DE217045C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE217045C DE217045C DENDAT217045D DE217045DA DE217045C DE 217045 C DE217045 C DE 217045C DE NDAT217045 D DENDAT217045 D DE NDAT217045D DE 217045D A DE217045D A DE 217045DA DE 217045 C DE217045 C DE 217045C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- ores
- pressure
- ore
- pressure vessel
- acid
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C22—METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
- C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
- C22B11/00—Obtaining noble metals
- C22B11/04—Obtaining noble metals by wet processes
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Metallurgy (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Erzen mit naszierenden Reagentien
unter Druck und Erwärmung behufs Gewinnung von seltenen und von Edelmetallen und besteht darin, daß, nachdem der Metallgehalt
der Erze auf chemischem Wege konzentriert worden ist, die Erze in einem geschlossenen
Gefäß unter Anwendung eines starken Druckes (50 bis 60 Atm.) und hoher Temperaturen
(250 bis 3000 C.) der gleichzeitigen Einwirkung von naszierendem Wasserstoff,
von Salzsäure, von unterchlorigsaurem Natrium und von Salpetersäure unterworfen werden.
Mit dem neuen Verfahren ist dem bekannten gegenüber der wesentliche Vorzug verbunden,
daß es gelingt, sämtliche seltenen sowie Edelmetalle ohne namhaften Verlust auch aus
Erzen auszuscheiden, von deren Behandlung bisher Abstand genommen werden mußte, weil
diese Erze mit Rücksicht auf die bisher zur Verfugung stehenden Methoden als zu arm an
Gold, Platin und Silber usw. galten, um einen gewinnbringenden bzw. rentablen Betrieb zu
ermöglichen. . ·
Das Verfahren wird zweckmäßig in nach- » stehender Weise durchgeführt:
Das Erz wird zunächst, wie üblich, dadurch gereinigt, daß man die wertlosen Bestandteile,
wie beispielsweise Kieselsäure, kohlensaures Kalk und Magnesium, die Eisenoxyde usw.
entfernt. Die harte Kieselsäure bzw. der Quarz wird durch Zerkleinern mittels elastischer
bzw. nachgiebiger Mahlsteine, sowie, durch Durchsieben ausgeschieden. Die CaI-cium-
und Magnesiumcarbonate sowie die Tonerde werden außerdem durch Auswaschen in der Kälte mittels verdünnter Salzsäure beseitigt.
Schließlich werden die Eisenoxyde ebenfalls in der Kälte mittels verdünnter·
Schwefelsäure entfernt. Durch keinen einzigen dieser Auswaschprozesse werden die
Edelmetalle mitgenommen. Das auf diese Weise behandelte Erz wird fernerhin noch von
den Auslaugungs- bzw.. Auswaschrückständen sowie von der in ihm enthaltenen Feuchtigkeit
befreit. Es ist jetzt das Gewicht des. Erzes um %0 geringer, d. h. es bleibt nur V10 übrig.
Dieses übrig bleibende Erz wird nun mit ganz fein verteiltem Eisen, sog. chemisch reinem:
Eisen, versetzt, welches bekanntlich in der'Weise erhalten wird, daß man Eisenoxyd
bei Gegenwart von sehr fein verteilter Kohle in einem geschlossenen Gefäß röstet.
Das auf diese Weise behandelte, mit fein zerteiltem Eisen vermischte Erz wird nun in
ein geschlossenes . Gefäß (Drückkessel, Autoklav ό. dgl.), welches mit einemRührwerk und
einer Dampfzuleitung versehen ist, hineinge-.geben. Unmittelbar nachher wird in das. Gefaß
Salzsäure eingeleitet.
Nunmehr wird das Rührwerk in dem Druckkessel in Gang gesetzt, und das Erz wird der
Einwirkung der Wärme unterworfen, indem man Dampf in den Druckkessel einströmen
läßt. ·.■·;■
Nach einiger Zeit wird in den Druckkessel eine konzentrierte Lösung von unterchlorigsaurem
Natrium unter Druck eingeleitet.
Durch den im Innern des Druckkessels entstandenen Wasserstoff werden unter Einwirkung
des vorhandenen Druckes sowie der Wärme die Schwefel-, Arsen-, Tellur-, Selennietallverbindungen
u. dgl. reduziert.
Irrdiesem Augenblick wird unter Druck SaI-petersäure
eingeführt in einer Menge, die so berechnet ist, daß sie mit der überschüssigen Salzsäure Scheidewasser bildet. Die reduzierten,
im Entstehungszustand befindlichen Metalle werden nun von dem im Druckkessel vorhandenen
Scheidewasser, welches außerdem dem Einfluß von Wärme und von Druck ausgesetzt ist, aufgelöst. Es entweicht hierbei
Schwefel-, Arsen-, Tellur- usw. Wasserstoff sowie Chlor im Entstehungszustand bei be-
ao trächtlichem Druck und hoher Temperatur. Es bilden sich außerdem Silber-, Kupfer-,
Zinn-, Wismuth-, Kobaltnitrate, je nach der Art des behandelten Erzes, sowie einfache oder
alkalische Gold-, Platin-, Silber-, Uranium-, Radium- usw. Chloride.
Der natriumhaltige Rückstand, welcher von der Verbindung des überschüssigen unterchlorigsauren
Natriums mit der ebenfalls überschüssigen Salpetersäure herrührt, besteht
aus Chlornatrium bzw. Kochsalz, welches sich mit den Metallchloriden verbindet und dieselben in der Wärme löslich macht.
Ohne diese Reaktion, welche die Entstehung ■ eines löslichen Doppelahlorids veranlaßt,
würde das Chlorsilber wegen seiner Unlöslichkeit verloren gehen.
Nachdem die dreifache Einwirkung eines erheblichen Druckes (50 bis 60 Atm.), der
hohen Temperatur (250 bis 3oop C.) und des
Wasserstoffes im Entstehungszustand (status nascendi), der sich durch Einwirkung des fein
zerteilten Eisens auf die freie Säure entwickelt, eine genügende Zeitlang fortgesetzt
worden ist, wird dieser Einwirkung Einhalt getan, und es werden hiernach die Lösungen
abgenutscht bzw. dekantiert; ferner wird für die Absorption der in dem Druckkessel befindlichen
freien Gase durch geeignete Behälter gesorgt.
Der erste dieser Behälter enthält einen Kohlenwasserstoff, beispielsweise Terpentinöl
o. dgl., zwecks Absorption des Chlors; in dem zweiten Behälter ist ferner Ammoniaklösung
enthalten, um die Stickstoffderivate in Lösung zu bringen. Was ferner den Schwefel-, Arsen-,
Tellur- usw: Wasserstoff betrifft, so zieht dieserder
Reihe nach durch die beiden Behälter hindurch und kann mittels eines zu diesem Zweck angebrachten besonderen Brenners verbrannt
werden. ' ■ Die abgenutschten bzw. dekantierten Lösungen
werden ferner abgeführt und die Flüssigkeit mittels einer Filterpresse, die außerhalb
des Druckkessels angeordnet ist, filtriert.
Es wird außerdem zu einem vollständigen Auswaschen des rückständigen Erzes geschritten,
und die sich auf Grund des Auswaschens bzw. der Auslaugung ergebenden Wasser werden wie die filtrierten Lösungen
behandelt.
Je nach der chemischen Beschaffenheit des behandelten Erzes kann man in den Lösungen
die Gegenwart von Silber-, Kupfer-, Zinn-, . Kobalt-, Wismuth- usw. Nitrat oder eines Silber-
und Natriumdoppelchlorids oder von Gold-, Platin-, Iridium-, Uranium-, Radiumchlorid
usw. feststellen.
Die aus dem Druckkessel entfernten Lösungen werden in zweckmäßiger Weise konzentriert
und der Einwirkung von elektrischen Strömen passender Spannung zwecks Elektrolyse
nach üblichen Methoden ausgesetzt.
Selbstverständlich kann das obige Verfahren nicht nur.für Erzrückstände, sondern ebenfalls
für alle Erze ähnlicher Beschaffenheit oder analoger Bildung Anwendung finden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Behandlung von Erzen mit naszierenden Reagentien unter Druck und Erwärmung behufs Gewinnung von seltenen und von Edelmetallen, dadurch gekennzeichnet, daß, nachdem der Metallgehalt der Erze auf chemischem Wege konzentriert worden ist, die Erze in einem geschlossenen Gefäß unter Anwendung eines starken Druckes (50 bis 60 Atm.) und hoher Temperaturen (250 bis 300° C.) der gleichzeitigen Einwirkung von naszierendem Wasserstoff, von Salzsäure, von ' unterchlorigsaurem Natrium und von Salpetersäure unterworfen werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE217045C true DE217045C (de) |
Family
ID=478390
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT217045D Active DE217045C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE217045C (de) |
-
0
- DE DENDAT217045D patent/DE217045C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE69926661T2 (de) | Verfahren zum behandeln von mineralen, die edelmatalle enthalten | |
| DE3306506C2 (de) | ||
| DE2914439A1 (de) | Verfahren zum wiedergewinnen von silber u.a. wertvollen metallen, insbesondere edelmetallen aus anodenschlamm, insbesondere kupfer- und nickel-anodenschlaemmen | |
| DE2604402A1 (de) | Verfahren zum gewinnen von nichteisen-metallen | |
| DE2206343A1 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Metallen durch Chlorlaugerei | |
| DE3347165A1 (de) | Verfahren zur gewinnung von edelmetallen | |
| DE2257519C3 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Edelmetallen | |
| DE1939342B2 (de) | Verfahren zur selektiven gewinnung von nickel, kupfer und schwefel aus nickel- und kupferhaltigen sulfidischen vorstoffen | |
| DE3145006C2 (de) | ||
| EP0266337B1 (de) | Hydrometallurgisches Verfahren zur Gewinnung von Silber aus dem Anodenschlamm der Kupferelektrolyse und ähnlicher Rohstoffe | |
| DE4112339A1 (de) | Verfahren zum herstellen von kupferarsenat | |
| DE2620659A1 (de) | Verfahren zur behandlung metallhaltiger zwischenprodukte | |
| CH646197A5 (de) | Verfahren zum wiedergewinnen von gold. | |
| EP0176100A1 (de) | Hydrometallurgisches Verfahren zur Aufarbeitung von Anodenschlamm aus der Kupferelektrolyse | |
| AU577477B2 (en) | Process for purifying silver refinery slimes | |
| EP0097842B1 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Edelmetallen aus Lösungen | |
| DE217045C (de) | ||
| DE2836632A1 (de) | Verfahren zur rueckgewinnung von rhenium | |
| DE2620315C2 (de) | Verfahren zur Gewinnung von Silber aus silbersulfathaltigen Materialien | |
| DE1533071B1 (de) | Verfahren zur Extraktion von Blei | |
| DE3223259A1 (de) | Verfahren zur anreicherung von silber aus anodenschlamm | |
| DE2111737B2 (de) | Verfahren zur Entfernung von dreiwertigem Eisen aus eisenhaltigen Lösungen | |
| DD201920A5 (de) | Verfahren zur gewinnung edler metalle | |
| DE1184091B (de) | Kupfer-Raffinationsverfahren | |
| DE1533131A1 (de) | Verfahren zur selektiven Gewinnung von Edelmetallen |