DE286010C - - Google Patents
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- C01D3/04—Chlorides
- C01D3/08—Preparation by working up natural or industrial salt mixtures or siliceous minerals
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
~~ JVr 286010
KLASSE 12/. GRUPPE
HUGO DRESCHER in NORDHAUSEN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 17. Januar 1912 ab.
Um Kalisalze zu lösen und auszulaugen sind sowohl Apparate bekannt, die im Gleichstrom
als auch im Gegenstrom arbeiten; dabei sind unter Gleichstromapparate solche verstanden,
bei denen sich die Lauge und das auszulaugende Gut in gleicher Richtung bewegt, während beim Gegenstrom die Bewegung
entgegengesetzt ist. Jedes der beiden Verfahren hat seine besonderen Vorteile und
ίο Nachteile. Beim Gleichstrom tritt die heiße
Lauge unmittelbar mit dem auszulaugenden Gut in Berührung, die Wirkung ist deshalb
zu Anfang eine sehr energische und schnelle. Beim Gegenstrom ist' die Wirkung nicht so
energisch, dagegen besteht der Vorteil, daß das Gut am Ende seiner Auslaugung in
frische, nicht angereicherte Lauge tritt, also so vollständig als möglich entlaugt wird.
Gegenüber diesem Verfahren hat die vorliegende Erfindung den Zweck, beide Verfahren
in einer Weise so zu kombinieren, daß wesentliche Vorteile entstehen.
Es soll nämlich im ersten Teil des Verfahrens im Gleichstrom gearbeitet werden,
d. h. die Kalirohsalze o. dgl. werden durch ein Transportmittel, Schnecke o. dgl. gefördert.
Die hoch vorgewärmte Lauge oder Löseflüssigkeit tritt am Eintrittsende des Gutes ein
und wandert mit dem Gut in gleicher Richtung an das entgegengesetzte Ende der Fördervorrichtung
um hier abzulaufen. Die Kalirohsalze oder das sonstige Gut gelangen alsdann
durch eine Auslaufschurre oder ähnliches in eine zweite Fördervorrichtung, um wieder
zurückgefördert zu werden. Bei dieser zweiten Fördervorrichtung tritt kalte Lauge oder
Flüssigkeit beim Auslaufende ein, durchfließt das Gut im Gegenstrom und läuft am Eintrittsende
des Gutes ab.
Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß Gleichstrom und Gegenstrom
mehrfach miteinander abwechseln.
Auf der Zeichnung ist das Verfahren in zwei Ausführungsformen gezeichnet.
In Fig. ι ist a die Transportvorrichtung.
Lauge und Salz treten gleichzeitig beim Eintrittsende ein und beim Austrittsende aus;
während nun die mit Kalisalz gesättigte Lauge bei d abfließt, wird das Gut über die Schurre b
in die zweite Transportvorrichtung c gefördert, und zwar entgegen der am Ende der
Transportvorrichtung eintretenden Lauge. Es arbeitet also, wie vorhin erwähnt, in diesem
Teil die Vorrichtung im Gegenstrom.
Eine zweite Ausführungsform ist in Fig. 2 dargestellt. In dieser Figur sind vier Transportvorrichtungen
a, b, c, d angebracht. Das Salz tritt zuerst am Anfang von α zugleich
mit der Lauge .ein. Am Ende der ersten Fördervorrichtung bei e läuft die Lauge ab.
An gleicher Stelle fließt auch die Lauge der zweiten Fördervorrichtung, welche im Gegenstrom
arbeitet, deren Lauge also bei f eintritt, ab. Diese Stelle dient gleichzeitig als
Zufluß für die Lauge bei der Transportvorrichtung c, welche somit im Gleichstrom arbeitet,
während d wiederum Gegenstrom zeigt. Diese mehrfache Unterteilung hat zur Folge,
daß kleinere Apparate als sonst nötig werden.
Eine Ausführung in einem Apparat, in dem Karnallit zuerst im Gleichstrom mit Löseflüssigkeit
behandelt wird, der weitere Prozeß
im Gegenstromprinzip erfolgt, ist in Fig. 3 dargestellt.
In den Apparat tritt bei α Karnallit ein,
neben anderen Bestandteilen enthält Karnallit auch Chlormagnesium und Chlorkalium.
Bei b tritt die Löseflüssigkeit ein, die verschieden für den Prozeß günstig zusammengesetzt
sein kann.
Löseflüssigkeit und Lösegut werden zusammen im Gleichstrom weitertransportiert, die
Löseflüssigkeit mischt sich mit dem Karnallit und nimmt entsprechend ihrer Zusammensetzung
das im Karnallit enthaltene Chlormagnesium auf, gibt, wenn sie Chlorkalium enthält, diese sogar an das Lösungsgut ab.
An einer Stelle des Apparates zieht man dann die mit Chlormagnesium gesättigte Löseflüssigkeit
ab und nimmt sie aus dem Lösungsprozeß heraus.
Das Lösegut, welches nun Chlormagnesium nicht mehr enthält, sondern nur Chlorkalium,
wird weitertransportiert bis zum Austritt am Ende des Apparates bei d. Etwa an gleicher
Stelle bei g tritt in den Apparat Löseflüssigkeit ein, welche eine andere Zusammensetzung
hat, als die zuerst verwendete Löseflüssigkeit. Sie wandert dem Lösegut entgegen, nimmt
das im Lösegut befindliche Chlorkalium auf und tritt bei f aus.
Fig. 4 zeigt eine Ausführung bei drei Apparaten. Karnallit wird zuerst im Gleichstrom
mit Löseflüssigkeit behandelt; der weitere Prozeß erfolgt dann im Gleich- und Gegenstrom.
Im ersten Apparat wird bei α Karnallit eingetragen und mit bei b eintretender Löseflüssigkeit
behandelt. Löseflüssigkeit und Lösegut werden im Gleichstrom weiterbefördert, die Löseflüssigkeit bei c entfernt.
Das Lösegut tritt dann in den zweiten Apparat bei d ein, wo neue Lauge von anderer
Zusammensetzung zugeführt wird. Im zweiten Apparat geht der Lösungsprozeß wieder
im Gleichstrom vor sich; die Löseflüssigkeit wird bei e abgezogen, das Lösegut tritt
bei f in den dritten Apparat und wird mit bei g eintretender Lauge von gleicher Zusammensetzung
wie die bei d eintretende im Gegenstrom behandelt. Das Salz tritt bei i
aus; die Lauge wird bei h abgezogen. Die bei i eintretende, bei h austretende Lauge kann
auch dazu benutzt werden, bei d einzutreten und bei e auszutreten, je nachdem sie zusammengesetzt
war und je nachdem ihr Lösevermögen das im Lösegut enthaltene Chlorkalium aufgenommen hat.
Fig. 5 zeigt eine Ausführung bei drei Apparaten. Karnallit wird zuerst im Gleich- und
Gegenstrom mit Löseflüssigkeit behandelt; der weitere Prozeß erfolgt dann im Gegenstroin.
Im ersten Apparat wird bei α Karnallit eingetragen und mit bei b eintretender Löseflüssigkeit
im Gleichstrom behandelt. Die Löseflüssigkeit wird bei c entfernt. Das Lösegut tritt dann in den zweiten Apparat bei d
ein und wird mit bei f eintretender Löseflüssigkeit von gleicher Zusammensetzung wie
die bei b eintretende Löseflüssigkeit im Gegenstrom behandelt. Die Löseflüssigkeit tritt
bei e aus, das Lösegut bei g in den dritten Apparat ein. .Bei h tritt Löseflüssigkeit von
anderer Zusammensetzung als die vorher benutzte Löseflüssigkeit in den dritten Apparat
ein, löst im Gegenstrom das bei k austretende Lösegut aus und tritt bei i aus dem
dritten Apparat aus. Die bei b eintretende, bei c austretende Löseflüssigkeit kann auch
gleichzeitig als bei f eintretend und bei e austretend und umgekehrt die bei f eintretende,
bei e austretende, kann als bei b eintretend und bei c austretend benutzt werden.
Fig. 6 zeigt eine Ausführung bei drei Apparaten. Karnallit wird zuerst im Gleich- und
Gegenstrom mit Löseflüssigkeit behandelt; der weitere Prozeß erfolgt dann im Gleichstrom.
Dieses Verfahren ist im ersten Prozeß das gleiche wie bei Beispiel 4 und unterscheidet
sich nur darin, daß der zweite Prozeß nicht im Gegenstrom, sondern im Gleichstrom erfolgt,
indem die neue Löseflüssigkeit bei i eintritt und bei h austritt.
Fig. 7 zeigt eine Ausführung bei vier Apparaten. Karnallit wird zuerst im Gleichstrom
und Gegenstrom mit Löseflüssigkeit behandelt, der weitere Prozeß erfolgt dann im Gleichstrom
und Gegenstrom.
Im ersten Apparat wird bei α Karnallit eingetragen und mit bei b eintretender Löseflüssigkeit
im Gleichstrom behandelt. Die Löseflüssigkeit wird bei c .entfernt. Das
Lösegut tritt bei d in den zweiten Apparat und wird mit bei f eintretender Lösefiüssigkeit
von gleicher Zusammensetzung wie die bei b eintretende Löseflüssigkeit im Gegenstrom
behandelt. Die Löseflüssigkeit tritt bei e aus, das Lösegut bei g in den dritten
Apparat ein. Bei i tritt Löseflüssigkeit von anderer Zusammensetzung als die vorher benutzte
Löseflüssigkeit in den dritten Apparat ein, löst im Gleichstrom das Lösegut aus no
und tritt bei h aus. Das Lösegut tritt bei k in den vierten Apparat ein, wird
mit bei I eintretender Löseflüssigkeit von gleicher Zusammensetzung wie die bei i- eintretende
Löseflüssigkeit im Gegenstrom behandelt und tritt bei η aus. Die Löseflüssigkeit
verläßt bei m den Apparat.
Die bei b eintretende, bei c austretende Löseflüssigkeit kann auch gleichzeitig als bei f
eintretend und bei e austretend und umgekehrt die bei f eintretende, bei c austretende
kann als bei b eintretend und bei β austre-
tend benutzt werden. Ebenso kann die bei i eintretende, bei h austretende Löseflüssigkeit
auch gleichzeitig als bei I eintretend und bei m austretend und umgekehrt, die bei I
eintretende, bei m austretende als bei i eintretende und bei h austretende benutzt
werden.
Weitere Variationen sind möglich, indem bei dem unter IV bis VII aufgeführten Beispiele
erst im Gegenstrom und dann im Gleichstrom verfahren wird.
Ferner kann jeder einzelne Apparat nochmals in mehrere Apparate geteilt werden, in
denen man dann die in den einzelnen Beispielen geschilderten Verfahren vornimmt.
Ein besonderer Vorteil für das vorliegende Verfahren liegt in folgendem: Dadurch, daß
zunächst im Gleichstrom gearbeitet wird, kommt die heiße Laugenflüssigkeit mit hochprozentigern
kaltem Gut in engste Berührung. Die Flüssigkeit wird sich also schnell sättigen und gibt Wärme an das zum Teil ausgelaugte
Gut ab. Da die Flüssigkeit in gleichem Lauf mit dem Gut transportiert wird, ist der Kraftbedarf geringer als beim Gegenstromprinzip
und da die heiße Lauge sich schnell sättigt, wird der für diesen Vorgang nötige Apparat sehr kurz. Das teilweise ausgelaugte
und vorgewärmte Gut wird dann im zweiten Verfahren (Gegenstrom) durch eventuell kalt zugeführte Laugenflüssigkeit
weiter ausgelaugt. Da die Lauge gegenüber dem heißen Gut sehr aufnahmefähig ist, wird
sie das Gut bis auf den letzten Bruchteil seines Prozentgehaltes auslaugen.
Während man bisher das Gut einem der im Gegenstrom arbeitenden aus einem Troge
mit konischen Trommeln oder Rührwerksflügeln usw. bestehenden Apparate durch eine
Förderschnecke zuführte, kann bei dem Arbeiten nach vorliegendem Verfahren eine Förderschnecke
so verwandt werden, daß sie gleichzeitig als Löseapparat benutzt wird und somit der obengenannte Löseapparat sich erübrigt
oder dieser doch wesentlich entlastet wird.
Es sei an dieser Stelle bemerkt, daß, wenn es sich um Karnallit handelt, das Verfahren
besonders vorteilhaft wird. Chlormagnesium, welches im Karnallit enthalten ist, löst sich
leichter als Chlorkalium. In der Transportvorrichtung α löst sich deshalb zuerst das
Chlormagnesium unter gleichzeitiger Ausscheidung des mit ihm kristallinisch verbundenen
Chlorkaliums. An der Austragstelle von a wird die Chlormagnesiumlauge entfernt, das
Gut aber, welches mit heißem Wasser oder Lauge weiterbehandelt wird, kann nunmehr
Chlorkalium, das in Lösung geht, abgeben. Dies geschieht, indem der Rückstand in die
zweite Transportvorrichtung gebracht wird, woselbst er völlig aufgearbeitet wird.
Claims (3)
1. Verfahren zum Lösen oder Auslaugen von Kalirohsalzen u. dgl., dadurch gekennzeichnet,
daß das Auslaugegut während der Bewegung in einem ersten Förderoder Mischapparat vom Eintragen des
Gutes ab im Gleichstrom und vom Austragen des Gutes aus der ersten Fördervorrichtung
in einer zweiten Lösevorrichtung im Gegenstrom rückwärts jeweils mit verschiedener,
besonders abzuziehender Löseoder Auslaugeflüssigkeit behandelt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gut abwechselnd mehrfach dem Gleichstrom- und Gegenstromverfahren unterworfen
wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
Karnallit im Gleichstrom oder Gleich- und Gegenstrom mit Wasser oder Lauge oder einem Gemisch beider behandelt wird,
worauf man die entstehende Lauge, welche das Chlormagnesium aufgenommen hat, abzieht und das Lösungsgut, welches alsdann
Chlorkalium in Hartsalzform enthält, mit frischer Lauge im Gegenstrom, Gleichstrom oder Gleich- und Gegenstrom
auslöst.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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| Country | Link |
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