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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Belegung von Schüttunterlagen und Auftrennung von fortlaufend gestreuten Spänevliesen mit veränderbarer Länge, wobei sich die Schüttunterlagen je nach gewünschter Spänevlieslänge an ihren Enden überlappen und die Auftrennung des Spänevlieses im Überlappungsbereich mittels eines Trennschnittes erfolgt.
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Bei der Herstellung von Spanplatten werden die einzelnen Spänevliese nach Aufschütten auf eine Unterlage und nach Durchführung einer Trennung des kontinuierlich geschütteten Vlieses in Einzelvliesabschnitte einer Pressenbeschickung und von hier aus einer Heizpresse zugeführt, in der die Spänevliese zu Spanplatten verpreßt werden. Wichtig ist es hierbei, daß während des Verpressens eines Spänevlieses zu einer Spanplatte das Spänevlies symmetrisch innerhalb der einzelnen Preßetage zur Verpressung kommt, damit eine schädliche Beeinflussung der Presse und auch eine einseitige Belastung der Unterlage vermieden wird.
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Eine Spanplattenherstellungsanlage ist jedoch umso wirtschaftlicher je mehr Formate mit einer einzigen Spanplattenherstellungsanlage hergestellt werden können. Dies wurde bisher in der Weise verwirklicht, daß bei Abweichung der Spanplattengröße von der maximalen möglichen Länge ein entsprechend breiter Trennschnitt im Spanplattenvlies durchgeführt wurde, um die Forderung nach symmetrischer Belegung der Unterlage im Hinblick auf das nachfolgende Pressen zu erfüllen erkauft, mit dem größeren Abfall von Deckschichtspänen, die nach Durchführung des Trennschnitts in die Schüttvorrichtung für die Mittelschicht gebracht werden mußten.
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Soweit nur geringere Verkleinerung der Normalplatte verlangt wurden, konnte dies unter Inkaufnahme eines bestimmten Verlustes von Deckschichtspänen, die in die Mittelschicht abgeführt wurden, erreicht werden. Falls jedoch größere Abweichungen verlangt wurden, war dies bisher im Hinblick auf eine symmetrische Belegung einer Unterlage nicht möglich. Die bisher hierfür verwendeten Ersatzverfahren (DE-OS 24 51 155) bestanden darin, daß die mit Spänevliesen versehenen Schüttunterlagen durch Übereinanderschieben entsprechend der gewünschten Vlieslänge nach einer Quertrennung zu einem individuellen Spanplattenvlies führten, das unsymmetrisch auf der Unterlage angeordnet war. Wenn nun dieses Spanplattenvlies symmetrisch innerhalb der Heizpresse gelagert wurde, war eine ungleichförmige Belastung der Unterlage unumgänglich und es traten auch hinsichtlich der Beund Entladung, hervorgerufen durch überhängende Unterlagen, beachtliche Schwierigkeiten auf.
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Durch die DE-OS 17 28 582 ist eine Vorrichtung mit einem gleichartige, mit Kopfleiste versehene, sich überlappende flexible Schüttunterlagen unter einer Formstation entlangführenden Förderer mit Mitnehmern für die Kopfleisten und mit einer mit der Fördergeschwindigkeit dieses Förderers synchronisierten Trennsäge mit Doppeltrennschnitt bekannt geworden.
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Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Schüttunterlagen so zu belegen, daß eine symmetrische Belastung der Presse auch beim Pressen von verkürzten Spänevliesen erreicht wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Verfahrensanspruchs gelöst. Durch die erfindungsgemäße Aufteilung der Differenz der gewünschten Spänevlieslänge zur maximal möglichen Spänevlieslänge in zwei Hälften, deren eine durch die Überlappung der Schüttunterlagen berücksichtigt wird und deren andere durch zwei Trennschnitte berücksichtigt wird, deren gegenseitiger Abstand gleich dem Maß der Überlappung ist und wobei der erste Trennschnitt unmittelbar vor der Stirnkante der jeweiligen Schüttunterlage erfolgt, wird auch bei verkürzten Spänevliesen eine symmetrische Belastung der Presse erreicht.
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Ausgehend von einer Vorrichtung mit einem gleichartige, mit Kopfleisten versehene, sich überlappende flexible Schüttunterlagen und einer Formstation entlangführenden Förderer mit Mitnehmern für die Kopfleisten und mit einer mit der Fördergeschwindigkeit dieses Förderers synchronisierten Trennsäge mit Doppeltrennschnitt, zeichnet sich die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 2 aus. Hierdurch wird die Möglichkeit geschaffen, eine beliebige Veränderung der zu verpressenden Spanplattenvliese zu erreichen, ohne daß eine asymmetrische Belegung der Presse selbst in Kauf genommen werden muß.
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Eine Ausgestaltung der erfinderischen Vorrichtung wird in Anspruch 3 unter Schutz gestellt. Diese Vorrichtung eignet sich besonders dann, wenn Spanplatten hergestellt werden sollen, die eine geringe Anzahl von Änderungen in der Plattenlänge vorschreiben.
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Eine andere Ausgestaltung der erfinderischen Vorrichtung wird in Anspruch 4 unter Schutz gestellt. Durch die Anordnung gleichachsiger Förderer mit je einer Gruppe ist es möglich, eine vorgegebene, leicht variierbare Herstellung verschieden langer Spanplatten zu ermöglichen.
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In der nachfolgenden Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert. Hierbei zeigen:
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Fig. 1 schematisch eine Spanplattenherstellungsanlage im Bereich der Vliesbildung und Quertrennung eines Spänevlieses zur Erläuterung des erfinderischen Verfahrens
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Fig. 1a in vergrößertem Maßstab einen asymmetrischen Schnitt um eine Kopfleiste
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Fig. 2 schematisch eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Anordnung einer Förderstrecke gemäß Fig. 1
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Fig. 2a eine andere erfindungsgemäße Anordnung von Förderern zur Durchführung des Verfahrens
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Fig. 2b eine noch andere Anordnung von Förderern zur Durchführung des Verfahrens.
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Gemäß Fig. 1 wird unter einer schematisch dargestellten Streustation 1 ein Förderer 2, welcher einzelne, flexible Schüttunterlagen 3 transportiert, die sich gegenseitig überlappen und die von Mitnehmern 4 bzw. 5 des Förderers 2 mitgenommen werden, die Kopfleisten 6 der Schüttunterlagen 3 hintergreifen, entlanggeführt. Nach der Streustation 1 ist eine verfahrbare heb- und senkbare Trennsäge 7 vorgesehen, die zur Auftrennung eines durch die Streustation 1 hergestellten kontinuierlichen Spänevlieses 9 verwendet wird.
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Besteht nun die Forderung, daß zu verpressende einzelne Spänevliese 9 aus dem Spänevlies hergestellt werden mit Hilfe der Trennsäge 7, wobei die Spänevliese 9 symmetrisch auf der flexiblen Unterlage 3 liegen, jedoch kleiner sind als die maximal abtrennbaren Spänevliese, werden zufolge der maximalen Länge der Schüttunterlage 3 anstelle der Mitnehmer 4 die Mitnehmer 5, die untereinander gleiche Abstände, jedoch gegenüber den Mitnehmern 4 kürzere Abstände besitzen zum Transport der Schüttunterlage 3 verwendet. Hierbei überdeckt eine nachfolgende Schüttunterlage 3 die vorausgehende Schüttunterlage 3 in einem größeren Maße als dies bei Verwendung der Mitnehmer 4 geschehen würde. Nach Belegen des Förderers 2 mit einem Spänevlies 9, wie in Fig. 1a in vergrößertem Maßstab dargestellt, wird im Bereich der Trennsäge 7 von der zwei Trennschnitte ausführende Sägeblätter 10 und 11 dargestellt sind, aufgetrennt. Das Sägeblatt 10 führt dabei knapp vor der Kopfleiste 6 einen Trennschnitt durch, während das Sägeblatt 11 einen zweiten Trennschnitt durchführt, der bewirkt, daß das so entstehende Spänevlies 9 in derselben symmetrischen Lage auf der Schüttunterlage 3 angeordnet ist, als würde es sich um ein Spänevlies der maximalen Ausdehnung auf der Schüttanlage 3 handeln. Anstelle von Sägeblättern 10, 11 können andere Räumeinrichtungen treten, die eindeutig eine Gewährleistung einer Auftrennung des kontinuierlichen Spänevlieses bewirken.
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Die Draufsicht in Fig. 2 zeigt, daß durch Anordnung von Mitnehmern 4 bzw. 5 die jeweils links und rechts einer Förderbahn über Umlenkrollen 13, 14 bzw. 15, 16 im geschlossenen Kreislauf geführt sind, mit einer einzigen Zugvorrichtung 17 bzw. 17 a je Seite zwei Gruppen von herzustellenden Spanplatten herstellbar sind.
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Fig. 2a zeigt eine weitere Ausgestaltung, bei der links und rechts längs des Förderers 2 mehrere austauschbare Umlenkräder 20, 21, 22 bzw. 20&min;, 21&min;, 22&min; im Zusammenwirken mit Förderern 23, 24, 25 bzw. 23&min;, 24&min;, 25&min; links und rechts des Förderers 2 angeordnet sind. Hierdurch wird es ermöglicht, daß eine bunte Gruppierung verschieden langer Spanplatten mit Hilfe gegenseitiger Überdeckung und Einstellung der Quertrennsäge 7 erzeugbar sind.
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In Fig. 2b ist eine noch weitere Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens dargestellt, mit der praktisch stufenlos die Formatlänge herzustellender Spanplatten erreichbar ist. Mittels je eines Förderers 30 bzw. 30 alinks und rechts des Förderers 2, an dem in gleichmäßigen Abständen, die kürzer als die halbe Länge einer Schüttunterlage 3 sind, Mitnehmer 31 angeordnet sind, die hinter die Kopfleisten 6 von mit einem Spänevlies zu belegender Schüttunterlage 3 greift, wird im Zusammenwirken mit einer Trennsäge 7, deren beide Sägeblätter 10 und 11 in ihrem gegenseitigen Abstand verstellbar sind, ein Spänevlies 9 erzeugt, das, wie oben zu Fig. 1a bereits ausgeführt, symmetrisch wie das maximal mögliche Spänevlies auf der als flexible Unterlage ausgebildeten Schüttunterlage 3 verbleibt.