DE244603C - - Google Patents

Info

Publication number
DE244603C
DE244603C DENDAT244603D DE244603DA DE244603C DE 244603 C DE244603 C DE 244603C DE NDAT244603 D DENDAT244603 D DE NDAT244603D DE 244603D A DE244603D A DE 244603DA DE 244603 C DE244603 C DE 244603C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
phenylglycine
aniline
alkali
anilide
parts
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT244603D
Other languages
English (en)
Publication of DE244603C publication Critical patent/DE244603C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVI 244603 KLASSE 12 g. GRUPPE
Verfahren zur Herstellung von Salzen des Phenylglycins.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. Juni 1910 ab.
Ein Verfahren zur unmittelbaren Gewinnung der für Indoxylschmelzen notwendigen hochprozentigen und chloralkalifreien Salze des Phenylglycins aus solchen Phenylglycinschmelzen, die aus annähernd 3 und mehr Molekülen Anilin auf 1 Molekül Chloressigsäure erhalten worden sind und die neben Phenylglycin (als Anilinsalz) gleichzeitig Phenylglycinanilid enthalten, ist bisher nicht bekannt geworden.
Es wurden zum Aufarbeiten solcher Schmelzen bisher im wesentlichen zwei Arbeitsweisen bekannt:
Nach dem einen Verfahren wird nach dem Alkalischmachen der Schmelze und nach dem Abblasen des Anilins das Phenylglycinanilid abfiltriert und aus dem Filtrat das freie Phenylglycin mit Säuren ausgefällt, wobei es einer gesonderten Aufarbeitung des Phenylglycinanilids bedarf und wobei beträchtliche Verluste infolge der Löslichkeit des Phenylglycins in Wasser entstehen.
Nach dem anderen Verfahren, das durch die Patentschrift 169358 bekannt geworden ist, sucht man, um diese Verluste an Phenylglycin und die gesonderte Aufarbeitung des Anilids zu vermeiden, die Herstellung von Salzen des Phenylglycins in vorteilhafter Weise dadurch zu erzielen, daß man das gesamte entstandene Phenylglycin in sein Anilid überführt, dieses abscheidet und alsdann verseift. Es wurde nun ein neues Verfahren gefunden, nach welchem man aus Schmelzen, die Phenylglycin (als Anilinsalz) neben Phenylglycinanilid enthalten, unmittelbar mit guten Ausbeuten hochprozentige und chloralkalifreie Salze des Phenylglycins herstellen kann, ohne daß es nötig ist, das gesamte entstandene Phenylglycin in einem besonderen umständlichen Arbeitsgang, der nach den Angaben der Patentschrift 169358 zweckmäßig im Vakuum ausgeführt wird, in das Anilid überzuführen, und ohne daß es erforderlich ist, das Anilid und das Glycin abzuscheiden und beide gesondert zu verarbeiten.
Dieses neue Verfahren gründet sich darauf, daß bei Zugabe eines Äquivalentes Alkalioder Erdalkalihydroxyd oder Erdalkalioxyd oder eines Carbonates dieser Basen auf 1 Molekül angewandte Chloressigsäure zur fertigen Schmelze das Alkali oder Erdalkali oder Carbonat sich ausschließlich mit dem gemäß der Gleichung:
Cl CH2 COOH
2 2
= C6H5NH2- HCl
+ CeH5NH CH2 COOH. C6H5NH2
gebildeten chlorwasserstoffsauren Anilin zu Chlormetall umsetzt, das gleichzeitig vorhandene phenylaminoessigsaure Anilin aber unverändert läßt und nicht in phenylaminoessigsaures Alkali überführt. Infolge dieser glatten Umsetzung gelingt es, derartige Schmelzen, welche Phenylglycin (als Änilinsalz) neben Phenylglycinanilid enthalten, durch Zugabe von annähernd einem Äquivalent eines Alkali- oder Erdalkalihydroxydes oder eines Carbonates dieser Basen in überraschend einfacher und vorteilhafter Weise auf reine, chloralkalifreie Salze des Phenylglycins aufzuarbeiten.
Das aus dem salzsauren Anilin durch das
Alkali in Freiheit gesetzte Anilin wirkt in willkommener Weise als Lösungsmittel für das Phenylglycinanüinsalz und Anilid, so daß das ölige Gemisch von Phenylglycinanüinsalz, Anilid und freiem Anilin in bequemer Weise von dem entstandenen Chlormetall abgetrennt und chloralkalifrei erhalten werden kann, während nur sehr geringe Mengen Phenylglycin alkali bei dem Chlormetall verbleiben. Das abgetrennte ölige Gemisch kann alsdann unmittelbar, ohne daß seine Bestandteile getrennt zu werden brauchen, durch Erhitzen mit einer auf die in dem Gemisch enthaltene Menge Phenylglycinanilinsalz und Anilid berechneten Menge starker Alkalilauge bei etwa 120 bis 130 ° unter Druck oder ohne Druck mit überhitztem Dampf in ein Salz des Phenylglycins übergeführt werden, das nach dem Abtreiben des Anilins so in einfachster und vorteilhärtester Weise mit guten Ausbeuten rein erhalten wird.
Die Ausführung des neuen Verfahrens kann z. B. so geschehen, daß man das Alkali- oder Erdalkalihydroxyd, Erdalkalioxyd oder das Carbonat dieser Basen in fester Form als Pulver in die fertige Schmelze einträgt und dann, je nachdem das entstandene Chlormetall in der Schmelze unlöslich ist, es unmittbar abfiltriert; oder indem man, wenn es, wie
z. B. Chlorcalcium, in der Schmelze löslich ist, später noch Wasser hinzufügt und die wässerige Lösung des Chlormetalls von dem Gemisch von Anilin, Phenylglycinanilinsalz und Anilid abtrennt. Oder man gibt von vornherein eine wässerige Lösung oder Suspension des Alkali- oder Erdalkalihydroxyds oder Carbonates zur Schmelze. Auch kann man die fertige Schmelze in die Alkalilösung oder Suspension einfließen lassen.
Der große Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß man unmittelbar von den in einfacher Weise und mit einfacher Apparatur erhaltenen Schmelzen avisgehend ohne besondere Operationen, wie Überführung des gesamten Glycins in das unlösliche Anilid oder Ausfällung des Glycins und gesonderte Aufarbeitung des Anilids ausführen zu müssen, sofort reine und chloralkalifreie Salze des Phenylglycins erhält. Die Führung und die Aufarbeitung der Schmelzen gestaltet sich hiernach sehr einfach.
Beispiel· I.
Zu einer aus 350 Teilen Anilin, 100 Teilen Chloressigsäure und 200 Teilen Xylol bei etwa 130 ° erhaltenen Schmelze, die etwa 100 Teile Phenylglycinanilinsalz und 119 Teile Anilid enthält, werden bei 90 bis 95 ° 350 Teile 11,8 prozentige Natronlauge unter gutem Rühren zu-
laufen gelassen. Dann wird das Öl von der wässerigen Chlornatriumlösung warm geschieden und unmittelbar mit 109 Teilen 50 prozentiger Kalilauge in Phenylglycinkalium übergeführt. Statt der Natronlauge können mit gleichem Erfolg andere Alkali- oder Erdalkalimetall-Verbindungen, wie Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Kalilauge, Ammoniak, Kalkmilch oder Calciumcarbonat, Verwendung finden.
Beispiel II.
Zu einer aus 500 Teilen Anilin und 100 Teilen Chloressigsäure bei etwa 150 ° erhaltenen Schmelze, die etwa 52 Teile Phenylglycinanilinsalz und 164 Teile Anilid enthält, werden in der Wäame 350 Teile Kalkmilch, die 29,6 Teile Ätzkalk (Ca O) enthalten, unter gutem Umrühren zulaufen gelassen. Nach völliger Umsetzung des Calciumhydroxyds mit dem salzsauren Anilin wird das Öl von der wässerigen Chlorcalciumlösung warm geschieden und unmittelbar mit 110 Teilen 50 prozentiger Kalilauge in Phenylglycinkalium übergeführt. Statt der Kalkmilch kann wiederum mit gleichem ' Erfolg eine andere Alkali- oder Erdalkali- · metallverbindung verwandt werden. Oder es können zunächst 29,6 Teile fein gepulverter Ätzkalk in die Schmelze eingetragen und erst später Wasser zugegeben werden.
Beispiel III.
Zu einer aus 500 Teilen Anilin und 100 Teilen Chloressigsäure bei etwa 120 ° erhaltenen Schmelze, die etwa 135 Teile Phenylglycinanilinsalz und 88 Teile Anilid enthält, werden in der Wärme 61 Teile wasserfreies Natriumcarbonat eingetragen. Nach vollständiger Umsetzung des Carbonates mit dem vorhandenen salzsauren Anilin wird das entstandene Chlornatrium heiß abfiltriert und mit etwas Anilin nachgewaschen. Das ölige Filtrat wird unmittelbar mit 110 Teilen 50 prozentiger Kalilauge in Phenylglycinkalium übergeführt.
Beispiel IV.
Eine wie in Beispiel II erhaltene Phenylglycinschmelze wird unter gutem Rühren in eine heiße Lösung von 59 Teilen wasserfreiem Natriumcarbonat in 210 Teilen Wasser einlaufen gelassen. Nachdem sich das vorhandene salzsaure Anilin vollständig in Chlornatrium und freies Anilin umgesetzt hat, wird das Öl von der wässerigen Chlornatriumlösung geschieden und wie in Beispiel II weiter verarbeitet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Herstellung von Salzen des Phenylglycins, darin bestehend, daß man auf die in bekannter Weise aus annähernd 3 und mehr Molekülen Anilin auf ι Mol. Chloressigsäure erhältlichen fertigen
    Schmelzen, welche neben Phenylglycinanilinsalz Phenylglycinanilid enthalten, annähernd ein Äquivalent eines Alkali- oder Erdalkalihydroxyds oder eines Carbonates der erwähnten Basen, auf ι Mol. der angewendeten Chloressigsäure berechnet, zur Einwirkung bringt, das Gemisch aus Phenylglycinanilinsalz und Phenylglycinanilid von dem entstandenen Chlormetall abtrennt und alsdann das chlormetallfreie Gemisch mit Alkalilauge in Phenylglycinalkalisalze überführt.
DENDAT244603D Active DE244603C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE244603C true DE244603C (de)

Family

ID=503626

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT244603D Active DE244603C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE244603C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE244603C (de)
DE3010755A1 (de) Herstellung von magnesiumchlorid
CH193237A (de) Verfahren zur Herstellung eines komplex gebundenes Metall enthaltenden Farbstoffes.
DE264005C (de)
DE2256169C2 (de) Verfahren zur Herstellung von 2-Amino-4-nitroanisoI
DE952121C (de) Verfahren zur Herstellung von Leukoschwefelsaeureestersalzen aus schwer versterbarenKuepenfarbestoffen der Anthrachinonreihe
DE91721C (de)
DE120586C (de)
DE515468C (de) Verfahren zur Darstellung von ª‰-Naphthylaminophenoxyfettsaeuren
DE171172C (de)
DE138903C (de)
DE462041C (de) Verfahren zur Herstellung der ªÏ-Methylsulfonsaeuren von Diaminoanthrachinonen
DE172929C (de)
DE165691C (de)
DE1768152C3 (de) l-lsopropylamino-anthrachinon-5sulfonsäure und deren Alkalisalze
DE332204C (de) Verfahren zur Darstellung von Acylderivaten eines p-Aminophenolaethers
DE2428338C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Amino-nitro-dihydroxyanthrachinonen
DE233466C (de)
DE251569C (de)
AT216671B (de) Verfahren zur Herstellung von Verbindungen verschiedener Penicilline mit Sulfonamiden
DE260327C (de)
DE175796C (de)
DE593855C (de) Verfahren zur Herstellung von Bleiverbindungen
DE95885C (de)
DE69541C (de) Verfahren zur Darstellung der m-Diamidodiphensäure und der Diphenylindicarbonsäure aus m-Nitrobenzaldehyd