DE280905C - - Google Patents
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- DE280905C DE280905C DENDAT280905D DE280905DA DE280905C DE 280905 C DE280905 C DE 280905C DE NDAT280905 D DENDAT280905 D DE NDAT280905D DE 280905D A DE280905D A DE 280905DA DE 280905 C DE280905 C DE 280905C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 80«. GRUPPE
erhaltenen Vertiefungen.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein \^erfahren sowie eine Vorrichtung
zur Herstellung von Baumaterialformlingen, bei welchen zwecks Erzeugung aufgerauhter
Verbindungsflächen gewisse Teile zur Erzielung einer fugenlosen, dauerhaften, nicht auseinanderbrechenden
Abdichtung durch Stacheln o. dgl. aufgerissen werden, wodurch infolge
Herausreißens von Teilen des Materials
ίο des Formlinge vollkommen unregelmäßige Begrenzungsflächen
entstehen, die Erhöhungen und Vertiefungen aufweisen, wie sie bisher nur höchstens in etwas ähnlicher Form mittels
des Spitzhammers erhalten werden konnten und in welchen das zwischen die fertigen
Baumaterialstücke eingebrachte Bindemittel
. vollkommen fest und unlösbar haftet. Sofern die zur Erzielung besserer Abdichtung bisher
benutzten Aufrauhungen außer durch Rillenbildung durch Einwirkung von Stacheln hervorgebracht
wurden, geschah dies bei Röhrenflanschen unter Anwendung von Stachelwalzen,
welche über das plastische Material gerollt wurden und dabei durch Materialverdrängung
vollkommen ebene Seiten aufweisende, unter sich gleiche, regelmäßig angeordnete Erhöhungen und Vertiefungen hervorbrachten,
welche außerdem nicht sehr tief eindrangen und Herausreißen oder Mitnahme von Material nicht bewirken konnten. Abweichend
hiervon wird bei dem vorliegenden Verfahren und der zu dessen Ausführung dienenden
Vorrichtung dadurch, daß man Stacheln gleich bei der Bildung des Formlings in dem Material einbettet und diese Stacheln
dann, nachdem der Formling genügend abgebunden hat, plötzlich herausreißt, ein Teil des
Materials von den herausgerissenen Zacken oder Stacheln mitgenommen und dadurch eine
derartige Zerstörung der betreffenden Fläche erzielt, daß vollkommen unregelmäßige, weder
parallele Rillen noch glatte, unter sich gleiche oder parallele Erhöhungen bildende Zacken,
Vorsprünge und Vertiefungen entstehen, welche tief in das Material des Formlings eindringende
Kanäle bilden, in denen das an den Seitenflächen etwa befindliche Bindemittel
festhaftet und gewissermaßen verankert wird. Die Bildung solcher Erhöhungen und Vertiefungen
geschieht am zweckmäßigsten mittels eines entsprechend gestalteten, zur Bildung dienenden Formrahmens,
ist, daß beim Lösen des Formrahmens das gewünschte Herausreißen der Materialteile aus dem Formling erzielt
wird, wobei unter sich verschieden geneigte Flächen besitzende Vertiefungen entstehen
können.
Eine Ausführungsform eines solchen zur Ausübung des Verfahrens beispielsweise dienenden
Formrahmens ist auf der beiliegenden Zeichnung in Fig. 1 schematisch im teilweise
geöffneten Zustande dargestellt. Fig. 2 ist ein Schnitt durch eine Ecke des Rahmens zur.
Verdeutlichung der Verbindung der in der Ecke zusammenstoßenden Seiten. Fig. 3 zeigt
die Enden der einen Seite eines solchen Formrahmens in beispielsweiser Ausführungsform.
des Bauformlings
der so ausgebildet
der so ausgebildet
Fig. 4 verdeutlicht schematisch und unter Fortlassung der gelenkigen Verbindung der
Formrahmenseiten die Anordnung der das Aufreißen hervorbringenden Zacken oder Vorsprünge
an den Innenseiten eines beispielsweise mit seitlichen Aussparungen versehenen 'Rahmens.. Fig. 5 verdeutlicht beispielsweise
eine Form von zum Aufreißen benutzten Zacken. Fig. 6 ist eine beispielsweise Ausführungsform
der erzeugten Kantenfläche eines fertigen Bauformlings, die als Tafel oder
Platte ausgebildet sein kann. Fig. 7 zeigt die Anordnung von Vorsprüngen gemäß Fig. 6 an
der zurücktretenden Kantenfläche einer beispielsweise unterschnittenen Baumaterialtafel.
Fig. 8 verdeutlicht schematisch den bei einer besonderen Ausführungsform des Formrahmens
beispielsweise benutzten Arbeitsvorgang.
Das Herausreißen des Materials mittels der in diesem eingebetteten Zacken kann z. B. dadurch
geschehen, daß man die Zacken in schräger Richtung aus dem Material herausbewegt,
λνίε dies beispielsweise durch entsprechend
winklige Bewegung der Seiten a, b des Formrahmens (Fig. 1) bewirkt werden kann. Sind
die Zacken sehr tief eingebettet oder ist das Material des Formlings derart gewählt, daß es
sehr fest an den Zacken festhaftet, wie dies beispielsweise bei der Benutzung von Gips der
Fall ist, welcher bei dem schon nach ganz kurzer Zeit erfolgenden Abbinden erhärtet und
sich dabei teils hierdurch, teils durch die auftretende Volumenänderung und den chemisehen
Vorgang fest an die Zacken ansetzt, so wird auch bei dem Herausreißen in zur Kantenfläche
o. dgl. senkrechten Richtung bzw. von sich parallel mit sich selbst verschiebenden
gezackten Formleisten eine Zerstörung der Wandungen der von den Zacken gebildeten
Vertiefungen eintreten und ein Teil des Materials von den Zacken oder Stacheln mitgenommen
werden. Eine ähnliche Wirkung tritt auch bei verschiedenen anderen abbindenden oder erhärtenden Stoffen ein.
Man kann auch das Mitnehmen von Material bzw. das Herausreißen dadurch bewirken,
daß man die Stacheln in dem Rohstoff des Formlings um eine zur Längsrichtung der
Zacken geneigte Achse dreht, indem man beispielsweise einen mit solchen Zacken besetzten
Stab um seine Längsachse dreht. Dabei ergibt sich der Vorteil, daß man entgegen den
beiden vorher beschriebenen Bewegungen.
welche durch Herausreißen in der Ebene der betreffenden gezackten Leisten wirkten, nicht
noch zusätzhchen Raum für die Bewegung der Zacken benötigt, wie dies der Fall ist, wenn
man die Zacken in der vorher beschriebenen Weise seitlich bewegt. Man ist also durch
eine solche Drehung imstande, mehrere Formlinge nebeneinander unter Ersparnis von
Platz zu behandeln und kann außerdem die erwähnte Drehbewegung sehr leicht auch maschinell
vornehmen.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel eines Formrahmens werden die
drei hier erwähnten Bewegungen zusammen angewandt. Es sind hier zwei gegenüberliegende
Seiten, wie beispielsweise die Seiten α und b, mit den Enden der einen oder beiden
anderen, dazwischenliegenden Seiten derart verbunden, daß durch Auseinanderziehen
der Seiten a, b die beiden anderen Seiten parallel mit sich selbst verschoben werden. Diese
Parallelverschiebung kann beispielsweise durch die aus den Fig. 2 und 3 ersichtliche Schlitzverbindung
erzielt werden, bei welcher ein Stift r, r' der einen Seite sich in einen schrägen
Schlitz p der damit zusammenstoßenden Seite d führt. Sind die mit der parallel verschiebbaren
Seite verbundenen Enden der auseinanderziehbaren Seiten a, b aufeinander zu etwas gebogen, so können die Seiten α und b
durch Handgriffe j in schräger Richtung voneinander fortbewegt werden und dabei gleichzeitig
die Parallelverschiebung der Seite b hewirken. Die zusammenstoßenden Enden können
natürlich auch in anderer Weise, z. B. durch U-förmige Einschnitte o. dgl., verbunden
bzw. geführt werden. Auch die Seite c kann durch Parallelverschiebung aus dem
Formling entfernt werden.
Um die vierte Seite c aus dem Formling zu entfernen, kann in der vorher beschriebenen
Weise diese Seite um ihre Achse drehen. Um dies zu erreichen, ist diese Formleiste c in der
hier vorliegenden Ausführungsform an dem Scharnier k des aus zwei Hälften e und f bestehenden
Formtisches befestigt und kann beim Schwenken der Formhälften e, f gedreht
werden. Man kann hierbei das A^erfahren beispielsweise
folgendermaßen ausüben. Auf der einen Hälfte / des Formtisches, dessen
beide Hälften durch das Scharnier k miteinander verbunden sind, liegt der Formrahmen g
(Fig. 8, Stellung I), welcher vermittels seiner Seite c mit dem Scharnier k scharnierbandartig
verbunden ist. Ist das Material für den Formling in der üblichen Weise in den Formrahmen
g eingefüllt, so wird nach einigem Abbinden die andere Hälfte e darauf gedeckt,
das Ganze zunächst hochgestellt (Stellung II) und alsdann umgeschwenkt, so daß es in die
Stellung III der Fig. 8 kommt, indem man das Ganze in der Richtung des Pfeiles umkehrt.
Hierauf klappt man den Formtisch auseinander, wodurch erreicht wird, daß jetzt der
Formrahmen mit dem Formling auf der anderen Hälfte e zu liegen kommt (Fig. 8, Stellung
IV), und zwar derart, daß jetzt die ursprüngliche Unterseite sich oben befindet. Es
ist auf diese Weise der Formling gedreht worden und kann jetzt auf der Rückseite freigelegt
werden, so daß das Trocknen und Abbinden ungehindert von beiden Seiten her vor sich gehen kann, ohne daß man den Formling
beim Umdrehen anzufassen braucht und ohne daß irgendwelche Erschütterungen eintreten
können.
Bei der Drehung dieses Formrahmens haben
ίο die Zacken der am Scharnier k befestigten
Seitenleiste c die dieser Leiste anliegende Kantenfläche aufgerissen, nachdem vorher
durch das Auseinanderziehen der übrigen Seiten des Formrahmens dessen andere Kantenflächen
behandelt worden sind.
Um auch bei paralleler Verschiebung der gezackten Leisten möglichst unregelmäßige
Gestaltung der Zacken und Vertiefungen zu erzielen, kann man diese sehr tief einbetten.
oder man kann beispielsweise die Spitzen dieser Zacken χ bzw. y etwas nach hinten zurückbiegen,
wie dies Fig. 5· erkennen läßt; doch ist
dies nicht durchaus notwendig. Beim schrägen Aufreißen und bei geeigneter Auswahl
des Materials wird auch ohne diese besondere Gestaltung der Zacken die gewünschte Wirkung
eintreten. Es können gemäß Fig. 5 solche Zacken oder Spitzen x, y auch versetzt
zueinander angeordnet sein, und es entstehen durch ihre Wirkung durch tiefe Kanäle getrennte,
buckeiförmige, unregelmäßige Erhöhungen und Vertiefungen h, i an den bearbeiteten
Flächen. Zur Erleichterung der Entfernung der Zacken können deren Außenflächen
bei w abgeschrägt sein, was einfach durch Herausschneiden des Materials der
Formleiste bei der Bildung der Spitzen bewirkt werden kann. Die zu χ versetzten ■
Spitzen y können beispielsweise der Mitte der Zacken χ gegenüber angebracht sein.
Die bearbeiteten Flächen können entweder an der äußeren Begrenzung des Formlinge
oder, wie Fig. 7 erkennen läßt, an zurücktretenden Kanten angeordnet sein, was bei
solchen Formungen geschieht, bei welchen das Bindemittel mit einem eingelegten Streifen
von Leinwand o. dgl. über hervortretende Falze des Formlings gelegt wird. Durch die
hier vorliegende Gestaltung der zu verbindenden Flächen wird verhindert, daß das Bindemittel
bzw. in demselben enthaltene Gewebe-• streifen, Faserstoffe o. dgl. sich aus den Vertiefungen
herausziehen können, und durch die verschiedene Neigung der Vertiefungen zueinander
werden auch Druckbeanspruchungen besser verteilt und unschädlich gemacht und
die schlimmsten Ursachen der Rissebildung vermieden. Das Verfahren eignet sich beispielsweise
besonders gut zur Herstellung von Platten aus Gips oder anderem, schnell binelendem
Material.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Baumaterialformlingen mit durch Stacheln erhaltenen
Vertiefungen, insbesondere bei Gipsplatten, dadurch gekennzeichnet, daß die Stacheln an den zu bearbeitenden Flä-
' chen des Formlings so eingebettet werden, daß sie beim Herausreißen Teile des Materials
mitnehmen.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die in dem Material eingebetteten Zacken oder Spitzen um eine zu ihrer Längsachse winklig stehende Achse gedreht
werden, was beispielsweise durch Drehung eines mit Zacken besetzten Stabes um seine Längsachse geschieht.
3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der mit einer Seite (c) drehbar angeordnete Formrahmen zur
Freilegung des Formlings schräg voneinander entfernbare, gegenüberliegende Seiten
(a,b) aufweist, während das Freilegen
der beiden anderen Seiten teils durch Parallelverschiebung, teils durch Drehung des
in den Formling eingebettete Stacheln besitzenden Formrahmens geschieht.
4. Ausführungsform einer Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch
i, dadurch gekennzeichnet, daß die das Aufreißen bewirkenden Stacheln sehr
tief eingebettet und gegebenenfalls schwach aufgebogen sind.
5. Ausführungsform einer Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch
i, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Aufreißen der Kantenflächen dienenden
Zacken oder Krallen mit zurückgebogenen Spitzen versehen und versetzt zueinander
angeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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