DE28356C - Verwendung der bei der Kartoffelstärkefabrikation rückständig bleibenden Kartoffelfaser zu Gebrauchs- und Luxusgegenständen, wie Knöpfe, Brachen, Medaillons u. s. w - Google Patents

Verwendung der bei der Kartoffelstärkefabrikation rückständig bleibenden Kartoffelfaser zu Gebrauchs- und Luxusgegenständen, wie Knöpfe, Brachen, Medaillons u. s. w

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DE28356C
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P. Fliessbach in Curow bei Zelasen
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KAISERLICHES
PATENTAMT
Die bei der Kartoffelstärkefabrikation rückständige Kartoffelfaser kann zur Herstellung von Gebrauchs- und Luxusgegenständen, abweichend von dem unter No. 24629 patentirten Verfahren, noch auf andere Art gebrauchsfähig gemacht werden, und zwar dadurch, dafs man entweder:
1. die Kartoffelfaser entsprechend erwärmt (die Wärmegrade 'variiren zwischen 40, 100, 1500 C. und eventuell noch darüber) und dann zu der noch warmen oder abgekühlten Masse animalische und vegetabilische Substanzen, also Haare, Faserstoffe u. s. w., zusetzt und in geeigneten Misch- und Rührvorrichtungen innig mit derselben mengt, oder
2. diese animalischen oder vegetabilischen Substanzen, also Haare, Faserstoffe u. s. w., der rohen Kartoffelfaser zusetzt und sie mit derselben gleichfalls in geeigneten Misch- und Rührvorrichtungen innig mischt.
Die auf die unter 1. und 2. beschriebene Weise warm bezw. kalt gewonnene Masse wird nun, jede einzeln für sich, mit heifsen Flächen, Walzen, Platten, Formen u. s. w., mit oder ohne Pressung der Masse in Berührung gebracht und so zu einem festen Körper verarbeitet.
3: Das unter No. 24629 patentirte Verfahren, wonach die rückständige reine Kartoffelfaser ohne jedwede Beimengung anderer Substanzen lediglich durch Erwärmung, Abkühlung und kalte Pressen in Formen zur Verarbeitung auf Luxusgegenstände etc. gebrauchsfertig gemacht wird, erfuhr durch den Erfinder eine Erweiterung, indem derselbe die reine Kartoffelfaser auch ohne jede Beimengung fremder Substanzen, je nach erstrebter Consistenz der Masse, einer Erhitzung bis auf 40 bis 100 bezw. 1500C. und eventuell noch darüber aussetzt, und dieselbe sodann entweder so erhitzt oder auch abgekühlt mit den oben erwähnten heifsen Platten, Flächen, Walzen etc. in Berührung bringt und so einen festen Körper erzielt.
Die auf diese drei Arten gewonnenen Gebrauchs- und Luxusgegenstände sind entweder an der Sonne oder durch geeignete Chemikalien zu bleichen, sie sind mit oder ohne weiteren Zusatz leicht polirbar, sind durch Bestreichen mit warmen oder heifsen öligen oder firnifsartigen Substanzen leicht wasserdicht zu machen und können endlich durch Farbstoffe leicht gefärbt und lackirt werden.
Ein viertes Verfahren besteht in folgendem:
Damit die herzustellenden Gebrauchs- und Luxusgegenstände möglichst fest und haltbar sind, darf die Masse nur geringen Wassergehalt besitzen, und zwar geringeren, als durch einfaches Erhitzen derselben selbst bis auf 1500 C. erreichbar wäre.
Der Masse darf aber auch ihr Wassergehalt durch Pressen nicht ganz genommen werden, weil die durch die Erwärmung erzeugten Klebstoffe zum Theil mit dem Wasser (das bei der
Zuckerfabrikation der zu verarbeitenden Stärke zugesetzt wird) gelöst verloren gehen würden.
Zur Erzielung einer Masse, welche den oben angedeuteten Zwecken entspricht und welche den erforderlichen Wassergehalt besitzt, dient nun das gegenwärtige vierte Verfahren, nach welchem die Pulpe in bis zu 40, 100, 1500C. und darüber erhitzte Trockenstuben bezw. Trockenofen gegeben wird, aus welchen die feuchte Luft durch bekannte geeignete Vorrichtungen entfernt wird.
Die Heizung dieser Trockenstuben bezw. Trockenofen geschieht durch bekannte Mittel und auf die bekannte Weise.
In diesem Raum wird die Pulpe zur Quellstärke- bezw. Kleisterbildung erhitzt und zugleich, so weit als nothwendig, auf den nöthigen Trockenheitsgrad (etwa so weit, dafs sie sich wie Kitt, Schlemmkreide und Firnifs kneten läfst) gebracht bezw. abgedampft.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. An Stelle der unter No. 24629 patentirten Verwendung von reiner Kartoffelfaser die Verwendung animalischer, vegetabilischer und mineralischer Substanzen, welche der reinen rohen, erhitzten oder abgekühlten Kartoffelfaser zugesetzt werden, welche Masse dann mittelst geeigneter Rührvorrichtungen bearbeitet und endlich mit heifsen Flächen, wie Platten, Walzen, Formen u. s. w., in Berührung gebracht und den jeweiligen Zwecken entsprechend durch Zusatz von geeigneten Chemikalien gefärbt wird.
  2. 2. Das Verfahren, nach welchem die reine und bis auf 150° C. oder darüber erhitzte Kartoffelfaser ohne jedweden Zusatz, warm oder kalt, mit heifsen Flächen (Platten, Walzen u. s. w.) in Berührung gebracht wird.
  3. 3. Das Verfahren, nach welchem die reine oder auch die mit animalischen, vegetabilischen oder mineralischen Substanzen vermengte erhitzte Kartoffelfaser (Pulpe) in Trockenstuben oder Trockenofen auf die gewünschte Consistenz und in verarbeitungsfähigen Zustand gebracht wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0613905A1 (de) * 1993-03-02 1994-09-07 Aloys Prof. Dr. Hüttermann Verrottbarer Formkörper, insbesondere verrottbarer Pflanztopf

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0613905A1 (de) * 1993-03-02 1994-09-07 Aloys Prof. Dr. Hüttermann Verrottbarer Formkörper, insbesondere verrottbarer Pflanztopf

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