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Die Erfindung betrifft eine kombinierte Tisch- und Gehrungssäge nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
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Eine kombinierte Tisch- und Gehrungssäge dieser Art ist bekannt (DE-PS 16 28 992). Bei dieser Bauart überragt eine feste Anschlagleiste den Werkzeugtisch beim Einsatz als Gehrungssäge, die mit einer Ausnehmung versehen ist, durch welche das Sägeblatt hindurch in den Schlitz in der Grundplatte beim Gehrungssägen eintaucht. Diese Bauart einer Gehrungssäge weist den Vorteil auf, daß ein stabiler und fester Anschlag für die Führung der Werkstücke vorgesehen ist. Zum Durchführen von Gehrungsschnitten ist dort vorgesehen, das Sägeaggregat selbst auf einem schwenkbaren Rundtisch anzuordnen, der unterhalb der festen Anschlagleiste gehalten ist und der es ermöglicht, ohne eine Winkelverschiebung des Werkstückes die erwünschten Gehrungsschnitte durchführen zu können. Wenngleich diese Möglichkeit sehr vorteilhaft ist, so bedingt doch die Anordnung eines Drehtisches für das Sägeaggregat einen verhältnismäßig großen Herstellungsaufwand, der nicht für alle Anwendungsfälle gerechtfertigt ist. Dies vor allem, weil der Großteil der mit solchen Gehrungssägen durchgeführten Sägearbeiten sich auf sogenannte Kappschnitte beschränkt, d. h. auf Schnitte, die senkrecht zu der Anschlagfläche erfolgen.
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Bei Tischsägen ist es zwar auch bekannt (DE-GM 77 14 781), einen Gehrungsanschlag dadurch herzustellen, daß dieser über eine kreissegmentartig ausgebildete Kulissenführung auf dem Werkstücktisch in einem vom Sägeblatt entfernten Bereich geführt ist. Bei der bekannten Bauart ist auf diese Weise aber der gesamte Anschlag in seiner vollen Länge gegenüber dem Werkstücktisch und dem Sägeblatt verschwenkbar. Ein quer zur Sägeblattebene verlaufender Festanschlag liegt dort nicht vor.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Gehrungssäge der eingangs genannten Art, d. h. eine solche, mit einem festen Anschlag, die für Kappschnitte schon geeignet ist, in einfacher Weise so auszugestalten, daß auch Gehrungsschnitte durchführbar sind, ohne daß ein Drehtisch vorgesehen werden muß.
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Die Erfindung besteht ausgehend von einer kombinierten Tisch- und Gehrungssäge der eingangs genannten Art in den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1. Aufgrund dieser Ausgestaltung lassen sich zum einen die am häufigsten vorkommenden Kappschnitte sehr einfach und sicher ausführen. Die neue Säge bietet aber auch die Möglichkeit, durch das Einsetzen der Gehrungsanschläge Gehrungsschnitte durchzuführen. Die Führung für den kreisbogenförmigen Arm wird korrespondierend zu diesem ausgebildet, so daß der Gehrungsanschlag stets in der gewünschten Weise verschwenkbar ist. Vorteilhaft können auch zwei symmetrisch zur Sägeblattebene angeordnete Führungen für je einen Gehrungsanschlag vorgesehen sein, so daß Werkstücke sowohl von der einen als auch von der anderen Seite her dem Sägeblatt zugeführt werden können.
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Schließlich ist es noch vorteilhaft, die Merkmale des Unteranspruches 3 vorzusehen, so daß auch der Vorteil bekannter Gehrungssägen gegeben ist, bei denen über einen Winkelmesser ein Anschlag für das Werkstück verstellbar ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigen
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Fig. 1 eine schematische Ansicht eines neuen Tisch- und Gehrungssägenaggregates mit einer wendbaren Tischplatte in der Stellung als Gehrungssäge,
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Fig. 2 den Schnitt durch die Tischplatte des neuen Aggregates längs der Linie II-II in Fig. 3 und
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Fig. 3 eine Draufsicht auf das Tisch- und Gehrungssägenaggregat der Fig. 1.
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In den Fig. 1 bis 3 ist in einem auf den Boden aufstellbaren Traggestell 1, das aus zwei seitlichen Ständern besteht, eine Grundplatte 2 um 180° wendbar gelagert, die in der in Fig. 1 und 3 gezeigten Stellung als Gehrungssäge ein Sägeaggregat 3 mit einem Sägeblatt 4 trägt, das in einer an der Grundplatte 2 befestigten Lagerung 5 so schwenkbar angeordnet ist, daß das Sägeblatt 4 in der Sägeblattebene 6 auf- und abschwenkbar ist und in bekannter Weise in einen in der Grundplatte 2 angeordneten Schlitz 7 von oben eintauchen kann. Die Grundplatte 2 ist im Tragrahmen 1 dadurch gelagert, daß auf ihrer Oberseite zwei Anschlagleisten 8 fest angeordnet sind, die über die Tischoberfläche vorstehen und an ihren Enden mit Lagerbolzen zur Schwenklagerung im Tragrahmen 1 versehen sind. In nicht näher dargestellter Weise wird die Grundplatte 2 in ihrer in den Figuren gezeigten Lage arretiert. Sie läßt nach einem Schwenken um 180° den Einsatz des Sägeaggregates als Tischsäge zu. Das Sägeblatt 4 tritt dann von unten durch den Schlitz 7 durch.
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Zwischen den beiden fest auf der Grundplatte 2 angeordneten Anschlagleisten 8 verbleibt eine schlitzförmige Ausnehmung 9, die parallele Wände aufweist. In jeder der beiden Anschlagleisten 8 ist eine Führung 10 vorgesehen, die aus einem parallel zur Oberfläche der Grundplatte 2 verlaufenden Schlitz besteht, der kreisbogenförmige Wandungen aufweist und zur Führung eines Armes 11 dient, der kreisbogenförmig gestaltet ist und in seiner Mitte einen ebenfalls kreisbogenförmigen Längsschlitz 12 aufweist, der in der Führung 10 an einem von oben durch die Anschlagleiste 2 und durch die Führung 10 hindurchgesteckten Klemmbolzen 13 geführt ist. Der Klemmbolzen 13 ist im Ausführungsbeispiel als Schraubbolzen ausgebildet und läßt durch Anziehen eines beispielsweise gerändelten Kopfes ein Einklemmen des Armes 11 in der Führung 10 zu. An dem auf der Seite des Sägeblattes 4 gelegenen Ende des Armes 11 ist eine Anschlagplatte 14 vorgesehen, die zusammen mit dem Arm 11 den gesamten Gehrungsanschlag 15 bildet. Der kreisbogenförmige Arm 11 ist dabei so in der Führung 10 gehalten, daß er um die Kante 16 schwenkbar ist, die der Ausnehmung 9 und der Anschlagfläche 17 der Anschlagleisten 8 zugewandt ist. Das in Fig. 3 strichpunktiert angedeutete Werkstück 18 kann daher, wenn auf Gehrung geschnitten werden soll, mit seiner einen Vorderkante in die schlitzförmige Ausnehmung 9 hereingeführt werden, so daß es in Längsrichtung gehalten ist und mit einer Seitenkante an die Anschlagplatte 14 gedrückt werden. Außer den in sehr einfacher Weise durch das Anlegen des Werkstückes an die Anschlagfläche 17 der Anschlagleisten 8 möglichen Kappschnitten, die senkrecht zur Werkstücklängsrichtung erfolgen, sind daher Gehrungsschnitte bis maximal zu einer Winkellage möglich, in der das Werkstück die Stellung 18&min; einnimmt.
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Die Grundplatte 2 selbst besteht aus einem Blech, das mit Verstärkungsrippen und mit Aufbördelungen versehen ist, um die nötige Steifheit zu erreichen, ohne daß das Gewicht der Platte und damit des Sägeaggregates zu hoch wird. Beim Ausführungsbeispiel sind zwei in Richtung der Sägeblattebene 6 verlaufende Rippen 19 und 20 vorgesehen, deren Oberkante die Auflagefläche für ein Werkstück bildet und mit der Oberfläche der Sägeblatteinlage 21 fluchtet. In der rechten Hälfte der Fig. 3 ist eine weitere Rippe 22 und eine Außenrippe 23 vorgesehen, die nicht bis zu den Kanten durchgehend ausgebildet sind. Zur Verstärkung und zur Auflage der Werkstücke würde eine Rippe, wie die Rippe 22, ebenfalls genügen. Die Verstärkungsrippen 19 und 20 sind aber durchgehend so ausgebildet, daß ihre Unterseite gleichzeitig als Führungsnut für nicht dargestellte Anschläge oder Zusatzteile dienen kann. In ähnlicher Weise kann natürlich auch die nach unten offene Nut der äußeren Rippe 23 dienen, wenn das gewünscht ist.
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Zur weiteren Verstärkung ist die Hinterkante der Grundplatte 2 mit einem nach oben gerichteten Rand 24 versehen. Zwischen Rippe 19 und 20 ist ein ebenfalls nach oben hoch gebogener Steg 25 vorgesehen, dessen Oberkante aber nicht höher stehen kann als die Oberfläche der Rippen 19 und 20, damit die Verschiebbarkeit eines Werkstückes 18 beim Gehrungssägen nicht behindert wird. Auf der rechten Seite ist ein analog ausgebildeter Steg 26 vorgesehen. In der Mitte der Tischplatte ist an der Vorderseite ein Rand 27 angeordnet, der ebenfalls eine Versteifung bewirken soll. Dieser überragt die durch die Oberkante der Rippen 19 und 20 und der Sägeblatteinlage gegebenen Auflagefläche nach oben. Er begrenzt damit auch, wie das in Fig. 3 schematisch durch das symmetrisch zur Sägeblattebene 6 von den Kanten des Randes 27 aus verlaufende strichpunktierte Dreieck angedeutet ist, den Bereich der Auflagefläche für Werkstücke auf dem durch die Grundplatte 2 gebildeten Werkstücktisch.
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Eine vorteilhafte Ausgestaltung, wie sie beim Ausführungsbeispiel gezeigt ist, sieht auch noch vor, daß die Rippen 20 und 22 mit einer Gradeinteilung 28 versehen sind, welche ohne zusätzliche Maßnahme den Winkel abzulesen erlaubt, unter dem ein Werkstück 18 auf der Tischfläche aufliegt. Die neue Ausführung weist daher den Vorteil auf, daß sie sehr einfach und leicht, trotzdem aber robust aufgebaut ist, daß sie sowohl Kappschnitte als auch Gehrungsschnitte ermöglicht, ohne daß besondere umständliche Anschlagvorrichtungen notwendig sind. Es genügt, das Werkstück beim Gehrungssägen in die Ausnehmung 9 mit einer Kante bis zum Anschlag hereinzudrücken und dann gegen den Gehrungsanschlag 15 zu fahren, wobei gleichzeitig schon der Gehrungswinkel an der Gradeinteilung 28 ablesbar ist. Die neue Gehrungssäge, die nicht unbedingt eine wendbare Grundplatte voraussetzt, hier allerdings besondere Vorteile hinsichtlich der Transportierbarkeit und des leichten Gewichtes bietet, stellt daher eine besonders einfache Lösung für den Aufbau eines Sägeaggregates dar, das als Kapp- und als Gehrungssäge einsetzbar ist.
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Erwähnt werden soll noch, daß wegen der um die Kante 16 schwenkbaren Anordnung der Anschlagplatte 14 die dem Werkstück 18 zugewandte Anschlagfläche dieser Anschlagplatte 14 mit der Anschlagfläche 17 der Anschlagleisten 8 fluchtet, wenn der Gehrungsanschlag 15 voll in seine Führung 10 eingeschwenkt ist, d. h. wenn Kappschnitte senkrecht zur Werkstücklängsachse durchgeführt werden sollen. Es ist dann auch nicht notwendig, den Gehrungsanschlag zu entfernen. Die Anschlagplatte 14 bildet dann einen Teil der Anschlagleisten 8. Es ist vorgesehen, die Anschlagplatte in einer entsprechenden Ausnehmung in der Anschlagleiste 8 aufzunehmen, so daß das Werkstück auch an festen Teilen der Anschlagleiste 8 anliegt, wenn Kappschnitte durchgeführt werden. Der Gehrungsanschlag wird dann nicht benötigt.