DE2522158C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Fertigen der Betondecken mehrgeschossiger Gebäude - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Fertigen der Betondecken mehrgeschossiger GebäudeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fertigen der Betondecken mehrgeschossiger Gebäude, nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 2.
Es ist bekannt (DE-Z »Der Bauingenieur«, 1962, Heft
11, S. 409 und 410) vor dem Fertigen dir Betondecken
von Hochhäusern zunächst die tragenden Wände durchgehend bis zur vollen Gebäudehöhe zu betonieren
und währenddessen am Boden eine Arbeitsbühne aus einer zerlegbaren Rohr- oder Profilstahlkonstruktion zu
montieren, die nach dem Fertigstellen der tragenden Wände mechanisch oder hydraulisch nach oben gehoben
und auf die tragenden Wände aufgelagert wird. Die Bühne ist zugleich Gerüst für die horizontale obere
Tragkonstruktion, die alle Wände verbindet Wenn die obere Tragkonstruktion Ihre Tragfähigkeit erreicht hat,
wird die Gerüstbühne an den Zuggliedern um ein Geschoß abgesenkt, so daß dann auf der Deckenschalung,
die dort oben auf der Bühne angef..riigt wird, die Ge-
schoßdecke gegossen wird. Danach kann die Gerüstbühne
mit der einmal angefertigten Deckenschalung um ein weiteres Geschoß abgesenkt werden. Auf diese Weise
werden alle Decken von oben nach unten fortschreitend hergestellt Bei diesem Vorgehen ist ein relativ
hoher Zeitaufwand erforderlich, weil mehrfach abgewartet werden muß bis die volle Tragfähigkeit vorher
hergestellter Bauteile erreicht ist
Dieser Zeitaufwand kann verringert werden, wenn beim Betonieren der Decken gemäß der GB-PS
so 10 86 524 Hilfsstützen angeordnet werden. Bei dem in
dieser Veröffentlichung beschriebenen Verfahren wird d:s Deckenschalung, die in Form eines Schalungskastens vorliegt, nach dem Herstellen der endgültigen
Säulen des Gebäudes unter Verwendung der auf dem Geländeniveau errichteten Hilfsstützen, die von den tragenden
Säulen unabhängig sind und durch öffnungen in der Deckenschalung nach oben verlaufen, und mit Hilfe
von Seilen, die über Umlenkrollen am oberen Ende der Hilfsstützen geführt sind, auf das Niveau zum Betonieren
der obersten Decke angehoben. Nach dem Betonieren dieser Decke wird die Deckenschalung auf das Niveau
der nächstunteren Betondecke abgesenkt, um diese zu fertigen. Hierbei erstreckt sich die Deckenschalung
jedoch nur über einen Deckenabschnitt zwischen vier Eckstützen, und beim Betonieren müssen die
Durchtrittsöffnungen für die Hilfsstützen und die Seile bis zum Fertigstellen sämtlicher Decken freigehalten
werden, was von Nachteil ist.
|i Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, — ausge- der Hilfsstütze über das an die Kolbenzylindereinheit 3
f hend von dem zuletzt erörterten Stand der Technik — angeschlossene Hubglied 8 mit Hilfe einer an dessen
Ϊ' ein Verfahren und eine Vorrichtung der im Oberbegriff Ende gelenkig montierten Traverse 9 und von Seilen Ϊ0.
<jl stalten, daß Betondecken großer Fläche und mit großem 5 lung auf eine bestimmte Höhe dient eine auf dem Gelän-
f I Stützabstand der Säulen mit geringem Aufwand jeweils deniveau angebrachte Schraubspindel 11.
ί in einem Zuge gefertigt werden können, ohne daß ein Beim Errichten eines mehrgeschossigen Gebäudes
r■■; Durchbiegen der Deckenschalung zwischen den Säulen wird wie folgt verfahren:
# auftreten kann. Zunächst werden das Fundament und die endgültigen
μ Diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die Merk- 10 Säulen des Gebäudes in herkömmlicher Weise herge-
,;; male im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 bzw. 2. stellt
f, gelöst Bevorzugte Weiterbildungen der erfindungsge- Anschließend wird unter Verwendung der Hebevor-
% mäßen Vorrichtung sind Gegenstand jeweils der An- richtungen die Deckenkonstruktion angefertigt Die hy-
jy Sprüche 3 und 4. draulischen Hebevorrichtungen werden an den geplan-
\;. Durch die Erfindung wird der Vorteil erreicht daß die 15 ten Stellen aufgestellt und unter Zwischenschaltung ei-
<l Deckenschalung für das gesamte, der Grundfläche des nes geeigneten Verbindungselementes 13 wird das
■H Gebäudes entsprechende Deckenfeld an mehreren Stel- Schalungsgerüst 4 montiert Das die Deckenschalung als
'■''■ len zwischen den endgültigen Säulen gestützt gehalten zusammenhängende Plattenkonstrakticn haltende
["' ist und durch das vorübergehende Befestigen des Scha- Schalungsgerüst 4 wird, nachdem es zusammengebaut
'·.: lungsgerüstes an den Säulen für das Betonieren eine 20 ist, der Hubhöhe der hydraulischen Kolbenzylinderein-
g; Aufteilung des Betongewicht erzielt wird. Überdies heit 3 entsprechend angehoben. Ecäiach erfolgt die
K können durch die erfindungsgemäße Verwendung von Montage der Hilfsstützen und dann wird ^ !as Schalungs-
k abschnittsweise auf- und abbaubaren Hilfsstützen ohne gerüst 4 auf die bereits teilmontierten Hilfsstützen ge-
j£ Beeinträchtigung der Abstützzuverlässigkeit sehr hohe setzt Danach ist es möglich, die hydraulische Kolbenzy-
i-i Gebäudehöhen erreicht werden. 25 lindereinheit 3 in die Ausgangsstellung zurückzuziehen
% Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, in welcher und mit 2inem neuen Hebezyklus zu beginnen. Durch
'% einzelne Ausführungsbeispiele dargestellt sind, näher Wiederholung des beschriebenen Vorganges kann das
h erläutert Es zeigt Schalungsgerüst 4 in beliebige Höhe gehoben werden,
hS ten Vorrichtung mit Hilfsstützen, die aus Rohrabschnit- 30 untergebaut werden.
■*; ten zusammengesetzt sind und Die einzelnen Hebevorrichtungen werden zweckmä-
"% F i g. 2 einen Teil einer erfindungsgemäß ausgebilde- ßig mit einer zentralen Steuereinrichtung betrieben. Die
f: ten Vorrichtung mit Hilfsstützen aus einer Gitterkon- Steuereinrichtung synchronisiert die Funktionen der
f struktion. einzelnen Hebevorrichtungen automatisch. Wird bei ei-ί
Wie aus den F i g. 1 und 2 ersichtlich, weist die Vor- 35 ner Hebevorrichtung die Hubhöhe eventuell überschrit-ΐ·
richtung von versteiften Stützständern 1 gestützte, das ten, so bleibt diese Einheit automatisch stehen und be-S;
ungewollte Absinken der Hilfsstützen verhindernde ginnt erst wieder zu arbeiten, wenn die übrigen Hebels
Greifköpfe 2 und hydraulische Kolbenzylindereinheiten vorrichtungen den Höhenunterschied ausgeglichen ha-%)
3 auf. Mit der hydraulischen Kolbenzylindereinheit 3 ben.
|l wird das Anheben des auf dem Geländeniveau montier- 40 Die Deckenfertigung wird vom obersten Stockwerk
'\. ten, raumgitterartig ausgebildeten Schalungsgerüstes 4 beginnend ausgeführt Das angehobene Schalungsge-%
durchgeführt wobei eine aus Hilfsstützenabschnitten 5, rüst 4 wird bis zur Fertigstellung der Betondecke proving 6 zusammengebaute, rohrförmig oder als Gitterkon- sorisch an den endgültigen Säulen des Gebäudes befef<-
struktion ausgeführte Hilfsstütze zwischengeschaltet ist stigt In dieser Lage ist die Verschalung bei äet Anferti-,.-Das
an mehreren Stellen unterstützte raumgitterartige 45 gung der Betondecke stets an mehreren Stellen unterji;
Schalungsgerüst 4 kann bis zu einem beliebigen Niveau stütz, wodurch die Gefahr einer Durchbiegung während
fs gehoben werden bzw. auf einem beliebigen Niveau auf des Betonierens verhindert wird. Nachdem die Beton-.;
den Hilfsstützen abgestützt werden. decke fertiggestellt ist und der Beton die zum Ausscha-'
Die verwendeten Hebevorrichtungen bieten zu je- len erforderliche Festigkeit erreicht hat kann das Scha-■v.
dem Zeitpunkt des Hebens des Schalungsgerüstes 4 ei- 50 lungsgerüst 4 und mit diesem zusammen die gesamte
y: ne doppelte Sicherheit Falls die hydraulische Kolbenzy- Deckenschalung auf das Niveau des nächstfolgenden
; lindereinheit 3 einer Betriebsstörung unterliegt, wird Stockwerks abgesenkt werden. Das Absenken beginn·
; mittels des Greifkopfes 2 des Stützständers 1 die jeweili- damit, daß die hydraulischen Kolbenzylindereinheiten 3
ν ge Hilfsstütze durch Angreifen an dem sich an die KoI- unter Dtuck gesetzt werden. Dünn wird die provisori-'ξ,
benzyiindereinheit 3 anschließenden rohrförmigen 55 sehe Befestigung des Schalungsgerüstes 4 an den end-'
Hilfsstützenabschnitt 6 bzw. einen Hubglied 8 gegen ein gültigen Säulen des Gebäudes gelöst wodurch das
■i ungewolltes Absinken fixiert Der Greifkopf 2 ist Schalungsgerüst mit seinem vollen Gewicht auf den
ί. zweckmäßig mit Klemmbacken 12 ausgerüstet Kolbenzylindereinheiten 3 lastet Anschließend kann
0 Bei der in F i g. 1 gezeigten Ausbildung der Hilfsstüt- der unterste Abschnitt 5 bzw. 6 der Hilfsstützen ausge-
!> zen aus rohrförmigen Hilfsstützenabschnitten 6 werden 60 baut werden, wonach das Schalungsgerüst 4 entsprep
diese mittels einer hydraulischen Kippkonstruktion 7 chend abgesenkt werden kann.
1 auf folgende Weise eingesetzt: Die Kippkonstruktion 7
^i kippt die Kolbenzylindereinheit 3 in die horizontale La- Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
ffi ge und nach dem Befestigen des Hilfsstützenabschnittes
Il 6 mit diesem zusammen in die vertikale Lage für das 65
k Anhebender Hilfsstüize.
■': Bei der in F i g. 2 gezs'jrten Ausbildung der Hilfsstüt-
ΰ zen aus einer Gitterkonstruktion erfolgt das Bewegen
Claims (4)
1. Verfahren zum Fertigen der Betondecken mehrgeschossiger Gebäude, bei welchem nach dem
Herstellen der endgültigen Säulen des Gebäudes eine Deckenschalung auf das Niveau zum Betonieren
der obersten Decke angehoben wird und nach dem Erreichen einer ausreichenden Betonfestigkeit die
Deckenschalung auf das Niveau zum Betonieren der nächstunteren Decke abgesenkt wird, wobei die
Deckenschalung unter Verwendung von auf dem Geländeniveau errichteten, von den endgültigen
Säulen des Gebäudes unabhängigen HUfsstützen angehoben und abgesenkt wird und während des Betonierens
der jeweiligen Decke abgestützt wird und die letzten beiden dieser Schritte wiederholt werden,
bis die Erdgeschoßdecke des Gebäudes betoniert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckenschalung
aii zusammenhängende Plattenkonstruktion
für das gesamte der Grundfläche des Gebäudes
entsprechende Deckenfeld über ein raumgitterartiges Schalungsgerüst (4) auf die Hilfsstützen gesetzt
wird, daß das Anheben und Absenken der Deckenschalung
durch abschnittsweises Aufbauen bzw. Abbauen der Hilfsstützen durchgeführt wird, wolbei
zum Anheben der Deckenschalung die Hilfsstüteen gemeinsam angehoben werden und jeweils ein zusätzlicher
Hilfsstützenabschnitt (5,6) unter den angehobenen Hilfsstützen eingebaut wird und zum
Absenken der Deckenschalung die Hilfsstützen gehalten, ihr unterster Hilfsstützenabschnitt (5,6) ausgebaut
und die Hilfsstützen abgesenkt werden, und daß das Schalungsgerüst (4) für das Betonieren des
jeweiligen gesamten Deckenfeldes zusätzlich an den endgültigen Säulen des Gebäudes befestigt wird,
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahreins nach Anspruch 1, mit einer Deckenschalung und
mehreren Hebevorrichtungen, mit welchen die auf mehreren Hilfsstützen abgestützte Deckenschalung
auf das Niveau zum Betonieren der obersten Decke anhebbar ist und nach der Fertigung dieser Betondecke
auf das Niveau zum Betonieren der nächstimteren Betondecke absenkbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hilfsstützen jeweils aus mehreren aufeinanderstellend lösbar miteinander verbindbaren
Hilfsstützenabschnitten (5, 6) zusammengesetzt sind und die Deckenschalung in Form einer zusammenhängenden
Plattenkonstruktion für das gesamte der Grundfläche des Gebäudes entsprechende Dekkenfeld
über ein raumgitterartig ausgebildetes Schalungsgerüst (4) auf dem jeweils obersten Hilfsstützenabschnitt
(5,6) abgestützt ist, daß die Hebevorrichtungen aus hydraulischen Kolbenzylindereinheiten
(3) bestehen, mit denen die Hilfsstützen mit dem Schalungsgerüst (4) und der Deckenschalung gemeinsam
um jeweils die Länge eines Hilfsstützenabschnittes(5,6) für ein Unterbauen eines Hilfsstützenabschnittes
(5,6) anhebbar und nach einem Ausbauen des jeweils untersten Hilfsstützenabschnittes (S,
6) absenkbar sind, und daß für jede Hilfsstütze auf einem die zugeordnete Kolbenzylindereinheit (3)
umgebenden Stützständer (1) ein Greifkopf (2) angeordnet ist, von welchem die jeweilige Hilfsstütze gegen
ein ungewolltes Absinken fixierbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsstützenabschnitte (5) als Gitterkonstruktion
ausgeführt sind und der Greifkopf
(2) mit einem Hubglied (8) zusammenwirkt, an dem die hydraulische Kolbenzylindereinheit (3) angreift
und an dem die zugeordnete Hilfsstütze über eine gelenkig gelagerte Traverse (9) und Seile (10) aufhängbar
ist
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsstützenabschnitte (6) rohrförmig
siad und der Greifkopf (2) mit der Außenseite der zugeordneten Hilfsstütze zusammenwirkt und
ίο daß die zugeordnete Kolbenzylindereinheit (3) mittels
einer an dem Stützständer (1) angeordneten Kippkonstruktion (7) aus ihrer Vertikalstellung in
eine Horizontalstellung zur Aufnahme eines unterzubauenden Hilfsstützenabschnittes (6) abschwenk-
bar ist
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