DE28617C - Motor, welcher durch Explosionen von Kohlenstaub und Gas betrieben wird - Google Patents
Motor, welcher durch Explosionen von Kohlenstaub und Gas betrieben wirdInfo
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- F02—COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Es ist bereits versucht, .den Kohlenstaub für den Betrieb von Heifsluftmaschinen zu verwen
den, allein nur als Heizmaterial, durch dessen in einem besonderen Raum vorgenommene Verbrennung
die Luft in dem Arbeitscylinder der Heifsluftmaschine erhitzt und dadurch zur Expansion gebracht werden soll.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der bei Grubenexplosionen gemachten Beobachtung, dafs
die verheerende Wirkung ' solcher Explosionen nicht lediglich der Entzündung der mit einer
offenen Flamme in Berührung kommenden Grubengase, als ^vielmehr grofsentheils dem Umstände
zuzuschreiben ist, dafs die in der Grubenluft vorhandenen Kohlentheilchen durch die
entzündeten Grubengase entzündet werden und in Verbindung mit der sie umgebenden atmosphärischen
Luft unter Explosionserscheinungen verbrennen, derart, dafs jene furchtbaren Grubenexplosionen
durch die entzündeten Gase blos eingeleitet, durch jene Kohlenpartikel aber in
ihrer ganzen Heftigkeit durchgeführt werden. Aehnliche Explosionserscheinungen zeigen sich
auch in Mühlen, in welchen die Luft mit feinst zertheilten Mehltheilchen. geschwängert ist.
Bei Ausführung der Erfindung bedient man sich einer der bekannten, durch Explosionen
im Arbeitscylinder getriebenen Kraftmaschinen, bei welchen die folgenden Vorkehrungen zu
treffen sind.
In den Deckel des Cylinders mündet ein Luftrohr, welches durch ein Zweigrohr mit
einem mit Kohlenstaub gefüllten Behälter in Verbindung steht und bei dem Vorwärtsgang
des Kolbens Luft in den Cylinder einsaugt.
Die eingesaugte Luft reifst einen Theil der
in dem Kohlenstaubbehälter enthaltenen Kohlenpartikelchen mit sich, so dafs der Cylinder mit
einem Gemisch von Luft und Kohle angefüllt ist, welches bei dem nächsten Rückgang des
Kolbens comprimirt und dann entzündet wird, sobald der Kolben am Ende seines Rückganges
angelangt ist.
Da das Kohlenstaub- und Luftgemenge sich etwas schwer entzünden läfst, so ist es vortheilhaft,
ähnlich wie bei den Grubenexplosionen, die Explosion durch die Entzündung eines explosionsfähigen Gasgefnenges einzuleiten.
Dies kann auf zweierlei Arten geschehen, entweder wird ein im Augenblick der beabsichtigten
Explosion eingeleitetes Gasgemenge entzündet/ oder es wird die mit Kohlenstaub geschwängerte Luft im Cylinder durch gleichzeitiges
Ansaugen von entzündlichem Gas mit letzterem durchaus gemischt.' Auch können
beide Methoden zugleich angewendet werden.
In der Zeichnung sind zwei bezügliche Anordnungen dargestellt.
Bei der in .Fig. 1 ''^dargestellten Vorrichtung
wird das Gemenge von Kohlenstaub und Luft entzündet durch vorangehende Entzündung eines
im gegebenen Augenblick eingeführten explosiven Gasgemisches. Bei dem Vorwärtsgang des Kolbens
α öffnet sich das Ventil b des Rohres c, . durch welches alsdann Luft, und Kohlenstaub
in den Cylinder eingesaugt wird.
Das Luftrohr d endet in die Düse e, welche in den! Rohr c steckt und durch dieses nach
Art eines Injectors den Kohlenstaub aus dem Gefäfs / ansaugt. Der Cylinderdeckel ist aus-
gespart und in dieser Aussparung lagert ein mit einem seitlichen Schlitz n versehener holller
Cylinder /, der von der Kurbelwelle aus mit der nöthigen Uebersetzung in Umdrehung versetzt
wird. Bei seiner Drehung nimmt der Cylinder
aus dem Rohr in ein Gas- und Luftgemenge auf und bringt alsdann bei seiner
weiteren Umdrehung im Moment, in welchem die Entzündung stattfinden soll, den Schlitz η
der Oeffnung ο gegenüber. Wenn der Kolben, nachdem er Luft und Kohlenstaub angesaugt
hat, wieder rückwärts geht, schliefst sich das Ventil /; und das im Cylinder befindliche Gemenge
von Kohlenstaub und Luft wird comprimirt. Wenn alsdann der Kolben am Ende
seines Rückwärtsganges angelangt ist, befindet sich der Schlitz η des Cylinders / der Oeffnung
α gegenüber; das in demselben enthaltene explosive Gas strömt in den Cylinder; gleichzeitig
wird der Strom des Inductors i geschlossen. Der Inductionsfunke springt vor der
Oeffnung ο über und entzündet das austretende Gasgemenge, welches alsdann die Explosion der
mit Kohlenstaub geschwängerten Luft in den Cylinder einleitet.
Durch die Explosion wird alsdann der Kolben vorwärts geschleudert. Beim nächsten Rückgang
des Kolbens öffnet sich das Ausblaseventil k, durch welches alsdann die Explosionsproducte
aus dem Cylinder ausgetrieben werden. Das Spiel beginnt alsdann von neuem. Die Düse e
läfst sich in dem Rohr c verschieben, damit man das Verhältnifs von Luft und Kohlenstaub
reguliren kann.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung wird gleichzeitig mit dem Luft- und Kohlenstaubgemenge
durch das Rohr h mit Ventil g eine gewisse Menge Gas eingeleitet und hierdurch
das Gemenge explosionsfähiger gemacht, so dafs man alsdann den Cylinder / nebst Zubehör
entbehren und das in dem Cylinder enthaltene Gemenge durch den überspringenden
Inductionsfunken entzünden kann.
In der Zeichnung sind einfach wirkende Cylinder und Kolben dargestellt, doch können
dieselben ebensogut doppelt wirkend einge-
j richtet werden. Auch kann man zwei abwechselnd wirkende Cylinder anbringen und
die Einrichtung so treffen, dafs das Kohlenstaub- und Luftgemenge aufserhalb des Arbeitscylinders
comprimirt und im gegebenen Moment in comprimirtem Zustande in den Arbeitscylinder
eingeführt wird. Endlich kann man auch die Luft durch ein von der Maschine getriebenes
Gebläse in den Cylinder eintreiben, anstatt dieselbe von dem Kolben ansaugen zu lassen, wodurch bewirkt wird, dafs eine Explosion
bei jeder Umdrehung der Kurbel stattfinden kann.
Claims (2)
- P ATENT-Ansprüche:ι . Die Verwendung eines Gemisches von Kohlenstaub und Luft mit Beimischung eines entzündlichen Gases zur Erzielung einer Explosion innerhalb des Arbeitscylinders einer Kraftmaschine. '·■·-.'·■
- 2. In dem Cylinder einer Kraftmaschine die Verwendung eines Gemisches von Kohlenstaub und Luft mit Beimischung eines entzündlichen Gases, unter gleichzeitiger Anwendung eines explosiven Gasgemenges zur Einleitung der Explosion.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE28617C true DE28617C (de) |
Family
ID=304850
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT28617D Active DE28617C (de) | Motor, welcher durch Explosionen von Kohlenstaub und Gas betrieben wird |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE28617C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4682696A (en) * | 1986-03-27 | 1987-07-28 | Sheu Muh Chuan | Adjustable bookrack |
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