DE25875C - Krystallisationsgefäfs für Kandiszucker mit herausnehmbaren Gestellen für die Krystallisationsfäden - Google Patents
Krystallisationsgefäfs für Kandiszucker mit herausnehmbaren Gestellen für die KrystallisationsfädenInfo
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- C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
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Description
PATENTAMT.
Krystallisationsfäden.
Zur Aufnahme eines Sudquantums sind bei dem bisher üblichen Verfahren zur Kandiszucker-Krystallisation
100 und mehr Pötten von verhältnifsmäfsig geringem Fassungsraum erforderlich,
welche in die Stube eingesetzt und später, nach beendigter Krystallisation des Kandiszuckers,
mit ihrem ganzen Inhalt wieder aus jener herausgenommen werden. Diese Pötten
sind zur Aufnahme der horizontalen Krystallisationsfäden mit einer Menge von Löchern versehen,
deren Verdichtung mit Umständen verbunden ist.
Bei den vorliegenden Neuerurigen wird der Krystallisationsprocefs in einem einzigen grofsen,
stets in der Stube verbleibenden Behälter (Selbstredend lassen sich auch mehrere solcher Behälter
in eine Stube stellen) mit ungelochten Wänden vorgenommen, in welchen vier bissechs
oder mehr Fadensysteme (Garngestelle), die sowohl horizontale als auch verticale Spannung
der Krystallisationsfäden zulassen, eingesetzt werden. Durch Anwendung dieser eigenthümlichen
Vorrichtungen und das hierdurch bedingte Verfahren werden folgende Vortheile erzielt:
ι. Man kann einen ganzen Sud, bis zu 40 hl und mehr, je nach der Gröfse des Kochapparates,
in einem einzigen Behälter auskrystallisiren lassen, wodurch bei gleichen räumlichen
Stubenverhältnissen die Leistungsfähigkeit bis zu 100 pCt. gesteigert, der Arbeitslohn um die
Hälfte reducirt und bei Neuanlagen, gegenüber den bisherigen Einrichtungen, die Kosten ganz
bedeutend verringert werden.
2. Die anstrengende Arbeit des Giefsens in einer Temperatur von bis zu 500C, das
Herausschaffen der Pötten mit ihrem vollständigen Inhalt aus den Stuben^ die beim Giefsen,
Stürzen und Löschen des Kandis unvermeidlichen bedeutenden directen Verluste, sowie
die fortdauernd nöthigen kostspieligen Reparaturen der Pötten kommen in Wegfall.
In der beiliegenden Zeichnung veranschaulicht:
Fig. ι Seitenansicht, Fig. 2 Vorderansicht, Fig. 3 Schnitt nach a-ß und Fig. 4 Oberansicht
des Krystallisationskastens A\ Fig. 5 perspectivische Ansicht eines Garngestelles für horizontale
Fäden; Fig. 6 perspectivische Ansicht eines Garngestelles in etwas abgeänderter Construction;
Fig. 7 perspectivische Ansicht eines Garngestelles für senkrechte Krystallisationsfäden; Fig. 8 Ansicht
eines Rahmens E, welcher speciell zum Lösen der Kandiskrusten, die sich an den
Kastenwänden abgesetzt haben, dient.
A ist ein Kasten aus Kupfer oder dergleichen mit geneigtem Doppelboden und Ablafshahn
oder Ventil h. Letzteres kann entweder mit einer Kurbel k von oben (s. Fig. 2) oder in
passender Weise von unten (s. Fig. 3) aus geschlossen bezw. geöffnet werden. 5 j'und^5
sind aus winkel- oder T-förmigen und flachen Kupferschienen und Messingstangen construirte
Gestelle (in der Folge als »Garngestelle« bezeichnet), welche, je nach der Richtung, in der
die Krystallisationsfäden laufen sollen, eine von einander abweichende Einrichtung haben.
I. Garngestell für horizontale Krystallisationsfäden, Fig. 5 und 6.
a) Die Vorderseite abcd und die Hinter
Seite (I1Iz1C1O1 bestehen aus passend gelochten
Kupferplatten (Kupferblechen), welche durch die Messingstäbe e e zu einem kastenartigen
Gestell vereinigt sind. Durch die correspondirenden Löcher der Kupferplatten werden die
Krystallisationsfäden ο ο in horizontaler Richtung gespannt.
b) Statt aus gelochten Kupferplatten können Vorder- und Hinterseite des Garngestelles auch
in Gestalt von Rahmen aus Winkel- bezw. T- und Flachschienen hergestellt werden. Die
Flachschienen in m und die Winkel - bezw. T- Schienen η η sind mit Löchern in passendem
Abstande versehen, durch welche, wie aus Fig. 6 ersichtlich, horizontale und verticale Fäden ti
gespannt sind. Die Kreuzungspunkte dieser Fäden an der Vorderseite des Gestelles werden
mit den correspondirenden Fadenkreuzungspunkten des hinteren Gestellrahmens durch die
horizontalen Fäden ο ο, welche zur Aufnahme
der Kandiskrystalle dienen, verbunden.
II. Garngestell für senkrechte Krystallisationsfäden, Fig. 7.
Dieses unterscheidet sich von dem unter I b) beschriebenen Gestell dadurch, dafs bei ihm die
aus gelochten Schienen construirten und durch die etwas geneigt stehenden Messingstangen e1 e1
vereinigten Rahmen α2 b2 c"' d2 und az P c3 dz
eine horizontale Lage haben und dafs die von oben nach unten laufenden Krystallisationsfäden
ο1 οΛ mit ihren Enden an die correspondirenden
Kreuzungspunkte der horizontalen Rahmenfäden i i geknüpft sind.
Verfahrungsweise.
In die Krystallisationsgefäfse A, von denen drei bis vier Stück von je 3 bis 4 cbm Inhalt in
einer sonst zur Aufnahme von ca. 200 bis 400 Kandispotten bestimmten Stube stehen,
werden die früher beschriebenen Garngestelle in entsprechender Anzahl der Länge nach vorsichtig
neben einander eingesetzt und je zwei und zwei derselben durch Einschieben eines im
Viereck gebogenen verzinkten Eisens E (s. Fig. 8), welches sich mittelst der Muttern s s enger
oder weiter stellen läfst, wider die Kastenwände angeprefst und auf diese Weise befestigt. Der
eingekochte Kandis kommt in den Kühler; von dessen Boden aus wird das Klärsei durch eine
Rohrleitung bis zu den Stuben und dann aus der Rohrleitung mittelst eines mit Schnabelhahn
ausgerüsteten Schlauches in die Krystallisationsbehälter A geführt. Nach erfolgter Füllung derselben
wird die Stube geschlossen, in üblicher Weise geheizt und nach 10 bis 12 Tagen wieder
geöffnet. Die Kandiskrystalle haben sich inzwischen auf den Fäden, dem Boden und den
Seiten der Kasten abgesetzt. Jetzt werden die Abschlüsse an der Stirzelleitung in entsprechender
Weise vermittelst der Kurbel k oder dergleichen geöffnet und das Stirzel fliefst durch
einen mit Siebboden versehenen Trichter in die nach dem Stirzelbehälter oder dem Montejus
führenden Leitung. Nach vollständigem Ablauf der Mutterlauge wird der gesammte auskrystallisirte
Kandis (Stangen-, Wand- und Bodenkrusten) durch ein Flankirrohr mittelst warmen Wassers
sorgfältig von dem noch auf den Krystallen zurückgebliebenen Stirzel befreit und dann bei
mäfsiger Temperatur getrocknet. Nach dem Trocknen werden zunächst sämmtliche Kandisstangen
aus den Krystallisationsbehältern genommen und dann die viereckigen Einsatzbezw.
Befestigungsrahmen E mittelst der Muttern zusammengezogen. Hierdurch werden die an
den Kastenwänden sitzenden Kandiskrusten abgelöst und können' dann aus dem Behälter A
genommen werden. Um die auf dem Boden sitzende Kandiskruste zu lösen, wird nach Entfernung
der Stangen auf kurze Zeit in den Doppelboden . Dampf eingeleitet. Dieses hat zur Folge, dafs sich der obere Boden etwas
ausdehnt, wodurch dann die auf ihm sitzende Kandiskruste gelockert wird und leicht zu entfernen
ist. Nachdem der Behälter A vollständig entleert ist, wird er gereinigt, was sich sehr
bequem ausführen läfst. Ist dies geschehen, so werden die aufs Neue mit Fäden bespannten
Garngestelle wieder eingesetzt u. s. w.
Claims (4)
1. Der mit ungelochten Wänden, Doppelboden und Stirzelablafsvorrichtung versehene Behälter
A in Gemeinschaft mit den Garngestellen B B1 und B2, welche in diesen
Behälter eingesetzt werden, als Vorrichtung zur Kandiszuck er-Krystallisation.
2. Die Krystallisation eines ganzen Sudquantums in dem Behälter A, welcher, ohne seine
Stellung zu wechseln, stets in der Kandisstube verbleibt, in welchen Behälter mehrere
Garngestelle B Βλ oder B2 oder auch verschiedene
derselben eingesetzt, nach Beendigung des Processes leer herausgenommen, aufs Neue mit Fäden bespannt und wiederum
in den Kasten A gestellt werden, wenn das folgende Sudquantum krystallisirt werden
soll.
3. Das Lösen der Kandiskrusten von den Wänden und dem Boden des Krystallisationskastens
mittelst der Einsatzrahmen EE bezw. durch Einleiten von Dampf in den Doppelboden.
4. Das Ablassen des Stirzels aus dem feststehenden Behälter A in der beschriebenen
Weise.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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