DE2453573C2 - Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung mit Hilfskraftverstärkung - Google Patents
Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung mit HilfskraftverstärkungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung
mit Hilfskraftverstärkung, welche ein Bremsventil zur Einsteuerung eines der Betätigungskraft
proportionalen Hilfsdruckes und einen ersten und einen zweiten jeweils einen statischen Druckmittelkreis
begrenzenden Verdrängerkolben hat, wobei der zweite Verdrängerkolben auf seiner Rückseite durch den in
einem Raum hinter dem zweiten Verdrängerkolben geleiteten und vom Bremsventil beeinflußten Hilfsdruck
beaufschlagt ist, und dieser Raum von einem dichtend verschiebbaren Hilfskolben mit einem in Endstellung an
einem Gehäuseanschlag anliegenden Stößel abgeschlossen ist.
Eine derartige Bremsbetätigungsvorrichtung ist aus der DE-OS 23 62 315 bekannt. Bei der bekannten
Vorrichtung ist eine durch ein Bremspedal verschiebbare Platte vorgesehen, die in einer Ringkammer
angeordnet ist, die ihrerseits durch Axialverschiebung der Platte durch ein Sitzventil aus einer Hilfsdruckquelle
unter Druck setzbar ist. Wird bei einer Betätigungskraft auf das Bremspedal die Platte vei^choben, so öffnet das
Sitzventil, so daß ein der Betätigungskraft proportionaler Hilfsdruck einerseits in die Ringkammer gelangt und
andererseits einem Druckmodulator zugeführt wird. Das Sitzventil ist in einem Kolben angeordnet, der sich
bei einem entsprechenden Druck in der Ringkammer verschiebt und mittels einer Verlängerung in eine
Kammer eintaucht, die gleichfalls von dem in der Ringkammer vorherrschenden Druck beaufschlagt ist.
Der in dieser Kammer eingestellte Druck beaufschlagt eine Stirnfläche eines Regelkolbens, durch den ein
Hauptkolben mechanisch in Betätigungsrichtung verschoben wird, so daß ein dem Hauptkolben vorgelager-
»er Druckraum unter Druck gesetzt wird.
Die zwischen dem Kolben und dem Regelkolben angeordnete Kammer ist durch eine elektromagnetisch
arbeitende Vorrichtung alternativ mit der durch den Kolben begrenzten Ringkammer oder einem drucklosen
Nachlaufbehälter verbindbar, so daß bei entsprechender Ansteuerung dieser Druckmodulationseinrichtung
die Kammer mit einem drucklosen Nachlaufbehälter verbindbar ist, wodurch der Regelkolben in
Bremslöserichtung in Bewegung gesetzt wird und sich der Druck im Druckraum bzw. in den am Druckraum
angeschlossenen Radbremsen entspannt und eine entsprechende Minderung der Bremskraft einsetzt.
Fällt bei der bekannten Bremsbetätigungsvorrichtung die hydraulische Hilfsenergie aus, so schlägt eine
Verlängerung des die Ringkammer begrenzenden Kolbens nach einem entsprechenden Pedalleerweg am
Regelkolben an, so daß der Druckraum und die am
Il Druckraum angeschlossenen Radbremszylinder allein fä durch mechanische Einwirkung auf das Bremspedal
•ß. unter Druck gesetzt werden.
"0. Bei der beschriebenen Bremsbetätigungsvorrichtung
'^I ist es insbesondere als nachteilig anzusehen, daß zur
?! Druckbeaufschlagung der Radbremszylinder nach eijg
nem Ausfall der Hilfsenergie ein Pedalleerweg entsteht,
H der durch den Abstand zwischen der Verlängerung des
Q Kolbens und des Regelkolbens definiert ist Bei der
£ί bekannten Bremsbetätigungsvorrichtung ist es im
■jf Hinblick auf ein zweikreisiges Bremssystem femer
fs? notwendig, zwei Vorrichtungen der vorstehend bejy
schriebenen Art im wesentlichen parallel anzuordnen,
jÄdie auch bei einem Ausfall de? hydraulischen Hilfsenerygie
synchron betätigt werden. Dabei entsteht der Nachteil, daß bei ungestörter Hflfsdruckquelle zur
f3 Verteilung einer entsprechenden Bremskraft auf die
0. Vorderachse und die Hinterachse eines Kraftfahrzeuges
•rf zusätzliche Mittel eingesetzt werden müssen. Auch bei
.: ί einem Ausfall der hydraulischen Hilfsenergie werden
^. die an den Druckräumen angeschlossenem Radbremszylinder
im wesentlichen mit dem gleichen Druck beaufschlagt, ohne daß ein unterschiedlicher Druckbei;darf
in den an den Druckräumen angeschlossenen Radbremszylindern berücksichtigt wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine .hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung mit Hilfs-
:>i; kraftverstärkung für ein Bremssystem mit zwei
Pj getrennten statischen Druckmittelkreisen zu schaffen,
;. bei der ein unterschiedlicher, in einem bestimmten
, Verhältnis stehender Volumen- oderJDruckbedarf der
beiden Druckmittelkreise bei verschiedenen Fahrzeugen durch einfache, die Herstellung nicht wesentlich
verteuernde Maßnahmen berücksichtigt werden kann und bei der bei Ausfall der Hilfskraftverstärkung beide
Druckmittelkreise unter Ausnutzung des maximal möglichen Betätigungsweges durch Muskelkraft betätigbar
sind, wodurch sich das Volumen- bzw. Druckverhältnis nicht ändert. Bei einer Weiterbildung der
.· Erfindung soll mit einfachsten Mitteln in einem der
beiden Bremskreise eine Antiblockierregelung vorgenommen werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, , daß der erste Verdrängerkolben mittels eines Waagebalkens
betätigbar ist, der gelenkig am ersten Verdrängerkoiben und am Stößel abgenützt und durch
ein vom Hilfsdruck und bei Ausfall des Hilfsdruckes vom Fahrer direkt verschiebbares Kraftübertragungsgited
kraftbeaufschlagbar ist Damit ist es auf einfachste Weise gelungen, eine Bremsbetätigungsvorrichtung zu
schaffen, bei der durch Verändern der Durchmesserverhältnisse der beiden Verdrängerkolben und der
Hebellängenverhältnisse des Waagebalkens eine Anpassung der für verschiedene Fahrzeugtypen erforderlichen
Bremskraftverteilung auf einfache Weise möglich ist, ohne daß dabei die Einzelteile wesentlich verändert
werden müssen. Dabei wird die vorgesehene Bremskraftverteilung mit und ohne Hilfskraftverstärkung in
gleicher Weise erreicht, wobei bei Hilfskraftausfall der maximal mögliche Pedalweg voll ausgenutzt werden
kann.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß ein Steuergehäuse des
Bremsventils in einer Bohrung dichtend verschiebbar und vom eingesteuerten Hilfsdruck in einem pedalseitigen
Ringraum beaufschlagt und entgegengerichtet direkt am Kraftübertragung-glied abgestützt ist. Damit
ist es möglich, den Bauaufwand und die Baugröße der gesamten Bremsbetätigungseinrichtung klein zu halten,
da das Steuergehäuse gleichzeitig als ein am Kraftübertrsgungsglied
abgestützter, von der Hilfskraft beaufschlagter Kolben ausgebildet ist Da sich das Steuergehäuse
mit dem Kraftübertragungsglied verschiebt, kann auf einen aufwendigen Wegsimulator für das Bremsventil
verzichtet werden. Das erforderliche Bremsgefühl wird dem Fahrer durch die vom Hilfsdruck- auf einen
Steuerkolben wirkende Rückwirkungskraft und den
ίο Verschiebeweg des Steuergehäuses vermittelt
Weiterhin ist vorgesehen, daß der Waagebalken in einem Innenraum eines Gehäuses zwischen Bremsventil
und den beiden Verdrängerkolben angeordnet ist, wobei dieser Innenraum an seiner Oberseite mit einem
Vorratsbehälter verbunden ist Damit sind alle beweglichen Teile, insbesondere die gelenkigen Verbindungen
am Waagebalken, ständig vom Druckmittel umgeben, wodurch eine gute Schmierung dieser Teile erzielt wird.
Eine Verunreinigung dieser Teile und die damit verbundenen Störungen sind auf einfachste Weise
ausgeschlossen.
Weiterhin ist es zweckmäßig, daß das Ki af!übertragungsglied
vor und hinter dem Waagebalken in koaxialen, zur Verschieberichtung der beiden Verdrängerkolben
parallelen Bohrungen geführt ist Dadurch wird erreicht daß Störkräfte, die durch eine
Schräglage des Waagebalkens hervorgerufen würden, sich nicht auswirken können bzw. das Kraftübertragungsglied
sich nicht verklemmt Auch ist ausgeschlos-
jo sen, daß sich die Hebellängen des Waagebalkens durch
eine seitliche Verlagerung des Waagebalkens verändern iiönnten.
Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß der Stößel einen dem zweiten Verdrängerkolben
abgewandten Rückhaltekolben aufweist durch den ein zwischen Hilfskolben und Rückhaltekolben vorgesehener
Ringraum begrenzt ist, der mit einer den Hilfsdruck bereitstellenden Druckquelle unmittelbar verbunden ist
Damit wird auch bei ungünstiger Auslegung der
Durchmesserverhältnisse der Verdrängerkolben und der Hehellängen des Waagebalkens in bezug auf den
Durchmesser des Hilfskolbens sichergestellt, daß sich der Hilfskolben bei vorhandenem Speicherdruck nicht
vom Gehäuseanschlag weg verschiebt und den Drehpunkt des Waagebalkens am Stößel in seiner Lage
verändert. Die Fläche des Hilfskolbens ist also unabhängig von den übrigen Abmessungen frei wählbar.
Es ist vorteilhaft, daß der Rückhaltekolben an dem
dem zweiten Verdrängerkolben abgewandten Ende des
so Stößels angeordnet und in einer Bohrung dichtend verschiebbar ist, und daS der Stößel dichtend verschiebbar
durch eine öffnung in die Bohrung geführt ist, wobei
die öffnung eine kleinere Querschnittsfläche als die Bohrung nat Damit wird ohne nennenswerten Mehraufwand
auch für den Stößel eine Führung an beiden Enden erreicht
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß in einer Druckmittelleitung, durch die der vom
Bremsventil eingestellte Hilfsdruck zum Raum zwisehen zweiten Verdrängerkolben und Hilfskolben
gelangt, ein Ventil zur Regelung des in den Räum
gelangenden Hilfsdruckes eingeschaltet ist Damit ist es auf einfache Weise möglich, für den Druckmittelkreis,
der durch den zweiten Verdrängerkolben begrenzt wird, eine Antiblockieri.^gelung vorzusehen, ohne daß
Mittel erforderlich wären, die die Antiblockierregelung bei einer Notbetätigung, das heißt bei Ausfall des
Hilfsdruckes abschalten müßten. Komplizierte Einrich-
tungen zum Ersetzen des durch die Antiblockierregelung
entnommenen Druckmittels sind ebenfalls überflüssig.
Bei einer besonderen Ausführungsform ist auch vorgesehen, daß zwischen Hilfskolben und zweiten
Verdrängerkolben ein Zwischenkolbcn angeordnet und vom Hilfsdruck in Richtung des zweiten Verdrängerkolbens
beaufschlagt und an diesem abgestützt ist, wobei ein Zwischenraum zwischen Verdrängerkolben und
Zwischenkolben mit der Atmosphäre verbunden ist. Damit wird eine völlige Trennung der den Bremsen
zugeordneten statischen Druckmittelkreise von dem Druckmittelkreislauf der Hilfskraftverstärkung erreicht.
Es ist also ohne weiteres möglich, den Druckmittelkreislauf der Hilfskraftverstärkung mit einem anderen
Servokreislauf des Fahrzeuges, welcher mit Druckmittel, das für die eigentliche Bremse normalerweise nicht
geeignet ist, zu betreiben. Es kann damit niemals Druckmittel der Hilfskraftverstärkung in die Druckmittelkreise
der eigentlichen Bremse gelangen. Außerdem ;n wird gewährleistet, daß eine beschädigte Dichtung des
zweiten Verdrängerkolbens sofort erkannt wird und nicht erst gemeinsam mit einem anderen Fehler des
gesamten Systems zu katastrophalen Folgen führt.
Bei einer Weiterbildung der zuletzt beschriebenen Ausführungsform ist vorgesehen, daß der zweite
Verdrängerkolben und der Zwischenkolben als ein einziger Kolben mit einer den Zwischenraum bildenden
Ringnut ausgebildet ist. Damit ergibt sich eine besonders einfache Herstellung und eine Reduzierung jo
der Gesamtzahl der Einzelteile.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend anhand der Zeichnung beschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung. In der Zeichnung zeigt
35
■ 5-
1 A >>rfi">l«·-· ιηπρ (nfm Aaw C r ΐιηΑ ι »η ί* .
F i g. 2 eine verbesserte Ausführungsform der Erfindung mit Antiblockierregelung:
F i g. 3 einen Teilausschnitt einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung für Anwendungsfälle mit verschiedenem Druckmittel im Hilfskraftverstärkerkreis
und in der eigentlichen Bremse.
In F i g. 1 sind in einem Gehäuse 20 Bohrungen 41 und 42 vorgesehen, die jeweils einen einfachen statischen
Hauptzylinder bilden. Die Bohrung 42 ist dabei dem Hinterachsbremskreis und die Bohrung 41 dem
Vorderachsbremskreis zugeordnet. In der Bohrung 41 ist ein erster Verdrängerkolben 1 und in der Bohrung 42
ein zweiter Verdrängerkolben 2 angeordnet. In einer weiteren Bohrung 13, die mit den Bohrungen 41 und 42
in einer Ebene liegt und zwischen diesen angeordnet ist, ist dichtend verschiebbar ein Steuergehäuse 4 angeordnet.
Im Steuergehäuse 4 ist ein Steuerschieber 6 vorgesehen, der mit einem Betätigungselement 10 fest
verbunden ist. In der Bohrung 13 wird vom Steuergehäuse 4 ein sich um das Betätigungselement 10
pedalseitiger Ringraum 14 begrenzt Durch Steuerkanäle im Steuerschieber 6 wird in Abhängigkeit der
relativen Stellung des Steuerschiebers 6 zum Steuergehäuse 4 eine Verbindung 29 des Ringraums 14 zu einem
Druckmittelspeicher 22 oder zu einem mit einem Vorratsbehälter 24 verbundenen Innenraum 15 gesteuert
Dabei wirkt in an sich bekannter Weise eine dem im Raum 14 eiugesteuerten Hilfsdruck proportio- ,
nale Kraft der vom Fahrer mittels des Bremspedals 43 aufgebrachten Betätigungskraft entgegen. Der in dem
Raum 14 eingesteuerte Hilfsdruck wirkt auf das Steuergehäuse 4 in Betätigungsrichtung des Bremspedales
43. Das Steuergehäuse 4 ist an seiner dem Ringraum 14 entgegengesetzten Seite an einem Kraftübertragungsglied
8, welches durch eine öffnung in den Innenraum 15 geführt ist. abgestützt.
Das Kraftübertragungsglied 8 ist an seinem dem Steuergehäuse 4 abgewandten Ende in einer Bohrung
17 des Gehäuses 20 geführt, die zur Bohrung 18 koaxial angeordnet ist. Im Innenraum 15 ist am Kraftübertragungsglied
8 in der Ebene der Bohrungen 41,13 bzw. 17 und 42 ein Waagebalken 3 drehbar mit dem
Kraftübertragungsglied 8 verbunden. Ein Ende des Waagebalkens 3 ist über ein Stützglied 19 mit dem
ersten Verdrängerkolben 1 gelenkig verbunden. Ein anderes Ende des Waagebalkens 3 stützt sich mit einer
gabelförmigen Ausnehmung 45 auf einem Querbolzen 44 des Stößels 9 ab. Der Stößel 9 ist mit einem Ende fest
mit einem Hilfskolben 7 verbunden, der dichtend verschiebbar in der Bohrung 42 geführt ;st. Ei" de™
Hilfskolben 7 abgewandtes Ende des Stößels 9 ragt durch eine öffnung 26 in eine Bohrung 25, wobei die
öffnung 26 und die Bohrung 25 zur Bohrung 42 koaxial angeordnet sind. Dabei ist der Stößel 9 mit Hilfe der
öffnung 26 in Verschieberichtung des Hilfskolbens 7 geführt. In seiner Endstellung liegt der Stößel 9 dabei in
der Bohrung 25 an einem Gehäuseanschlag 12 fest an.
Vom Ringraum 14 führt eine Druckmittelleitung 27 zum kdum 11. In Ruhestellung der Bremsbetätigungsvorrichtung
sind die beiden Verdrängerkolben 1 und 2 durch in den Bohrungen 41 und 42 angeordnete
Rückstellfedern 46 in ihrer in Richtung des Bremspedals 43 liegenden Endstellung gehalten. Damit ist auch das
über dem Waagebalken 3 abgestützte Steuergehäuse 4 in seine Endstellung verschoben. Der Innenraum 15 ist
an einer Oberseite 16 mittel, einer Druckmittelleitung 28 mit einem Vorratsbehälter 24 verbunden. Eine
Pumpe 23 fördert bei Bedarf Druckmittel aus dem Vorratsbehälter 24 in einen Druckmittelspeicher 22. der
über eine Versorgungsleitung 29 mit dem Bremsventil 4, 6 verbunden ist.
Für die erfindungsgemäße, in F i g. 1 dargestellte Bremsbetätigungsvorrichtung ergibt sich nun folgende
Wirkungsweise:
In Ruhestellung der Bremsbetätigungsvorrichtung befinden sich alle Teile infolge der Wirkung der Federn
46 in der gezeichneten Stellung.
Wird nun bei vorhandenem Speicherdruck das Bremspedal 43 betätigt und damit der Steuerschieber 6
im Steuergehäuse 4 verschoben, so wird der Speicher 22 solange mit dem Ringraum 14 verbunden, bis ein der
Betätigungskraft am Bremspedal 43 proportionaler und entgegenwirkender Hilfsdruck in den Raum 14 eingesteuert
ist Beim Nachlassen der Betätigungskraft am Bremspedal 43 wird der Steuerschieber 6 infolge der
Wirkung des Hilfsdruckes im Ringraum 14 entgegengesetzt verschoben, so daß eine Verbindung des
Ringraums 14 zum Innenraum 15 geöffnet wird und sich damit der Hüfsdruck im Raum 14 entsprechend der
geringeren Betätigungskraft ebenfalls reduziert
Der in dem Ringraum 14 eingesteuerte Hilfsdruck gelangt über die Druckmittelleitung 27 in den Raum 11
und beaufschlagt dort den zweiten Verdrängerkolben 2, so daß sich dieser in der Bohrung 42 verschiebt und im
zugeordneten Druckmittelkreis der Hinterachse einen dem Hilfsdruck entsprechenden Bremsdruck aufbaut
Gleichzeitig wirkt der Hilfsdruck im Raum 11 auf den
Hilfskolben 7, so daß der damit verbundene Stößel 9 stets am Gehäuseanschlag 12 gehalten wird. Der in den
Ringraum 14 eingesteuerte Hilfsdruck wirkt gleichzeitig
auf das Steuergehäuse 4 und übt damit über das
Kraftübertragungsglied 8 auf den Waagebalken 3 eine dem Hilfsdruck im Raum 14 proportionale Kraft aus.
Dadurch wird der Waagebalken 3 um den Querbolzen 44 am Stößel 9 geschwenkt, wodurch wiederum der
erste Verdrängerkolben 1 über das Stützglied 19 ebenfalls in der Bohrung 41 verschoben wird, bis dort
ein entsprechender, der Vorderachse zugeführter Bremsdruck aufgebaut wird.
Entsprechend den Hebellängen am Waagebalken 3 ist also der Verschiebeweg des ersten Verdrängerkolbens 1
größer als der des Kraftübertragungsglieds 8 und der des Steuergehäuses. Da der Steuerschieber 6 dem
Steuergehäuse 4 stets infolge der Betätigungskraft des Fahrers nachgeführt wird, bestimmt der Verschiebeweg
des Steuergehäuses 4 den Betätigungsweg am Bremspedal 43. Der Waagebalken nimmt dabei eine Stellung ein,
wie sie durch die gestrichelte Linie χ im Innenraum 15 angedeutet ist.
Bei Ausfall des Speicherdruckes kann jedoch in den Raum 14 kein Hilfsdruck eingesteuert werden. In diesem
Fall schlägt der Steuerschieber 6 im Steuergehäuse 4 an, wodurch das Bremspedal 43 mechanisch starr mit dem
Kraftübertragungsglied 8 verbunden ist Ebenfalls ist im Raum 11 kein den Hilfskolben 7 in Richtung des
Gehäuseanschlages 12 beaufschlagender Hilfsdruck vorhanden. Es wird damit der Stößel 9 nicht in seiner
Endstellung gehalten. Der Waagebalken 3 verteilt daher die über das Kraftübertragungsglied 8 direkt vom
Fahrer über das Bremspedal aufgebrachte Betätigungskraft en* iprechend seinen Hebellängen auf den Stößel 9
und das Stützglied 19, wodurch beide Verdrängerkolben
I und 2 in Betätigungsrichtung verschoben werden. Der
Waagebalken 3 verlagert sich in die durch die gestrichelte Linie x' im Innenraum 15 angedeutete
Stellung, und es ergibt sich für das Kraftübertragungsglied ein größerer Verschiebeweg als im Normalfall.
Der am Bremspedal 43 maximal mögliche Betätigungsweg wird somit ausgenutzt, wogegen im Normalfall, d. h.
bei vorhandenem Speicherdruck und Hilfskraftverstärkung ein entsprechend reduzierter Betätigungsweg
ausreichend ist.
Zur Anpassung der erfindungsgemäßen Bremsbetätigungsvorrichtung an verschiedene Fahrzeuge können
die beiden Verdrängerkolben 1 und 2 in ihrem Durchmesser und die wirksamen Hebellängen des
Waagebalken 3 variiert werden. Es ist dabei lediglich darauf zu achten, daß das Verhältnis der Beaufschlagungsfläche
des zweiten Verdrängerkolbens 2 im Raum
I1 zur wirksamen Beaufschlagungsfläche des Steuergehäuses
4 im Ringraum 14 dem Verhältnis der Hebellängen des Waagebalkens 3 entspricht Damit ist
gewährleistet, daß auf die beiden Verdrängerkolben 1 und 2 mit und ohne Hilfskraftverstärkung Betätigungskräfte einwirken, deren Verhältnis sich nicht verändert
Damit kann der erste Verdrängerkolben frei ausgelegt werden, wodurch die Bremsbetätigungsvorrichtung auf
einfachste Weise an einen unterschiedlichen Volumenoder Druckbedarf der beiden Druckmittelkreise zur
Versorgung der Fahrzeugbremsen angepaßt werden kann.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig.2 entspricht weitgehend dem der Fi g. 1, so daß auf die nochmalige
Beschreibung der identischen Teile verzichtet werden kann. In die Druckmittelleitung 27 ist ein durch eine
Antiblockierregelung beeinflußbares Ventil geschaltet, durch welches der vom Ringraum 14 dem Raum 11
zugeführte Hilfsdruck reduziert werden kann. Durch die
ίο Druckminderung im Raum 11 wird der zweite
Verdrängerkolben 2 druckentlastet, so daß auch im zugehörigen Druckmittelkrets der Bremsdruck reduziert
wird. Da dadurch jedoch gleichzeitig auch der Hilfskolben 7 druckentlastet wird, ist ein Rückhaltekolben
5 vorgesehen, um sicherzustellen, daß der Stößel 9 bei vorhandenem Speicherdruck stets in seiner Endstellung
verbleibt Dieser Rückhaltekolben 5 ist an einem dem Hilfskolben 7 abgewandten Ende des Stößels 9 fest
mit dem Stößel 9 verbunden und dichtend verschiebbar in der Bohrung 25 geführt. Der dadurch entstandene
Ringraum 21 ist an der öffnung 26 durch den Stößel 9 ebenfalls druckmitteldicht verschlossen. Der Ringraum
21 ist über einen Kanal 33 mit der Versorgungsleitung 29 und damit mit dem Druckspeicher 22 verbunden. Der
Stößel 9 wird damit zusätzlich am Anschlag 12 gehalten, so daß in jedem Fall vermieden wird, daß er sich bei
vorhandenem Speicherdruck und der damit wirksamen Hilfskraftverstärkung vom Anschlag 12 entfernt. Bei
Ausfall der Speicherdruckes ist auch der Rückhaltekol-
ben 5 druckentlastet, so daß die Notbetätigung wieder in der zur F i g. 1 beschriebenen Weise für beide
Druckmittelkreise erfolgt.
In F i g. 3 ist ein Teilausschnitt der Bremsbetätigungsvorrichtung
nach Fig. 1 bzw. 2 dargestellt, bei der zur
sicheren Medientrennung zwischen dem zweiten Verdrängerkolben 2 und dem Hilfskolben 7 ein Zwischenkolben
30 vorgesehen ist Der Raum 11 wird dabei vom Hilfskolben 7 und dem Zwischenkoiben 30 in der
Bohrung 42 begrenzt Der zweite Verdrängerkolben 2
wird vom im Raum 11 herrschenden Hilfsdruck mechanisch über den vom Hilfsdruck beaufschlagten
Zwischenkolben 30 verschoben. Zwischen dem zweiten Verdrängerkolben 2 und dem Zwischenkolben 30 ist ein
mit der Atmosphäre verbundener Zwischenraum 32 ausgebildet
Im Falle einer defekten Dichtung am zweiten Verdrängerkolben 2 kann somit kein Druckmittel in den
vom zweiten Verdrängerkoiben 2 begrenzten Druckmittelkreis gelangen. Ohne Zwischenkolben 30 bliebe
so ein derartiger Fehler unerkannt bis der Speicherdruck ausfiele, da bei vorhandenem Speicherdruck ohne den
Zwischenkolben 30 das Druckmittel aus dem Raum 11 in den Druckmittelkreis vor dem zweiten Verdrängerkolben
überströmen würde. Bei Verwendung von verschiedenen Druckmitteln im Verstärkerkreislauf und in den
Radbremsen würde dies außerdem zu einer Vermischung dieser beiden Druckmittel führen und weitere
Schaden nach sich ziehen.
Claims (8)
1. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung mit Hilfskraftverstärkung, welche eine Bremsventil zur
Einsteuerung eines der Betätigungskraft proportionalen
Hilfsdruckes und einen ersten und einen zweiten jeweils einen statischen Druckmittelkreis
begrenzenden Verdrängerkolben hat, wobei der zweite Verdrängerkolben auf seiner Rückseite durch
den in einen Raum hinter dem zweiten Verdrängerkolben geleiteten und vom Bremsventil beeinflußten
Hilfsdruck beaufschlagt ist und dieser Raum von einem dichtend verschiebbaren Hilfskolben mit
einem in Endstellung an einem Gehäuseanschlag anliegenden Stößel abgeschlossen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der erste Verdrängerkolben (1) mittels eines Waagebalkens (3) betätigbar
ist, der gelenkig am ersten Verdrängerkolben (1) und am Stö&il (9) abgestützt und durch ein vom
Hilfsdnick und bei Ausfall des Hilfsdruckes vom x
Fahrer direkt verschiebbar als Kraftübertragungsglied (8) kraftbeaufschlagbar ist.
2. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stößel (9) einen dem zweiten Verdrängerkolben (2) Μ
abgewandten Rückhaltekolben (5) aufweist, durch
den ein zwischen Hilfskolben (7) und Rückhaltekolben (5) vorgesehener Ringraum (21) begrenzt ist, der
mit einer den Hilfsdruck bereitstellenden Druckmittelquelle (ZZ) unmittelbar verbunden ist, daß der
Rückhaltekolben (5) an dem dem zweiten Verdrängerkolben (2) abgewannen Ende des Stößels (9)
angeordnet und in einer Bohrung (25) dichtend verschiebbar ist, und daß de^ Stößel (9) dichtend
verschiebbar durch eine Öffnung (26) in die Bohrung (25) geführt ist, wobei die öffnung (26) eine kleinere
Querschnittsfläche als die Bohrung (25) hat.
3. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Steuergehäuse (4) des Bremsventils (4, 6) in einer Bohrung (13) dichtend verschiebbar und vom
eingesteuerten Hilfsdruck in einem pedaiseitigen Ringraum beaufschlagt und entgegengerichtet direkt
am Kraftübertragungsglied (8) abgestützt ist.
4. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Waagebalken (3) in einem Innenraum (15) eines Gehäuses (20) zwischen Bremsventil (4, 6) und den
beiden Verdrängerkolben (1, 2) angeordnet ist, wobei dieser Innenraum an seiner Oberseite (16) mit
einem Vorratsbehälter (24) verbunden ist.
5. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kraftübertragungsglied (8) vor und hinter dem Waagebalken (3) in koaxialen, zur Verschieberichtung
der beiden Verdrängerkolben (1, 2) parallelen Bohrungen (17,18) geführt ist.
6. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
einer Druckmittelleitung (27), durch die der vom Bremsventil (4, 6) eingesteuerte Hilfsdruck zum
Raum (U) zwischen den zweiten Verdrängerkolben (2) und den Hilfskolben (7) gelangt, ein Ventil zur
Regelung des in den Raum (11) gelangenden Hilfsdruckes vorgesehen ist.
7. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorausgehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Hilfskolben (7) und dem zweiten Verdrängerkolben
(2) ein Zwischenkolben (30) angeordnet und vom Hilfsdruck im Raum (11) in Richtung des
zweiten Verdrängerkolbens (3) beaufschlagt und an diesem abgestützt ist, wobei ein Zwischenraum (32)
zwischen zweitem Verdrängerkolben (2) und Zwischenkolben (30) mit der Atmosphäre verbunden ist
8. Hydraulische Bremsbetätigungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
zweite Verdrängerkolben (2) und der Zwischenkolben (30) als ein einziger Kolben mit einer den
Zwischenraum (32) bildenden Ringnut ausgebildet ist
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|---|---|---|---|
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