DE27640C - Neuerungen an Wägeapparaten - Google Patents

Neuerungen an Wägeapparaten

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DE27640C
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A. H. EMERY in New-York
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01GWEIGHING
    • G01G1/00Weighing apparatus involving the use of a counterweight or other counterbalancing mass

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Measurement Of Force In General (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Durch die nachstehend erläuterte, zumeist auf Balkenwaagen sich beziehende Erfindung soll zunächst erreicht werden, dafs etwaige Durchbiegungen des Hauptwaagebalkens ohne Einflufs auf die Genauigkeit des Wägeresultates bleiben, was u. A. dadurch verwirklicht werden kann, dafs man neben dem Hauptwaagebalken einen zweiten (Secundär- oder Neben-) Waagebalken anordnet, diesen nur in der Nähe der Schwingungsachse beider Balken an den ersten starr anschliefst und die Last sowohl wie die Gewichte nur auf den Hauptbalken einwirken läfst. Dadurch weiter, dafs der Ausschlag des Nebenwaagebalkens mit mehrfacher Uebersetzung ins Grofse auf eine besondere Zeigerstange übertragen und diese mit einem Schiebegewichtchen ausgerüstet wird, ist eine sehr genaue Justirung der Waage, sowie auch das Wägen sehr kleiner Lasten durchführbar.
Eines der Mittel, um die Waage zur Gewichtsermittelung von Lasten, deren Gröfsen sehr weit von einander abweichen, mit nahezu gleicher Genauigkeit benutzen zu können, ist, dafs Er-, finder mit der erwähnten Zeigerstange eine Supplementlastschale verbindet, auf welche vorkommendenfalls nur solche Lasten aufgesetzt werden, die sehr viel kleiner als die sie balan ciren sollenden Gewichte sind. Eine dargestellte Modification der Waage zeigt einen besonderen Gestellrahmen, bedient sich besonders gestalteter und eigenthümlich zu benutzender Gewichte und ist mit einer hydraulischen Bremse zur Mäfsigung der für manche Zwecke zu lebhaften Balkenschwingungen ausgerüstet.
Die Aufhängung sowohl der Gewichtsschale und bezw. der Gewichtsstangen, wie der Lastschale erfolgt mittelst kurzer, dünner, biegsamer Plättchen aus festem Material.
Auch die Unterstützung der Waagebalken oder bezw. die Aufhängung derselben und der Zeigerstange wird mittelst der gleichen Stützoder bezw. Hängeplättchen bewerkstelligt. Diese besondere Verbindungsweise, einschliefslich der Hülfsmittel, bei denselben wird in der folgenden Beschreibung mit dem Begriff »Plättchenverbindung« der Kürze wegen bezeichnet.
In den Fig. 1 bis 8 ist eine einfachere Form der Waage veranschaulicht; darin bedeutet:
Fig. ι eine Vorderansicht der Waage;
Fig. 2 einen Grundrifs derselben;
Fig. 3 einen Verticalschnitt nach der Linie 3-3, Fig. 1;
Fig. 4 die Seitenansicht einer Einrichtung an Waagen zur Prüfung der Festigkeit von Fasern.
Fig. 5 zeigt den Secundärwaagebalken im Querschnitt und die an der Zeigerstange aufgehängte Waageschale für kleine Lasten in der Ansicht.
Fig. 6 veranschaulicht die Aufhängungsweise der Hauptplattform oder Waageschale zur Aufnahme der Last.
Fig. 7 ist ein dazu gehöriger Schnitt.
Fig. 8 stellt einen Querschnitt des Hauptwaagebalkens dar, sowie einen an ihm befestigten Supplementtheil, welcher der in Fig. 4 verzeichneten Einrichtung entspricht.
Fig. 9 ist die Vorderansicht einer zusammengesetzten und mehr durchgebildeten Waage;
Fig. 10 ein Grundrifs dazu;
Fig. 11 eine Seitenansicht derselben.
Fig. 12 veranschaulicht im gröfseren Mafsstabe und im Schnitte die hydraulische Brems-
Vorrichtung, welche mit dem Waagebalken in Verbindung steht;
Fig. 13 den hierzu gehörigen Grundrifs.
Fig. 14 ist ein Querschnitt durch die Klemmvorrichtung, vermittelst welcher der das Gewicht tragende Gestängerahmen gehalten wird;
Fig. 15 eine theilweise Ansicht dieser Vor-' richtung;
Fig. 16 eine Ansicht der Hälfte eines zweitheiligen Gewichtes, zugleich ein Stück der das Gewicht tragenden Stange, sowie Theile der beiden Stangen des gewichttragenden Rahmens veranschaulichend.
In den Fig. 1 bis 8 inclusive bezeichnet 1 einen Pfeiler und 2 einen Balken, welcher letztere durch eine kurze, dünne, biegsame Platte 3 getragen wird. Das untere Ende dieser wird durch einen Block 4 und eine Schraube 7 fest mit dem Pfeiler 1 verbunden, während die obere Kante mittelst einer anderen Schraube 7 zwischen Blöcke 5 und 6 eingeklemmt wird, wovon der letztere entweder ein Ganzes mit dem Waagebalken 2 bildet oder fest mit diesem durch Schrauben 8, Fig. 3, verbunden ist. In den Stücken 4 und 5 oder im Pfeiler 1 und dem Stücke 6 sind wegen sicherer Auflage an der Stelle des Einklemmens der Stützplatte 3 entsprechende Ausschnitte vorgesehen.
An den beiden Enden des Waagebalkens 2 sind mittelst Platten 9, 10 Hängestangen 11, 13 angeschlossen, welche die Gewichtsschale 12 und die Schale 14 zur Aufnahme der Last tragen.·
Der Kopf 15 der Hängestange 11 steht mittelst dünner, biegsamer Plättchen i5b und Schrauben I5a, sowie Platten 16 in Verbindung mit der Schlufsplatte 9 des Waagebalkens, woraus für .die Hängestange 11 eine freie Beweglichkeit folgt.
Die Lastschale 14 hängt mittelst auf Druck beanspruchter biegsamer Plättchen i6a, Fig. 1, 6 und 7, die vermöge Platten i6b an das Waagebalkenende 10 angeschlossen sind, an diesem, und zwar unter Mitwirkung noch von Klemmplatten i6c und einer kurzen Hängestange i3a, sowie Schraube 17. Unten ist dieselbe Hängestange durch Klemmplatte 18 und Schraube 17s mit anderen biegsamen Plättchen 19 verbunden, und diese wiederum mittelst Klemmplatten i8a und Schraube 20 mit der Hauptaufhängestange 13 der Last.
Diese Art der Zerlegung der Lasthängestange in nachgiebig verbundene Theile 13 und i3a läfst zu, dafs die Last sich immer mit ihrem Schwerpunkt direct unter die Platten i6a einstellt, ohne dafs diese sich erheblich zu biegen brauchen, denn die Hauptbiegung fällt in die Plättchen 19. Dies sichert eine sehr grofse Genauigkeit der Wägung.
Der Secundärwaagebalken 21 ist starr mit dem Unterstützungsblocke 6 verbunden, so dafs er zwar an der Bewegung des Hauptbalkens 2 theilnimmt, ohne aber von der Ausbiegung desselben unter dem Einflüsse schwerer Lasten mit afficirt zu werden. Dieser Secundärbalken 21 kann ein versetzbares Tarir- und Balancirgewicht 41 tragen. Das kleine Gewicht 41s ermöglicht das Ablesen von Bruchtheilen der Gewichtseinheit auf einer Scala des Hauptbalkens 2, Fig. i.
Der schwächere Zeigerbalken 2 2 hängt mittelst dünnen Plättchens 23 an einem Vorsprung 24 des Ständers 25. Er trägt ein versetzbares Gegengewicht 26, welches noch mit einem auf 27 sitzenden Gewichte 28 combinirt werden kann. Letzteres läfst sich je nach Bedarf leicht abnehmen bezw. wieder aufsetzen. Balken 22 ist der Länge nach in dem Schuh 29 verstellbar, an welchen die Aufhängeplättchen 23 anfassen, und zu fixiren durch Schraube 29s. Erwähnter Schuh verbindet mittelst dünner Platten 30 den Balken 22 in geringem Abstande von dessen Aufhängepunkt mit dem Balken 21 derart, dafs infolge Niedergehens des Waageendes von 2 das freie Ende des Balkens 2 2 aufwärts schwingt. Der Ausschlag von 22 wird infolge dieser Einrichtung nach Mafsgabe der in Betracht kommenden Hebelarme vergröfsert. In Rede stehender Zeigerbalken 22 trägt ein verschiebbares Tarir- und Ausbalancirgewicht 2 2a.
Auf 22 sitzt verschiebbar ein durch Schräubchen 32 feststellbarer Arm 31, welcher Träger der mit 34 befestigten Klemmplatte 33 ist. Mittelst dieser wird vermöge dünnen, biegsamen Plättchens 35 (oder deren mehreren), ferner von dieses umfassenden Klemmschienen 36, welche den Balken 21 gabelförmig umgreifen, Fig. 3 und 5, sowie vermöge Plättchenverbindung 37, 38 die Hängestange 39 nebst der zum Wägen kleinerer Lasten bestimmten Schale 40 getragen.
Vom Waagebalken 21 springt nach oben ein geschlitzter Aufsatz 42 vor, welcher das Zeigerbalkenende umfafst, ohne dasselbe zu berühren. Der Balken 22 ist an seinem hier in Betracht kommenden Ende gekerbt, Fig. 2. In unmittelbarer Nähe des Endes der Stange 22 trägt Balken 21 eine Scalenplatte 43, Fig. 1, zur Anzeige des Zeigerstangenausschlages.
In den mittleren Unterstützungsblöcken 5 und 6, sowie den Balkenstirnplatten 9 und 10 sind horizontale Stangen 44, 44 befestigt, welche Schiebegewichte 45, 46, 46% zur peinlich genauen Ausbalancirung der Waage dienend, aufnehmen. Die kleineren Gewichte 46 und 46a bestellen am besten aus Aluminium oder ähnlichem leichten Metall. Die Scala 47 soll befähigen, diese leichten Gewichte zur sehr genauen Wägimg von auf 40 oder auf 14 liegenden Lasten zu gebrauchen.
Anschlagschrauben 61, 62 und Vorsprünge 63, 64 begrenzen das Spiel des Waagebalkens.
Um die Waage, welche Mangels aller Reibungswiderstände aufserordentlich empfindlich ist, auch für Fälle weniger genauer Wägungen einzurichten, ist eine Reibungsbremse angeordnet worden. Dieselbe besteht aus einer elastischen Stange 48, Fig. 1 und 3, welche bei 49, 49 an dem Pfeiler 1 angeschraubt ist, sowie dazwischen eine Kopfschraube 50 trägt und aus einem an dieser Stange befestigten, sich mit Druck gegen den Unterstützungsblock 6 anlegenden Bolzen 5 1. Der hierbei entstehende Widerlagsdruck wird durch die Schraube 50 regulirt.
Die seither beschriebene Zeichnung nimmt an, däfs die Gewicht- und die Lastschale, gleich weit vom Unterstützungspunkt entfernt, am Waagebalken angreifen.
Dies ist unwesentlich für die Erfindung. Es würde ihr nicht zuwiderlaufen, wenn die wirksamen Hebelarme ungleich grofs wären. In der Praxis werden diese Hebellängen meist so gewählt, dafs eine zehnfache Uebersetzung stattfindet.
Dadurch, dafs man mittelst Schraube 53 eine Klemmvorrichtung 52 mit dem Waagebalken 2 verbindet (s. Fig. 8, 1 und 4) und unterhalb ein mit Zugapparat combinirtes Klemmfutter 54 vorsieht, kann die Waage zum Messen der Festigkeit von Fasern und Faden gebraucht werden. Das Klemmfutter 54 sitzt fest auf einer Schraubenspindel 55, führt sich in einem auf Stangen 57 gleitenden Kreuzkopf 56 und kann niederwärts gezogen werden durch Schraubenrad 58, Schneckenwelle 59 und Kurbel 60. Mit Hülfe dieses Zugapparates wird die Fadenspannung allmälig vergröfsert, bis dafs der Waagebalken seine durch die Zeigerstange 22 angegebene Mittelstellung einnimmt, währenddem Gewichte auf die Schale gelegt werden, so lange, bis der Maximalzug erreicht ist.
Die Vorzüge der Verwendung von Waagen, deren Unterstützungspunkte und Aufhängepunkte nicht durch Schneiden u. dergl., sondern durch kurze, dünne, biegsame Plättchen gebildet werden , zur Prüfung der Festigkeit von Fasern, sind mannigfach. So der Ausschlufs aller Reibungswiderstände, die grofse Genauigkeit der Wirkung und die Vermeidung jeglicher Tendenz zur Störung der 'gegenseitigen Lage der Theile bei Stöfsen, wie solche beim Zerreifsen der Probestücke vorkommen.
Dadurch, dafs die kleine Schale 40 an einem Punkt aufgehängt ist, welcher über dem Schwingungsmittelpunkt seines Balkens 22 liegt, wird eine Zunahme der Hebellänge beim Abwärtsschwingen veranlafst und eine Abnahme derselben beim Aufwärtsschwingen. Infolge dessen ist eine Erhöhung der Empfindlichkeit der Waage bis zu jedem wünschbaren Grade möglich, unter geeigneter Benutzung bezw. Adjustirung des Gewichtes 28 am Ende der Zeigerstange 22.
Bei der in Fig. 9 ,bis 16 dargestellten Modification bedeutet 61 ein Bett mit Ständern 62, 62, welche das Waagegestell tragen. Dieses besteht aus senkrechten Stützen 63 mit horizontalen Flantschen 64 und 65 oben und unten. Ein Vorsprung 66 auf 64 trägt den Unterstützungsblock 67 des Waagebalkens 68 vermittelst dünner, biegsamer Plättchen 69, deren Kanten mit Klemmklötzen 70, 71 an die Theile 66 und bezw. 67 angeschlossen sind. Die dargestellte Verbindungsweise der Plättchen 69 verdient den Vorzug vor anderen.
Der Waagebalken 68 wird in seinem Ausschlage begrenzt durch Stellschrauben 72, 73 und Vorsprunge 74, 75 eines Böckchens 76. An einem Arm dieses Böckchens 76 sind mittelst Platte und Schraube 77, Fig. 9, dünne Verbindungsplättchen 78 zur Aufhängung einer Zeigerstange 7 9 befestigt. Diese sitzt an einem Arm 80 fest, dessen eines Ende die erwähnten Plättchen 78 aufnimmt, während das andere mit Plättchen 81 zusammenhängt, welche ihrerseits das Gewichtsende des Balkens 68 mit der Zeigerstange 79 verbinden.
Auf 79 sitzt ein Schiebestück 82 mit senkrechtem Bolzen 83, auf welchem ein Gegengewicht 84 höher oder tiefer, je nach der der Waage zu verleihenden Empfindlichkeit, eingestellt werden kann. Das andere Ende der Zeigerstange spielt in der geschlitzten Führungsplatte 85 frei; diese sitzt ebenso wie die Scala 86 auf dem Waagebalken 68.
Zur annähernden Ausbalancirung dient ein auf 79 reitendes Schiebegewicht 87. Andere Schiebegewichte 88, 89 und 90 auf den Stangen 91,92, welche am Hauptwaagebalken befestigt sind, dienen zur genaueren Ausbalancirung bezw. auch für gewöhnliche Wägezwecke. Von diesen Gewichten besteht eines (z. B. 90) aus Aluminium oder ähnlichem specifisch leichten Material. Nach Befinden wird auf den Hauptbalken noch ein besonderes Tarirgewicht 93 aufgesetzt.
94 bedeutet ein ausschliefslich für Wägezweckejjestimmtes, auf der graduirten Stange 95 verschiebbares Gegengewicht. Die Stange besitzt bei 97 noch eine Graduirung, welcher das Aluminiumgewichtchen 96 zugehört, und zwar sind die Beziehungen zwischen den Gewichten und den Scalen derartige, dafs zehn Haupttheile auf der Scala 97 bezüglich des Gewichtes 96 gleichwertig sind mit einem Theile der Scala 95 bezüglich ihres Gewichtes 94. Die Schalen 98 und 99 an den Enden des Balkens dienen zur Aufnahme schwerer Gewichte 100.
An der Hauptunterstützungsstelle 69, Fig. 9, ist hier die schon weiter oben erwähnte »Plättchenverbindung« angewendet worden.
Die Lastschale 101 ruht innerhalb eines aus Grundplatte 102 .und Deckplatte 103, sowie
Stäben 104 bestehenden Gestellrahmens auf federnden Unterlagen 105. 106 ist ein mit federndem Kopf versehener, durch den Boden 102 durchragender Bolzen, welcher in einem Fufsblocke 107 spielt; dieser beugt einer Schädigung der Waage im Falle Ueberlastung derselben dadurch vor, dafs alsdann der Mehrdruck auf ihn abgesetzt wird. Federn 105 und Bufferstange 106 gestatten der Waagschale 101 eine gewisse seitliche Bewegung, unabhängig von der Bodenplatte 102. Mittelst Zugstange 108 und Plättchen verbindungen 109 ist der Zusammenhang des Waageschalenrahmens mit dem Waagebalken 68 hergestellt, während Stangenpaare 110 und in, welche durch Plättchenverbindungen 112 an der Gestellplatte 61 und bezw. dem oberen Gestellrahmen 64 sowie am Boden 102 und Deckplatte 103 angeschlossen sind, jeglicher Horizontalbewegung des Waageschalenrahmens vorbeugen, ohne Störung der Verticalbewegung desselben. 113 ist eine aufgelegte Last.
An einem Böckchen 117 der Zeigerstange 79 hängt mittelst Plättchenverbindung 116 und Stange 115 eine kleinere Lastschale 114.
Der Waagebalken 68 trägt mittelst Plättchenverbindungen 122 die gleich weit von einander abstehenden Gewichtsstangen 118, 119, 120 und 121. Diese besitzen in unter sich gleichen Abständen Bunde 123 zur Aufnahme der Gewichte 124, Fig. 16, von besonderer Gestalt. Von diesen Gewichten können je nach Wunsch des die Waage Bedienenden der Zahl nach mehr oder weniger auf den Bunden aufruhen und so zur directen Einwirkung auf den Waagebalken 68 gebracht werden.
Zur diesbezüglichen Anwendung und bezw. Entfernung (Aufserwirkungsetzen) der Gewichte dienen in der Verticalen bewegbare Rahmen (Gewichtsrahmen), deren jeder aus zwei Stangen 125, 125 besteht, die an gemeinsamen Kreuzköpfen 126 angreifen und in Aussparungen der Gestellränder 64, 65 gleiten können. Erwähnte Verticalbewegung wird ihnen mitgetheilt durch Hebel 127, 128, 129 und 130, Fig. 9, 10 und 11, und Schubstangen 131.
Zur Feststellung der Gewichtsrahmen und der darauf ruhenden Gewichte in der gerade gewünschten Position dienen Klemmvorrichtungen, deren jede sich zusammensetzt aus einem Paar derart ausgehöhlter Backen 132, dafs diese zusammen eine Oeffnung bilden zur Aufnahme der Stangen 125, und aus elastischen (z. B. ledernen) Packungsringen 133, Fig. 14 und 15, welche letzteren in die Backenhöhlungen eingelassen sind. Schrauben 134 drücken die beiden Backen mit solcher Stärke an die Stangen 125 des Gewichtsrahmens, dafs die vermöge der Ringe 133 erzeugte Reibung genügt, um jene Stangen festzuhalten. Mittelst Schrauben Χ35> Γ3^ wird die so gebildete Klemmvorrichtung an dem Flantsche 65 befestigt. Fig. 14 veranschaulicht einen dieser Klemmapparate im Querschnitt, Fig. 15 die innere Ansicht eines der Backen, ■ sowie eine der Längsstangen des Gewichtsrahmens theilweise. Um mittelst des Gewichtsrahmens die Gewichte 124 auf die Bunde 123 der Hängestangen je für sich und bezw. nach einander aufsitzen lassen zu können, sind die Stangen des Gewichtsrahmens. 125 mit kegelförmigen Anläufen 137 versehen, welche um ein Geringeres näher an einander liegen, als die Bunde 122 der Hängestangen von einander entfernt sind. Befindet sich der Gewichtsrahmen 125 in seiner obersten Stellung, so steht keines der Gewichte in Berührung mit der zugehörigen Hängestange, alle ruhen vielmehr auf den Anläufen 137 auf. Läfst man aber den Rahmen 125 herabsinken, so setzt sich zunächst das oberste Gewicht auf den entsprechenden Bund 123 und durch fortgesetztes Sinkenlassen des Gewichtsrahmens das zweite der Gewichte auf den zugehörigen Bund der Hängestange, dann das dritte u. s. f., bis die gewünschte Gewichtsanzahl zum Anhängen an den Waagebalken gebracht worden ist. Diese Anzahl ändert sich somit direct mit der Position des Gewichtsrahmens, und letztere wird kenntlich gemacht durch einen Zeiger 138 des Gewichtsrahmens und eine auf dem Flantsche 64 befestigte Scala 139.
Bei der Einzelzeichnung, Fig. 16, welche die Beschaffenheit der Gewichte angiebt, ist der Gewichtsrahmen so weit gesenkt vorausgesetzt worden, dafs das Gewicht auf einem Bunde 123 der Hängestange frei aufruht. Die Gewichte bestehen aus zwei zusammengeschraubten Theilen, wegen leichter Aufbringung auf die Stangen des Rahmens 125. Die kegelförmigen Anläufe 137 sichern eine stets centrische Lage der Gewichte; diese schleifen mithin bei ihrer Auf- und Abwärtsbewegung an der Hängestange nicht; nach dem Anheben der Gewichte durch den Gewichtsrahmen 125 aber ruhen jene aiii den horizontalen Flächen am Fufse der kegelförmigen Anläufe 137 auf.
Auch die Bunde 123 der Hängestangen können mit dergleichen Anläufen versehen werden.
Die Gewichtsrahmen nebst Gewicht an den Enden des Waagebalkens sind in der Zeichnung als um 900 gegen die eben beschriebenen versetzt angegeben worden. Doch ist dies unwesentlicher Natur. Eines der Gewichte der Hängestange 121 ist in der Seitenansicht, Fig. 11 , weggenommen gedacht, um die Bunde 123 und 137, desgleichen die Hängestange 12 1 und den an 126 angeschlossenen Gewichtsrahmen 125 erkennen zu lassen. Bei der praktischen Ausführung werden die Abstände der Gewichtshängestangen 118, 119, 120, 121 unter sich und bezüglich der Waagebalken'
Schwingungsachse so bemessen, dafs eines der dem Stangensystem 119 zugehörigen Gewichte gleichwerthig ist zehn Gewichten auf dem. System 118, eines der Gewichte auf 120, äquivalent zehn dergleichen auf 119 u. s. w. Aus diesem Grunde werden die Gewichte zum Gestänge 118 aus Metall von geringem specifischen Gewicht, z. B. aus Aluminium, hergestellt, die anderen Gewichte etwa aus Bronze. Die verschiedenen Gewichte der Stange 118 bezeichnen z. B. Gramme auf der Lastschale 101, diejenigen der Stange 119 Decagramme, diejenigen der Stange 120 Hectagramme und diejenigen der Stange 121 Kilogramme.
Die Beziehungen zwischen dem verschiebbaren Gegengewicht 94 und der Graduirung 95 auf dem Waagebalken sind so fest gesetzt, dafs, wenn bei ausbalancirter Waage das Gewicht 94 auf Null, linke Seite der Scala 95, steht, eine Verschiebung des Gewichtes 94 auf Nummer 10 (die in Fig. 9 verzeichnete Stellung) die gleiche Wirkung hat, als das Aufsitzenlassen sämmtlicher Gewichte des ersten Systemes 118 auf ihre am Waagebalken hängende Stange.
Bei einer Anordnung der Waagebalkenunterstützungspunkte, so wie die Zeichnung angiebt, ist die Wirkung einer Last auf der Secundärschale 114 bezüglich der Gewichte zehn Mal so grofs, als die einer auf der Schale 101 ruhenden Last. Doch läfst sich das mafsgebende Hebelverhältnifs auch leicht so abändern, dafs eine hundertfache Uebersetzung (oder irgend eine andere) erzielt wird.
140 sind ein Paar am Lastschalenende des Waagebalkens an diesen mittelst Plättchenverbindungen 141 angeschlossener Gewichtsstangen, welche Gegengewichte i2 4a tragen, deren Werth gleich jenen des am anderen Waageschalenende hängenden Gewichtsstangensystemes 121 ist. Beide Systeme unterscheiden sich in nichts von den bereits beschriebenen analogen Stangensystemen. Im Normalzustande hängen die Gegengewichte I2 4a am Waagebalken. Für die Zwecke der Wägung werden sie nach einander von den Bunden ihrer Hängestange abgehoben, durch eine Aufwärtsbewegung der centralen Stange 125% vermittelst Handhebels i3oa und Schubstangen 131s. Wenn die Waage während des Aufruhens sämmtlicher Gegengewichte auf den Bunden von 140 ausbalancirt ist, so kann also eine Last auf der Schale 101 durch Abheben einer geeigneten Anzahl von Gewichten von den Stangen 140 gewogen werden. Die Wägung leichter Lasten ist sonach ohne Hinzufügung einer Belastung des Waagebalkens möglich.
Obgleich die Bewegungen des Waagebalkens während des Gebrauches kaum bemerkbar sind, so äufsert sich doch selbst eine minimale Schwingung durch einen wohl erkennbaren Ausschlag der Zeigerstange 79.
Durch diese Einrichtung und weil das Wägen eines beträchtlichen Theiles der Last durch blofse Wegnahme von Gewichten bewirkt werden kann, wird jeglicher erheblichen Federung des Waagebalkens vorgebeugt.
Um die Schwingung des Balkens hemmen zu können, ist die Waage mit einer hydraulischen Bremse versehen. Dieser gehört das feststehende, oben und unten ausgehöhlte, mittelst Schrauben 143 an den Gestellflantsch 64 angeschraubte Widerlager 142 zu, Fig. 12 und 13. Durch Ueberdecküng der Höhlungen mit biegsamen, dünnen Platten 144, welche am Rande mittelst Ringe 145 fest aufgeklemmt werden und im Centrum Kopfplatten 146 tragen, entstehen über und unter jenem Widerlager Räume (Flüssigkeitskammern). Die Kopfplatten 146 sind durch Schrauben 147 und elastische Arme 148 an eine starre Stange 149 angeschlossen, welche letztere mittelst Plättchenverbindung 150 mit einem Ansätze 151 des Unterstützungsblockes 67 des Waagebalkens 68 zusammenhängt. Die Hohlräume beiderseits des Widerlagers 142 stehen in Verbindung mit einander durch eine Bohrung 152, welche in die Mündung 153 endigt, und durch diese, welche durch eine Schraube 154 verschliefsbar ist, geschieht die Füllung der Hohlräume. Die Heftigkeit der Schwingungen des Waagebalkens werden durch die Reibung gemäfsigt, welche die Flüssigkeit beim Durchströmen durch den Communicationsweg 152 erfährt, und dieser Widerstand kann erforderlichenfalls variirt werden durch Veränderung des Querschnittes dieses Weges oder durch Verlegung der Plättchenverbindung 150 näher an oder ferner von dem Schwingungsmittelpunkt des Waagebalkens.
Noch ist eine mit dem Waagebalken durch Arm 155 und bezw. mit dem festen Gestelltheile 65 durch Schraubenspindel 156, deren Kreuzkopf 157 sich an Stangen 158 führt, verbundene Fadenprüfvorrichtung zu erläutern. Die Schraubenspindel 156 geht durch eine in dem Schraubenrade 159 festsitzende Mutter hindurch und kann durch diese unter Vermittelung einer Schneckenkurbelwelle 160 rechts- oder linksum gedreht werden, was ein Niedergehen oder Aufsteigen der Spindel 156 zur Folge hat. Das Schraubenrad 159 sitzt zwischen Gestellwand 65 und einer Querschiene i59h, die an den rechtwinklig dazu stehenden Schienen I59a (s. auch Fig. 10) und durch diese wieder mit dem Gestell 65 verbunden ist. Führung erhält die Schraubenspindel aufser durch Kreuzkopf 157 durch die Gestellwand 65 und die Querschiene 15 9b.
Die Gebrauchsweise der Vorrichtung zur Ermittelung der Festigkeit von Fasern oder Faserstoffen findet Erläuterung durch Fig. 9. Bei Messung eines Druckes wird das Probestück zwischen Kreuzkopf 157 und Waagebalken 68
gebracht und die Kurbelwelle 160 derart umgedreht, dafs die Schraubenspindel aufsteigt.
Die Waage wird bei der Messung von Zugkräften ausbalancirt durch Wegnahme von Gewichten auf der Gewichtsseite bezw. Zulegung solcher auf der Lastseite, und die Messung der Zugspannung geschieht durch Hinzufügung von Gewichten auf der Gewichtsseite oder Entfernen solcher auf der Lastseite. Bei der Messung von Druckspannungen hingegen wird die Waage in der umgedrehten Weise ausbalancirt, und auch die Messung geschieht in umgekehrter Weise.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Die Zusammenstellung des eigentlichen Waagebalkens 2 mit einem Secundär- (Neben-) Waagebalken 21 derart, dafs beide an oder nahe der Unterstützungsstelle (Fulcrum) starr mit einander verbunden, an ihren Enden aber völlig unabhängig von einander sind, um etwaige Durchbiegungen des ersteren, den gröfseren Gewichtsdruck aufnehmenden Balkens nicht mit auf den zweiten Balken, unter dessen Mitwirkung das Wägeresultat gewonnen wird, zu übertragen.
  2. 2. Die Zeigerstange 22 mit gröfserem Ausschlage als der Waagebalken, welche am oder nahe dem einen Ende des Nebenbalkens mit diesem durch Plättchenverbindung zusammenhängt und eine adjustirbar aufgehängte Lastschale 40 für kleinere Lasten trägt. Die letztere gestattet vermöge der zwischen der Zeigerstange und dem Hauptbalken bestehenden Hebelübersetzung die Wägung von sehr weit von einander verschiedenen Lasten mittelst eines gegebenen Gewichtes am Hauptbalken, Fig. 1 bis 8, oder die Verbindung der Zeigerstange 79 mit dem einen Ende des Hauptwaagebalkens 68 zu demselben Zwecke, Fig. 9 bis 16.
  3. 3. Die Zerlegung der Aufhängestange der Last- und eventuell auch der Gewichtsschale in zwei biegsam mit einander verbundene Theile, wie 13 und 13% Fig. 1, 6 und 7, bezw. die doppelte Plättchenverbindung 109, 109, Fig. 9.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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