DE2508877B2 - Verfahren zum herstellen von kornorientierten elektroblechen oder -baendern - Google Patents
Verfahren zum herstellen von kornorientierten elektroblechen oder -baendernInfo
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Description
55
60
ie Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen !orientierter Elektrostahlbleche oder bänder mit
m hohen ßfc-Wert der magnetischen Induktion von r als 1,88 Wb/m2, bei welchem ein Siliciumstahlgangsmaterial,
enthaltend nicht mehr als 0,06% ilenstoff, 2,0 bis 4,0% Silicium, 0,01 bis 0,2% Mangan,
esamt 0,005 bis 0.1 % Schwefel und/oder Selen, Rest n, warmgewalzt und wiederholten Glühungen und
Kaltwalzungen unterzogen wird, um so ein in der Kälte auf seine Endabmessung gewalztes Blech zu erzeugen
worauf das kaltgewalzte Blech zur Herabsetzung seines Kohlenstoffgehaltes auf nicht mehr als 0,G05% einer
Entkohlungsglühung unterzogen und dann zur Entwicklung sekundärrekristallisierter Körner mit vorherrschend
(110)[OOI ]-Orientierung einer Schlußglühung
unterworfen wird. Somit beschäftigt sich die Erfindung mit einem Verfahren zum Herstellen sogenannter
kornorientierter Elektrobleche oder -bänder aus Stahl, die eine leicht zu magnetisierende Achse
<100> in Walzrichtung und eine (HOf-Ebene parallel zur Walzebene
besitzen. Dabei bezieht sich die Erfindung insbesondere auf ein Verfahren zum Herstellen
kornorientierter Elektrobleche oder -bänder aus Stahl mit einem sehr hohen fls-Wert der magnetischen
Induktion.
Die kornorientierten Elektrobleche werden hauptsächlich für Transformatorenkerne und andere elektrotechnische
Vorrichtungen verwendet und müssen eine hohe magnetische Induktion und einen niedrigen
Eisenverlust besitzen.
Es ist allgemein bekannt, daß die Verbesserung der magnetischen Eigenschaften nicht nur eine Verringerung
der Transformatorgröße gestattet, sondern auch eine Herabsetzung der für das Transfoimatorengeräusch
im Betrieb verantwortlichen Magnetostriktion hervorruft. Die magnetischen Eigenschaften werden im
allgemeinen mit Hilfe des ßs-Wertes ausgedrückt, welcher die magnetische Induktion in Weber je
Quadratmeter bei einer magnetischen Feldstärke von 800 A/m wiedergibt. Neuzeitliche Herstellungsverfahren
gestatten die Herstellung von Elektroblechen aus Stahl mit einem fii-Wert von mehr als 1,88 Wb/m2.
Diese Herstellungsverfahren sind in der veröffentlichten japanischen Patentanmeldung No. 15 644/65 unter
Verwendung von AIN sowie in anderen Literaturstellen beschrieben.
Seitens der Anmelderin ist bereits ein Verfahren vorgeschlagen worden, mit dessen Hilfe die obenerwähnten
Werkstoffe durch Anwendung geeigneter Mengen an Antimon, Selen u.dgl. als Inhibitioren und
durch Entwicklung sekundärrekristallisierter Körner bei einer relativ niedrigen Temperatur in der Schlußglühung
herstellbar sind.
Die Erfinder haben mannigfaltige Untersuchungen im Hinblick auf die Entwicklungsbedingungen für sekundärrekristallisierte
Körner mit einem höheren Ausmaß an (110)f001]-Orientierung bei dem obenerwähnten
Verfahren angestellt und dabei gefunden, daß der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor der
Sekundärrekristallisationsglühung einen starken Einfluß auf die Orientierung der sekundärrekristallisierten
Körner ausübt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs bezeichneten Gattung so
auszubilden, daß eine noch weitere Qualitätssteigerung der hergestellten Elektrobleche ermöglicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor der
Schlußglühung auf maximal 0,0045% begrenzt wird und daß die sekundärrekristallisierten Körner bei einer
Temperatur von 800 bis 9000C vollständig entwickelt werden, worauf in der Schlußglühung eine Reinigungsglühung
bei einer Temperatur von nicht weniger als 1000°C durchgeführt wird.
Bei den erfindungsgemäß zu behandelnden Stählen dienen die Gehalte ar Schwefel und/oder Selen als
Inhibitor für die Primärrekristailisation bzw. für die
nrimärrekristallisierten Körner.
Im Hinblick auf den Stickstoffgehalt in fertiggestellten Elektroblechen ist es bekannt, daß dieser so gering
wie möglich sein muß, um niedrige Eisenverluste zu erzielen. Andererseits ist es jedocii in der US-PS
28 02 761 beschrieben, daß wenigstens 0,01% Stickstoff Is Inhibitor in der Sekundärrekristallisation benutzt
wird und ist es außerdem bekannt, daß verschiedene Nitride als Inhibitoren verwendet werden. So wird
beispielsweise gemäß der obengenannten veröffentlichen
iaüanischen Patentanmeldung 15 644/65 Aluminiumnitrid
verwendet, gemäß der US-PS 3184 346 Vanadiumnitrid verwendet und gemäß der veröffentlichten
japanischen Patentanmeldung 16 863/71 Tantalnitrid benuUt. Selbstverständlich muß bei diesen
Verfahren Stickstoff abschließend während einer Hochtemperaturglühung in einer Wasserstoffatmosphäre
entfernt werden, obgleich ein gewisser Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech ve.· der Hochtemperaturglühung
erforderlich ist. Im Gegensatz dazu werden erfindungsgemäße Elektrobleche mit einer
hohen magnetischen Induktion dadurch erzeugt, daß erstens der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor
der Schlußglühung auf nicht mehr als 0,0045% begrenzt wird und zweitens die sekundärrekristallisierten Körner
bei einer Temperatur von 800 bis 9000C entwickelt werden.
Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben. In dieser zeigt
F i g. 1 ein Schaubild, in welchem der Stickstoffgehalt
(O/o) eines kaltgewalzten Bleches vor der Schlußglühung gegen den Äs-Wert (Wb/m?) des Fertiget Zeugnisses bei
unterschiedlichen Temperaturen zur Entwicklung sekundärrekristallisierter Körner aufgetragen ist (im
folgenden wird die Temperatur zur Entwicklung sekundärrekristallisierter Körner kurz als »Sekundärrekristallisationstemperatur«
bezeichnet).
Fig 2 ein Schaubild, in welchem die Sekundärrekristallisationstemperatur
kaltgewalzter Bleche gegen die ft-Werte der Fertigerzeugnisse bei unterschiedlichen
Stickstoffgehalten im kaltgewalzten Blech aufgetragen
S"Vig.3 eine Photographic des Makrogefüges eines
nicht erfindungsgemäß hergestellten Fertigerzeugnisses wobei ein kaltgewalztes Blech mit einem außerhalb
des erfindungsgemäßen Rahmens liegenden Stickstoffgehaltes von 0,0063% einer Schlußglühung unterzogen
wurde und
Fig 4 eine Photographic des Makrogefüges eines
erfindungsgemäß hergestellten Fertigerzeugnisses, wobei ein kaltgewalztes Blech mit einem erfindungsgemaß
niedrigen Stickstoffgehalt von 0,0025% einer Schlußglühung unterzogen wurde.
Fig 1 zeigt den Einfluß des Stickstoffgehaltes im kaltgewalzten Blech vor der Schlußglühung auf den
ft-Wert des Fertigerzeugnisses bei verschiedenen Sekundärrekristallisationstemperaturen. Aus F i g. 1 ist
klar ersichtlich, daß der ft-Wert mit sinkenden Stickstoffgehalten zunimmt. Beträgt der Stickstoffge- (,<,
halt nicht mehr als 0,0045%, so wächst der ft-Wert auf
mehr als 1,88 Wb/m2 an und beträgt der Stickstoff geha.^
nicht mehr als 0,0035%, so liegt der erhaltene &-Wert oberhalb von 1,90 Wb/m?. .
Fig 2 läßt erkennen, daß die Sekundärreknstallisa- h5
tionstemperatur einen starken Einfluß auf den Ä-Weet ausübt Wie aus F i g. 2 deutlich hervorgeht, liegen die
Bt-Werte oberhalb von 1,88 Wb/m?, wenn die
Sekundärrekristallisationstemperatur nicht oberhalb von 900° liegt und außerdem der Stickstoffgehalt im
kaltgewalzten Blech gering ist. .
Die Kristallstruktur des Fertigerzeugnisses stent in
einer engen Beziehung zu dessen Ä-Wert. Ist der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech hoch, beispielsweise
0,0063% Stickstoff, so zeigt das Makrogefuge des
_ . 11 r* _i-l-.n_lr.t...M<* ainp hi»tf»m-
weise 0,0063% Stickstoff, so zeigt aas ivianrugciugv uw
Fertigerzeugnisses nach der Schlußglühung eine heterogene Kornstruktur mit vielen Inselkörnern oder
Korninseln, wie F i g. 3 zu entnehmen. Außerdem ist der Aggregationsgrad de; (110)[001]-Orientierung im ganzen
gering. Demgegenüber zeigt das Makrogefuge des Fertigerzeugnisses im wesentlichen keine heterogene
Struktur, wie F i g. 4 zu entnehmen, wenn der Stickstoffgehalt niedrig ist und beispielsweise 0,0025%
beträgt.
Die Ursache Für das Auftreten einer derartigen heterogenen Struktur ist bis jetzt noch nicht geklärt,
aber es scheint sich wie folgt zu verhalten. S13N4 und
andere Nitride, die im Gesamtstickstoffgehalt eines Siliciumstahls als unlöslicher Stickstoff analysiert
werden, stören den Korngrenzenbehinderungseffekt des Mangansulfids, Manganselenids u. dgl., und als Folge
wird das heterogene Gefüge ohne die Ausbildung einer perfekten sekundärrekristallisierten Struktur gebildet.
Diese Erscheinung kann daraus geschlossen werden, daß die Sekundärrekristallisationstemperatur (800 bis
900"C), die eine der notwendigen Bedingungen des Verfahrens nach der Erfindung darstellt, mit dem
Temperaturbereich übereinstimmt, in welchem S13N4 in stabiler Form vorliegt. Wird somit eine Entwicklung der
sekundärrekristallisierten Körner bei 800 bis 9000C angestrebt, so muß der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten
Blech sehr niedrig liegen, denn wird der Stickstoffgehalt nicht auf maximal 0,0045% begrenzt, so hin die
schädliche Wirkung der Nitride auf die Entwicklung sekundärrekristallisierter Körner suf, wodurch ein
Erzielen befriedigender Fertigerzeugnisse verhindert
wird.
Die Erfinder haben bereits ein Verfahren vorgeschlagen, nach welchem ein antimonhaltiger Siliciumstahl
verwendet wird und sekundärrekristallisierte Körner bei einer Temperatur von 800 bis 9000C entwickelt
werden. Bei diesem Verfahren besteht keine Notwendigkeit, den Gehalt an Stickstoff oder die Stickstoffmenge
zu berücksichtigen, da bei diesem Verfahren dem schädlichen Einfluß des Stickstoffs durch den Zusatz
einer geeigneten Menge an Antimon begegnet wird. Das heißt, daß dann, wenn eine geeignete Antimonmenge
in einem Siliciumstahl enthalten ist, eine hohe magnetische Induktion von mehr als 1,88 Wb/m2 auch
dann erzielt werden kann, wenn der Stickstoffgehalt im Stahl mehr als 0,0045% beträgt. Demzufolge ist das
Verfahren nach der Erfindung insbesondere dann von Nutzen, wenn ein keine Antimonzusätze enthaltender
Siliciumstahl behandelt werden soll.
Im folgenden wird eine Erklärung dafür gegeben, weshalb beim Verfahren nach der Erfindung der
Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor der Schlußglühung und die Sekundärrekristallisationstemperatur
in der Schlußglühung begrenzt sind.
Übersteigt der Stickstoffgehalt in einem kaltgewalzten Blech vor der Schlußglühung einen Wert von
0,0045%, so wird der Öe-Wert des Fertigerzeugnisses vermindert, und wenn ein derartiges kaltgewalztes
Blech bei einer optimalen Sekundärrekristallisationstemperatur in der Schlußglühung geglüht wird, so kann
kein Fertigerzeugnis mit einem ßfe-Wert von mehr als
1,88 Wb/m2 erhalten werden. Da ein sehr geringer Stickstoffgehall stets in technischen Siliciumstählen
enthalten ist, wurde die obere Grenze des Stickstoffgehaltes für einen kaltgewalzten Stahl vor der Schlußglühung
auf nicht mehr als 0,0045% begrenzt.
Liegt die Sekundärrekristallisationstemperatur in der Schlußglühung oberhalb von 900cC, so wird der
Zfe-Wert des Fertigerzeugnisses selbst dann kleiner als
1,88 Wb/m2, wenn ein kaltgewalztes Blech mit einem Stickstoffgehalt von nicht mehr als 0,0045% vor der
Schlußglühung benutzt wird, wohingegen dann, wenn die Temperatur niedriger als 8000C ist, eine sehr lange
Zeitdauer zur vollständigen Entwicklung der sekundärrekristallisierten
Körner erforderlich ist. Daraus ergibt sich, daß derartig niedrige Temperaturen nicht zur
technischen Herstellung des Fertigerzeugnisses nach der Erfindung geeignet sind. Demzufolge ist die
Sekundärrekristallisationstemperatur bei der Schlußglühung
im erfindungsgemäßen Verfahren auf 800 bis 9000C begrenzt. Um einen hohen fif-Wert mit einer
großen Effizienz in der technischen Herstellung zu erzielen, wird eine Sekundärrekristallisationstemperatur
von 830 bis 880°C bevorzugt.
Die Erfindung wird im folgenden im Hinblick auf die Reihenfolge der Verfahrens- oder Behandlungsschritte
näher erläutert.
Als im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zu behandelndes Siliciumstahl-Ausgangsmaterial kann
jeder Siliciumstahl verwendet werden, der nicht mehr als 0,06% Kohlenstoff, 2,0 bis 4,0% Silicium, 0,01 bis
0,2% Mangan, insgesamt 0.005 bis 0,1% an Schwefel und/oder Selen als Inhibitor für primärrekristallisiertc
Körner, Rest im wesentlichen Eisen enthäii. Die Herstellung des Gußblockes kann auf jegliche Weise
erfolgen. So kann der Gußblock beispielsweise mit Hilfe
des Stranggießens erzeugt werden. Der abgegossene Stahlblock wird auf herkömmliche Weise in der Wärme
zu einem Bandmaterial mit einer Dicke von etua 2 bis
4 mm ausgewalzt. Das warmgewalzte Bandmaterial wird wenigstens einer Kaltwalzung unterzogen, um ein
kaltgewalztes Blech mit seiner Endabmessung zu erzeugen. In diesem Fall wird falls erforderlich das
Glühen bei 800 bis 10000C ausgeführt, um die
Kristallstruktur des kaltgewalzten Bleches zu homogenisieren. Das auf seine Endabmessung kaltgewalzte
Blech wird dann einer Entkohlungsglühung bei 700 bis 9000C in feuchtem Wasserstoff unterzogen, um den
Kohlenstoffgehalt auf nicht mehr als 0.005% abzusenken.
Nach der Entkohlungsglühung wird das kaltge« alzte
Blech mit einem hauptsächlich aus MgO bestehenden Glühseparator versehen, zu einem Bund aufgehaspelt
und einer Hochtemperaturglühung für die Sekundärreknstallisation und für die Reinigung unterworfen.
Erfindungsgemäß muß dabei der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor dieser Hochtemperaturglühung,
d. h. nach der Entkohlungsglühung auf nicht mehr als 0,0045%,vorzugsweise auf nicht mehr als 0.0035%
begrenzt sein.
Um ein kaltgewalztes Blech mit einen innerhalb des oben beschriebenen Bereichs liegenden Stickstoffgehalt
zu erzielen, ist es erforderlich, das Frischen und Abgießen des Stahlausgangsmaterials derart vorzunehmen,
daß ein Stahl mit einem hinreichend niedrigen Stickstoffgehalt erzielt wird. Außerdem ist es erforderlich,
die Glühatmosphäre bei den zwischen den Kaltwalzungen ausgeführten Glühungen zu beachten.
Aus den bereits erwähnten Gründen ist es erforderlieh,
daß die sekundärrekristallisierten Körner vollständig bei 800 bis 9000C in der Schlußglühung entwickeil
werden. Zur Entwicklung der sekundärrekristallisierter Körner sind keine besonderen Vorkehrungen erforderlieh,
aber wenn die Sekundärrekristallisationstemperatür 10 bis 80 Stunden lang auf einer gewissen
Temperatur innerhalb des Temperaturbereichs von 800 bis 900°C gehalten wird oder die Sekundärrekristallisationstemperatur
allmählich mit einer Aufheizgeschwindigkeit von 0,5 bis 10°C/Std. innerhalb des oben
bezeichneten Temperaturbereichs gesteigert wird, kann ein bevorzugtes Ergebnis erzielt werden. Außerdem ist
es erforderlich, darauf zu achten, daß die Nitrierung oder Aufstickung des Stahls durch die Glühatmosphäre
nicht auftritt, bevor die sekundärrekristallisierten Körner vollständig entwickelt sind.
Im Anschluß an die Entwicklung der sekundärrekristallisierten
Körner bei 800 bis 9000C folgt als nächste Verfahrensstufe eine Hochtemperaturglühung zur Rei-
;o nigung, die bei einer Temperatur von nicht weniger als
1000°C durchgeführt wird. Vorzugsweise wird diese Hochtemperaturglühung in trockenem Wasserstoff
vorgenommen.
Das folgende Beispiel dient zur weiteren Erläuterung der Erfindung, ohne daß die Erfindung in irgendeiner
Weise auf das folgende Ausführungsbeispiel beschränkt ist.
,o Beispiel
Drei Siliciumstahlblöcke mit einem Gewicht von 10 ι mit jeweils 0,025% Kohlenstoff, 3,05% Silicium. 0.06%
Mangan und 0.025% Selen sowie 0,0025% bzw. 0.0045% bzw. 0,0058% Stickstoff, was einen Analysenwert voi
der Schlußglühung wiedergibt, wurden hergestellt. Dei Stahlblock mit einem Stickstoffgehalt von 0,0025%
wurde als Probe A, der Stahlblock mit einerr Stickstoffgehalt von 0,0045% wurde als Probe B und dei
Ao Stahlblock mit einem Stickstoffgehalt von 0,0058%
wurde als Probe C bezeichnet.
leder der drei Blöcke wurde gleichmäßig 5 Stunder lang bei 1280°C erhitzt und zu einer Platine mit einet
Dicke von 180 mm verarbeitet. Die Platine wurde 1,f Stunden lang bei 1280°C£eglüht. in der Wärme auf eine
Dicke von 3,0 mm ausgewalzt, 10 Minuten lang be 950"C geglüht und in einer ersten Kaltwalzung mii
einem Kaltwalzgrad von 75% auf eine Dicke vor 0,75 mm ausgewalzt, dann einer lOminütigen Zwi-
schenglühung bei 9000C in einer Wasserstoffatmosphä
re unterzogen und mit Hilfe einer zweiten Kaltwalzung mit einem Kaltwalzgrad von 60% auf die Entstärke vor
0,3 mm ausgewalzt, worauf eine lOminütige Entkoh
lungsglühung bei 800° C in feuchtem Wasserstoff mii
einem Taupunkt von 6O0C vorgenommen wurde. Jede
der drei entkohlten Proben A, B und C wurde Schlußglühungen unter den folgenden drei Bedingunger
unterzogen:
I. In Wasserstoff, zunächst 100 Stunden lang be
830°Cunddann 10 Stunden lang bei 12000C.
II. in Wasserstoff, zunächst 30 Stunden lang bei 9000C
und dann 10 Stunden lang bei 1200° C,
III. in Wasserstoff. 30 Stunden lang bei 950° C und danr 10 Stunden lang bei 1200° C.
III. in Wasserstoff. 30 Stunden lang bei 950° C und danr 10 Stunden lang bei 1200° C.
Die an den in der oben angegebenen Weise behandelten Proben A, B und C ermittelten &-Werte
(Wb/m*) und IVi 7^-Werte (W/kg) sind in der folgender
Tafel 1 zusammengestellt.
afel I -\u>>
l'alel 1 geht her\or. daß die Probe Λ mit dem
niedrigsten Stickstoffgehalt gegenüber den Proben B
._. — und C" bei gleichen Bedingungen in der Schlußglulnmg
>r"bL'n Sr SvAm.-'i-o'·.!!: H- V,'. den besten'«- Wer; und den besten H- ν W en besitzt.
■ •Nußerdem :\\t\\ deutlich, daß in jeder druppe der
Proben \. B und ι' die gemäß der Schlußgluhungsbediiv
gung I behandelte Probe den besten ft-Weri und den
| u ■ ■ | |
| (W kc) | |
| OU | 1.(Vi |
| 1.10 | |
| 1.84 | I. !fr |
| 1 >tO | 1.12 |
| 1.88 | 1.18 |
| 1.82 | 1.23 |
| ! .8 3 | 1.2fr |
| 1.80 | 1.2J |
| 1.78 | Ui |
''." ''"' besten H - v-\\'eri besitzt, wobei unterstrichen sei, daß
'■\ / die Schlußgluhung gemäß Bedingung I bei der
' ι niedrigsten Temperatur (830''C) und über eine lange
11I ».«Hi 1.^0 1.12 ZcitdiUier (100 Stunden) erfolgt.
'^" '-^^ '-'^ Aus den in Tafel 1 zusammengestellten Ergebnissen
1^'" 1i<- '-^ wird deutlich, daß mit Hilfe des crfindungsgemiißer
Cl 0.00i8 !.8 3 1.2fr Verfahrens kornonentierte lilektrobleche oder bandei
CII 1.8(1 ijo I^ aus Stahl hergestellt werden können, die eine sehr höht
CIH 1.78 Ui magnetische Induktion besitzen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zum Herstellen kornorientierter Elektrostahlbleche oder -bänder mit einem hohen
A-Wert der magnetischen Induktion von mehr als 1,88 Wb/m2, bei welchem ein Siliciumstahl-Ausgangsmaterial,
enthaltend nicht mehr als 0,06% Kohlenstoff, 2,0 bis 4,0% Silicium, 0,01 bis 0,2%
Mangan, insgesamt 0,005% bis 0,1% Schwefel \o und/oder Selen, Rest Eisen, warmgewalzt und
wiederholten Glühungen und Kaltwalzungen unterzogen wird, um so ein auf seine Endabmessung
kaltgewalztes Blech zu erzeugen, worauf das kaltgewalzte Blech zur Herabsetzung seines Kohlenstoffgehaltes
auf nicht mehr als 0,005% einer Entkohlungsglühung unterzogen und dann zur
Entwickking sekundärrekristallisierter Körner mit vorherrschend (110)[001]-Orientierung einer Schlußg/ühung
unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, daß
a) der Stickstoffgehalt im kaltgewalzten Blech vor der Schlußglühung auf maximal 0,0045%
begrenzt wird und
b) die sekundärrekristallisierten Körner bei einer Temperatur von 800 bis 900°C vollständig
entwickelt werden, worauf in der Schlußglühung eine Reinigungsgliihung bei einer Temperatur
von nicht weniger als 1000°C durchgeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stickstoffgehalt auf maximal
0,0035% begrenzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stickstoffgehalt auf maximal
0,0025% begrenzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die sekundärrekristallisierten Körper über einen Zeitraum von 10 bis 80 Stunden bei einer
im Temperaturbereich von 800 bis 900°C liegenden
Temperatur entwickelt werden.
5. Verfahrer' nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Temperaturen für die Sekundärrekristallisation
Temperaturen von 830 bis 88O0C angewandt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die sekundärrekristallisierten Körner
durch allmähliche Temperatursteigerung mit einer Aufheizgeschwindigkeit von 0,05 bis 10°C/Std.
innerhalb des Temperaturbereichs von 800 bis 9000C entwickelt werden.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP2286174A JPS5644135B2 (de) | 1974-02-28 | 1974-02-28 | |
| JP2286174 | 1974-02-28 |
Publications (3)
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|---|---|
| DE2508877A1 DE2508877A1 (de) | 1975-11-20 |
| DE2508877B2 true DE2508877B2 (de) | 1976-06-24 |
| DE2508877C3 DE2508877C3 (de) | 1977-02-10 |
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ID=
Also Published As
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| JPS50123517A (de) | 1975-09-29 |
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| US4212689A (en) | 1980-07-15 |
| AU7854175A (en) | 1976-08-26 |
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| DK74975A (de) | 1975-10-27 |
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| DE2508877A1 (de) | 1975-11-20 |
| FR2262696B1 (de) | 1977-11-18 |
| BR7501200A (pt) | 1975-12-02 |
| NO750610L (de) | 1975-08-29 |
| IT1033316B (it) | 1979-07-10 |
| NO138772B (no) | 1978-07-31 |
| JPS5644135B2 (de) | 1981-10-17 |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 |