DE237283C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE237283C DE237283C DENDAT237283D DE237283DA DE237283C DE 237283 C DE237283 C DE 237283C DE NDAT237283 D DENDAT237283 D DE NDAT237283D DE 237283D A DE237283D A DE 237283DA DE 237283 C DE237283 C DE 237283C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- gas
- hydrogen
- percent
- steam
- over
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B3/00—Hydrogen; Gaseous mixtures containing hydrogen; Separation of hydrogen from mixtures containing it; Purification of hydrogen; Reversible storage of hydrogen
- C01B3/02—Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen
- C01B3/06—Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents
- C01B3/12—Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents by reaction of water vapour with carbon monoxide
- C01B3/16—Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents by reaction of water vapour with carbon monoxide using catalysts
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Combustion & Propulsion (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Carbon And Carbon Compounds (AREA)
- Catalysts (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 237283 KLASSE \2l GRUPPE
WILLIBALD NÄHER in KARLSRUHE und KARL MÜLLER in BRETTEN.
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff. Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. September 1910 ab.
Für die Luftschiffahrt, die in den letzten Jahren einen riesigen Aufschwung genommen,
ist es von großer Wichtigkeit, wenn es möglich gemacht wird, Wasserstoffgas, das für sie allein
in Frage kommende Auftriebgas, in großen Mengen und zu einem billigen Preise herzustellen.
In nachfolgendem wird ein Verfahren beschrieben, nach welchem es möglich ist, das
Wasserstoffgas bei einer größeren Anlage zu
ίο einem sehr billigen Preise und in großen Mengen,
10—15 000 cbm pro Tag, zu liefern. Dieses
Wasserstoffgas kann außer für Luftschiffahrtszwecke in vielen technischen und industriellen
Betrieben Verwendung finden; so z. B. zur Erzielung hoher Temperaturen, bei Reduktionsprozessen,
zum Motorenbetrieb, für Beleuchtungs- und Heizungszwecke, und wird gerade in letzterem Falle, in dem Augenblick,
wo es billiger herzustellen ist, wie die bisher bräuchlichen, meistens sehr giftigen Gase, diese
vollständig verdrängen.
Das Verfahren beruht im Prinzip darauf, daß ein stickstofffreies Wassergas hergestellt
wird mit einem außerordentlich hohen Prozentsatz von Wasserstoff. Kohlenoxyd, das ebenfalls
im Wassergas enthalten, wird in Kohlensäure übergeführt und diese letztere absorbiert,
so daß ein reiner Wasserstoff übrigbleibt. Die Details des Verfahrens beruhen zum Teil
auf bekannten Reaktionen, zum Teil sind sie vollständig neu und werden im nachfolgenden
beschrieben.
Ein besonders konstruierter Generator wird mit einem möglichst aschenarmen Koks gefüllt
und heißgeblasen. Bei einer Temperatur von etwa 1000 ° wird keine Luft mehr eingeblasen.
Der Generator ist vollständig abgeschlossen und wird nunmehr evakuiert; hierbei,
sinkt die Temperatur auf etwa 800 °. Ist der Generator evakuiert, so wird überhitzter
Wasserdampf eingeleitet. In Abwesenheit von Stickstoff und Sauerstoff wird nun bei der
porösen Kohle eine äußerst günstige und kräftige Reaktion erzielt, und zwar wird ein Wassergas
mit 60 Prozent Wasserstoff, 18 Prozent Kohlenoxyd und 22 Prozent Kohlensäure erzielt.
Ist die Temperatur höher als 800°, so wird mehr Kohlenoxyd und weniger Kohlensäure
erzielt; ist sie niedriger als 800°, so wird weniger Kohlenoxyd, jedoch mehr Kohlensäure
gebildet, und kann es vorkommen, daß ein geringer Prozentsatz Wasserdampf unzersetzt
durch die Kohle streicht.
Die Cjben genannten Reaktionen sind:
C+ H7O = CO + H2
C + 2 H2 O = C O2 +2 H2,
die in der Praxis nebeneinander verlaufen.
Das sehr wasserstoffreiche Gas wird nun über eine auf etwa 800 ° erhitzte Kontaktmasse
geleitet, nachdem es vorher vom Flugstaub befreit und gewaschen wurde. Die Kontaktsubstanz
besteht aus Asbest, auf welchem Palladium oder Rhodium niedergeschlagen ist. Es können ebenfalls auch andere Metalle der
Platingruppe auf Asbest niedergeschlagen werden und als Katalysator dienen, jedoch wurden
mit den zwei oben genannten Metallen .die günstigsten Reaktionen erzielt. Bevor das Gas
12. Auflage, ausgegeben am 21. September ic/12.)
Claims (1)
- über die Kontaktmasse geleitet wird, wird nochmals überhitzter Wasserdampf eingeleitet, und etwa 68 Prozent des C 0 wird in C O2 und H übergeführt, so daß bei ziemlich raschem Überleiten nur noch 5 Prozent C O, dagegen 67 Prozent H und etwa 28 Prozent C O2 vorhanden sind.Durch Einleiten ,von überhitztem Wasserdampf und bei Anwesenheit der Kontaktmasse findet folgende Reaktion statt:C O+ H0, O = C O1 + H2.Bei einer bestimmten Temperatur des Wasserdampfes and einer Temperatur des Katalysators, die etwas unter 800° liegt, findet die vollständige Überführung des C O in C O2 statt, hierbei ist noch wesentlich die Länge des Weges, auf dem das Gas mit der Kontaktmasse, in Berührung ist, sowie der Prozentgehalt des Asbests an Metall.Praktisch wird diese ideale Reaktion, d. h. die vollständige Überführung von CO in C O0 sehr schwer durchzuführen sein und wird man deshalb das Gas noch einmal oder zweimal jeweils mit erhitztem Wasserdampf über die Kontaktmasse leiten. So wird z. B. nach einem dreimaligen Überleiten nur noch 0,4 Prozent CO im Gas enthalten sein. Das Wassergas wurde durch Einblasen von überhitztem Wasserdampf auf diese Weise in 69,1 Prozent Wasserstoff und 30,5 Prozent C ()., übergeführt. 0,4 Prozent C O bleiben, wie vorher erwähnt, übrig. Dieser geringe Prozentsatz kann in dem Gemisch zurückbleiben, ohne, wenn noch C O2 entfernt ist, den Auftrieb des Wasserstoffs zu beeinflussen.- Auch ist letzterer nicht mehr giftig. Wünscht man eine größere Reinheit des Gases von C O, so wird man es noch verschiedene Male über die Kontaktsubstanz leiten, bis schließlich nur noch ein Tausendstel von Prozenten übrigbleibt. Wie oben angeführt, besteht das Gas nur .noch aus Wasserstoff und Kohlensäure; man entfernt diese letztere sehr einfach dadurch, daß man das Gas in bekannter Weise über Ätzkalk leitet, wobei sich kohlensaurer Kalk bildet. Nimmt man an Stelle von Ätzkalk kristallisierte Soda, so wird die Kohlensäure ebenfalls absorbiert, und es bildet sich doppeltkohlensaures Natron.Sehr rasch kann man auch die Kohlensäure durch Kalilauge absorbieren lassen. Welches von diesen letztgenannten Absorbtionsmitteln man nehmen wird, ist abhängig vom Preise des Materials und Absatzgebietes der entstandenen Nebenprodukte, sowie bis zu welcher Reinheit man das Wasserstoffgas erhalten will. Das auf diese Weise übrigbleibende Gas ist Wasserstoff und zu jedem -Zwecke gebrauchsfertig. Man wird je nach den Verhältnissen nun das Wasserstoffgas in großen Behältern (Gasomeiern) auffangen oder in Stahlflaschen pressen, um es zum Versand bereit zu halten.Noch ein sehr wichtiger Punkt des Verfahrens ist die rationelle Ausnutzung der entstehenden Wärme sowie des beim Heißblasen entstellenden Generatorgases. Mit der bei der Evakuierung des Generators abgesaugten heißen Luft wird man zum Teil die Dampfkesselheizung durchführen können; mit ilen entstandenen Generatorgasen wird man die Kontaktmasse erhitzen sowie den Dampf der Dampfkessel überhitzen, eventuell wird man nocn die. Luft, welche eingeblasen wird, vorwärmen. Neben Wasserstoff, Kohlensäure und Kohlenoxyd können noch in ganz geringen Prozenten Schwefelwasserstoff, Schwefelkohlenstoff und Siliziumwasserstoff vorkommen; diese werden durch bekannte Trocknungsverfahren und andere entfernt; überhaupt kommt es stets auf den Zweck an, für welchen der Wasserstoff Verwendung finden soll. Bei der Herstellung des Wasserstoffs wird man in jedem einzelnen Falle einen besonderen Koks wählen und stets eine besondere Reinigung des Gases vornehmen.Pa τ ε ν τ - A ν s ρ r υ c η :Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff unter Verwendung von Wassergas, dadurch gekennzeichnet, daß man in einem mit Koks gefüllten, auf etwa 1000° erhitzten ,und evakuierten Generator überhitzten Wasserdampf einbläst und das entstehende Wassergas, mit überhitztem Wasserdampf gemischt, über eine auf etwa 800° erhitzte, aus Rhodium- oder Palladiumasbest bestehende Kontaktmasse leitet, worauf man den Wasserstoff von der ihm beigemischten Kohlensäure in bekannter Weise trennt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE191120486X | 1910-09-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE237283C true DE237283C (de) |
Family
ID=32522055
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT237283D Active DE237283C (de) | 1910-09-29 |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE237283C (de) |
| FR (1) | FR433686A (de) |
| GB (1) | GB191120486A (de) |
-
0
- DE DENDAT237283D patent/DE237283C/de active Active
-
1911
- 1911-08-28 FR FR433686A patent/FR433686A/fr not_active Expired
- 1911-09-15 GB GB191120486D patent/GB191120486A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB191120486A (en) | 1912-02-08 |
| FR433686A (fr) | 1912-01-13 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2816891C2 (de) | ||
| DE3422202A1 (de) | Verfahren zur katalytischen vergasung | |
| DE2603892A1 (de) | Verfahren zur erzeugung von methan | |
| DE2232027A1 (de) | Oxydation von schwefel und schwefelverbindungen zu schwefeldioxid | |
| DE237283C (de) | ||
| DE2817937A1 (de) | Verfahren zur herstellung von schwefelwasserstoff | |
| CH645600A5 (de) | Verfahren zur herstellung von cyanwasserstoff. | |
| DE547422C (de) | Herstellung von Chromaten und Bichromaten | |
| DE1119832B (de) | Verfahren zur Herstellung von Chlorwasserstoff | |
| DE2507612A1 (de) | Verfahren zur herstellung von wasserstoff | |
| DE763233C (de) | Verfahren zur Hydrierung von Kohlenoxyd zu mehrgliedrigen Kohlenwasserstoffen | |
| DE1220398B (de) | Gewinnung von Ammoniak und Schwefeldioxyd aus Ammoniumbisulfat enthaltenden Abfallschwefelsaeuren | |
| AT54247B (de) | Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff. | |
| DE643398C (de) | Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem, praktisch reinem Schwefelnatrium | |
| DE1231219B (de) | Kontinuierliches Kreislaufverfahren zur Herstellung von Wasserstoff | |
| DE1029347B (de) | Verfahren zum Reinigen der Abluft von Viscosefabriken | |
| DE850900C (de) | Verfahren zur Herstellung eines Gases fuer die Zementierung von Stahl | |
| DE102016206376B4 (de) | Kreisprozess zur energieeffizienten Herstellung von Ammoniak | |
| DE2555815A1 (de) | Verfahren zur entfernung von schwefeldioxid aus einem gas | |
| DE767708C (de) | Verfahren zur Herstellung von Blausaeure | |
| DE752821C (de) | Gewinnung von Schwefel und Schwefeldioxyd aus schwefelwasserstoffhaltigen Gasen | |
| DE617220C (de) | Durchfuehrung der Umsetzung zwischen Alkalisulfat und kohlenstoffhaltigem Material zwecks Gewinnung von Alkalicyanid und Schwefel | |
| AT119928B (de) | Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff. | |
| DE2026657A1 (en) | Catalytic combustion of ammonia - to nitrogen and water , using excess oxygen over cobalt/copper oxide | |
| AT149347B (de) | Verfahren zur Herstellung von ungiftigem Schutzgas für Glühöfen und andere gewerbliche Zwecke. |