DE226340C - - Google Patents

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DE226340C
DE226340C DENDAT226340D DE226340DA DE226340C DE 226340 C DE226340 C DE 226340C DE NDAT226340 D DENDAT226340 D DE NDAT226340D DE 226340D A DE226340D A DE 226340DA DE 226340 C DE226340 C DE 226340C
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calcium cyanamide
cyanamide
carbohydrates
saccharates
bacteria
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05CNITROGENOUS FERTILISERS
    • C05C7/00Fertilisers containing calcium or other cyanamides
    • C05C7/02Granulation; Pelletisation; Degassing; Hydrating; Hardening; Stabilisation; Oiling

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 16; GRUPPE
Der Kalkstickstoff-'bzw.; rohes Calciumcyanamid zeigt bei seiner Verwendung als Düngemittel den übelstand, daß er beim Ausstreuen ungemein stäubt und infolge des Ge-Kaltes an Ätzkalk und Calciumcyanamid in feinst verteiltem Zustande die beim Ausstreuen beschäftigten Menschen und Tiere in hohem Grade belästigt.
Bei. windigem'.Wetter ist eine gleichmäßige
ίο Verteilung des Düngers auf dem Felde nicht möglich, weil dieser Dünger in der Windrichtung weithin verweht wird.
Der Kalkstickstoff erfordert auch mit Rücksicht auf die Pflanzen bei seinem 'Gebrauche eine besondere Vorsicht. Die Atzwirkung des im Handelsprodukt "»Kalkstickstoff« enthaltenen fein verteilten Kalkes (bzw. zum Teil auch wahrscheinlich diejenige des Calciumcyanamides) ist eine so größe, daß der Kalkstickstoff als Dünger
ao für in vollem Wachstum befindliche Pflanzen (in ähnlicher Weise, wie es mit Chilesalpeter geschieht) nicht gebraucht werden kann, weil die Pflanzen dann geschädigt werden würden. Auch soll er, vor der Saat angewendet, so lange
as Zeit vor der Saat in den Boden gebracht werden, daß eine ätzende Wirkung des Kalkes auf den jungen Keimling nicht mehr zu befürchten ist. Hat man den Kalkstickstoff auf den Acker gestreut und untergebracht, so pflegt in einem an organischen Stoffen und an Bakterien genügend reichem Boden der vorhandene Ätzkalk durch bakterielle Erzeugung von Kohlensäure nach einigen Tagen in unschädliches Carbonat umgewandelt zu sein, dagegen dauert in einem ärmeren Boden (z.B. im Sandboden) die ätzende Wirkung des Kalkstickstoffs auf die Saat wegen Armut dieses Bodens an freier Kohlensäure viel längere Zeit, so daß direkt abgeraten wurde, in einem derartigen Boden Kalkstickstoff überhaupt zu verwenden.
Nach vorliegender Erfindung wird nun vorgeschlagen, um das lästige Stäuben des Kalkstickstoffs beim Ausstreuen zu vermeiden und die erwähnte ätzende Wirkung auf die Pflanzen und die Samen aufzuheben (bzw. sie erheblich zu mildern), dem Kalkstickstoff gelöste Kohlehydrate aus der Grujipe der Hexosen oder der Pentosen zuzusetzen, die die Eigenschaft haben, mit dem Ätzkalk und mit dem Cyanamid Verbindungen zu bilden.
Beispielsweise kommt hier zunächst die Zucker enthaltende Melasse oder die eine große Menge von Xylan oder andere Pentosen enthaltende eingedickte Ablauge von Cellulosefabriken als Zusatzprodukt in Betracht. Dies sind klebrige Massen, die den feinen Staub des Kalkstickstoffs zu Krümeln vereinigen. Auch nach dem Trocknen verlieren die Krümel (infolge der Bildung von Saccharaten bzw. Xylanaten) ihren Zusammenhang nicht. Das Stauben des Kalk-Stickstoffs beim Ausstreuen wird somit gehindert. Gleichzeitig wird durch das entstandene Saccharat (oder Xylanat) die ätzende Wirkung des Kalkstickstoffs auf Pflanzen und Samen (je nach der Menge des Zusatzes) entweder ganz aufgehoben oder doch wesentlich gemildert.
Die Kohlehydrate wirken nicht nur auf den Ätzkalk, sondern auch auf das Calcium-

Claims (1)

  1. cyanamid ein, indem analytisch sich leicht feststellen läßt, daß der wäßrige Auszug des Kalkstickstoffs nach vorherigem Zusatz von Molasse, ■■ Zucker u. dgl. nun eine geringere Menge; Cyanamid enthält. Sogar das Dicyandiamid,; eine von den Pflanzen-nicht nutzbare, in nur; geringen Mengen im Kalkstickstoff enthaltene Verbindung ist dann nicht oder nur in Spuren; nachzuweisen. j
    ίο In den Saccharate!!.' bzw. Xylanatcn finden1 die Bakterien des Bodens ein willkommenes! Nährmittel und verwandeln in kürzerer Zeit.' als wenn der Kalkstickstoff ohne Znsatz verwendet wird, den Kalk in Carltonat. ■■■-.!.
    Die Wirkung der zugesetzten Kohlehydrate ist eine noch weiter gehende. I
    "Erfahrungsgemäß kann der Stickstoff des Kalkstickstoffs erst dann von den Pflanzen verwertet werden, wenn dieser'.durch die Tätigkeit von Bakterien in Ammoniak umgesetzt wurde. Die zugesetzten Kohlehydrate, welche in innigster Mischung mit dem Kalkstickstoff, sich lie-.. finden, wenn sie in gelöstem Zustande mit dem Kalkstickstoff gemengt wurden, beschleunigen als wichtige Nährstoffe für Bodenbakterien die Wirkung der letzteren und die Entstehung von Ammoniumverbindungen.
    Der Zusatz von Kohlehydraten zum Kalk* stickstoff ruft somit wesentliche Änderungen und vorteilhafte Wirkungen nicht nur in dem physikalischen und chemischen Zustande des
    ' Kalkstickstoffs hervor, sondern er beschleunigt auch als "Nährstoff für Bakterien die Umwandlung der ursprünglich vorhandenen Stickstoffverbindungen in solche, die von den Pflanzen unmittelbar verwertet werden können.
    Durch die österr. Patentschrift 34727 ist es zwar bekannt, das Stäuben des Kalkstickstoffs durch Anfeuchtung desselben mit Lösungen gewisser, zur Gruppe der Kohlehydrate gehörenden Klebstoffe zu beseitigen. Die dort genannten Klebstoffe aber vermögen mit Ätzkalk keine Saccharate zu bilden, weshalb sie nicht gleichzeitig die günstigen Wirkungen ausüben, die, wie beschrieben, gerade auf der Bildung der Saccharate beruhen.
    P.vriixT-ANsruucn:
    : Verfahren, um Kalkstickstoff bzw. Calciumcyanamid in eine beim Gebrauch als Dünger besser geeignete, nicht stäubende und weniger ätzende Masse zu verwandeln, dadurch gekennzeichnet, daß man den Kalkstickstoff mit einer Flüssigkeit anfeuchtet, welche solche Kohlehydrate enthält, die mit dem vorhandenen Ätzkalk zu Saccharaten oder den Sacchai atcn ähnlichen Verbindungen sich vereinigen, indem man zum Kalkstickstoff z. B.'so viel Melasse oder kon/'eiUrieitcT Ablauge von Zellulosefabriken_6o "oTleTluideie" gelöste "Kohlehydrate enthaltende Flüssigkeiten zusetzt, so daß eine krümlige, mäßig feuchte Masse entsteht, die entweder feucht verwendet oder bei mäßiger Wärme getrocknet und dann gebraucht werden kann.
    5 · ..· J bEHLiN. τ : \: ■;■ IN DF.lt RfciCIISOKllCKERgl. gEdhuCkt ■ " :--■ mrmmm V'.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE932616C (de) * 1937-05-14 1955-10-13 American Cyanamid Co Verfahren zum Granulieren von rohem Calciumcyanamid

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE932616C (de) * 1937-05-14 1955-10-13 American Cyanamid Co Verfahren zum Granulieren von rohem Calciumcyanamid

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