DE290799C - - Google Patents

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DE290799C
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magnesite
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B2/00Lime, magnesia or dolomite
    • C04B2/10Preheating, burning calcining or cooling
    • C04B2/104Ingredients added before or during the burning process

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Thermal Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JHk 290799 -KLASSE 80 b. GRUPPE
Zur Herstellung von verschiedenen Bindemitteln und Kunststeinen (wie Xylolith u. dgl.) mittels Magnesiumoxychlorid (Magnesiazement) , sowie zur Herstellung von Isolierstoffen für Wärme und Elektrizität, von Dichtungsmitteln u. dgl. findet bisher von den Magnesiten hauptsächlich der in Serpentinlagerstätten in Kalifornien, Transvaal, Indien, Kleinasien, Bosnien, hauptsächlich aber in.
ίο Gliechenland vorkommende, sogenannte weiße, amorphe Magnesit Anwendung, der im Handel allgemein als »griechischer Magnesit« bezeichnet wird. Ferner wird für diese Zwecke auch der weißkristallinische, nahezu eisenfreie Magnesit verwendet, der beispielsweise in den österreichischen Alpen zwischen Schiefern und Dolomiten der Steinkohlenformation gelagert vorkommt. Diese Magnesite haben die Eigenschaft, daß sie, bei 800 bis iooo0 C gebrannt, ein bindefähiges bzw. reaktionsfähiges Magnesiumoxyd von geringem spezifischen Gewicht ergeben, das auf Pulver von etwa 0,65 bis 0,85 Volumengewicht vermählen wird und mittels Magnesiumchlorid auf Kunststeine oder mittels anderer bekannter Verfahren auf Isolierstoffe 0. dgl...verarbeitet werden kann. Das Brennen dieser Magnesite erfordert jedoch eine gewisse Vorsicht; denn wenn sie zu stark gebrannt werden, so verlieren sie an Bindefähigkeit bzw. Reaktionsfähigkeit. Auch die Feinheit der Mahlung beeinflußt die wesentlichen Eigenschaften des Erzeugnisses, und schließlich nimmt die Bindefähigkeit, bzw Reaktionsfähigkeit des gebrannten Erzeugnisses durch, längere Lagerung wesentlich ab.
Alle diese Magnesite zeichnen sich durch ihren geringen Eisengehalt avis. Zufolge des beschränkten Vorkommens der amorphen und weißkristallinischen Magnesite werden für diese hohe Preise bezahlt.
Ganz anders verhält sich der beispielsweise in Ungarn und in den österreichischen Alpenländern in großen Mengen vorkommende kristallinische Magnesit mit verhältnismäßig großem Eisengehalt, der derzeit nur zur Erzeugung der sogenannten Magnesitsteine bzw. zur Herstellung feuerfester Auskleidungen verwendet wird. Dieser Magnesit besitzt im gebrannten Zustande so geringe Binde- bzw. Reaktionsfähigkeit, gleichgültig, ob er schwach oder stark, auf Kaustizität oder bis zur Sinterung gebrannt wird, daß er für die Kunststeinfabrikation nicht ohne weiteres verwertet werden kann. Das aus diesem Magnesit hergestellte gebrannte Erzeugnis hat auch ein bedeutend höheres spezifisches Gewicht als das aus amorphem oder weißkristallinischem Magnesit hergestellte Erzeugnis.
Zwischen den beiden erwähnten Magnesitarten gibt es auch eine Reihe verschiedener Zwischenstufen, die, gebrannt, mehr oder weniger der einen oder der anderen der beiden Grenzarten nachstehen. Es sind bereits Verfahren bekannt, stark binde- bzw. reaktionsfähige Erzeugnisse aus nicht oder weniger binde- bzw. reaktionsfähiger Magnesia dadurch herzustellen, daß diese unter Druck der Einwirkung von Wasser oder Wasserdampf ausgesetzt wird. Es ist ferner vorgeschlagen worden, die erwähnte Ausgangsmagnesia, mit
Wasser befeuchtet, in größeren Haufen längere Zeit zu lagern und Wasserdampf zuzuführen, wobei unter eintretender Erwärmung die Hydratisierung der Masse vor sich geht.
Es zeigte sich nunmehr, und darauf beruht die Erfindung, daß in dem Falle, wenn die nicht binde- bzw. reaktionsfähige Magnesia in glühendem, gargebranntem Zustande der Behandlung mit Wasser oder Wasserdampf unterworfen wird, es nicht notwendig ist, unter Druck zu - arbeiten, sondern vielmehr der Zweck bei atmosphärischem Druck in ganz kurzer Zeit erreicht wird. Im Falle der Behandlung mit Wasser soll das Wasser in soleher Menge und derart mit der glühenden gebrannten Masse in Berührung gebracht werden, daß das Wasser die Magnesia möglichst vollständig und gleichmäßig durchdringt. Im Endergebnis handelt es sich natürlich auch hier um die Behandlung mit Wasserdampf, indem das in die glühende Masse eindringende Wasser verdampft und seine Wirkung unzweifelhaft in diesem Zustand ausübt.
Das neue Verfahren wird also derart ausgeführt, daß man in glühende gebrannte Magnesitmasse Wasserdampf einbläst oder die, glühende Masse reichlich mit Wasser besprengt, wobei gleichzeitig oder nachträglich fremde Wärme zugeführt wird.,
Dieses Verfahren bietet den Vorteil, daß die im gebrannten Magnesit beim Brennen angesammelte Wärme für die Zwecke der Reaktion verwertet werden kann; ferner wird es ermöglicht, das Verfahren in stetigem Betriebe mit dem Brennen des Magnesits vereinigt durchzuführen.
Das erhaltene Erzeuenis wird nach dem Trocknen und schwachen Glühen geoulvert. Wie ersichtlich, unterscheidet sich das Verfahren femäß vorliegender Erfindung von jenen Verfahren, bei denen das Garbrenrien des schon oder vorgebrannten Magnesits mit Wasserdampf vorgenommen wird, um die Kohlensäure leichter und vollständiger auszutreiben.
Es unterscheidet sich aber auch wesentlich von dem bekannten Verfahren, gemäß dem bindungsträge Magnesia durch Einsumpfen in Wasser vollständig hvdratisiert und dann ausgeglüht wird; die Durchführung dieses Verfahrens ist zeitraubend und kostspielig und erfordert die Herstellung eines Zwischenerzeugnisses, während das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung unmittelbar und mit den geringsten Kosten zum Ziele führt.
Die Zeichnung veranschaulicht beispielsweise einen zum Brennen des Magnesits verwendeten üblichen Schachtofen, der durch geringfügige Änderungen für die Durchführung des neuen Verfahrens in stetigem Betriebe hergerichtet ist.
Auf der Zeichnung ist 1 der Vorwärmeschacht, 2 der Brennraum, 3 der Kühlraum, 4 der Gasgenerator und 5 die Gasleitung.
Das Verfahren wird im. Kühlschacht 3 durchgeführt, in den zu diesem Zwecke vorteilhaft der zweckmäßig aus Gußeisen hergestellte Zylindermantel 6 eingebaut ist, so daß zwischen ihm und der Schachtwand ein ringförmiger Raum 7 entsteht, in den durch die Abzweigung 8 der Gasleitung 5 Heizgas, durch den Rohransatz 9 aber Luft eingeführt werden kann. Die an eine Wasserleitung 11 sich anschließende Brause 10 mündet oben in den Kühlschacht 3.
Der gebrannte Magnesit wird aus dem 7^ Raum 2 in den Schacht 3 gebracht und hier mit Wasser besprengt oder mit Dampf behandelt. ■
Hernach wird das durchnäßte Gut mittels des durch den Rohransatz 6 eingeführten Heizgases und der durch den Rohransatz 9 eingeführten Luft wieder schwach geglüht und der Schacht hernach durch die Tür 12 entleert, vom Raum 9 neuerdings gefüllt und so weiter.
Das Nachglühen mit besonderem Brennstoff kann weggelassen werden, wenn im Schacht 3 das Besprengen des glühenden Gutes schichtenweise durchgeführt, auf die besprengte Schicht wieder glühender Magnesit gebracht wird und so weiter.
Die glühende Schicht erhitzt und trocknet in diesem Falle die darunterliegende nasse Schicht, der aus dieser entwickelte Dampf aber bewirkt die Umwandlung der frischen, glühenden Magnesitschicht. Durch die Tür 12 9S kann dann das fertige Gut stetig oder absatzweise entfernt werden.
In dem auf der Zeichnung veranschaulichten oder in einem anderen geeigneten Ofen können sämtliche Maßnahmen, das Ausbrennen, das Behandeln mit Wasser oder Dampf und das Nachglühen vereinigt durchgeführt werden. Auch können diese Maßnahmen in getrennten Vorrichtungen vorgenommen werden.

Claims (1)

105 Patent-An Spruch:
Verfahren, bindungsträge Magnesia durch Behandeln mit Wasserdampf zu beleben, dadurch gekennzeichnet, daß Wasserdampf in die gargebrannte, glühende Magnesia eingeblasen oder in der Masse aus eingespritztem Wasser erzeugt wird, wobei gleichzeitig oder nachträglich fremde Wärme zugeführt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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