DE2653595C2 - Verfahren zum Extrahieren von embryonaler Kälberhaut, der dabei erhaltene Extrakt sowie dessen Verwendung als Wirkstoff in Mitteln zur Behandlung der Haut - Google Patents

Verfahren zum Extrahieren von embryonaler Kälberhaut, der dabei erhaltene Extrakt sowie dessen Verwendung als Wirkstoff in Mitteln zur Behandlung der Haut

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DE2653595C2
DE2653595C2 DE19762653595 DE2653595A DE2653595C2 DE 2653595 C2 DE2653595 C2 DE 2653595C2 DE 19762653595 DE19762653595 DE 19762653595 DE 2653595 A DE2653595 A DE 2653595A DE 2653595 C2 DE2653595 C2 DE 2653595C2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Extrahieren von embryonaler Kälberhaut, insbesondere der Haut
von embryonalen Kälbern, die zwischen dem zweiten Trächtigkeitsmonat und der Geburt entnommen worden ist, das im wesentlichen die Stufen des Zerkleinerns, Extrahlerens in Gegenwart organischer Säuren, Abtrennens und Gefriertrocknens umfaßt, den dabei erhaltenen Extrakt sowie dessen Verwendung als Wirkstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Mitteln zur Behandlung der Haut.
Es sind bereits viele Verfahren zum Extrahieren proteinhaltiger Gewebe und insbesondere Geweben, die aus
Kälberhaut stammen, bekannt, die im allgemeinen bei niedriger Temperatur und in einem sauren oder in einem alkalischen Medium unter mt'.den Extraktionsbedingungen durchgeführt werden, um das Extraktionsprodukt nicht zu denaturieren. Die dabei erhaltenen Produkte werden jedoch im allgemeinen In verhältnismäßig gerin-
gen Ausbeuten erhalten, und sie weisen nur eine geringe antilnflammatorische oder vernarbende Aktivität auf.
Es wurde auch bereits vorgeschlagen, bestimmte proteinhaltige Gewebe bei sehr hohen Temperaturen,
beispielsweise im Bereich von 90 bis 120" C, zu extrahieren, insbesondere unter Verwendung eines auf einen alkalischen pH-Wert abgepufferten wäßrigen Mediums oder gegebenenfalls auch unter Verwendung eines sauren Mediums. In allen diesen Fällen werden die Extraktionsprodukte jedoch in unerwünschter Weise abgebaut, so
.is daß sie einen sehr hohen Gelatineanteil enthalten.
Aus der DE-OS 18 10 051 Ist ein Verfahren zum Fa Tahleren von Collagen aus frischen oder eingefrorenen, eingeyalzenen, gegebenenfalls gekalkten und/oder mit .erdünnter Säure behandelten Tierhäuten bekannt, bei dem die Korlumschlcht bei einer Temperatur unter etwa 20° C zu einer Aufschlämmung von fein verteiltem Collagen in Wasser vermählen, die Aufschlämmung zum Aufquellen des Collagens mit einer Säure bei pH 2.5 bis 3." behandelt und dann koaguliert, durch Waschen mit einer sauren Phosphatlösung von überschüssigem Koaguliersalz befreit, mit einer Glutaraldehyd und ein saures Phosphat enthaltenden Lösung gegerbt, gewaschen, welch gemacht und getrocknet wird. Auch bei diesem Verfahren Ist die Ausbeute an dem gewünschten Endprodukt verhältnismäßig gering.
Aufgabe der Erfindung war es daher, ein Verfahren zum Extrahieren von proteinhaltlgen Geweben, Insbeson- « dere Geweben, die aus der Kälberhaut stammen, zu schaffen, das unter Erzielung einer höheren Extraktausbeute durchgeführt werden kann und zu Produkten mit einer verbesserten pharmakologischen Wirkung führt.
Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst werden kann, daß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art die Exiraktionsstufe während mindestens 3 Stunden bei einer Temperatur zwischen 60 und 75° C mit Hilfe einer wäßrigen Lösung mit saurem pH-Wert von 3 bis 5 durchgefPM wird.
«ι Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man auf technisch einfache Welse einen Extrakt von embryonaler Kälberhaut In hoher Ausbeule, der sich hervorragend als Wirkstoff In kosmetischen und pharmazeutischen Mitteln zur Behandlung der Haut eignet und Insbesondere eine ausgeprägte antlinflammatorische und vernarbende Wirkung hat.
Gegenstand der Erfindung Ist ferner der bei Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens erhaltene <* Extrakt von embryonaler Kälberhaut, Insbesondere der Haut von embryonalen Kalbern, die zwischen dem zweiten Trächtigkeitsmonat und der Geburt entnommen worden sind, sowie die Verwendung dieses Extrakts als Wirkstoff In kosmetischen und pharmazeutischen Mitteln zur Behandlung der Haut. vi
Zur Einstellung des sauren pH-Wertes bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet man ϊά
vorzugsweise eine organische Säure, wie Essigsäure, Zitronensäure, Trlchloresslgsäure, Bernsteinsäure, Ascorbln- '■$
'•'i säure und/oder Milchsäure. :>;
Vorzugsweise setzt man die wäßrige saure Extraktionslösung In einer Menge von 1 bis 4 1 pro kg Kälberhaut "A
ein. und die Extraktionsstufe wird vorzugsweise während einer Zeitdauer von 3 bis 22 Stunden, insbesondere ΐ)
von 8 bis 15 Stunden, durchgeführt. .:;■)
Der bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltene Fxtrakt von embryonaler Kälberhaut ■■■.·
<>> Ist dadurch gekennzeichnet, daß er Glycin In einer Menge enthält, die gleich oder bis zu .I.^mal so groß Ist wie :\
der Hydroxyprolingehalt. ;
Ein solcher Extrakt Ist Insbesondere verwendbar als Wirkstoff In kosmetischen Mitteln zusammen mit einem i
geeigneten kosmetischen Trägermaterial, die den Wirkstoff Im allgemeinen In einer Menge von 0,3 bis 5 Gew.-%.
insbesondere von 0,8 bis 2 Gew.-%. enthalten. Überiicherweise liegt die kosmetische Zubereitung in Form einer wäßrigen Lösung mit einem pH-Wert zwischen etwa 4 und etwa 7 oder in Form einer Lotion, eines Geis, einer Creme, einer Salbe oder eines Aerosolsprays, kombiniert mit üblichen kosmetischen Hilfsstoffen, vor. Der erfindungsgeniSße Extrakt ist auch verwendbar als Wirkstoff in pharmazeutischen Mitteln insbesondere für die parenteral Verabreichung, die ihn zusammen mit einem geeigneten pharmazeutischen Trägermaterial, insbesondere einer nicht-toxischen, physiologisch verträglichen wäßrigen Lösung, in einer Menge von 0,5 bis 2 Gew.-% enthalten. Das pharmazeutische Mittel hat im allgemeinen einen pH-Wert von etwa 6,5 bis etwa 7,5, insbesondere von etwa 7.
Der erfindungsgemäße Extrakt kann aber auch als Wirkstoff in einem pharmazeutischen Mittel zusammen mit einem für die orale Verabreichung geeigneten pharmazeutischen Träger beispielsweise in Form von Pillen, Pulvern, Granulaten, Tabletten oder Mikrokapseln, vorliegen.
Die wäßrige Extraktionslösung wird im allgemeinen in einem Gewichtsverhältnis von Kälberhaut (in kg) zu Wasser (in 1) verwendet, das zwischen 1:1 und 1 :4 liegt. Bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann das Erwärmen progressiv erfolgen, d. h. man kann beispielsweise während einer bestimmten Zeitspanne auf eine Temperatur unter 60° C erhitzen und anschießend die Temperatur auf einen oberhalb des is angegebenen Bereiches liegenden Wert erhöhen. Es ist aber auch möglich, zunächst auf eine innerhalb des oben angegebenen Temperaturbereiches liegende Temperatur zu erhitzen, dann die Temperatur herabzusetzen und diese während einer variablen Zeit aufrechtzuerhalten.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Exiraxtionsverfahrens Ist es von Bedeutung, daß das Erhitzen auf eine Temperaruj von 60 bis 75° C mindestens 3 Stunden lang durchgeführt wird. 2»
Wenn man auf eine darunterliegende Temperatur erhitzt und das Erhitzen während einer Zeitdauer von weniger als der angegebenen Mindestzeit durchführt, erhält man einen Extrakt, der nicht sämtliche erforderlichen Eigenschaften besitzt, und man erzielt nur eine wesentliche geringere Ausbeute.
Wenn die Extraktlonslemperatur zu hoch liegt, erleiden - wie oben bereits angegeben wurde - die Extraktionsprodukte einen Abbau und besitzen von diesem Zeitpunkt an nicht mehr die angestrebten Eigenschaften. -5
Es hat sich bei entsprechenden Untersuchungen gezeigt, daß eine Temperatur von 75° C als nicht zu übersteigende Maximaltemperatur anzusehen ist.
Wie bereits angegeben wurde, handelt es sich bei den proteinhaltlgen Geweben, die bei dem erfindungsgemäßen Extraktionsverfahren eingesetzt werden, um embryonale Kälberhaut bzw. die Haut von embryonalen Kälbern, die ein Alter besitzen, das zwischen einer Trächtlgkeitszeit von 2 Monaten und der Geburt liegt. *>
Die Extraktion d;; embryonalen Kälberhaut kann unmittelbar nach der Entnahme der Haut durchgeführt werden oder man kann diese vor Her Extraktion aufbewahren bzw. konservieren, wozu man sie entweder einfriert oder einsalzt.
Die erste Stufe des Verfahrens, die Muflg bei solchen Extraktionsverfahren angewandt wird, ist das Zerklelnern, Zerschneiden oder gegebenenfalls Pulverisieren der embryonalen Kälberhaut. Diese Maßnahme kann in .trockenem Zustand und insbesondere an den gefrorenen Produkten durchgeführt werden, kann jedoch auch in Wasser oder direkt in dem Extraktionsmedium erfolgen.
Als Zerkleinerungsvorrichtung kann man handelsübliche Vorrichtungen verwenden.
Die sich an die Extraktionsstufe anschließende Stufe der Abtrennung wird ebenfalls unter ..rwendung üblicher Methoden durchgeführt, beispielsweise durch Zentrifugieren, Filtrieren oder durch Absaugen.
Diese Abtrennungsstufe wird im allgemeinen bei Raumtemperatur, mindestens jedoch bei einer Temperatur unterhalb 30° C, durchgeführt.
In gewissen Fallen Ist es erwünscht, die Abtrennungsstufe zu wiederholen, insbesondere wenn diese durch Zentrifugleren erfolgt, so daß man eine stärker geklärte überstehende Flüssigkeit erhält.
In dem Fall, da die überstehende Flüssigkeit schwach gefärbt Ist, Ist es erwünscht, sie einer zusätzlichen Stufe zu unterwerfen, in der sie mit Aktivkohle entfärbt wird.
An diese Stufe kann sich weiterhin ein Zentrifugleren oder ein Filtrieren anschließen.
Vor der letzten Stufe des Gefriertrocknens Ist es weiterhin erwünscht, ein Aufkonzentrieren Im Vakuum bei einer Temperatur von < 30° C durchzuführen, um in dieser Weise das Volumen der überstehenden Flüssigkeit zu vermindern.
Die überstehende Flüssigkeit wird dann der letzten Stufe des Verfahrens, nämlich der Gefriertrocknung, unterworfen, die durch Einfrieren bei - 40 bis - 60° C, vorzugsweise bei - 5CP C, durchgeführt wird.
Nach dem Gefriertrocknen erhält man den gewünschten Extrakt in Form eines weiß-cremefarbenen Pulvers, das in Wasser mit saurem pH-Wert löslich Ist.
Das erhaltene Produkt zeichnet sich durch die Tatsache aus, daß es erhebliche Mengen Glycin enthält, die ^ gleich oder um den Faktor 3,5 größer sind als die Menge des vorhandenen Hydroxyproline.
Unter Verwendung der mit dem genannten Verfahren aus Embryos gewonnenen Extrakte können kosmetische und pharmazeutische Zubereitungen hergestellt werden.
Die auf die Haut aufzubringenden kosmetischen Präparate enthalten im allgemeinen 0,3 bis 5 Gew.-'*-. des Extrakts und vorzugsweise 0,8 bis 2 Gew.-% davon. Diese Zubereitungen oder Präparate können In Form von ^" wäßrigen Lösungen mit einem pH-Wert zwischen 4 und 7 vorliegen.
Die Zubereitungen können auch In anderer Form eingesetzt werden, beispielsweise in Form von Lotionen, in Form von Gelen, Cremes, Salben und Aerosolsprays.
Bringt man diese Zubereitungen oder Präparate auf die Haut auf, so bekämpfen sie den Abbau und das Altern der Hautgewebe, wirken antlinflammatorlsch gegen entzündliche Hautrötung, gegen Sonnenbrand oder können '■' auch die Vernarbung von Wunden oder Verbrennungen begünstigen.
Die erfindungsgcmilßen Extrakte können auch zur Herstellung von pharmazeutischen Präparaten verwendet werden, tile auf ;\irenlcralem Wege, beispielsweise durch Intramuskuläre oder subkutane Injektion, verabreicht
werden, wobei diese Zubereitungen im wesentlichen aus einer wäßrigen, physiologischen, nicht-ioxischen Lösung der erfindungsgeraäßen Extrakte bestehen, die 0,5 bis 2 Gew.-% der Extrakte enthalten und einen pH-Wert von etwa 6,5 bis 7,5 und vorzugsweise einen pH-Wert von etwa 7 aufweisen.
Die in dieser Weise verabreichten Zubereitungen stellen sehr wirksame Präparate gegen akute oder chronische Entzündungen, wie Ödeme. Verbrennungen oder subchronische Entzündungen, wie Arthritis und Rheumatismus, dar.
Diese Zubereitungen sind ebenfalls wirksame wundvernarbende Mittel.
Die erfindungsgemäßen Extrakte können auch zur Herstellung von oral zu verabreichenden pharmazeutischen Präparaten verwendet werden, die im wesentlichen aus einer Mischung aus einem nicht-toxischen zu verabreichenden Trägermaterial und den erfindungsgemäßen embryonalen Extrakten bestehen.
Diese oral zu verabreichenden Zubereitungen können in verschiedenartiger Form vorliegen, beispielsweise in Form von Pillen, Pudern, Granulaten, Tabletten oder Mikrokapseln.
Um zu zeigen, daß die Extraktionsbedingungen, das heißt die Temperatur und der pH-Wert, eine erhebliche Bedeutung dafür haben, daß man Extrakte mit einer auszeichneten vernarbenden Wirkung erhält, wurden verschiedene Vergleichsuntersuchungen durchgeführt.
1. Einfluß der Temperatur
Man vergleicht Extrakte von embryonaler Kälberhaut, die bei Temperaturen zwischen 60 und 75° C erhalten wurden, hinsichtlich der vernarbenden Wirkung mit Extrakten, die bei Temperaturen gewonnen wurden, die unterhalb oder oberhalb des erfindungsgemäßen Temperaturbereichs liegen. (Diese verschieder^n Extraktionen wurden gemäß der Technik des folgender! Beispiels 1 durchgeführt, das heißt bei einem pH-Werr von 4 und bei Anwendung einer Extraktionszeit von 15 Ständen).
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle I zusammengestellt.
Tabelle I
Extraktionstemperatur
Ausbeute g/kg Kalberhaut
Hydroxyprolin nig/g
vernarbende Wirkung
4° C 20° C 40° C 55° C
80° C 90° C
21
27
90
100
120 105
21 18 12 24
60° C 102 94 30
65° C 105 96 35
75° C 100 95 31
17 0
Bei ähnlichen Untersuchungen, die bei einer Temperatur zwischen 60 und 750C durchgeführt wurden, jedoch Extraktionszeiten von 3 und 22 Stunden anwenden, zeigte sich, daß die Änderungen hinsichtlich der Ausbeute einerseits und der Aktivität andererseits realtiv geringfügig sind Im Vergleich zu den oben angegebenen Werten, die mit Extrakten erzielt wurden, ά-.c bei Anwendung einer Extraktionszeit von 15 Stunden gewonnen wurden.
Ganz allgemein führt eine kürzere Extraklionszeil zu einer etwas geringeren Ausbeute, jedoch zu einer etwas höheren Wirkung, während eine längere Extrakilonszeit eine bessere Ausbeute, jedoch eine geringere Aktivität ergibt.
Anhand der erhaltenem Ergebnisse ist festzustellen, daß lediglich die erfindungsgemäß durchgeführten Extraktionen mit ausgezeichneten Ausbeuten zu Extrakten führen, die eine gute vernarbende Wirkung besitzen.
Die bei 40C und 200C erhaltenen Extrakte besitzen zwar eine vernarbende Wirkung, die jedoch wesentlich geringer ist als diejenige, die man bei Extrakten beobachtet, ''',e man bei 60 und 75° C gewinnt, wobei die Extraktausbeute etwa um den Faktor 5 geringer ist, als man sie bei Anwendung der erfindungsgemäßen Bedingungen erzielt.
Die bei 4O0C, 553C, 80° C und 90° C durchgeführten Extraktionen ergeben die Extrakte mit Ausbeuten, die vergleichbar sind mit jenen, die man hei Temperaturen von 60 und 75° C erzielt, wobei jedoch festzustellen ist, daß die vernarbende Wirkung des bei 90° C erhaltenen Extraktes wesentlich geringer und praktisch gleich Null
2. Einfluß des pH-Wertes
Es wurden Extrakte von embryonaler Kälberhaut, die bei Temperaturen von 60 und 75° C und einem pH-Wert von 4 erhalten wurden, mit Extrakten verglichen, die bei den gleichen Temperaturen, jedoch einem pH-Wert von 8 gewonen wurden. Die Extraktionen erfolgten nach der in dem folgenden Beispiel 1 angegebenen Verfahrensweise, wobei die Zitronensäure durch eine ausreichende Menge Natriumhydroxid ersetzt wurde, um den pH-Wert auf 8 zu t ringen. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengestellt.
pll-Wcrt Ausheule 26 53 595 Hydroxyprolin mg/g vernarbende Wirkung
Tabelle 11 8 70 95 16
Ixlraktionslemperalur 8 70 g/kg Kälherhaui 87 12
60° C 4 102 94 32
75° C 4 100 9 S 31
(1O0C
75° C
Es Ist festzustellen, daß die vernarbende Wirkung der bei einem pH-Wert von 8 erhaltenen Extrakte wesentlich geringer Ist. Diese Extrakte sind etwa um den Faktor 2 bis 2,5 weniger wirksam als die bei einem pH-Wert von 4 gewonnenen und werden in geringeren Ausbeuten erhalten.
Die oben angesprochene vernarbende Wirkung wird über das Ausmaß der Beständigkeit einer Narbe gegen das Aufreißen bewertet. is
Untersuchungsmethode Tiere
Man verwendet verschiedene Gruppen von Tieren, 'J!c m!n'.'?s|i'r"' '5 miinnliehe Ratten der Rasse Wisiar umfassen und die ein Gewicht von etwa 250 ± 10 g aufweisen,
Diese Tiere werden mit Pentobarbital-natrium (50 mg/kg bzw. I ml einer Lösung mit einer Konzentration von 12 mg/ml) betäubt, worauf der Rückenbereich der Ratte mit Hilfe einer elektrischen Schervorrichtung rasiert wird.
Experimentelle Wunden
Die Untersuchung der Bruchkräfte der Narben erfolgt an Wunden, die man (ohne Eiterung) von selbst hellen läßt, das heißt von Wunden, die man durch einen geraden Elnschnli' durch die gesamte Dicke der Haut mit Hilfe einer Rasierklinge und mit Hilfe von Scheren verursacht. Diese mediodorsale Narbe verlauft senkrecht zu der Körperachse des Tieres und besitzt eine Länge von 1 cm. Die Ränder der Narbe vereinigen sich spontan, so >o daß zur Vernarbung weder geklammert noch genäht werden muß.
Die Tiere werden anschließend In Einzelkafige überführt, um die Störung oder die Verschmutzung der Wunden durch andere Tiere zu vermelden.
Die zu untersuchenden Produkte werden durch fünfmaliges Auftragen von 250 mg der Creme auf eine Oberfläche von 25 cm2 verabreicht, und zwar beginnend mit dem Tag T+5 bis zum Tag T+9 (wobei der Tag T der Ji Tag Ist, an dem die Wunde verursacht wird).
Die Tiere werden am 12. Tag nach der Zufügung der Wunde mit Chloroform getötet, worauf man bei jedem Tier:
a) die Dicke der Haut einerseits und der Narbe andererseits (bei 2 cm) mit Hilfe eines Lhomargy-Mikrometers; w und
b) die Bruchkraft bzw. Reißkraft der Narbe bestimmt, wozu man hanteiförmige Hautproben verwendet, die man mit Hilfe einer Stanzvorrichtung senkrecht zur Achse der Narbe herausstanzt.
Diese Hautproben besitzen eine Breite von 1 mm und eine Länge von 50 mm. Die beiden Enden werden a zwischen den Klemmbacken eines Lhomargy-Dynamometers festgeklemmt. Mit dem Dynamometer kann eine variable Zugkraft 'von 0 bis 500g) mit konstanter Geschwindigkeit (5cm/Minute) auf die Narbe ausgeübt werden.
Ergebnisse
Die zum Aufreißen der Wunctränder erforderliche Kraft kann an der Vorrichtung In cN (Centinewton) abgelesen werden. Die erhaltenen Zahlenwerte werden statistisch nach dem Student-Test »t« ausgewertet.
Anschließend bestimmt man den Prozentsatz der Steigerung der Bruchkraft der Wunden von behandelten Tieren gegenüber von Tieren, die nicht behandelt worden sind.
Die folgenden Beispiele, die sich mit der Herstellung von Extrakten aus embryonaler Kälberhaut und erfindungsgemäßen pharmazeutischen und kosmetischen Präparaten befassen, dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Beispiel 1
Man verreibt 19 kg frische Haut von embryonalen Kälbern mit 401 destilliertem Wasser, dessen pH-Wert durch Zugabe der erforderlichen Menge Zitronensäure auf einen Wert von 4 eingestellt worden Ist.
Die in dieser Welse erhaltene Lösung wird dann über Nacht (etwa 15 Stunden) auf eine Temperatur von 75° C erhitzt und dann wieder auf eine Temperatur von etwa 35° C abgekühlt. Anschließend zentrifugiert man bei Raumtemperatur während 2 Stunden bei 10 000 min"'. Diese Maßnahme kann gegebenenfalls wiederholt werden, wenn die überstehende Flüssigkeit nicht klar ist.
Dann engt man im Vakuum bei +30° C ein und bewirkt eine Gefriertrocknung des Materials bei - 50° C.
In dieser WeKe erhält man 1.850 kg des Extrakts aus der embryonalen Kälberhaut In Form eines Pulvers, das heißt pro Kilogramm der Haut 100 g des Extrakts (mil einer vernarbenden Wirkung von 31).
Bei dem Verfahren dieses Beispiels kann man die Zitronensäure mit Vorteil durch Trichlorcssigsäure ersetzen, ohne dall hierdurch eine Verminderung der Ausbeule oder eine Beeinträchtigung der vernarbenden Wirkung ltzustcllen Ist
In es .g er eryn erhaut In Frm ein
pro Kilogramm der Haut 100 g des Extrakts (mil einer vernarbenden Wirkung von 31).
säure ersetzen.
rch eine Verminderung der Ausbeule oder eine Beeinträchtigung der vernarbe
lestzustcllen Ist.
Ii e I s ρ i e I 2
Man verreibt 11 kg embryonale Kälberhaut in 15 1 destilliertem Wasser, das man mit einer ausreichenden i'1 Menge Essigsäure versetzt hat, um den pH-Wert auf 4 einzustellen.
Dann erhitzt man über Nacht (15 Stunuen) auf eine Temperatur von +60"C und kühlt dann auf cine Tem- ^,
peratur von ν 35° C ab. '$
Nach dem Zentrifugieren und dem Behandeln mit Aktivkohle zur Entfärbung der überstehenden Flüssigkeit unterzieht man das Produkt, ohne es im Vakuum aufzukon/entrieren. direkt einer Gefriertrocknung Das i< Gefriertrocknen wird bei einer Temperatur von etwa - 50 C durchgeführt.
In dieser Welse erhält man 1 kg des Extrakts aus embryonaler Kälberhaut In Form eines weißlichen Pulvers, das heißt pro Kilogramm der Kälberhaut gewinnt man 91 g des Extrakts.
Bei dem Verfahren dieses Beispiels kann man die Essigsäure mit Vorteil durch Bernsteinsäure oder durch Ascorbinsäure ersetzen.
Beispiel 3
Man verreibt 383 kg frische embryonale Kälberhaut mit 400 1 destilliertem Wasser in einer Zerkleinerungsvorrichtung und versetzt dann mit Essigsäure bis zu einem pH-Wert von 4,5. Anschließend bringt man die Tempe- -> ratur während 15 Stunden auf 45° C und dann wahrend 3 Stunden auf 75° C. Anschließend läßt man die Temperatur auf etwa 30° C absinken.
Dann trennt man zunächst das unlösliche Material mit Hilfe eines Überlaufgefäßes (2 bis 3 Stunden) und dann mit Hilfe einer Kläreinrichtung (während eines Tages) ab. Die erhaltene überstehende Flüssigkeit wird bei + 40C gewonnen.
"·<> Man filtriert die gesamte überstehende Flüssigkeit Im Vakuum bei einer Temperatur von 30° C über ein Papierfilter unter Verwendung einer Filterpresse, worauf man das Flltrat in einer Konzentriervorrichtung aufkonzentriert.
Nach der Zugabe von I g Natrium-mcrhiolat pro 5 I des Konzentrats trocknet man das Material durch Gefriertrocknen bei einer Temperatur von etwa - 50° C.
In dieser Welse gewinnt man 25 kg des Extrakts aus embryonaler Kälberhaut in Form eines weißlichen Pulvers, was bedeutet, daß man pro Kilogramm der Kälberhaut 65,5 g des Pulvers erhält.
Bei dsrn Verfahren dieses Beispiels erfolgt das Abtrennen nicht durch Zentrifugleren, wodurch sich teilweise die etwas geringere Ausbeute erklärt.
B e I s ρ i e 1 4
Man verreibt 300 kg embryonale Kälberhaut in 400 1 destilliertem Wasser, dessen pH-Wert man durch Zugabe einer ausreichenden Menge Essigsäure auf einen Wert von 4 eingestellt hat. Anschließend erhitzt man unter Rühren während 22 Stunden auf 65° C. Man zentrifugiert und klart in der In den obigen Beispielen angegebenen 4> Welse.
Nach dem Einengen im Vakuum und dem Gefriertrocknen bei - 50° C erhält man 30 kg des Extrakts aus der embryonalen Kälberhaut in Form eines Pulvers, was bedeutet, daß man pro Kilogramm der Kälberhaut 100 g des Pulvers gewinnt.
Bei diesem Beispiel kann man die Essigsäure durch Bernsteinsaure ersetzen, ohne daß hierdurch die Ausbeute oder die vernarbende Wirkung beeinflußt werden.
Beispiel A
Man bereitet eine Körpermilch zur Behandlung von trockener, runzeliger Haut, wozu man die folgenden Bestandteile vermischt:
Mono- und Di-stearat von Polyäthylenglykol 600 7 g
Stearin 2 g
Paraffinöl 10 g
p-Hydroxybenzoesäuremethylester 0.15 g
Embryoextrakt gemäß Beispiel 1 0,85 g
steriles, entmlneralisiertes Wasser ad 100 g.
Diese Milch verleiht bei regelmäßiger Anwendung der behandelten Haut ein zartes und glattes Aussehen. Beispiel B
Man bereitet eine Körpermilch, die auf die Haut aufgebracht werden kann, die sich durch lange Sonnenein-
wirkung und Windeinwirkung gerötet hat, durch Vermischen der folgenden Bestandteile:
TriiUhanolaminstearat 7 g
Stearin 2 g
Paraffinöl 10 g ^
p-llydroxybcnzoesiluremethylesier 0.15 g
Embryocxirakt gemäß Beispiel 2 1.25 g
steriles entmlncrallsiertcs Wasser ad ICK) g
Durch regelmäßiges Auftragen dieser Milch erreicht man ein Verschwinden der Hautrötung. w
Beispiel C
Durch Vermischen der folgenden Bestandteile bereitet man eine Körpermilch, die zur Behandlung der
Abschllferung bzw, Häutung der Beine verwendet werden kann. '
Cetylalkohol {2%) 7 g
Stearin 2 g
Paraffinöl 10 g
p-Hydroxybenzoesäuremethylester 0,i5g :·"
Embryo-Extrakt gemäß Beispiel 3 0.85 g
steriles, entmlnerallslertes Wasser ad 100 g.
Beispiel D
Durch Vermischen der folgenden Bestandteile bereitet man eine Creme, die iut Behandlung der geringfügig
faltigen Gesichtshaut und Halshaut und Insbesondere zur Behandlung von verbrauchter oder ermüdeter Haut eingesetzt werden kann:
, Polyälhylen-cetyläther 2 g *"
Cetylalkohol 1 g
■): Stearylalkohol 1 g
-; Vasellneöl 15 g
V- Lanolin 3 g
·'', Palmltlnsäure-Isopropylesier 5 g -<>
; Purcelllnöl 3 g
; Stearinsäure 2 g
^ nüCnfiiüicküiüicS, küiiüiuüicS CüiuöXyvifiyipölyiucf-Vcru'iCküngsrniiiic! «,-. g
Ζ. Trläthanolamln 0.4 g
r Embryo-Extrakt gemäß Beispiel 4 1.250 g 4n
" p-HydroxybenzoesSuremethylester 0,2 g
.Si steriles, entmlnerallslertes Wasser ad 100 g.
; Tägliches Auftragen dieser Creme gibt der Haut ein ausgeruhtes Aussehen zurück und vermindert die Falten.
\j Beispiel E
Durch Vermischen der folgenden Bestandteile bereitet man eine Creme, die zur Behandlung von Kupferausschlag und kleinen entzündlichen Hautrötungen verwendet werden kann:
Polyoxyäthylen-stearyläther 2 g
Cetylalkohol 2 g
Vasellneöl 18 g
Lanolin 3 g
Palmitlnsäure-Isopropylester 5 g
Stearinsäure 2 g
hochmolekulares, kolloidales Carboxyvinylpolymer-Verdickungsmittel 0,15 g
Triäthanolamln 0.4 g
Embryo-Extrakt gemäß Beispiel 2 1,250 g
p-Hydroxybenzoesäureme'hylester 0,2 g w
steriles, entmlneralislertes Wasser ad ICX) g.
Beispiel F
Durch Vermischen der folgenden Bestandteile bereitet m<m eine Lotion zur Behandlung von ermüdeter und fetter Haut:
Ib S
F.mbryo-Extraki gemüG Beispiel 2 0,85 g
p-Hydroxybenzoesäurcmeihylesler Π.2 μ
[-ropylenglykol 0.5 g
Duftstoff (Rosenwasser) 0,02 g Triäihanolamin. in einer Menge, die fur einen pH-Wert von 6 erforderlich ist
steriles, entmineralisiertes Wasser :'d K)O g.
Tragt man diese Lotion auf die Haut auf, so verleiht sie ihr wieder Ihr normales und gesundes Aussehen
Beispiel G
Durch Vermischen der folgenden Bestandteile bereitet man erfindungsgemüß eine Lotion zur Behandlung von geröteten und geschwollenen Augenlidern:
Embryo-Extrakt gemäß Beispiel 3 0,85 g
p-Hydroxybenzoesäuremethylester 0,2 g
Glycerin 0,5 g
Duftstoff (Rosenwasser) 0,02 g
Tiifiiiiiiiiuiiiinin, in cinci Mengt, die für einen fili-V/eri von G erforderlich is!
steriles, entmineralisiertes Wasser ad 100 g.
Beispiel H
Erfindungsgemaß bereitet man eine zu Injizierende Lösung, indem man im Augenblick der Benutzung 10 mg des Lmbryo-Extrakts gemäß Beispiel 2 mi; !(X) ml stcriltslcncm Wasser vermischt. Nach mehreren Injektionen kann man eine ausgezeichnete Vernarbung der Haut feststellen, die Verbrennungen zeigt, die Insbesondere durch längere Sonneneinwirkung verursacht sind.

Claims (5)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Extrahieren von embryonaler Kälberhaut, insbesondere der Haut von embryonalen Kälbern, die zwischen dem zweiten Trächtigkeitsmonat und der Geburt entnommen worden ist, das im wesentlichen die Stufen des Zerkleinerns, Extrahierens in Gegenwart organischer Säuren, Abtrennens und Gefriertrocknens umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Exiraktionsstufe während mindestens 3 Stunden bei einer Temperatur zwischen 60 und 75° C mit Hilfe einer wäßrigen Lösung mit saurem pH-Wert von 3 bis 5 durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige saure Extraktionslösung in einer Menge von 1 bis 4 1 pro kg Kälberhaut eingesetzt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Extraktionsstufe während einer Zeitdauer von 3 bis 22 Stunden, vorzugsweise von 8 bis 15 Stunden, durchgeführt wird.
4. Extrakt von embryonaler Kälberhaut, erhältlich nach einem Verfahren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß er Glycin in einer Menge enthält, die gleich oder bis zu 3,5mal so groß ist wie der Hydroxyprolingehalt.
5. Verwendung des Extrakts nach Anspruch 4 als Wirkstoff in Mitteln zur Behandlung der Haut.
DE19762653595 1975-11-28 1976-11-25 Verfahren zum Extrahieren von embryonaler Kälberhaut, der dabei erhaltene Extrakt sowie dessen Verwendung als Wirkstoff in Mitteln zur Behandlung der Haut Expired DE2653595C2 (de)

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