DE26422C - Verfahren zur Reinigung der Gaswässer von Schwefelammonium - Google Patents

Verfahren zur Reinigung der Gaswässer von Schwefelammonium

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DE26422C
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hydrogen sulfide
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DENDAT26422D
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KUNHEIM & CO. in Berlin SW
Publication of DE26422C publication Critical patent/DE26422C/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/10Separation of ammonia from ammonia liquors, e.g. gas liquors

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 7B: Soda, Potasche und Alkalien.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. Juni 1883 ab.
Das Ammoniak ist im Gaswasser in der Hauptsache als Ammoniumcarbonat und als Schwefelammonium enthalten; nebensächlich findet sich auch Ammoniumsulfat, Cyanammonium, Rhodanammonium und Chlorammonium.
Diese Verbindungen kommen in wechselndem Verhältnifs vor, was nicht nur von der Art der zur Vergasung verwendeten . Kohlen, sondern auch von der bei der Destillation verwendeten Temperatur abhängig zu sein scheint.
Den gröfsten Uebelstand für die Verarbeitung des Gaswassers bildet der Gehalt an Schwefelammonium.
Wenn das Ammoniak bei der Destillation durch Schwefelsäure oder Salzsäure absorbirt wird, entwickeln sich entsprechende Mengen von Schwefelwasserstoff, der unter Umständen erhebliche Belästigungen für die Nachbarschaft mit sich bringt.
Wird das Gaswasser mit Kalk destillirt, so mufs ein grofser Ueberschufs von Kalk verwendet werden, um den Schwefel zurückzuhalten, was nie vollständig gelingt.
Die bei dieser Arbeit resultirenden Abläufe bleiben immer durch ihren Gehalt an Calciumsulfureten lästig.
Unsere Erfindung bewirkt eine vorhergehende Reinigung des Gaswassers und gleichzeitige Nutzbarmachung des gesammten Schwefels.
Wir lassen zu diesem Zweck auf das rohe Gaswasser in kaltem Zustande einen intensiven und möglichst zertheilten Strom von atmosphärischer Luft einwirken.
Hierbei findet eine Scheidung des Schwefelammoniums in Schwefelwasserstoff und Ammoniak statt. Der übergehende Schwefelwasserstoff mit dem Ueberschufs von Luft wird durch fein zertheiltes Eisenoxydhydrat geleitet und dabei der Schwefelwasserstoff absorbirt. Es ist gleichgültig, ob man ein natürliches Eisenoxydhydrat oder ein künstlich gefälltes oder selbst andere Hydrate von Metalloxyden anwendet.
Das Eisenoxydhydrat wird zu diesem Zweck in einer verdünnten Lösung von Erdalkalien suspendirt.
Es findet hierdurch eine vollständige Absorption des Schwefelwasserstoffes statt und gleichzeitigeRegeneration des gebildeten Schwefeleisens durch die oxydirende Wirkung der überschüssigen Luft, wobei sich Schwefel ausscheidet und wieder Eisenoxydhydrat gebildet wird.
Durch diese continuirliche Regeneration sind wir in der Lage, mit verhältnifsmäfsig kleinen Mengen Eisenoxydhydrat sehr bedeutende Mengen Gaswasser zu reinigen.
Die verwendeten Apparate sind natürlich" geschlossene Gefäfse passender Form, . und das mit dem Luftstrom fortgerissene Ammoniak wird am Schlufs des Apparates in geeigneter Weise durch Schwefelsäure absorbirt.
Ein zur Ausübung dieses Verfahrens geeigneter Apparat ist als Beispiel auf der beiliegenden Zeichnung veranschaulicht.
Das in den Kessel K durch die Pumpenleitung p eingeführte Gaswasser wird durch die von einer Luftpumpe oder einem Strahlapparat durch das Luftrohr / geförderte Luft in heftig wallende Bewegung versetzt, wodurch das Schwefelammonium in Schwefelwasserstoff und Ammoniak zerfällt.
Das unvermeidlich mit übergerissene Gaswasser spritzt in das Uebergangsgefäfs U und
wird dem Kessel K wieder continuirlich zugeführt, während Schwefelwasserstoff, überschüssige Luft und mitgerissenes Ammoniakgas in das mit erdalkalischer Eisenoxydmischung etwa zur Hälfte gefüllte Gefäfs A durch ein durchlöchertes Rohr geleitet wird. Hier findet die Absorption des Schwefelwasserstoffes statt und gleichzeitig eine Regeneration durch Umwandlung des gebildeten Schwefeleisens in Schwefel und Eisenoxydhydrat. Die überschüssige Luft nebst Ammoniakgas passiren wiederum ein Uebergangsgefäfs U1, welches das übergenssene Eisenoxyd aufnimmt und dem Absorptionsgefäfs A wieder zuführt.
Von da gehen Luft und Ammoniakgas durch den mit Koks gefüllten Thonthurm T, der zur Absorption des Ammoniaks mit Schwefelsäure berieselt wird. Die Luft entweicht durch das Rohr R ins Freie oder zum Schornstein.
Es ist klar, dafs das beschriebene Verfahren auch mit. anders combinirten Apparaten sich ausführen läfst.
Das auf vorherbeschriebene Weise vom Schwefel befreite Gaswasser wird auf dem gewöhnlichen Wege durch Kochen mit Kalk vom Ammoniak befreit.
Das beschriebene Verfahren der Absorption von Schwefelwasserstoff durch eine erdalkalische Eisenoxydhydratmischung unter Zuführung von Luft zur Regeneration durch Umwandlung des sich bildenden Schwefeleisens in Schwefel und Eisenoxydhydrat kann auch für jeden Schwefelwasserstoff anderen Ursprunges Verwendung finden.

Claims (2)

PATENT-AnSprüche:
1. Die Austreibung des Schwefelwasserstoffes aus dem Gaswasser durch Einwirkung eines intensiven Luftstromes.
2. Die Absorption von Schwefelwasserstoff jedwelchen Ursprunges unter Nutzbarmachung des Schwefels in der Weise, dafs man den Schwefelwasserstoff zusammen mit einem Luftstrom durch eine Lösung von ' Erdalkalien hindurchtreibt, welche Eisenoxydhydrat suspendirt enthält, wobei das Absorptionsmittel unter gleichzeitiger Abscheidung von Schwefel continuirlich regenerirt wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI,
DENDAT26422D Verfahren zur Reinigung der Gaswässer von Schwefelammonium Active DE26422C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE878639C (de) * 1942-12-05 1953-06-05 Bergwerksverband Zur Verwertun Verfahren zur Verhinderung von Korrosionen bei der Entsaeuerung von Ammoniakwasser
DE1136284B (de) * 1959-04-13 1962-09-06 Gewerk Auguste Victoria Verfahren zur kontinuierlichen Entfernung von Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff aus sauren Kokerei- und aehnlichen Abwaessern

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DE1136284B (de) * 1959-04-13 1962-09-06 Gewerk Auguste Victoria Verfahren zur kontinuierlichen Entfernung von Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff aus sauren Kokerei- und aehnlichen Abwaessern

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