DE2437159C2 - Mutamicine 1, 2, 4, 5 und 6, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie diese Verbindungen enthaltende Arzneimittel - Google Patents
Mutamicine 1, 2, 4, 5 und 6, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie diese Verbindungen enthaltende ArzneimittelInfo
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Description
Mut- V2
amide
amide
| 1 | H | OH | OH | H |
| 2 | H | H | H | H |
| 4 | OH | OH | H | H |
| 5 | H | NH2 | H | H |
| 6 | H | H | H | OH |
und deren Salze.
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen gemäß Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet, daß
man Micromonospora inyoensis 1550F-1G (NRRL 5742) in einem wäßrigen Nährmedium unter Zugabe
eines Aminocyclitols der allgemeinen Formel
NH2 V2
NH2 V2
NH,
HO
W5 OH
in der V2, Vs, W2 und Ws wie in Anspruch 1
zuzuordnen sind,
unter aeroben Bedingungen bei Temperaturen zwischen 24 und 400C und einem pH-Wert zwischen
6,0 und 8,0 kultiviert, das jeweilige Mutamicin aus
der Gärbrühe isoliert und gegebenenfalls in ein Salz überführt.
3. Antibakteriell wirksame Arzneimittel, enthaltend eine Verbindung gemäß Anspruch 1, gegebenenfalls
zusammen mit üblichen Trägerstoffen.
Der ursprüngliche Mikroorganismus, Micromonospora
inyoensis ist im Journal of Antibiotics (Japan), Band XXIIL S. 551-558 (1970), von M. J. Weinstein und
Mitarbeitern ausführlich beschrieben worden, und ein Muster davon wurde beim U.S. Department of
Agriculture, Northern Utilization Research and Development Division, Peoria, Illinois, unter der Registrierungsnummer
NRRL 3292 hinterlegt
Die Mutante, Micromonospora Inyoensis Stamm 1550F-1G, die in der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, kann durch bekannte Mutierungsverfahren aus dem obenerwähnten, ursprünglichen Mikroorganismus
erhalten werden. Im vorliegenden Fall wurde sie durch Behandlung von Mikromonospora Inyoensis NRRL
3292 mit Nitrosoguanidin und darauffolgenden Stammselektionsverfahren bekannter Art hergestellt. Es ist
dem Fachmann aber klar, daß auch andere Mutierungs-
W2 W5 20 verfahren angewendet werden können, wie beispiels
weise UV-Licht, Gammabestrahlung etc. Bei der
obenerwähnten Hinterlegungsstelle hat ein Muster des
Mikroorganismus die Registrierungsnummer NRRL 5742 erhalten.
Micromonospora inyoensis Stamm 1550F-1G zeigt Wachstumscharakteristika, die denen des ursprünglichen
Mikroorganismus sehr ähnlich sind. Die folgenden Tabellen zeigen einige taxonomische, biochemische und
morphologische Eigenschaften des Organismus.
Tabelle I zeigt Beobachtungen des Mikroorganismus auf verschiedenen Nährböden. Tabelle II enthält
Beobachtungen bezüglich der Stickstoffverwertung und Tabelle III bezüglich der Kohlenhydratverwertung.
Für die Beschreibung der beobachteten Farben wird folgendes System und werden folgende Kennzeichen verwendet: Die Farbbezeichnungen bestehen aus zwei Teilen. Der erste ist ein Farbname, entnommen dem Buch »Descriptive Color Name Dictionary« von Taylor, Knoche und Granville (1950), herausgegeben durch
Für die Beschreibung der beobachteten Farben wird folgendes System und werden folgende Kennzeichen verwendet: Die Farbbezeichnungen bestehen aus zwei Teilen. Der erste ist ein Farbname, entnommen dem Buch »Descriptive Color Name Dictionary« von Taylor, Knoche und Granville (1950), herausgegeben durch
w Container Corporation of America, USA, mit einer dem
Farbnamen entsprechenden Farbkennziffer, wobei die Kennziffer dem »Color Harmony Manual«, vierte
Auflage (1958), herausgegeben durch Container Corporation of America, entnommen worden ist. Der zweite
Teil der Fn~bbezeichnungen besteht aus einem Farbnamen und einer Zahl, die sich auf ein Synonym oder
annäherndes Synonym bezieht, entsprechend der Veröffentlichung »National Bureau of Standard (USA),
Circular 553, vom 1. November 1955«.
Auf einem Agar-Nährboden, der 3% NZ Amin Typ A enthält (ein Pepton, das durch enzymatische Behandlung
von Kasein enthalten wird und hier als Stickstoffquelle funktioniert), zeigt der Mikroorganismus ein so geringes
Wachstum, daß eine Charakterisierung unmöglich ist.
Die Erfindung betrifft neue antibiotisch wirksame Verbindungen, nämlich die Mutamicine 1, 2, 4, 5 und 6
und deren Salze, ein Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen und diese Verbindungen enthaltende
Arzneimittel, wie in den Ansprüchen dargelegt.
Es ist bekannt, daß gewisse Mutanten von bekannten Mikroorganismen, die nicht fähig sind, Antibiotika zu 60
bilden, wenn sie in einer üblichen Nährlösung kultiviert werden, Antibiotika produzieren, wenn gewisse Aminocyclitole
zum Nährmedium hinzugefügt werden. Das hinzugefügte Aminocycliton wird dabei als Ganzes in
das komplizierte Molekül des gebildeten Antibiotikums 65 eingebaut. Solche Verfahren zur Herstellung neuer
Antibiotka sind in der US-PS 36 69 838 beschrieben Aerobisch oder worden. Anaerobisch
Beobachtungen des Mikroorganismus auf verschiedenen Nährböden
Medien bzw. Bedingungen Beobachtungen
Temperatur Wachstum: gut bei 28° und
37°C, kein Wachstum
bei 500C
37°C, kein Wachstum
bei 500C
aerobisch
Medien bzw.
Bedingungen
Bedingungen
Beobachtungen
Czapeks Medium
(Glucose)
Asparagin-Glucose
Medium
Kalzium Monohydroxysuccinat
Agar
Gewöhnliches Agar
Nähr Agar
Medium
(Difco*)
Kartoffel
Ei Agar
(Dorset Egg Medium-
Difco*)
Medien bzw.
Bedingungen
Wachstum: mittelmäßig bis schwach, membranförmig,
kein diffundierbares Pigment Farbe: g3ic heller Bernstein (light amber) ~ dunkles
orangegelb 72 (dark orange yellow)
Wachstum: mittelmäßig bis schwach, flach-membranförmig, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g3ic heller Bernstein (light amber) - dunkles orangegelb 72 (dark orange
yellow)
Wachstum: schwach, flach, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g3ic heller Bernstein (light amber) - dunkles Orangegelb 72 (dark orange yellow)
Wachstum: schwach, ungenügend für Beobachtungen
Wachstum: mittelmäßig bis schwach, flach bis leicht runzlig
Farbe: g4ne Lederbraunstarkes Braun (luggage tanstrong brown) bis g4pn
Schokoladebrauc-dunkles Braun 59 (chocolate browndark brown)
Wachstum: mittelmäßig, Substrat teilweise verflüssigt Farbe: g5pe Terrakotta
(teracotta) starkes Braun SS (strong brown)
kein Wachstum
schwach, flach bis leicht
gerillt, kein diffundierbares
Pigment
(luggage tan) starkes
Wachstum: schwach, ungeiiügend für Beobachtung
Wachstum: mittelmäßig bis schwach, flach bis leicht gefurcht, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g41e Torfbraun (turftan) - helles Braun 57 (light brown)
Lackmus-Milch
(Difco·)
Tomatenmark-Hafermehl Agar
Glucose-Hefe-Extrakt Agar
Tyrosin Agar-Hefe
Extrakt
Tyrosin-Fleisch-Extrakt (Beobachtungen nach 2,7
und 14 Tagen nach
Gordon und Smith,
J. Bact. 69: 147
(1955)
Pepton Eisen Agar
(Beobachtungen nach
2,7 und 14 Tagen)
flach, kein diffundierbares
Pigment
aber nur direkt unter der
Kolonie
(yellow maple) — starkes
(strong yellowish brown to
black)
schwach flach, leichte
tan) - helles Braun 57
(light brown)
Reaktion
schwache Zersetzung der Zellulose (schwache Hydrolyse der Zellulose)
Wachstum: gut, membranförmig - faltig, kein diffundierbares Pigment
Farbe: Schwarz
Wachstum: gut, membranförmig, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g3n Nelkenbraun (clove brown) - dunkles Gelbbraun 78 (dark
yellowish brown)
Wachstum: mittelmäßig, erhöht, gefurcht, kein diffundierbares Pigment
Farbe: g4ne Rotbraun (sunset orange) starkes Orange 50 (strong orange)
Wachstum: gut, membranförmig, kein diffundierbares
Pigment
Farbe: Schwarz
mit CaCO2 gutes Wachstum, ohne CaCO3 kein Wachstum
Farbe: Schwarz
Wachstum: gut, membranförmig, Kristalle gelöst Hellbraunes diffundierbares
Pigment gebildet
Wachstum: mittelmäßig bis schwach, Kristalle schwach gelöst, braunes Pigment nur
bei »cross-hatched« Methode gebildet
kein Wachstum, keine Reaktion
Tabelle Π
StickstofFverwertung
StickstofFverwertung
Stickstofiquelle +1%
Glucose
0,5% Hefe Extrakt
(Difco*}
(Difco*}
1,0% NZ Amin
TypA
TypA
1% Asparagin
1% Glutaminsäure
1% Natriumnitrat
1% Ammoniumnitrat
1% Glutaminsäure
1% Natriumnitrat
1% Ammoniumnitrat
Wachstum: gut, membranförmig,
kein diffundierbares Pigment Farbe: Schwarz
Wachstum: gut, membran-
förmig
Farbe: g4nc Rotbraun
(sunset orange) starkes
Orange SO (strong orange)
bis Schwarz
Schwaches Wachstum, ungenügend für Charakterisierung
Schwaches Wachstum, ungenügend für Charakterisierung
Schwaches Wachstum, ungenügend für Charakterisierung
Schwaches Wachstum, unge-. nügend für Charakterisierung
Tabelle III
Kohlenhydratverwertung
Kohlenhydratverwertung
Medium
Wachstum
Kontrolle
D-Arabinose
L-Arabinose
Dulcit
D-Galactose
D-Glucose
Glycerin
I-Inosit
B-Lactose
D-Fnictose
D-Mannit
Mannose
Melibiose
Melizitose
Raffinose
L-Rhamnose
D-Ribose
Salizin
Saccharose
D-Xylose
± Schwach ± Schwach
< ± Schwach ± Schwach + Mittelmäßig
++ Gut ± Schwach ± Schwach ± Schwach ± Mittelmäßig ± Schwach +++ Gut
± Schwach ± Schwach ± Schwach ± Schwach + Mittelmäßig ± Schwach + Mittelmäßig
++Gut
Die Fermentierung
Eine lyophilisierte Kultur oder Zellen von einer Schrägkultur von MicromoL-ospora inyoensis Stamm
1550F-1G NRRL 5742 werden zu einem sterilen, wässerigen Inokulierungsmedium, das assimilierbare
Quellen von Kohlehydrat und Stickstoff, sowie übliche Spurenelemente enthält, übergeführt Das inokulierte
Medium wird unter aeroben Bedingungen bei Temperatüren
zwischen 24° und 400C, vorzugsweise 35° C12 bis
5, vorzugsweise 3, Tage inkubiert Der pH-Wert wird zwischen 6,0 und 8,0, vorzugsweise zwischen 6,8 und 7,4,
gehalten.
Das so hergestellte Inokulum wird asceptisch zu
einem Fermentationsmedium übergeführt Dieses Medium kann die gleiche Zusammensetzung wie das
Inokulationsmedium haben; kann aber auch verschieden sein. Das zu verwendende Aminocyclitol kann vor der
Sterilisierung, zur Zeit der Inokulierung oder bis zu 48 Stunden nach der Inokulierung dem Medium zugefügt
werden. Das Aminocyclitol (oder ein Salz davon) wird normalerweise in Wasser gelöst und steril filtriert bevor
es zum Medium hinzugefügt wird. Im allgemeinen liegt die Konzentration an Aminocyclitol zwischen 100 bis
1500mcg/ml (oder auch darüber) der Fermentationsbrühe. Die Fermentation wird wiederum unter aeroben
Bedingungen und bei etwa denselben Temperaturen und pH-Werten, wie die Herstellung des Inokulums
durchgeführt Die Kontrollversuche, um festzustellen, wann die optimale Menge an Antibiotikum produziert
worden ist sind die gleichen wie für Sisomicin [J. Antibiotics, Band XXIII, S. 559-565 (1970)]. Das
gebildete Mutamicin wird nach bekannten Verfahren isoliert und von kleineren Mengen mitproduzierten
antibiotisch wirksamen Substanzen getrennt So kann man beispielsweise das Fermentationsmedium ansäuern
und die Brühe von Mycelium trennen. Nach Neutralisierung, wird das Antibiotikum durch Ionenaustauscher
von der Brühe getrennt und durch Desorbtion in Form einer wässerigen Lösung gewonnen. Die Lösung kann
lyophiliisert werden, um das Antibiotikum in fester Form zu erhalten, oder man unterwirft die Lösung einer
Reinigung, beispielsweise durch Chromatographie, wobei das Antibiotikum frei von Nebenprodukten in
relativ reiner Form anfällt
Die Antibiotika (Mutamicine)
Die Mutamicine sind Analoge zu bekannten Antibiotika und unterscheiden sich von diesen nur durch
so Struktur und Substituenten des Aminocyclitolgliedes. Die Hauptkomponenten, die durch die Kultivierung von
Micromonospora inyoensis Stamm 1550F-1G NRRL 5742 entstehen (die Mutamicine) sind Analoge des
bekannten Antibiotikums Sisomicin. Die allgemeine Formel I könnte daher auch folgendermaßen dargestellt
werden:
NH2 V2
XO
NH2
da)
OY
worin X 2,6-Diamino-2,3,4,6-tetradeoxy-«-D-glycerohex-4-eno-pyranose;
Y 3-Deoxy-4-C-methyl-3-(methylamino)-j9-L-arabino-pyranose-
und V2, W2, V5 und
W5 wie oben definiert sind. Für Sisomicin, da« hier nicht
beansprucht wird, sind V2, W2 und W5 Wasserstoff und
V5 Hydroxy, also eine Verbindung, in der der
Aminocyclitolring 2-Deoxystreptomin ist Falls 2-Deoxystreptamin als Aminocyditol im erfindungsgemäßim
Verfahren eingesetzt wird, erhält man Sisomicin.
Mutamicin 1 ist das Analog zu Sisomicin, in dem 2-Deoxystreptamin durch Streptamin ersetzt ist, d.h.
eine Verbindung der allgemeinen Formel Ia, worin X und Y wie oben definiert sind, W2 und V5 Hydroxy und
V2 und W5 Wasserstoff bedeuten.
Mutamicin 2 ist das Analog zu Sisomicin, in dem 2-Deoxystreptamin durch 2,5-Dideoxystreptamin ersetzt
ist, also eine Verbindung der allgemeinen Formel Ia, in der X und Y wie oben definiert sind und V2, W5, V5
und W5 alle Wasserstoff bedeuten.
Mutamicin 4 ist das Analog zu Sisomicin, in dem 2-Deoxystreptamin durch 2-Episireptamin (Myo-inosü-13-Diamin)
ersetzt ist, also eine Verbindung der allgemeinen Formel Ia, in der X und Y wie oben
definiert sind, V2 und V5 Hydroxy und W2 und W5
Wasserstoff bedeuten.
Mutamicin 5 ist das Analog zu Sisomicin, in dem 2-Deoxystreptamin durch 1,3,5-Triaminocyclohexam-4,6-diol
ersetzt ist, also eine Verbindung der allgemeinen Formel Ia, in der X und Y wie oben definiert sind; V2, W2
und W5 Wasserstoff und V5 Amino bedeuten.
Mutamicin 6 ist das Analog zu Sisomicin, in dem 2-Deoxystreptamin durch 5-epi-2-Deoxystreptamin ersetzt
ist, also eine Verbindung der allgemeinen Formel Ia, in der X und Y wie oben definiert sind; V2, W2 und V5
Wasserstoff und W5 Hydroxy bedeuten.
Die Mutamicine bilden leicht Salze mit organischen und anorganischen Säuren. Beispiele für solche Säuren
sind: Chlorwasserstoffsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Essigsäure, Stearinsäure, Propinsäure, Weinsäure,
Maleinsäure, Benzolsäure. In allgemeinen sind die Salze wasserlöslich und können durch Lyophilisierung oder
Konzentrierung einer Lösung des Salzes oder durch Ausfällen mit Hilfe eines mit Wasser mischbaren
ίο organischen Lösungsmittels, vorzugsweise niedrigen
aliphatischen Alkohols oder Ketone, erhalten werden.
Herstellung der Aminocyclitole
Die Aminocyclitole, die bei oben vorliegenden Verfahren benötigt werden, können nach zwei Verfahren
erhalten werden. Das erste Verfahren beruht auf Hydrolyse von bekannten Antibiotika, gefolgt von
Trennung, Isolierung und Gewinnung des Aminocyclitols. Beispiele von Aminocyclitolen, die so erhalten
werden, sind Streptamin und 2-Deoxystreptamin. Die letztgenannte Verbindung erhält man durch Hydrolyse
von Gentamicin oder Kanamycin. Die Herstellung von Streptamin durch stufenweise Hydrolyse von Streptomycin
wurde von Fried, J. et al. in »J. Biological Chemistry, 162,381 (1946) beschrieben.
Das zweite Verfahren besteht in einer chemischen Synthese, ausgehend von bekannten Ausgangsverbindungen.
So kann man beispielsweise 2,5-Dideoxystreptamin nach dem folgenden Reaktionsschema erhalten:
| O H |
NH S (PhO)3PCH3I ] |
0
[-< |
υ Μ |
\ 1 H2ZPd(OH)2 |
| Il C 0 |
NH | O | Il C >—< |
( * ' "νη 2Η |
| \_ ο \ C Il |
ν—< C Η |
|||
| Il 0 |
Il O |
|||
| (vim | αχ) | |||
NH2
W
X OH
X OH
(VIII)
Das Dicarbamat des 2-Deoxystreptamins wird mit Methyltriphenoxyphosphoniumiodid behandelt, und
man erhält das 5-Iodderivat (IX). Das Iod wird durch
Hydrogenolyse entfernt, wodurch das 2,5-Dideoxystreptamincarbamat
entsteht, welches in Gegenwart einer wässerigen Säure in ein Säureadditionssalz des
24-Dideoxystreptamins (X) übergeführt wird.
Durch Ringöffnung mit Periodat entsteht aus einem Ν,Ν-Diacylderivat von 2-Deoxystreptamin (XIII) zunächst
ein U-Dialdehyd (XIV). Behandelt man den Dialdehyd mit Nitromethan unter alkalischen Bedingungen,
so vollzieht sich eine Ringbildung, wobei gleichzeitig eine Nitrogruppe in 5-Stel!ung angeführt wird (XV).
Reduktion der Nitrogruppe und Hydrolyse der Ν,Ν-Diacylgruppen
führt zum 5-Aminoanalog (XVI) von 2-Deoxystreptamin (l^-Triaminocyclohexan^ö-diol):
ίο
(XIID (XIV) (XV)
©Η,
'©HOH/H®
NH2
y--kN
^NO2
HO
OH
(XVD
2-Epi-streptamin kann man nach dem von Tetsue erhält 7,0 g des Produktes (F.P. 192°-194°C; Zerset-
Suami et al. im J. Org. Chem. 33, 2831-2834 (1968) zung).
beschriebenen Verfahren herstellen. ß , t.r\u NO-
Andere Aminocyclitole können nach analogen Ver- 30 e£e^ ^ ,n0/ 1V, 3_ 2J. ,a0/
fahren erhalten werden. n % ~. ' ' ~ '
Gefunden:
„ , „ .pi C = 44,84%; H = 9,32O/o
Herstellung von Aminocychtolen
Herstellung von Aminocychtolen
A.2-Deoxy-myo-inosa-l,3,5-triamin 35 B. 2-Deoxy-5-epistreptamin
13,0 g (1,3/2, 4,6)-4,6-Diacetamido-2-amino-cyclohe- Die unten angeführte Verbindung XVII wird zunächst
xan-13-diol werden mit 100 ml 6N HCl unter Rückfluß durch das Verfahren nach Hasagawa und Sable
18 Stunden gekocht Nach Abkühlung auf Zimmertem- (Tetrahedron, 25,35-67 (1969) erhalten. Diese Verbin-
peratur wird die Mischung mit Amberlite IRA-401S dung wird dann durch die folgende Reaktion in das
(O — Η-Form) behandelt bis sie alkalisch ist. Die 40 gewünschte Produkt übergeführt:
Mischung wird filtriert und das Filtrat eingedampft. Man
Mischung wird filtriert und das Filtrat eingedampft. Man
NHR NH
OH OR OH OH
(XVIiD
0,8 g der Verbindung XVII werden mit 12 ml 6N HCl NMR:
3 Stunden unter Rückfluß erhitzt Nach Abkühlen wird Triplett, 4,14 ppm (J = 2,5 Hz, 1H, H-5 eq)
die Mischung durch Behandlung mit Amberlite® 55 3,8 - 2,85 ppm, 4H, Multipletts
IRA-401S (OH-Form) alkalisch gemacht, filtriert und 2,34 ppm, 1H, Doublett oder Triplett J = 3,5,12Hz,
das Filtrat zur Trockene eingedampft. Der Rückstand H-2 eq
wird gelöst und über Silicagel chromatographiert Für 1,53 ppm, IH, Quartett, J = 12 Hz, H-2 eq
die Eluierung wird die untre Phase eines Chloro- 1,53 ppm, IH, Quartett, J = 12 Hz, H-2 ax.
form : Methanol: konz. Ammoniumhydroxid (1:1:1)- 60
Gemisches verwendet Die Fraktionen, die die Haupt- Physikochemische Daten für die Mutamicine
menge des gewünschten Produktes erhalten, werden
menge des gewünschten Produktes erhalten, werden
gesammelt und eingedampft Man erhält eine weiße, Die chemische Struktur der Mutamicine wurde durch
amorphe Substanz. konventionelle chemische Analyse ermittelt Daten über
65 die Massenspektra werden in der folgenden Tabelle gegeben. Die Bestimmung der Struktur aus diesen
Massenspektrum: Daten erfolgte nach der Methode von P. J. L Daniels et
m/e = 163(M + 1)+ al. [Chemical Communications Nr. 24,1629-31 (1971)].
11
Mutamicin
Maxima bei (M/e)
464 446
378
366 348 338 320
333 315
127
Zuordnung
(M + I)+
(M-NHj)+
CH2NH2"
M-C =
I = CH1
Disaccharid Ionenserie
Disaccharid Ionenserie
Streptamin Ionenserie
Ungesättigtes Monosaccharid
Garosamin Ionenserie 12
| Mutamicin 2 | Zuordnung |
|
Maxima bei
(M/e) |
(M + I)+ M+ |
| 432 431 |
[M-NHj]+ |
| 414 | CH2NH2" |
| 346 |
M-C = O
C = CH2 |
| Disaccharid Ionenserie |
|
| 336 316 306 288 |
Disaccharid Ionenserie |
|
2,5-Dideoxy-
streptamin [onenserie |
|
| 301 ) 283 I 274 I 255 l |
Garosamin
[onenserie |
| 175 1 157 1 147 I 129 > |
Ungesättigtes Monosaccharid |
| 160 I 142 118 J |
|
| 127 | |
Tabelle 4 (Fortsetzung)
Mutamicin
Mutamicin 5
Mutamicin
464 446
378
(M + I)+
(M-NHj)+
CH2NH2
M-C = C=
Disaccharid Ionenserie
Disaccharid Ionenserie
(M + I)+
M+
M+
Disaccharid
Ionenserie
Ionenserie
Disaccharid
Ionenserie
Ionenserie
Triaminodihydroxy cyclohexan Ionen
448
447
350 332 322 304
317 299 289 271
160 142 118
(M + I)+
M+
Disaccharid Ionenserie
Disaccharid Ionenserie
Garosamin Ionenserie
Fortsetzung
Mutamicin 4
Maxima bei Zuordnung
Mutamicin
Maxima bei Zuordnung
Mutamicin 6
Maxima bei Zuordnung
Disaccharid
Ionenserie
Ionenserie
Garosamin
Ionenserie
Ionenserie
127
Ungesättigtes
Mooosaccharid
Mooosaccharid
127
Garosamin
Ionenserie
Ionenserie
Umgesättigtes
Monosaccharid
Monosaccharid
127
Umgesättigtes
Monosaccharid
Monosaccharid
5-Epi-2-deoxy-
streptamin
Ionenserie
Chromatographische Daten
Die Mutamicine können auch durch bekannte chromatographische Techniken voneinander und von
Sisomicin unterschieden werden. Chromatographiert man beispielsweise 4 Stundeil mit Hilfe eines Whatman
No.l -Papier in der unteren Phase eines Chloroform : Methanol: 17%-Ammoniumhydroxid-Gemisches
(2:1:1), so kann man das folgende Resultat beobachten:
Inokulum, 2. Stufe
251 des Fermentationsmediums der Stufe 1 wird unter aseptischen Bedingungen zu einer 2-Liter-Schüttelflasche,
die 500 ml des oben beschriebenen Mediums enthält, übergeführt Die Mischung wird für weitere 3
Tage bei 28°C inkubiert (Schütteltisch; 280UpM; 5,1 cm).
Fermentierungsstufe
| Rr | |
| Sisomicin | 0,23 |
| Mutamicin 1 | 0,11 |
| Mutamicin 2 | 035 |
| Mutamicin 4 | 0,15 |
| Mutamicin 5 | 0,22 |
| Mutamicin 6 | 0,08 |
500 ml des Inokulums aus Stufe 2 werden unter aseptischen Bedingungen zu einem 14-I-Fermentationstank
übergeführt Im Tank befinden sich 9,51 des folgenden sterilen Mediums:
Verwendet man Sisomicin als Bezugspunkt, so haben die Mutamicine folgende R Sisomicin-Werte
| Sisomicin | 1,0 |
| Mutamicin 1 | 0,48 |
| Mutamicin 2 | 1,52 |
| Mutamicin 4 | 0,65 |
| Mutamicin 5 | 0,95 |
| Mutamicin 6 | 035 |
Herstellung der Mutamicine
Herstellung von Mutamicin 1
Inokulum, 1. Stufe
Unter aseptischen Bedingungen fügt man eine lyophilisierte Kultur von M. inyoensis Stamm 1550F-1G
zu 100 ml eines Mediums, bestehend aus:
| Fleisch-Extrakt | 3g |
| Tryptose | 5g |
| Hefe-Extrakt | 5g |
| Dextrose | ig |
| Stärke | 24 g |
| Calciumcarbonat | 2g |
| Leitungswasser | 1000 ml |
das sich in einer 300-ml-Schüttelflasche befindet Die
Mischung wird 2-5 Tage bei 35°C auf einem Schütteltisch inkubiert (280 UpM, 5,1 cm).
| Dextrin | 50 g |
| Glucose | 5g |
| Sovabohnenmehl | 35 g |
| Calciumcarbonat | 7g |
| Kobaltchlorid | 10-6 molar |
| Leitungswasser | 1000 ml |
| Antischaummittel (GE 60) *) | 10 ml |
*) Siliconemulsion, Hersteller General Electric Company,
Schenectady.
Vor der Sterilisierung des Mediums wurde der pH-Wert auf 8,0 gebracht und eine wässerige Lösung
von 8 g Streptamin wurde hinzugefügt Das Medium wird unter aerobischen Bedingungen 48—240 Stunden
unter Schütteln inkubiert (250 UpM, Luftzufuhr 4,51/
Min. unter einem Druck von 1,8 kg/cm2 = 1,77 bar. Der
pH-Wert des Mediums ändert sich leicht während der Fermentation und schwankt zwischen 6,8 und 73.)
Die Bildung des Antibiotikums wird durch Probenziehen kontrolliert (wie bei der Herstellung von Sisomicin
beschrieben), und wenn die optimale Menge am Antibiotikum erreicht ist, wird die Fermentation
abgebrochen. Dieser Zeitpunkt ist normalerweise nach etwa 7 Tagen erreicht
D-e maximale Produktion der Mutamicine liegt in der Größenordnung zwischen 5 und 50 mcg/ml.
Isolierung von Mutamicin 1
Zu der Fermentationsbrühe werden zunächst 7,0 g Oxalsäure unter Rührung hinzugefügt, und dann wird
der pH-Wert mit Hilfe von 6N Schwefelsäure auf 2,0 gebracht Die Mischung wird etwa 15 Minuten gerührt
und danach filtriert Das Fiitrat wird mit 6N Ammoniumhydroxid neutralisiert (pH = 7,0) und durch
einen Kationenaustausch er in der Arornomumicrin
geschickt (ζ. B. Amberlite® IRC-50). Die Säule wird mit
2N Ammoniumhydroxid eluiert, und man sanunelt
mehrere Fraktionen von etwa 100 mL Jede Fraktion wird gegen Staphylococcus ATCC 6538P getestet, und
die antibiotisch aktiven Fraktionen werden gesammelt. Die gesammelten Fraktionen werden auf etwa 100 ml
eingedampft und lyophilisiert, wodurch man das Mutamicin 1 erhält Das Produkt wird mehrmals mit
warmem Methanol behandelt, die Lösung filtriert und das Filtrat zur Trockene eingedampft Zur Reinigung
wird das Produkt über Silicagel chromatographiert,
wobei man die untere Phase Chloroform: Methanol : konz. Ammoniumhydroxid (1:1:1) = Gemisches als
Eluierungsmittel verwendet Die Fraktionen, die antibiotisch aktives Material enthalten, werden kombiniert
-, und eingedampft Man erhält so Mutamicin 1.
Ersetzt man im obigen Beispiel das Streptamin durch eine äquivalente Menge 2,5-Dideoxystreptamin, 2-Epistreptamin,
l^S-Triaminocyclohexan-^e-diol oder
5-Epi-2-deoxystreptamin, so erhält man die Mutamicine
in 2,4,5und6.
Platten Tests (Replicate Tests) mit den Mutamicinen, Sisomicin und Gentamicin (nach Bauer-Kirby mit
10 Meg. Platten)
| Organismus | Zonengröße | (mm) | Mutamicin 4 | Mutamicin S | Sisomicin | Gentamicin | 308112/86 |
| Zonen | |||||||
| Mutamicin 1 | Mutamicin 2 | 26 | 18 | 24 | 23 | ||
| Escherichia coli | 13 | 10 | 15 | 13 | |||
| 589 | 29 | 24 | 16 | -ι- | 13 | 12 | |
| W677/RS5 | 30 | 21 | 16 | Ο | 11 | 11 | |
| LA290/R55 | 29 | 21 | 22 | 0 | 0 | 0 | |
| JR8S | 11 | 22 | 17 | 0 | 24 | 23 | |
| JR90 | 0 | 25 | 27 | 24 | 28 | 28 | |
| Swidinsky 4195 | 28 | 25 | 24 | - | - | - | |
| ATCC1O536 | 31 | 28 | 25 | 22 | - | - | |
| Baker 2 | - | - | 18 | 0 | - | - | |
| St Michael 1574-1 | - | 27 | |||||
| JR66 | - | 26 | 28 | 16 | 27 | 27 | |
| Pseudomonas aeruginosa | 20 | 12 | 25 | 25 | |||
| Stone 20 | 31 | 33 | 14 | 0 | 14 | 12 | |
| Stone 39 | 29 | 27 | 11 | 0 | 10 | 10 | |
| Stone 130 | 14 | 25 | 19 | ± | 25 | 24 | |
| Stone 138 | 15 | 23 | 19 | 10 | 26 | 25 | |
| St. Michael 762 | 24 | 26 | 19 | 0 | 26 | 26 | |
| St Michael 1262 | 18 | 27 | 19 | 11 | 26 | 26 | |
| St Michael 1395 | 29 | 28 | 19 | 10 | - | - | |
| St Michael 413 | 27 | 27 | 17 | 0 | 24 | 23 | |
| St Michael 836 | - | 28 | 16 | 0 | 14 | 12 | |
| D-2 | 21 | 26 | |||||
| Capetown 18 | 19 | 22 | 25 | 22 | — | - | |
| Salmonella typhimurium | |||||||
| Group B | - | 27 | 25 | 20 | 22 | 22 | |
| Klebsiella pneumonia | 24 | 21 | 23 | 25 | |||
| Ad 17 | 24 | 23 | 26 | - | - | - | |
| Ad 18 | 26 | 25 | 19 | 0 | 14 | 13 | |
| Ad 22 | - | - | 19 | 0 | 13 | 11 | |
| Georgetown 3694 | 26 | 22 | 0 | 9 | 13 | 11 | |
| Georgetown 3020 | 26 | 21 | |||||
| Providence 164 | 15 | 25 | |||||
| Fortsetzung | Zonengj-nße | 24 37 | 159 | 24 | 18 | Sisomicin | Gentamicin | |
| 17 | Organismus | Zonen | 26 | |||||
| Mutamicin 1 | 24 | 25 | 25 | |||||
| (mm) | 26 | 29 | 27 | |||||
| Staphylococcus aureus | 26 | 14 | Mutamicin S | 26 | 26 | |||
| ATCC 6538P | 28 | Mutamicin 2 Mutamicin 4 | 13 | 28 | 28 | |||
| Wood | 25 | 21 | - | - | ||||
| Ziegler | 26 | 27 | 12 | 25 | - | - | ||
| 59N | - | 29 | - | 23 | ||||
| 1118 | - | 28 | 12 | 23 | 13 | 13 | ||
| Grey | 29 | ± | 15 | 16 I | ||||
| Streptococcus pyogenes | 13 | 14 | 29 | ± | - | 1 | ||
| C | 17 | 16 | I | |||||
| B-Cruz | - | ± | 31 | 31 I | ||||
| 27 | 15 | - | ||||||
| Bacillus subtilis | 31 | 17 | ± | |||||
| ATCC 6633 | - | |||||||
| 28 | ||||||||
| 33 | ||||||||
Proteus miiabilis
Harding - 26 21 19
| iaoeue ο | Sisomicin | Sisomicin | J5 | Organismus | MlC (mcg/ml) | Sisomicin |
| η Mueller- | pH 7,2 | 0,3 | ||||
| In-Vitro-Aktivität von Mutamicin 1 und | MIC (mcg/ml) | 40 |
Mut
amicin 1 |
0,3 | ||
| Mindestinhibititionskonzentration (MIC) i Hinton-Brühe: |
pH 7,2 | Baker 2 | 3,0 | 17,5 | ||
| Organismus | Mut | 0,08 | F14-Bk | 3,0 | 0,8 | |
| amicin 1 | 0,03 | Genta. adenyl LA29O-R55 | 3,0 | |||
| 0,08 | Tobra. R 4195 | 3,0 | 0,08 | |||
| 0,03 | 45 | Klebsiella pneumoniae | 0,3 | |||
| 0,3 | 3,0 3,0 |
Ad 18 | 0,3 | 7,5 | ||
| Staphylococcus aureus | 0,08 | Kana. phos. Ad 22 | 0,3 | 7,5 | ||
| ATCC 6538P | 0,08 | 3,0 | Genta. adenyl 3694 | 0,3 | 0,08 | |
| Wood | 0,3 | 3,0 | 50 | Genta. adenyl 3020 | 0,3 | 0,8 |
| Ziegler | 3,0 3,0 |
3,0 | Genta. adenyl 121 | 3,0 | 0,3 | |
| 59N | 3,0 | Pseudomonas aeruginosa 1262 |
3,0 | 0,08 | ||
| 1118 Grey |
3,0 | 3,0 | 762 | 3,0 | 0,08 | |
| Streptococcus pyojenes | 7,5 | 0,8 | 55 | 1395 | 3,0 | 0,08 |
| C | 3,0 | NRRL B3223 | 0,3 | >25 | ||
| 27 | 7,5 | D-2 | 0,8 | 17,5 | ||
| Cruz | 7,5 | 0,03 | Genta. Tobra.-R. Travers | >25 | 7,5 | |
| Alvarez | 3,0 | Genta. acetyl Stone 130 | 17,5 | 0,3 | ||
| Labay | 0,08 | bO | Genta. acetyl Stone 138 | 17,5 | 0,8 | |
| Karipeds | 7,5 | Genta. acetyl Stone 20 | 3,0 | 7,5 | ||
| 0,03 | 0,8 | Genta. acetyl Stone 39 | 3,0 | 0,8 | ||
| Pacillus subtilis | 0,3 | Genta. acetyl Capetown 18 | 7,5 | >25 | ||
| ATCC 6633 | 0,3 | <■>■> | Proteus rettgeri | 3,0 | ||
| Escherichia coli | 0,8 | Providence (Genta. R.) 164 | >25 | |||
| ATCC 10536 | 3,0 | 0,3 | ||||
| Genta. adenyl W677/R55 | 3,0 | Salmonella typhimurium | ||||
| Kana. phosphor. 589 | B | 3,0 | ||||
| Kana. phosphor. C-13 | ||||||
Fortsetzung
| Organismus |
MIC (mcg/ml)
pH 7,2 |
|
| Mut- Sisomicin | ||
| I | amicin 1 | |
| Ι | Serratia | |
| I | 127 | 0,8 0,8 |
| I | Candida albicans | >25 >25 |
| I | Trichophyton nibrum | >10 >25 |
| Aspergillus niger | >10 >25 | |
|
ι
i |
Tabelle 7 | |
| I | In-Vivo-Aktivität von | Mutamicin 1 und Sisomicin |
| Organismus |
Schutzwirkung bei Mäusen
PD50 (mg/kg) |
|
| Mutamicin 1 Sisomicin |
| Staphylococcus | 6,0 | 1,8 |
| Gray | ||
| Escherichia coli | 5,0 | 1,7 |
| Sc. | 2,5 | 2,0 |
| 6922 | ||
| Pseudomonas | ||
| aeruginosa | 15,3 | 2,8 |
| 2552 | 17,1 | 2,7 |
| 2557 | 2,5 | 1,1 |
| Sc. | Akute Toxizität | |
| LD50 (mg/lg) | ||
| Verabreichung: | 110 | 34 |
| I.V. | >100 | 190 |
| I. P. | ||
Wie aus den Tabellen hervorgeht, sind die Mutamicine Breit-Spektrum-Antibiotika, die sowohl in vivo, als
auch in vitro verwendet werden können.
Die In-Vivo-Verwendung bezieht sich auf die
Behandlung von Tieren (und Menschen), die an bakteriellen Infektionen leiden. Insbesondere können
die Mutamicine gegen Bakterien, die gegenüber -, bekannten, aminoglycosiden Antibiotika resistent sind,
Verwendung finden.
In vielen Fällen beruht die bakterielle Resistenz darauf, daß die Organismen die Fähigkeit besitzen, die
Antibiotika durch enzymatische (biochemische) Umsetzungen zu inaktivieren. Einige Organismen inaktivieren
aminoglycoside Antibiotika durch Azetylierung, andere durch Phosphorylierung und wiederum andere durch
Adehylierung. Einige Arten haben die Fähigkeit nach mehreren Methoden zu inaktivieren. Die Inaktivierung
υ erfolgt an ganz bestimmten Stellen im Molekül des
Antibiotikums. Die oben angeführen Tabellen zeigen, daß Änderungen in der Struktur der Antibiotika an
gewissen Stellen, die nicht direkt am Inaktivierungsprozeß beteiligt sind, nichtdestoweniger die Inaktivierungsprozesse
frustrieren (hemmen) können. Die Aktivitätstabellen umfassen viele Organismen, die eine der
obenerwähnten Resistenzmöglichkeiten besitzen, und zeigen eindeutig, daß gewisse Mutamicine gegenüber
Organismen wirksam sind, die gegen Gentamicin, Sisomicin, Kanamycin, Neomycin und Tobramycin
resistent sind. Beispielsweise sind einige Mutamicine gegenüber gewisse Arten von E Coli, die aüenylierende
R-Faktoren enthalten, wie z. B. E CoIi W677/R55 und LA290/R55, wirksam. Diese E Coli Arten sind
in gegenüber Gentamicin, Sisomicin und Tobramycin resistent Andere Mutamicine sind wirksam bei adenylierenden
Stämmen von Klebsiella pneumoniae, die
gegenüber Gentamicin, Tobramycin und Kanamycin resistent sind. Das gleiche gilt für gewisse phosphorylie-
ij rende Stämme von E. CoIi und Klebsiella pneumoniae,
die gegen Kanamycin und Neomycin resistent sind. Weiters sind einige Mutamicine wirksam gegen
Gentamicin und Sisomicin resistente Stämme von Pseudomonas aeruginosa und gegen Gentamicin-,
ίο Sisomicin- und Tobramicin-resistente Stämme von
Providence. Zusammenfassend kann man sagen, daß die Mutamicine gegenüber Stämmen wirksam sind, die
schon mehrere Möglichkeiten zur Inaktivierung von bekannten Antibiotika entwickelt haben.
Claims (1)
1. Die Mutamicine I12,4,5 und 6 der allgemeinen
Formel I
CH2NH2
H3C
OH
mit folgenden Substituenten-Zuordnungen:
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|---|---|---|---|
| US38575173A | 1973-08-06 | 1973-08-06 |
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