DE38893C - Krystallisations-Verfahren und Apparate mittelst Unterleitung - Google Patents
Krystallisations-Verfahren und Apparate mittelst UnterleitungInfo
- Publication number
- DE38893C DE38893C DENDAT38893D DE38893DA DE38893C DE 38893 C DE38893 C DE 38893C DE NDAT38893 D DENDAT38893 D DE NDAT38893D DE 38893D A DE38893D A DE 38893DA DE 38893 C DE38893 C DE 38893C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- sub
- crystallization
- agitator
- juices
- line
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 238000002425 crystallisation Methods 0.000 title claims description 17
- 230000008025 crystallization Effects 0.000 title claims description 16
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 8
- 235000011389 fruit/vegetable juice Nutrition 0.000 claims description 20
- 238000001816 cooling Methods 0.000 claims description 17
- 230000005484 gravity Effects 0.000 claims description 10
- 239000012141 concentrate Substances 0.000 claims 1
- 238000005192 partition Methods 0.000 claims 1
- 238000012986 modification Methods 0.000 description 16
- 230000004048 modification Effects 0.000 description 16
- 239000013078 crystal Substances 0.000 description 15
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Substances O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 11
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 5
- 238000002474 experimental method Methods 0.000 description 4
- 229940037003 alum Drugs 0.000 description 3
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 3
- 150000001875 compounds Chemical class 0.000 description 2
- 238000010276 construction Methods 0.000 description 2
- 230000007423 decrease Effects 0.000 description 2
- 238000007373 indentation Methods 0.000 description 2
- 230000001788 irregular Effects 0.000 description 2
- 230000033001 locomotion Effects 0.000 description 2
- 238000002156 mixing Methods 0.000 description 2
- 235000002639 sodium chloride Nutrition 0.000 description 2
- FAPWRFPIFSIZLT-UHFFFAOYSA-M Sodium chloride Chemical compound [Na+].[Cl-] FAPWRFPIFSIZLT-UHFFFAOYSA-M 0.000 description 1
- 230000002159 abnormal effect Effects 0.000 description 1
- 230000033228 biological regulation Effects 0.000 description 1
- 230000015572 biosynthetic process Effects 0.000 description 1
- 239000004020 conductor Substances 0.000 description 1
- 230000008602 contraction Effects 0.000 description 1
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 description 1
- 239000011796 hollow space material Substances 0.000 description 1
- 239000006193 liquid solution Substances 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 239000000203 mixture Substances 0.000 description 1
- 239000002245 particle Substances 0.000 description 1
- 230000002787 reinforcement Effects 0.000 description 1
- 150000003839 salts Chemical class 0.000 description 1
- 239000013049 sediment Substances 0.000 description 1
- 239000011780 sodium chloride Substances 0.000 description 1
- 239000007787 solid Substances 0.000 description 1
- 230000002269 spontaneous effect Effects 0.000 description 1
- 238000013517 stratification Methods 0.000 description 1
- 230000009897 systematic effect Effects 0.000 description 1
- 238000012360 testing method Methods 0.000 description 1
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
- C13B30/02—Crystallisation; Crystallising apparatus
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Non-Alcoholic Beverages (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Wir sind gewohnt, in Flüssigkeiten die heifsen Theilchen wegen ihres geringeren specifischen
Gewichtes emporsteigen zu sehen. Anders gestalten sich die Verhältnisse bei Flüssigkeiten,
welche während der Abkühlung Krystalle abscheiden. Hier gehen nämlich zwei Vorgänge
neben einander vor sich, und je nachdem der eine oder der andere vorherrscht, erhält die abkühlende
Flüssigkeit beim Abkühlen ein geringeres oder höheres specifisches Gewicht.
Beim Abkühlen nimmt von Grad zu Grad das specifische Gewicht der Theile zu (sowohl des
Wassers als der gelösten Substanz); dafür nimmt aber auch bei fallender Temperatur im gleichen
Quantum Lösung die Menge des gelösten, sich durch Abkühlung ausscheidenden Körpers ab,
der ja ein höheres specifisches Gewicht besitzt. Der erste Vorgang allein bringt eine Vergröfserung
des specifischen Gewichtes mit sich, während der letztere allein eine Abnahme des
specifischen Gewichtes bedingt. Bei sehr schwer löslichen Substanzen und bei solchen, die mit
steigender Temperatur wenig mehr in Lösung gehen (z. B. Kochsalz), ist der Einflufs der
Temperaturcontraction vorwiegend, d. h. die heifsen concentrirten Lösungen sind specifisch
leichter als die kalten, minder concentrirten. Bei den meisten Lösungen der chemischen
Praxis, aus denen durch Abkühlung Krystalle gewonnen werden, überwiegt der Einflufs der
mit der Temperatur wachsenden Löslichkeit, d. h. die heifsen concentrirteren Lösungen
sind specifisch schwerer als die abgekühlten Lösungen.
Wasser, welches einen Hauptbestandtheil aller Lösungen ausmacht, dehnt sich von 20°
bis ioo° um 0,0414° aus. Für jeden Grad nimmt das Gewicht eines Liters Wasser also
um etwa Y2 g ab. Selbst unter der Voraussetzung,
dafs die Ausdehnung der Lösungen etwas stärker als die des Wassers ist, mufs das specifische Gewicht einer Lösung über 1,5
liegen, damit bei einer Erwärmung von i° 1 1 der Flüssigkeit 1 g leichter wird. Diese Verminderung
des specifischen Gewichtes wird aber bei dem specifischen Gewicht des Salzes = 2
schon ausgeglichen, wenn pro Grad 2 g mehr im Liter löslich sind. Beim specifischen Gewicht
= 3 wird schon durch 1Y2 g, die im
Liter pro Grad mehr löslich sind, die Ausdehnung compensirt.
In Anschlufs an diese bisher nicht genügend berücksichtigten Verhältnisse wird es möglich,
Lösungen oder Zuckersäfte von mehreren auf einander folgenden Darstellungen in einem Gefäfs
zur Krystallisation zu bringen, ohne dafs die neuen Lösungen sich mit den alten mischen.
Die neuen Zuckersäfte sind nämlich unter die schon theilweise abgekühlten Säfte zu leiten. Da
sie specifisch schwerer sind, so verdrängen sie die vorhandenen Säfte nach oben. Zu Anfang
der Krystallisation füllt man den unteren Theil der Apparate mit Zusatzkrystallen und leitet dann
die Lösung hinzu. Am rationellsten ist es, die Säfte in einem heizbaren Reservoir aufzufangen
und von diesem continuirlich in den Abkühlungskrystallisator zu leiten. Es genügt
aber auch, die Lösungen in kleinen Portionen nachzugiefsen. Bringt man grofse Portionen
von Zeit zu Zeit nach, so treten leicht Unregelmäfsigkeiten
in der Krystallisation ein, und es ist dies zu vermeiden. Die Methode dürfte
als »continuirliche Unterleitung« zu benennen
sein. Da die Säfte in systematischer Weise durch die neu zuströmenden Säfte verdrängt
werden, so ist die Methode als eine Art der Krystallisationsmethoden in Bewegung anzusehen.
Einige Angaben aus Versuchen dürften mit Rücksicht darauf, dafs die hier angeregten Verhältnisse
in einem gewissen Widerstreit mit den herrschenden Ansichten stehen, hier am Platze sein. Der Versuchsapparat bestand aus
einem schlank prismatischen Blechgefäfs, welches unten, wie die Apparate in Fig. 8 und 9 beiliegender
Zeichnungen, in eine Pyramide auslief. Der prismatische Theil des Apparates war
mit Plattenstellagen, wie in Fig. 3 und 4, angefüllt. Durch ein inneres Zuleitungsrohr, das
wie in Fig. 9 unten mit einem Rührwerk versehen war, wurden die Flüssigkeiten in kleinen
Portionen nachgefüllt. In verschiedenen Höhen wurden Thermometer angebracht, welche die
Temperatur der Lösung anzeigten.
Bei einem Vorversuche mit diesem Apparate zeigte sich, dafs, wie bereits bekannt, kaltes
Wasser sich ohne erhebliche Vermischung unter heifses Wasser lagern läfst und erst allmälig
eine Ausgleichung der Temperatur in den verschiedenen Schichten eintritt.
Versuch I. Unter kaltes Wasser mit normaler Dichtigkeitsvertheilung (d.h. das dichtere, kühlere
Wasser unten) von 1 5,2°— 14,8°— i4>5°— 1l->$°
wurde Wasser von 230, 280, 350, 420, 480,
57°, 620, 670, γγ°, 8o° geleitet. Das warme
Wasser vertheilte sich durch den ganzen Apparat, und zwar sehr unregelmäfsig, so dafs unter
30 Ablesungen nur eine mit normaler Dichtigkeitsvertheilung war, nämlich 38,5°—38,5° —
38,5° — "i7fi°i a^s Wasser von γγ° zugeleitet
wurde. Vollständig umgekehrt war die Lagerung in vier Ablesungen, wie z. B. nach dem
Nachgiefsen des Wassers von 420: 200—22,1°
— 26°—26,7°, während in 25 Fällen sich halb
regelmäfsige, halb unregelmäfsige Verkeilungen
ergaben.
Versuch II. Der leere Apparat wurde mit Alaunlösung von 70° langsam angefüllt. Während
die Temperatur der verdrängten Luft durchweg anormale Vertheilung zeigte, waren die Temperaturen der Alaunlösung (65 Temperaturen
in 19 Ablesungen) fast alle normal nach der Dichtigkeit vertheilt, d. h., die heifsen noch
nicht auskrystallisirten oder weniger auskrystallisirten Lösungen lagen unter den kälteren. Nur
in zwei Reihen war bei einer Unregelmäfsigkeit der Zuleitung je eine niedrigere Temperatur
unter einer höheren gelagert. Es fand also die gleiche regelmäfsige Verdrängung wie
beim Vorversuche statt. Die Plattenstellagen im Apparat waren schliefslich mit schönen,
kleinen Alaunkrystallen gleichmäfsig besetzt.
Zum rationellen Betrieb dieser Unterleitung gehören Krystallisationsgefäfse von besonderer
Einrichtung. Allen Modificationen ist gemeinsam, dafs bei ihnen das Zuleitungsrohr für die
neuen Säfte an der tiefsten Stelle des Apparates mündet. Je nach der Lage des Zuleitungsrohres sind zwei Reihen von Modificationen
zu unterscheiden. Das Zuleitungsrohr mündet von aufsen, oder es befindet sich im Innern
der Apparate.
Die rationellste Zuleitung findet in Gefäfsen statt, die sich nach unten verengen. Dies kann
durch zwei Vorrichtungen erreicht werden. Entweder legt man den Boden der Krystallisationsgefäfse
schräg oder man läfst das Gefäfs sich unten konisch (bei kreisförmigem Querschnitt)
oder pyramidal (bei ebenflächigen Seitenflächen) zuspitzen. Bei genügend hohen Gefäfsen und
bei geringen Säften kann auch der Boden der Gefäfse horizontal gelegt werden.
A. Modificationen mit horizontalem Boden.
In der einfachsten Gestalt stellt Fig. 1 ein Krystallisationsgefäfs für Unterleitung dar. Das
cylindrische oder prismatische Gefäfs wird oben durch den Deckel D verschlossen; unten unmittelbar
am Boden mündet das äufsere Zuleitungsrohr α \. Zugleich befindet sich unten
am Boden eine Oeffnung Ä, um am Ende der Krystallisation Lösung und Krystalle abzulassen.
Oben befinden sich einige Oeffnungen aa, aus denen die auskrystallisirte Lösung
während des Krystallisirens abfliefst.
Probenehmer und Thermometer in verschiedenen Höhen erleichtern die Ueberwachung des
Krystallisirens.
Mit innerem Zuleitungsrohr stellt Fig. 2 die analoge Einrichtung dar. DaAg haben dieselbe
Bedeutung wie in Fig. 1. Dagegen mündet i Z am Boden im Gefäfs. Oben wird
das Zuleitungsrohr von der Hülse H getragen, die mittelst des Querbalkens q am Gefäfs befestigt
ist. Für den Fall, dafs sich ein fester Bodensatz bildet, der die Oeffnung von i Z
verstopfen würde, ist das Rohr i Z verstellbar in der Hülse h. Damit die einfliefsende Lösung
nicht auf den Boden stöfst und durch den Rückprall dann nach oben getrieben wird,
mündet das Rohr unten mit einem ringförmigen Schlitz.
Die bisher angegebenen beiden Modificationen eignen sich nur für sehr dicke Säfte, in denen
sich kleine Krystalle leicht suspendirt erhalten. Die beiden folgenden Modificationen sind für
dünnflüssige Lösungen bestimmt. Bei Anwendung von Fig. ι und 2 würde man wegen der
geringen Consistenz solcher Lösungen selbst die kleinsten Krystalle schnell zu Boden fallen
sehen. Um dies zu verhindern, sind in den Apparaten abwechselnd Ringe und centrale
Platten angebracht, die mit ihren Rändern etwas über einander fassen. Auf diesen lagern sich
die Krystalle ab und wachsen. Bei prismatischem Querschnitt treten an Stelle der Ringe
und Platten (als Stellagen) rechtwinklige Platten.
Fig. 3 und 4 stellen die Modifikationen von
Fig. ι und 2 mit Ringen und Platten versehen dar. r sind die Ringe und ρ die centralen
Platten, die mit den nächsten Platten durch die Stützen st verbunden sind. Die Platten
liegen seitwärts auf kleinen Zapfen an der Innenwandung auf. Die übrigen Buchstaben
haben die Bedeutung wie in Fig. 1 und 2.
Sollen grobe isolirte Krystalle in den Modifkationen
von Fig. 1 und 2 gezogen werden, so ist am Grunde ein kleines Rührwerk anzubringen.
Da eine spontane Schichtenbildung bei der Krystallisation mittelst Unterleitung stattfinden soll, so ist nur ein Rührwerk mit
verticaler Achse zulässig, auch ist dasselbe nur möglichst wenig und langsam zu gebrauchen.
In Fig. 5 ist die Modification von Fig. 1 mit Rührwerk dargestellt, χ ist die Achse des
Rührwerkes, r sind die Rührarme mit kleinen verticalen Zapfen. R ist das Rad, an dem das
Rührwerk mit den Speichern sp gedreht wird. Die übrigen Buchstaben sind dieselben wie
in Fig. i.
Fig. 6 stellt die Modification von Fig. 2 dar. Das Zuleitungsrohr i Z bildet auch zugleich
die Achse des Rührwerkes. Die übrigen Buchstaben haben dieselbe Bedeutung wie in Fig. 5
und 2.
B. Modificationen mit schrägem Boden. Wie bereits oben angegeben ist, findet eine
rationellere Verdrängung statt, wenn die Gefäfse sich nach unten verengen. Bei schrägem
Boden können von den Modificationen in Fig. 1 bis 6 nur die ersten vier Berücksichtigung
finden, da bei Umwandlung von Fig. 5 und 6 das Rührwerk eine schräge Achse erhalten
würde, wobei eine normale Schichtung gestört würde. Von diesen vier Constructionen ist
hier in Fig. 7 die zu Fig. 2 analoge Modification dargestellt. Die Buchstabenbezeichnung
ist die von Fig. 2.
C. Modificationen mit konischem
(pyramidalem) Boden.
(pyramidalem) Boden.
Bei diesen sind auch die in Fig. 8 und 9 dargestellten Modificationen von Fig. 5 und 6
ausführbar.
Bei sehr concentrirten Säften oder bei solchen, wo die Abkühlung nur sehr langsam
vor sich gehen soll, umgiebt man die Apparate, besonders den unteren Theil, mit einer
Schicht eines schlechten Wärmeleiters. Wo diese nicht ausreicht, ist der Apparat mit einer
der üblichen Heizungen zu versehen, wie dies ja auch für die Krystallisationsgefäfse der letzten
Zuckersäfte Gebrauch ist.
Ausführung der Krystallisation mit
Unterleitung.
Unterleitung.
Zu Anfang füllt man den unteren Theil der Apparate mit heifsen Zusatzkrystallen oder Füllmassen
nach Patent No. 33190, Patent-Anspruch 10 und 11, und Zusatz-Patent dazu
(No. 39957), leitet dann die heifse Lösung schnell hinzu, bis die Krystalle bedeckt sind,
und leitet alsdann continuirlich oder in kleinen Portionen neuen heifsen Saft zu, in welchen
die vorhandenen Krystalle einsinken, wobei der die Krystalle umgebende Saft verdrängt wird.
Es findet hierbei dann dauernd eine Mischung der schon vorhandenen Krystalle und der neuen
concentrirten Lösungen statt.
Diese Methode kann auf alle Substanzen angewendet werden, die nicht sehr schwer löslich
sind, aber insbesondere eignen sich diese Apparate für die blankgekochten Säfte der
Zuckerindustrie.
Mehrere der im Patente No. 33190 enthaltenen Vorrichtungen lassen eine Einrichtung
für Unterleitung zu.
In Fig. 10 ist der Abkühlungskrystallisator mit Rotation und einer schrägen Achse, Patent
No. 33190, Anspruch 1 und Fig. 2a, als
Apparat mit Unterleitung umgebildet. Entsprechend seiner Bestimmung ist er lang cylindrisch
geworden, und anstatt dafs der früher palentirte Apparat discontinuirlich arbeitet, ist
der für Unterleitung umgestaltete für continuirlichen Betrieb eingerichtet, α \ ist das äufsere
Zuleitungsrohr, in das unten das verjüngte Ende des Apparates eingesetzt ist. U ist eine untere
Oeffnung, um den Apparat gelegentlich ganz zu entleeren. Bei den beiden Oeffnungen 0
{liefst oben die Lösung nach vollendeter Abkühlung continuirlich wieder ab. T und S
bezeichnen wie in Patent No. 33190 das Triebwerk.
Die in Patent No. 33190, Patent-Anspruch 5,
erwähnte Reihe von Abkühlungs-Krystallisatoren kann auch mittelst Unterleitungs-Abkühlungs-Krystallisatoren
nachgebildet werden, und kann man alsdann nach Patent-Anspruch No. 6 daselbst das »Verfahren der continuirlichen
Krystallisation, bestehend darin, dafs mehrere communicirende Krystallisatoren von
einer abzukühlenden Lösung in continuirlichem Strom durchflossen werden« anwenden. Jede
der in gegenwärtiger Patentschrift unter ABC
angegebenen Modificationen läfst sich hierzu verwenden. Für die in Fig. 7 dargestellte
Modification stellt Fig. 11 eine Krystallisatorenreihe
dar. Damit der Abflufs von Apparat zu Apparat stattfinden kann, sind die zwei letzten
Apparate niedriger gestellt. Der Lauf der Lösung ist durch Pfeile angegeben. Die Zahlen
von 70 bis 35 geben an, wie die Temperaturen der einzelnen Schichten vertheilt sind, wenn
die Lösung mit 70° einfliefst und mit 35° abfliefst.
Soll in dem Krystallisator, Patent No. 33190, Fig. 5 b und 5 c, das Princip der
Unterleitung angewendet werden, so gestaltet sich der Apparat, wie hier Fig. 12 zeigt. Die
Lösung tritt unten bei A in die erste Kammer Ar1 ein; statt der gelochten Wandung in
Patent No. 33190 tritt ein hohler Zwischenraum %, der oben mit Ar1, unten mit Ar2 communicirt
und so auch zwischen Ar2 und Ar3.
Für geringere Zuckersäfte bedarf man keines Rührwerkes, weil die von Kammer zu Kammer
fliefsende Lösung genügend Bewegung erzeugt, um die Krystalle isolirt zu erhalten. Der Apparat
von Fig. 5 in Patent No. 33190 würde sich nach Fortlassung des Rührwerkes und Anbringung
der nöthigen Rohrleitungen wie hier Fig. 13 gestalten. An Stelle der einfachen,
abwechselnd oben und unten angebrachten Oeffnungen ο (in Patent No. 33190) sind hier
Rohre T1 getreten, die oben in einer Kammer
beginnen und unten in die andere münden.
Auch die in dem Zusatz-Patente No. 39957 angegebenen mehrkammerigen Krystallisatoren
lassen sich als Unterleitungsapparate construiren.
Soll der Apparat mit concentrischen Kammern genau mit Unterleitung arbeiten, so mufs
die Lösung in die innerste Kammer unten unmittelbar am Boden eingeleitet werden, oben
aus Ar1 fliefst sie dann durch Röhren aus, die
unten in Ar2 münden u. s. f. Den Fall, dafs
das Rührwerk fortgelassen ist, zeigt vorliegend Fig. 14. Mit Rührwerk würde sich die Einrichtung
ebenso gestalten.
Auch der in dem Zusatz-Patente No. 39957 erwähnte Krystallisator mit senkrecht über einander
geordneten Kammern lä'fst die Einrichtung für Unterleitung zu. In Fig. 15 und 16
ist der Apparat mit und ohne Rührwerk dargestellt. Die Lösung tritt durch i \ bezw. a \
in die unterste Kammer ein, von hier durch abwechselnd rechts und links gelegene Oeffnungen
ο in die oberen Kammern, χ ist die Achse des Rührwerkes, r sind die Rührarme.
Die im Zusatz-Patente No. 39957 angegebenen Einrichtungen für die Verstärkung
bezw. Regulirung der Abkühlung durch Doppel-•wandung mit Gegenstromkühlung oder Einbuchtungen
senkrecht zur Längsachse lassen sich auch auf die Apparate mit Unterleitung übertragen. Bei Fig. 1 bis 9, 15 und 16 sind
beide Vorrichtungen gleich leicht anbringbar, für Fig. 12 und 13 eignet sich die Doppelwandung,
bei Fig. 10 sind Einbuchtungen leicht anbringbar. Die Doppelwandung bei Fig. 12
und 13 ist ebenso zu legen, wie im Zusatz-Patent No. 39957 angegeben ist; bei Doppelwandconstruction
zu Fig. 1 bis 9, 15 und 16
ist die Doppelwandung in eine Reihe senkrecht sich überlagernder Kammern zu theilen, in
deren oberste die Kühlmasse eintritt. Fig. 16 ist mit einer solchen Doppelwandung versehen,
in die oben bei q die Kühlmasse eintritt; die einzelnen Kammern communiciren abwechselnd
rechts und links durch kleine Röhren. Unten bei U fliefst die Kühlmasse aus.
Claims (5)
1. Krystallisations-Verfahren der Unterleitung,
darin bestehend, dafs unter ganz oder theilweise abgekühlte und auskrystallisirte Säfte
warme concentrate Säfte geleitet werden, damit dieselben infolge ihres höheren
specifischen Gewichtes die ersteren Säfte verdrängen.
2. AnGefäfsen für Krystallisation durch Unterleitung:
a) Stellagen von Ringen (r) und Platten
Cp. Fis· 3);
b) ein Rührwerk mit hohler Achse (Fig. 6).
3. Unten konischer, schräg gelagerter, rotirender Abkühlungskrystallisator für Unterleitung
mit einem durch sein unteres Achslager einmündenden Zuleitungsrohre und oberem Abflufsrohre (Fig. 10).
4. Krystallisationsgefäfs für Unterleitung, bestehend
aus mehreren concentrischen Kammern, von denen die innere am Boden den Saft aufnimmt und die übrigen durch Röhren
communiciren, welche den oberen Theil einer Kammer mit dem unteren Theile der
nächstfolgenden verbinden (Fig. 14).
5. Krystallisationsgefäfs für Unterleitung, bestehend aus mehreren über einander angeordneten,
durch abwechselnde Oeffnungen in den Zwischenwänden verbundenen Kammern (Fig. 15 ohne Rührwerk, Fig. 16 mit
Rührwerk).
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE38893C true DE38893C (de) |
Family
ID=314562
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT38893D Expired - Lifetime DE38893C (de) | Krystallisations-Verfahren und Apparate mittelst Unterleitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE38893C (de) |
-
0
- DE DENDAT38893D patent/DE38893C/de not_active Expired - Lifetime
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| CH431463A (de) | Vorrichtung zur Begasung von Flüssigkeiten in einem Behälter | |
| DE1300880B (de) | Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Eindicken von Zuckersirup | |
| DE19735584C2 (de) | Doppelwandige Kühlzelle | |
| DE2826438A1 (de) | Vorrichtung zum destillieren und rektifizieren von mischungen | |
| DE69107110T2 (de) | Umlenkkristallisator durch direkten Kontakt. | |
| DE38893C (de) | Krystallisations-Verfahren und Apparate mittelst Unterleitung | |
| DE1929965A1 (de) | Kristallisationskolonne | |
| DE1951405A1 (de) | System und Aggregat zum Erwaermen von Medium in einem Schiffstank | |
| DE503594C (de) | Vorrichtung zum Auskristallisieren von festen Stoffen aus in eine umlaufende Bewegung versetzten Loesungen | |
| DE2611454C3 (de) | Abtreibkolonne | |
| DE3112994C2 (de) | Autoklav zum Aufbereiten von Kakaomasse | |
| DE2313988A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur kristallisation | |
| DE2751820C2 (de) | Vorrichtung zur Wärmegewinnung aus pflanzlichen Abfallstoffen | |
| DE2004375B2 (de) | Kolonne zur trennung oder reinigung eines stoffgemisches durch kristallisieren | |
| DE2057824C3 (de) | Kristallisationsvorrichtung | |
| DE2502354A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur verhinderung von rueckstandbildung an den innenflaechen von apparaten | |
| DE41323C (de) | Verfahren und Apparate zum Osmosiren von Melasse und anderen Flüssigkeiten | |
| DE19602518C2 (de) | Vorrichtung zum kurzfristigen Haltbarmachen erwärmter Speisen | |
| DE39957C (de) | Krystallisationsverfahren und Apparate, besonders für Zucker | |
| DE151716C (de) | ||
| DE1920572C (de) | Vorrichtung zum Kristallisieren mit Heizplatten | |
| AT369786B (de) | Maische fuer die behandlung einer fuellmasse in der zuckerindustrie | |
| AT44296B (de) | Verdampferkessel mit schrägen Röhren. | |
| DE2160994B2 (de) | Kuehlkristallisator | |
| DE2207814A1 (de) | Kristallisations-Reinigungsverfahren und Gerät zur Ausführung des Verfahrens |