsche der Urform. Dagegen muß zwecks Erzielung stereotypischer Abgüsse für positiven Druck negativ gezeichnet werden.
Eine zweite Tonstufe kann man z. B. dadurch erhalten, daß die Tinte auf eine gerasterte öder sonstwie gemusterte Matrizenpappe aufgetragen wird, sowie auch dadurch, daß man Teile, welche nicht ganz so hoch wie die übrigen werden sollen, in einer minder stark aufgehenden . Tinte aufträgt. Übrigens empfiehlt es sich, die zu verwendende Matrizenpappe vor dem Auftragen der Tinte stark zu satinieren, um scharfe Umrisse und beim späteren Druck eine gleichmäßige geschlossene Färbung zu erhalten. Die Matrizenpappe kann auch durch die in der Patentschrift 285534 beschriebene plastische Masse ersetzt werden.

Claims (2)

Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur Herstellung relief artiger Urformen für den Buchdruck, dadurch gekennzeichnet, daß man Matrizenpappe durch Zeichnen, Malen, Bedrucken an den Stellen, welche in der fertigen Urform plastisch hervortreten sollen, mit einer flüssigen Tinte bedeckt, welche keine pulverförmigen oder körperhaften Bestandteile enthält, aber beim Erhitzen des lufttrockenen Auftrags einen körperhaften Rückstand aufquellen läßt. Diese Tinte kann aus einem mit Wasser angemachten Gemisch aus 9 Teilen Gummiarabikum, 1 Teil Autographietinte, 1 Teil Schellack, 1 Teil Seife und einem färbenden Zusatz oder auch aus käuflichem Wasserglas mit färbendem Zusatz bestehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch Einbringen der lufttrockenen Zeichnung in eine Stereotypie-Gießvorrichtung und Eingießen von Schriftmetall zugleich die Entwicklung des plastischen Rückstandes und die Gewinnung eines Abgusses bewirkt wird.
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