DE217538C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B1/00—Electrolytic production of inorganic compounds or non-metals
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
— JVl 217538 — KLASSE Ml GRUPPE
Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. August 1905 ab.
Wasserstoffsuperoxyd läßt sich durch Elektrolyse in der Weise gewinnen, daß man zunächst
durch Elektrolyse von Schwefelsäure geeigneter Konzentration Überschwefelsäure darstellt, diese
in Wasserstoffsuperoxyd umwandelt und das Wasserstoffsuperoxyd durch Extraktion oder
Destillation von der begleitenden Schwefelsäure trennt. Die von Wasserstoffsuperoxyd befreite
Lösung kann man neuerdings zur Elektrolyse
ίο verwenden und so das Wasserstoffsuperoxyd
in kontinuierlichem Kreisprozeß gewinnen.
Dieses Verfahren ist nur bei Anwendung vollständig reiner Lösungen gut durchführbar,
da bei Anwesenheit von Katalysatoren das Wasserstoffsuperoxyd sich mit der C ar ο sehen
Säure unter Sauerstoffentwicklung umsetzt, so daß sowohl die Umwandlung der Überschwefelsäure
in Wasserstoffsuperoxyd, wie auch die Trennung des letzteren von der Schwefelsäure mit großen Sauerstoffverlusten
verbunden ist.
Es hat sich nun gezeigt, daß auch bei peinlichster Reinhaltung der Lösung diese Zersetzung
nicht ganz zu vermeiden ist, und daß besonders bei wiederholter Anwendung derselben
Schwefelsäure in dem beschriebenen Kreisprozeß die Lösungen immer schlechter und die Sauerstoffverluste immer größer werden.
Wie Untersuchungen der Erfinderin ergeben haben, liegt die Ursache darin, daß das
als Anodenmaterial verwandte Platin oder Platinmetall spurenweise in Lösung geht und
auf das Wasserstoffsuperoxyd katalysierend wirkt. Daß Platin in geringem Maße anodisch
löslich ist, haben bereits Tafel und Emmert (Z. f. phys. Chem. Bd. 52, S. 350) an kathodischen
Depressionserscheinungen erkannt. Während jedoch bei richtig geleiteter Elektrolyse
und nicht zu hoher anodischer Stromdichte die in Lösung gegangenen Platinmengen so
gering sind, daß sie keine merklichen kathalytischen Wirkungen ausüben können, tritt
bei wiederholter Anwendung derselben Schwefel- ' .säure schließlich eine solche Anreicherung von
Platin in der Lösung ein, daß die katalytische Zersetzung erhebliche Werte annimmt und die
Lösung schließlich ganz unbrauchbar wird.
Die Erfinderin hat nun festgestellt, daß man solche schlechte Lösungen wieder in
einen für den genannten Prozeß brauchbaren Zustand versetzen kann, indem man sie kurze
Zeit mit außerordentlich geringer Stromstärke und Stromdichte elektrolysiert. Man muß
dabei durch kräftiges Rühren dafür sorgen, daß der gesamte Elektrolyt an der Kathode
vorbeigeführt wird, da infolge der außerordentlich geringen Platinkonzentration der elektrische
Transport des Platins zur Kathode allein unzureichend wäre. Aus diesem Grunde tritt auch bei der mit Diaphragma ausgeführten
Hauptelektrolyse selbst keine genügende kathodische Fällung des Platins ein, da durch
das Diaphragma die Diffusion der platinhaltigen Lösung zur Kathode verhindert wird. Wohl
aber kann man die Fällung des Platins mit der Hauptelektrolyse verbinden, indem man
in den Anodenraum eine Hilfskathode einsetzt, die von einem geringen Bruchteil des Haupt-
stromes durchflossen wird. Man kann nach den beschriebenen Methoden das Platin so
weitgehend aus der Lösung entfernen, daß seine katalytische Wirkung nahezu vollständig
aufgehoben ist, und erhält so Lösungen, die sich zur Umwandlung in Wasserstoffsuperoxyd
hervorragend eignen und eine nahezu verlustlose Gewinnung desselben ermöglichen.
In ähnlicher Weise läßt sich eine Verbesserung
der Lösungen dadurch erzielen, daß in sie solche unedle Metalle eingetaucht werden,
die keine katalytische Wirkung auf Wasserstoffsuperoxyd ausüben, und auf denen sich
. das gelöste Platin niederschlägt. Wird z. B.
eine schlechte Lösung einige Zeit in der Kälte mit einem Aluminiumstab gerührt, so wird
sie wieder in, einen für die Durchführung des Kreisprozesses geeigneten Zustand zurückversetzt.
, . ;·
Die beschriebenen Operationen stellen zwar allgemein bekannte Fällungsverfahren dar,
ihre Übertragbarkeit auf den vorliegenden Fall mußte aber sehr zweifelhaft erscheinen, da
die in Betracht kommenden Platinmengen ganz außer dem Bereich der gewöhnlichen chemischen Bestimmuhgsmethoden liegen. Die
Platinmengen, die auf eine Mischung von Wasserstoffsuperoxyd und Carosche Säure
bei 60 bis 80 ° noch merkliche katalytische Wirkungen ausüben, sind so außerordentlich
gering, daß sie mit den gewöhnlichen chemischen Methoden überhaupt nicht nachgewiesen
werden können, und es muß überraschen, daß die genannten Methoden noch eine Verringerung
dieser minimalen Platinkonzentration bewirken können.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Umwandlung von durch Elektrolyse von Schwefelsäure erzeugter Überschwefelsäure, darin bestehend, daß das bei der Elektrolyse anodisch in Lösung, gegangene Platin (oder Metall der Platingruppe) durch eine gesonderte Elektrolyse oder durch Einhängen einer Hilfskathode in den Anodenraum während der Hauptelektrolyse oder mit Hilfe eines in die Lösung eingeführten Aluminiumstabes aus der Lösung entfernt wird.. gedruckt iü der R
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE217538C true DE217538C (de) |
Family
ID=478834
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT217538D Active DE217538C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE217538C (de) |
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0
- DE DENDAT217538D patent/DE217538C/de active Active
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