DE28271C - Neuerung in der Bewegung von Schiffchen oder Greifern an Nähmaschinen - Google Patents
Neuerung in der Bewegung von Schiffchen oder Greifern an NähmaschinenInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05B—SEWING
- D05B57/00—Loop takers, e.g. loopers
- D05B57/08—Loop takers, e.g. loopers for lock-stitch sewing machines
- D05B57/10—Shuttles
- D05B57/14—Shuttles with rotary hooks
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE S2: Nähmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. Juni 1883 ab.
Die Neuerung hat den Zweck, die Aufnahme der Schlinge des Nadelfadens durch das Schiffchen
oder den Greifer so auszuführen, dafs ein Abreifsen oder Beschädigen dieses Fadens verhindert
und hierdurch ein rasches Arbeiten mit der Maschine ermöglicht wird.
Um den genannten Zweck zu erreichen, ist es nothwendig, dafs ein Stillstand in der schwingenden,
rotirenden oder hin- und hergehenden Bewegung des Schiffchens, Greifers etc. in dem
Augenblick eintritt, wo der Haken oder die Spitze des Schiffchens bezw. des Greifers die
Schlinge des Fadens gerade von der Nadel aufgenommen hat. Dieser Stillstand der Schiffchen-
oder Greiferbewegung dauert so lange, bis die Nadel aufser Berührung mit dem Stoff
ist; alsdann setzt das Schiffchen seine Bewegung fort, den Faden herunterziehend und durch die
erweiterte Schlinge mit beschleunigter Geschwindigkeit hindurchgehend.
Auf beiliegender Zeichnung zeigt Fig. 1 das Schiffchen, den Schiffchenträger und die Schiffchenbahn
in der Vorderansicht; Fig. 2 einen Verticalschnitt durch Fig. 1; Fig. 3 das Schiffchen
von oben gesehen; Fig. 4 eine perspectivische Ansicht des Schiffchens; Fig. 5 eine
Seitenansicht desselben und Fig. 6 einen Horizontalschnitt durch dieses; Fig. 7 einen Schnitt
durch den federnden Schlufsring der Spulenbüchse; Fig. 8 die hintere Ansicht der Schiffchenbahn;
Fig. Q einen Verticalschnitt durch dieselbe; Fig. 10 einen Horizontalschnitt durch
die Schiffchenbahn von unten gesehen; Fig. 11 den Mechanismus für die Bewegung des Schiffchens
von vorn gesehen; Fig. 12 die Seitenansicht desselben. Fig. 13, 14 und 15 zeigen
die Details des Mechanismus, durch welchen dem Schiffchen eine verschiedenartige Bewegung
ertheilt wird. Fig. 16 zeigt die perspectivische Ansicht des Greifers; Fig. 17 eine Ansicht desselben
von vorn; Fig. 18 einen Schnitt durch den Greifer mit Spule und Spulenträger; Fig. 19
den Mechanismus zum Betrieb des rotirenden Schiffchens oder Greifers im Aufrifs; Fig. 20
eine mit der Neuerung versehene Nähmaschine in Seitenansicht; Fig. 21 dieselbe von hinten
gesehen und Fig. 22 dieselbe in Vorderansicht. Die Form des Schiffchens A ist eine ovale,
an den Enden zugespitzte, Fig. 1 bis 6. Die eine Spitze a1 ist gekrümmt und mit dieser
dringt das Schiffchen in die von der aufsteigenden Nadel zurückgelassene Fadenschleife .ein,
unmittelbar ehe seine Bewegung aufhört. Die Rückseite des Schiffchens ist von der Spitze a'
aus etwas abgeschrägt und läuft in die Fläche a3
aus; dieselbe legt sich dicht an den Flantsch b der Schiffchenbahn an, ohne diesen jedoch in
der Bewegung zu hindern, und hat den Zweck, den Eintritt des Fadens zwischen Flantsch b
und das Schiffchen A zu hindern. Nachdem die Spitze al in die Schlinge des Fadens eingetreten
und hierdurch der unterhalb des Stoffes befindliche Faden straff angezogen ist, ist die
Nadel bei ihrer Aufwärtsbewegung nicht mehr im Stande, einen schlaffen Fadentheil mit durch
den Stoff nach oben zu ziehen und hierdurch eine Schleife, Verknotung u. s. w. des Fadens
zu ermöglichen. In diesem Moment hört die
Bewegung des Schiffchens auf, während die Nadel C die Aufwärtsbewegung beibehält, bis
das Oehr derselben aus dem Stoff herausgetreten ist. Ist dieses geschehen, so beginnt
wieder die Fortbewegung des Schiffchens, dasselbe erweitert die Schlinge und läuft durch
dieselbe hindurch.
Die Construction des Schiffchens A mit der abgeschrägten Rückwand a, durch welche ein
Festsetzen und Festklemmen des Fadens verhindert wird und über welche der Faden in
einer schrägen Richtung gleitet, bringt die zum Durchpassiren nöthige Fadenlänge auf das geringste
Mafs und schützt hierdurch den Faden vor Abnutzung und Bruch.
Aus dem Umstände, dafs bei einem abgeschrägten Schiffchen die eine Seitenfläche
gröfser ist wie die andere, oder dafs dessen Durchmesser von Rand zu Rand auf der Vorderoder
Rückfläche gröfser ist wie der Durchmesser der entgegengesetzten oder gegenüberliegenden
Fläche, entspringt der weitere Vorzug dieser Construction, dafs, da die eine Fläche wegen
ihres gröfseren Durchmessers schwerer ist als die andere, ein dichter Schlufs der Spitze al
mit dem Flantsch b der Nadelseite der Schiffchenbahn B bewirkt wird. Hierdurch ist stets
eine solche Stellung des Schiffchens bedingt, welche am besten für eine richtige Aufnahme
der Schlinge durch die Spitze des Schiffchens ist. Man läfst nämlich das Schiffchen mit der
hinteren Fläche «5, welche den kleineren Durchmesser
hat und leichter ist, auf demjenigen Theil der Schiffchenbahn aufruhen, welcher von
dem Flantsch b entfernt ist. Da nun das Schiffchen mit seiner unteren Fläche auf dieser
Seite gestützt ist, so neigt sich die Spitze ax des oberen Theiles, weil sie auf der schwereren
oder Nadelseite liegt, nach dem Flantsch zu hin, und zwar von dem Beginn der Vorwärtsbewegung
des Schiffchens an bis nach dessen Aufnahme der Schlinge und dem vor dem erfolgten
Durchgang des Schiffchens durch die Schlinge eingetretenen Stillstand. Man erreicht
die nach vorn geneigte Stellung des Schiffchens entweder durch eine geringe Abschrägung
des Fufses a6 oder desjenigen Theiles des
Schiffchens, mit welchem es auf dem Horn d des Schiffchentreibers D aufliegt, oder durch
eine entsprechende leichte Abschrägung des Treiberhornes d oder durch eine solche beider
Theile, oder schliefslich dadurch, dafs man das Horn d den Fufs a6 des Schiffchens nur auf
der einen Kante angreifen läfst. Wenn das Schiffchen auf seinem Wege die Schlinge passirt
hat und mit seiner Spitze nach abwärts gelangt ist, verliert es die nach der Nadel hinneigende
Stellung, so dafs die Schlinge nicht gehindert ist, leicht über den Körper des Schiffchens zu
gleiten. Alsdann gelangt letzteres wieder in seine Verticalstellung zurück, bereit, eine zweite
Schlinge aufzunehmen, wobei die Spitze al
wiederum in eine nach dem Flantsch b geneigte Lage kommt, um mit Sicherheit in die Schleife
eindringen zu können. Es empfiehlt sich, die vordere Fläche des Schiffchens da, wo die
Nadel arbeitet, mit einer kleinen abgerundeten Nase α1 zu versehen, um den Faden des Schiffchens
zu fangen und ihn aufser Berührung mit der Spitze desselben zu halten. Das abgeschrägte
Schiffchen A bewegt sich in der kreisförmigen Bahn B1 welche der Schräge des
Schiffchens entsprechend schräg ausgedreht und mit dem Flantsch b auf der vorderen Fläche
versehen ist, um das Schiffchen in seiner Bahn zu halten. Ein Theil des Flantsches b1, Fig. 8,
kann seitwärts verschoben werden, um das Schiffchen behufs Einsetzens einer frischen Spule
herausnehmen zu können. An der Stelle P ist ungefähr ein Viertel der Bahn ausgehöhlt, damit
die Schleife freien Spielraum hat, wenn sie vorwärts gezogen und durch das Schiffchen ausgeweitet
wird, ehe letzteres ganz durch dieselbe geht. Wäre der mit P bezeichnete Theil der
abgeschrägten Schiffchenbahn B nicht ausgehöhlt, so würde sich der Faden in der
Bahn B klemmen und durch die Bewegung des Schiffchens abreifsen.
Ueber die nächst der Oeffnung bz an dem
Flantsch b angebrachte Zunge bi gleitet die
Schlinge des Fadens, wenn die Spitze a1 des Schiffchens sich vor der Oeffnung b3 vorbeibewegt,
und verhindert dieselbe in Verbindung mit der Rippe «4 ein Einklemmen des Fadens
zwischen Schiffchen und Schiffchenbahn. Das Schiffchen wird in der Bahn B mittelst eines
schwingenden Schiffchentreibers gewöhnlicher Construction getrieben und erhält letzterer seine
Bewegung sowie seinen Stillstand von der Schiffchenwelle durch den unten beschriebenen Mechanismus.
Das Schiffchen A ist hohl, und es befindet sich in demselben die Spule, welche einestheils durch
den vorspringenden und mit dem Schiffchen selbst verbundenen Rand, anderentheils durch
den flachen federnden Ring e in diesem gehalten wird. Der Ring e ist mit zwei Lappen«1
und e2 versehen; el greift in einen entsprechenden
Schlitz im Fufse des Schiffchens ein, während der andere Lappen e2 von einer Feder e3,
die in die vordere Fläche des Schiffchens eingelassen ist, gehalten wird.
Durch die auf der Triebwelle H, Fig. ii,
12 und 20, angebrachte Curvenscheibe F wird dem Schiffchen die erforderliche veränderliche
Bewegung bezw. Stillstand ertheilt. Die Scheibe F ist mit einer vertieften Bahn versehen, in welcher
die Rolle _/2 der Verbindungsstarige J läuft.
Letztere ist an ihrem unteren Ende durch das Gelenk /3 mit der Kurbel K der Schiffchenachse
verbunden. Damit sich die Stange J
nicht vor- oder rückwärts verschieben kann, ist dieselbe in einem Lager J1 geführt. Beim
Rotiren der Scheibe F wird durch die eigenthümliche Gestalt der Bahn dieser Scheibe der
Achse L des Schiffchens eine Bewegung mit veränderlicher Geschwindigkeit und zeitweisem
Stillstand ertheilt. Die Schiffchenachse L ist aus zwei Theilen zusammengekuppelt, welche
Kupplung vermittelst der in Fig. 13, 14 und 15
besonders dargestellten Scheiben MM1 und AP
bewerkstelligt ist. Zweck dieser Kupplungsscheiben ist der, dem Schiffchen A während
seiner Bewegung eine weitere veränderliche Geschwindigkeit zu geben.
Die Nadel C läfst, nachdem sie ihren tiefsten
Stand erreicht hat, beim Aufsteigen eine Schlinge zurück, in welche die Spitze al des Schiffchens
eintritt und diese in der Weise spannt, dafs durch die weiter aufsteigende Nadel keine
Schleifenbildung u. s. w. des Fadens möglich ist. Die Bewegung des Schiffchens hört nun
auf, bis die Nadel C aus dem Stoff herausgetreten ist. Ist dieses geschehen, so wird durch
die sich wieder fortsetzende Schiffchenbewegung der Faden angezogen. Bei weiterer Fortsetzung
seiner Bewegung zieht das Schiffchen den Faden herunter, öffnet die Schlinge und tritt durch
diese. Jetzt wird die Bewegung des Schiffchens durch Stillstand unterbrochen, während durch
den Fadenheber N der Faden angezogen und der Stich vollendet wird. Alsdann kehrt das
Schiffchen zurück, um einen zweiten Stich zu machen, und steht abermals still, damit die
Nadel ihren Niedergang beenden und wieder aufsteigen kann. Mithin wird die Schiffchenbewegung
während einer Stichbildung durch dreimaligen Stillstand unterbrochen. Damit dieses richtig vor sich geht, ist die Einrichtung
getroffen, dafs der Fadenheber N durch eine entsprechend gestaltete Curvenscheibe JV1 getrieben
wird, so dafs durch den Fadenheber genau diejenige Fadenlänge nach unten gefördert
wird, welche für die Nadel C und das Schiffchen A während der verschiedenen Stadien
ihrer Bewegung gerade nöthig ist.
Der Bewegungsmechanismus für den Fadenheber IV ist folgender:
An dem vorderen Ende der Triebwelle H sitzt die Kiirbelscheibe H1, welche die Verbindungsstange
C\ treibt, durch welche die Nadelstange C auf- und abbewegt wird. Die
Scheibe Ηλ ist mit einer Curvenscheibe JV1
versehen. In Verbindung mit dieser Scheibe steht der hin- und herschwingende Hebel N"*,
welcher auf dem Zapfen n3 eine Rolle trägt, die auf der Curvenscheibe JV1 aufliegt und die
Schwingung des Hebels N2 bewirkt. Dieselbe
verursacht die Bewegung des Fadenhebers JV, welcher in einem Bock η an dem vorderen
Theil der Maschine drehbar befestigt ist. Dieser Bock η dient gleichzeitig zur Führung der verticalen
Schubstange nl, welche durch ein Gelenk «2
mit dem Hebel N verbunden ist und an ihrem unteren Ende eine Rolle nz trägt, die auf dem
auf- und abschwingenden Hebel JV2 der AVelle H
oder auch auf der Curvenscheibe Νλ ruht. Der
Hebel N geht durch einen Schlitz der Schubstange nl und erhält seine auf- und abgehende
Bewegung von dem Gelenk n2. Um die Schubstange n1 ist eine Spiralfeder »4 gewunden, um
die Stöfse bei den plötzlichen Bewegungen des Hebels aufzufangen. Die Bewegung der Nadelstange
C2 wird durch die Verbindungsstange C von der Kurbelscheibe H1 aus bewirkt. Durch
die Fig. 16, 17 und 18 wird das Einhalten
der Bewegung des Schiffchens oder Greifers, nachdem derselbe in die Schlinge eingetreten
ist, dargestellt, und zwar in Bezug auf oscillirende oder rotirende Greifer. A ist der Greifer
am Ende der Schiffchenachse L. Die Spule liegt in der Mitte des Greifers A. Dieselbe
kann mittelst des in den Fig. 11, 12 und 13
dargestellten Mechanismus getrieben werden. Fig. 18 zeigt die Stellung, wo die Bewegung
des Greifers gerade unterbrochen und die Spitze bezw. der Haken λ1 in die Schlinge des Nadelfadens
getreten ist.
Bei oscillirenden Greifern wird die Spitze h desselben nach den punktirten Linien h\ Fig. 16,
verlängert und mit dem abgeschrägten Rand des Greifers verschränkt gestellt. Hierdurch
wird der untere Faden verhindert, an der Spitze h bei der Rückwärtsbewegung hängen zu
bleiben.
Wird der Greifer mit rotirender Bewegung angewendet, Fig. 16, 17 und 18, so müssen
Einrichtungen getroffen sein, um die die Schiffchenachse L treibende Kurbel K über den
todten Punkt zu bringen.
Hierzu wird der in Fig. 19 dargestellte Apparat wie folgt benutzt:
Gegen die auf der Schiffchenachse L sitzende Curvenscheibe K1, welche den Kurbelzapfen K
trägt, werden durch Spiralfedern die Rollen K2
gedrückt und mittelst derselben der Kurbelzapfen K, auf den die treibende Schubstange
J, Fig. 11 und 12, wirkt, leicht in der
Richtung des Pfeiles über den todten Punkt gebracht.
Soll diese Neuerung, deren charakteristisches Merkmal der Stillstand in der Schiffchenbewegung
ist, auf hin- und herlaufende Schiffchen angewendet werden, so tritt dieser Stillstand
ein, wenn die Spitze des Schiffchens in die Schlinge getreten ist. Um das nachherige
Passiren derselben zu erleichtern, ist die untere Kante des Schiffchens abgerundet. Die Bewegung
des Schiffchens wird durch den in Fig. 11 und 1 2 dargestellten Mechanismus herbeigeführt.
Claims (1)
- Patent-An Sprüche:Die Bewegungsweise oscillirender und rotirender Schiffchen oder Greifer während der Stichbildung, derart, dafs dieselben beim Eintreten ihrer Spitze in die Nadelfadenschleife in Stillstand versetzt werden, und dafs sie ihre Bewegung erst dann fortsetzen, wenn die Nadel bis über den Stoff emporgegangen ist.Der hierzu dienende Bewegungsmechanismus, bestehend aus Curvenscheibe F, Gelenkstange J'J%, Kurbel K, den auf der zweitheiligen Welle L befestigten Scheiben M, M1 M1 und Fadenhebel JV.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE28271C true DE28271C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT28271D Active DE28271C (de) | Neuerung in der Bewegung von Schiffchen oder Greifern an Nähmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE28271C (de) |
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- DE DENDAT28271D patent/DE28271C/de active Active
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