DE278786C - - Google Patents

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DE278786C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L17/00Materials for surgical sutures or for ligaturing blood vessels ; Materials for prostheses or catheters
    • A61L17/06At least partially resorbable materials
    • A61L17/08At least partially resorbable materials of animal origin, e.g. catgut, collagen

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • General Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Cosmetics (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■■- M 278786 KLASSE 30«. GRUPPE
REINHOLD ROSE in DÜSSELDORF.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. Dezember 1913 ab.
Das Vernähen von Wunden geschieht sehr oft mittels gesponnener Seidenfäden. Die Seide ist haltbar und erfüllt auch diesen Zweck in befriedigendem Maße, wenn sie nach kürzerer Zeit, etwa nach 2 bis 3 Tagen, von der Wundstelle entfernt werden kann. In den Fällen jedoch, in denen das Nahtmaterial für den Zusammenschluß der Wunde längere Zeit an der Wundstelle verbleiben muß und eine Imprägnierung des Materials mit Sekreten oder Keimstoffen, wie dies beispielsweise beim Vernähen von Wunden in der Mundhöhle leicht vorkommt, zu befürchten ist, erweist sich die Anwendung von Seide infolge ihrer Imprägnierfähigkeit nicht als zweckmäßig. Durch die von der Seide aufgenommenen Sekrete und Keime werden nämlich die Wundränder gereizt, und es tritt vielfach eine Infektion der Wunde ein, die naturgemäß den Heilprozeß beeinträchtigt und verzögert.
Es sind deshalb auch schon in Erkenntnis '■ dieser Unzulänglichkeit der Seide Versuche mit einem anderen Nahtmaterial, und zwar mit Pferdehaaren angestellt worden.
Das Pferdehaar besitzt gegenüber der Seide den Vorzug, daß es sich nicht imprägniert und in der Naht dauernd sauber, wie zur Zeit 'der Nahtlegung, bleibt. Die mit Pferdehaar vernähten Wunden verheilen, wie die Erfahrung bestätigt hat, bedeutend schneller, und die Wundränder verhalten sich vollkommen normal, weil eine schädliche Beeinflussung durch Imprägnierungsstoffe vollkommen ausgeschlossen ist.
Dem Pferdehaar in seiner natürlichen Verfassung haftet nun der Nachteil an, daß es zu spröde ist und beim Nähen sehr leicht einreißt, besonders dann, wenn man beim Knüpfen scharf anzieht.
Die Erfindung bezweckt nun, dem Pferdehaar seine Brüchigkeit und Härte zu nehmen, es also schmiegsamer, weicher und geschmeidiger zu machen, damit bei seiner Anwendung für vorgenannten Zweck, insbesondere beim Knüpfen der Nahtenden, das Haar nicht spleißt oder gar bricht und keine sonstigen Nachteile eintreten. '
Dies wird in der Hauptsache dadurch erreicht, daß die Pferdehaare nach vorheriger sorgfältiger Reinigung in eine Mischung von Glyzerin, Spiritus und Formalin gelegt werden, deren Einwirkung sie etwa 4 bis 6 Wochen ausgesetzt bleiben.
Durch diese Behandlung wird das Haar in überraschendem Maße geschmeidig und elastisch, so daß innerhalb größerer Grenzen Längungen desselben vorgenommen werden können, ohne daß es seine elastische Eigenschaft einbüßt oder gar reißt.
In dieser Verfassung ist das Pferdehaar neben den oben erwähnten Vorzügen der Seide noch ganz besonders insofern überlegen, als beim Nähen und Binden der Wundstellen ein starkes Zerren der Wundränder, was leicht zu einer Nekrose derselben führen kann, vermieden wird, weil der Faden bei allzu starkem Ziehen, wobei seine Elastizitätsgrenze überschritten wird, bricht.
Im einzelnen wird bei der Präparierung der Pferdehaare wie folgt verfahren:
I. Zunächst werden die Pferdehaare in Seifenlauge sorgfältig gewaschen und mit destilliertem Wasser abgespült.
II. Hierauf werden sie in einer Lösung von 0,02 prozentigem Quecksilberoxycyanat während 3 bis 5 Tage keimfrei gemacht und wiederum mit destilliertem sterilen Wasser gewaschen.
III. Die so vorbereiteten desinfizierten Haare werden alsdann in ein Gemisch von etwa 200
. ' Teilen Glyzerin, 100 Teilen Spiritus und 10 Tei-/ len Formalin gebracht und seiner Einwirkung etwa 4 bis 6 Wochen ausgesetzt.
IV. Nach abermaliger Waschung mit destilicj liertem sterilen Wasser sind die Haare nunmehr gebrauchsfertig.
Zu ihrer Aufbewahrung und Konservierung legt man sie zweckmäßig, in eine Lösung von 200 Teilen Glyzerin und 100 Teilen Lavendelspiritus.

Claims (3)

  1. Patent-An Sprüche:
    ι. Verfahren zur Präparierung von Haaren, insbesondere Pferdehaaren, für medizinische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß die Haare nach vorheriger sorgfältiger Reinigung der Einwirkung einer Mischung von Glyzerin, Spiritus und Formalin etwa 4 bis 6 Wochen ausgesetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Haare in eine Mischung aus etwa 200 Teilen Glyzerin, 100 Teilen Spiritus und 10 Teilen Formalin gelegt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haare, nachdem sie in Seifenlauge gewaschen und mit destilliertem Wasser abgespült worden sind, zunächst in einer Lösung von 0,02 prozentigem Quecksilberoxycyanat während etwa 3 bis 5 Tage verbleiben und nach vorherigem Waschen mit sterilem destillierten Wasser alsdann in eine Mischung von etwa 200 Teilen Glyzerin, 100 Teilen Spiritus und 10 Teilen Formalin gebracht und ihrer Einwirkung etwa 4 bis 6 Wochen ausgesetzt werden, worauf sie abermals mit destilliertem Wasser gewaschen werden.
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