DE263277C - - Google Patents

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DE263277C
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sugar cane
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B10/00Production of sugar juices
    • C13B10/02Expressing juice from sugar cane or similar material, e.g. sorghum saccharatum
    • C13B10/025Treatment of sugar cane before extraction

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 263277 KLASSE 89 c. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 27. Januar 1912 ab.
Bisher ist es nicht gelungen, das in Faser und Mark zerkleinerte Zuckerrohr vor der Extraktion in einen solchen Zustand überzuführen, in welchem es während einer langen Zeitdauer luft- und gärungsbeständig ist. Es ist oft notwendig, daß das zerkleinerte Zuckerrohr Monate lang lagert, sei es, daß es nicht sofort verarbeitet werden kann, sei es, daß es an von den Zuckerplantagen entfernte Orte
ίο versandt werden muß. Man hat zwar bisher versucht, das zerkleinerte Zuckerrohr dadurch luft- und gärungsbeständig sowie transportfähig zu machen, daß man es vor der Extraktion trocknete und in Ballen, wie Baumwolle, packte; indessen hat die Erfahrung gezeigt, daß solche Ballen der Gärung unterworfen waren, die sogar so weit fortschritt, daß sie sich selbst entzündeten.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, um die Beständigkeit des zerkleinerten Zuckerrohres gegenüber den Luft- und Gärungserscheinungen so weit zu erhöhen, daß die zerkleinerte Masse während einer praktisch unbegrenzten Zeitdauer überhaupt keine Veränderungen zeigt, die Selbstentzündung also überhaupt ausgeschlossen ist.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß während des der Zerkleinerung folgenden Trockenprozesses Faser und Mark sich in einem Zustande befinden, in welchem sie ohne Zuhilfenahme eines Bindemittels so dicht zusammengepreßt werden können, daß sie für Luft, also für die Gärungserreger, undurchdringlich sind, etwa wie Briketts aus anderen Materialien. Jener Zustand tritt dann ein, wenn Faser und Mark noch so viel Feuchtigkeit enthalten, daß die Faser noch weich und unelastisch ist, so daß sie zusammengepreßt werden kann und in dem zusammengepreßten Zustande verbleibt, während das Mark noch so feucht ist, daß der Zuckergehalt als Bindemittel die weichen Faserteile brikettartig zusammenkleben kann.
Für die Herstellung der luft- und gärungsbeständigen Ballen ist es notwendig, daß die Mark- und Faserbestandteile innig miteinander durchmischt werden, so daß also ein besonderer Mischungsprozeß der Zerkleinerung folgen muß. Diese gründliche Durchmischung von Faser und Mark hat zur Folge, daß das feuchte Mark, das die Neigung besitzt, zusammenzubacken, an den Wandungen des Trockenapparates hängen zu bleiben und dann zu karamelisieren, unter die Fasern verteilt und so von den Wandungen ferngehalten wird. Wird die Mischung des zerkleinerten Zuckerrohres in einer drehbaren Trommel vorgenommen, so üben die Faserbestandteile gewissermaßen eine fegende Wirkung auf die Wandungen aus und lösen so jedes etwa anhaftende Markteilchen ab. Infolgedessen ist man, vorausgesetzt natürlich, daß die Wasserentziehung bis auf die Brikettierfähigkeit von Faser und Mark beschränkt wird, in den Stand gesetzt, mit sehr hohen Temperaturen (z. B. 550 °) und sehr schnell trocknen zu können, während man bisher nur langsam und. allmählich den Wassergehalt bei weit niedri-
geren Temperaturen entziehen zu müssen glaubte.
Die Bedingungen, unter welchen die Trocknung bis zur Brikettierfähigkeit des Trockengutes bei hohen Temperaturen durchgeführt werden kann, ohne den Zuckergehalt von Faser und Mark der Gefahr der Inversion oder Karamelisierung auszusetzen, werden geschaffen, wenn das zerkleinerte Zuckerrohr in einer
to drehbaren Trommel durchmischt und während dieser Durchmischung von einem erhitzten Gasstrom (Verbrennungsgase, heiße Luft u. dgl. von etwa 5500) durchzogen wird. Hierbei kann man die Inversion und Karamelisierung auch der kleinsten Markteilchen mit Sicherheit ausschließen, wenn die Geschwindigkeit des hocherhitzten Gasstromes so bemessen wird, daß die leichteren Teilchen, während sie noch feucht sind, aus der Zone der hohen Temperatur fortgeführt werden.
Das in bekannter Weise zerkleinerte Zuckerrohr wird in den Trockner gebracht, der z. B. aus einem geneigten drehbaren Zylinder mit inneren Flügeln oder Wurf einrichtungen besteht. Durch den Zylinder läßt man hocherhitzte Gase, gewöhnlich Verbrennungsgase, in direkter Berührung mit dem Trockengut strömen. Faser und Mark werden wiederholt von dem Gasstrom gehoben und fallen wieder nieder, während sie durch den Zylinder vorschreiten. Hierbei werden die Fasern vollständig und gründlich mit den Markteilen durchmischt und die Fasern streifen bei ihrer Bewegung die etwa an den Wandungen festhängenden Markteilchen ab, so daß jede Gefahr der Inversion und der Karamelisierung auch der kleinsten Markteilchen ausgeschlossen ist. Die Entfernung der Feuchtigkeit geht auf diese Weise äußerst schnell und sicher vor sich.
Die Brikettierfähigkeit des Materials und der Schutz gegen Inversion und Karamelisierung des Zuckergehaltes werden erreicht, wenn das Trockengut mit einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 6 bis 15 Prozent den Trockner verläßt.
Durch Regelung der Geschwindigkeit des Gasstromes wird dafür Sorge getragen, daß "das Trockengut nicht nur im geeigneten Zeitpunkt, wenn es also den gewünschten Prozentgehalt an Feuchtigkeit erreicht hat, den Trockner verläßt, sondern daß auch die feinen Markteilchen, so lange sie noch feucht sind, aus den heißen Zonen geblasen werden. Die herausgeblasenen feinen Teilchen werden besonders gesammelt und, wenn wünschenswert, mit der anderen Masse vereinigt. Die Geschwindigkeit des Gasstromes unter im wesentlichen konstanten Temperaturbedingungen wird · durch einen Thermostaten geregelt, der gleichzeitig das Verhältnis zwischen der dem Ofen zugeführten Verbrennungsluft und dem Gemisch aus Verbrennungsgasen und Luft regelt, wobei Heizmaterial entsprechend der zunehmenden Verbrennung auch in Abhängigkeit von Thermostaten zugeführt wird.
Eine größere Sicherheit hinsichtlich der Inversion " und der Karamelisierung des Trockengutes wird noch erreicht, wenn man das Trocknen in zwei oder mehr Stufen ausführt. In der ersten Stufe wird der Feuchtigkeitsgehalt bis auf etwa 25 Prozent oder weniger in der drehbaren Trommel unter direkter Berührung mit den Verbrennungsgasen, die dann die höchst erreichbare Temperatur annehmen können, herabgesetzt, während dann die Behandlung in einem zweiten Trockner unter niedrigerer Temperatur erfolgt, z. B. durch einen Heißluftstrom, der durch Überleiten über dampfbeheizte Röhren erzeugt ist.
Nachdem das Trockengut in der gewünschten Weise getrocknet ist, wird es in Ballen unter solchem Druck gepreßt, daß Faser und Mark brikettartig vereinigt sind, d. h. eine solche Dichte annehmen, daß sie für Luft und Gärungserreger undurchdringlich sind. Die Dichte des fertigen Ballens entspricht etwa dem spezifischen Gewicht des Wassers.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren, um zerkleinertes Zuckerrohr vor der Extraktion in einen luft- und gärungsbeständigen Zustand überzuführen, dadurch gekennzeichnet, daß man das zerkleinerte Zuckerrohr in einer drehbaren, mit Mischflügeln u. dgl. ausgestatteten Trommel während der Durchmischung mit Hilfe eines hocherhitzten Gasstromes schnell bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 6 bis 15 Prozent trocknet und die so erhaltene Masse in die Form von Briketts o. dgl. preßt. ■
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Trocknung in zwei oder mehr Stufen durchführt.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet durch eine derartige Bemessung der Geschwindigkeit des hocherhitzten Gasstromes, daß die leichteren, nicht von den Fasern festgehaltenen Markteilchen in noch feuchtem Zustande aus der Zone der hohen Temperatur fortgeführt werden können.
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