DE216397C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Ja 216397 -:
KLASSE 42/. GRUPPE
HOWARD BERKEY BISHOP in BROOKLYN.
Normalflüssigkeit.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. September 1908 ab.
Es ist bekannt, Flüssigkeiten dadurch zu untersuchen, daß man die elektrische Leitungsfähigkeit einer gewissen Menge Normalflüssigkeit
von bekannter Zusammensetzung und einer gewissen Menge der zu untersuchenden Flüssigkeit gleicher Art durch geeignete
Vorrichtungen miteinander vergleicht und aus den Schwankungen der Leitungsfähigkeit
Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der
ίο Flüssigkeit zieht. Um jedoch diese Beobachtungen
genau und zuverlässig auszuführen, muß man dafür sorgen, den störenden Einfluß von Temperaturschwankungen auszuschließen.
Zu diesem Zwecke sind gemäß der Erfindung in- den die zu untersuchende
Flüssigkeit aufnehmenden Behälter A zwei Röhren B1B1 eingesetzt, von denen die eine
(B) geschlossen ist und die Normalflüssigkeit enthält, während die andere (B1) unten offen.
ist und sich daher mit der zu untersuchenden Flüssigkeit füllt, so daß die beiden in den
Röhren B, B1 befindlichen Flüssigkeiten derselben thermischen Wirkung der zu untersuchenden
Flüssigkeit ausgesetzt sind, ohne daß eine Vermischung der zu untersuchenden
Flüssigkeit mit der Normalflüssigkeit erfolgen kann.
Drei Ausführungsformen der Erfindung in schematischer Darstellung sind in den bei*
liegenden Zeichnungen abgebildet, und zwar ist Fig. ι ein Apparat Zur Bestimmung der
Leitungsfähigkeit yon Flüssigkeiten, wie Schwe^
feisäure, bzw. zur Bestimmung der Stärke oder Konzentration,
Fig. ι ä eine Ansicht einer der Elektroden
aus Fig. ι mit den benachbarten Teilen im senkrechten Schnitt,
Fig. 2 ein Apparat zur Bestimmung der Beschaffenheit von Gasen, insbesondere zur
Bestimmung der darin enthaltenen Feuchtig* keitsmenge, und
Fig. 3 eine Ansicht, wie ein Apparat nach Fig. ι zum Aufzeichnen konstruiert werden'
kann. .
In Fig. ι ist Ä ein Behälter, der mit einem
Überlauf rohr A1 versehen ist. Durch den Deckel A2 dieses Behälters A sind Röhren
B, B1 aus Glas oder anderem geeigneten Material durchgeführt; die Röhre B ist am Boden
geschlossen, während Röhre B1 unten offen ist. Die beiden Röhren B und B1 sind mit
Gummistopfen C, C1 verschlossen, durch deren Durchbohrungen die Glasröhren D und D1
bzw. D2, D3 hindurch treten, in deren untere Enden Platindrähte E, E1 bzw. E2, E3 eingeschmolzen
sind, die mit den Platinelektroden F, F1 bzw. F2, F3 in Verbindung stehen.
Natürlich kann man auch andere Elektroden verwenden. Am Boden der beiden Röhren
D, D1 bzw. D2, D3 ist je ein Kügelchen vori
Lötmetall G, G1 bzw. G2, G3 eingelassen, um
einen guten elektrischen Kontakt zwischen1 den Platindrähten E, E1 bzw. E2, E3 und den'
Kupferdrähten H, H1 bzw. H2, H3 herzustellen, der zur Zuleitung des Stromes dient.
Der Flüssigkeitswiderstand zwischen den' Elektroden F2, F3 ist der gleiche wie der
zwischen den Elektroden F, F1, wenn die
Leitungsfähigkeit der Flüssigkeiten in den Röhren B, B1 die gleiche ist. Durch den
Stopfen C1 tritt eine Kapillarrohre / hindurch. K ist eine Einfüllröhre, die mit einem
Trichter K1 am oberen Ende versehen ist. Die Einfüllröhre tritt durch den Deckel A2
hindurch und geht bis auf den Boden des Behälters A, wo sie nach oben umgebogen
ist, um hier durch den Boden der Röhre B1
ίο einzutreten; sie ist bis oben durchgeführt, bis
zu einem oberhalb der Elektrode F2 belegenen Punkte. Die Röhre K ist an ihrem Austrittsende
bei K2 eng und zusammengezogen; von dem trichterartigen Teile K1 geht ein
kleines Röhrchen Kz aus, das mittels einer
besonderen Rohrleitung direkt in den Behälter A führt.
Der regelbare elektrische Teil des Apparates stellt praktisch eine Wheatstonesche Brücke
dar. Die Elektroden F, Fs sind durch die
Drähte L, L1 mit dem gleichen Pole einer Stromquelle · verbunden, beispielsweise der
sekundären Windung eines Induktionsappa-
. rates M. Das andere Ende der sekundären Windung ist durch einen Draht L2 mit einem
beweglichen Kontakte N verbunden, welcher an die verschiedenen Punkte des Drahtwiderstandes
O herangebracht werden kann. Dieser . Widerstand aus Neusilber oder, anderem geeigneten
Material kann mit Vaselin eingeschmiert werden, um ein Verrosten zu verhindern;
der Draht wird hin und her um Porzellanisolatoren O1 herumgewunden. Natürlich
kann man auch die Brücke in anderer Weise anordnen. Ein Ende der Brücke ist
durch den Draht L3 mit der Elektrode F1
verbunden und durch einen Draht L* mit der Klemme einer Anzeigevorrichtung, beispielsweise
eines Telephons. Das andere Ende der Brücke ist durch einen Draht L5 mit
der Elektrode F2 verbunden und durch einen Draht L6 mit der anderen Klemme der Anzeigevorrichtung
P. Q, Q1 sind Vorschaltwiderstände. R ist eine Batterie, deren Pole
durch Drähte L 7, Ls mit der Primärspule des
Induktionsapparates M verbunden sind, wobei der Schalter S dazu dient, den elektrischen
Apparat ein- und auszuschalten.
Die Röhre B mit den darin enthaltenen Teilen bildet die Normalabteilung des Apparates,
weil die in der Röhre B befindliche Normalflüssigkeit immer dieselbe bleibt, wogegen
die Zusammensetzung der Flüssigkeit in der Untersuchungsabteilung B1 und deren
Zubehör unbekannt und von schwankenden Eigenschaften, auch hinsichtlich der Konzentration
ist.
Nachdem man den Apparat zum Gebrauch fertiggestellt hat, wird die zu prüfende Schwefeisäure
in die Untersuchungsabteilung durch das Füllrohr K eingegossen. Man kann auch
die Säure dauernd einfließen lassen, wenn dies gewünscht wird. Die besondere Form
der Füllröhre erleichtert das andauernde Einfließen. Ein Teil der Flüssigkeit fließt durch
die Röhre K2 und der Überschuß bei Kz
direkt in den Behälter A hinein. Die zu prüfende Flüssigkeit tritt durch das Überlauf
rohr A1 aus dem Apparat heraus. In den Boden des Trichters K1 wird etwas Glaswolle
K1 hineingetan, um unlösliche Unreinigkeiten
zurückzuhalten, die die Röhren K und deren Verengung K2 verstopfen würden. Der.
Stopfen C1 wird vorzugsweise in einer solchen Entfernung von der oberen Elektrode F2 angebracht,
daß die Wärme der Säure in der Untersuchungsabteilung den Gummi nicht beschädigt.
Die Erfindung besteht nun im wesentlichen darin, daß. die zu prüfende Flüssigkeit selbst
einen thermischen Einfluß sowohl auf die Normalabteilung als auch auf die Untersuchungsabteilung
ausübt, wodurch in bekannter Weise Schwankungen in der Temperatur ausgeglichen werden und deren störender
Einfluß vermieden wird. Die Untersuchungsabteilung ist allein dem Einfluß der Schwankungen
in der Zusammensetzung der zu prüfenden Flüssigkeit unterworfen, wogegen die Normalabteilung, welche gegen, den Eintritt
jener Flüssigkeit abgeschlossen ist, von dem Einfluß der Schwankungen in der Zusammensetzung
der zu prüfenden Flüssigkeit frei ist. Beide Abteilungen aber stehen gleichmäßig '
unter dem Einfluß der Temperatur der Untersuchungsflüssigkeit. ■
Ih Fig. 2 ist eine Ausführungsform eines Apparates zur Prüfung von Gasen, besonders
auf ihren Feuchtigkeitsgehalt, dargestellt. α bezeichnet die Wand des Behälters, im
vorliegenden Fall eine Röhre, durch welche das zu prüfende Gas, beispielsweise schweflige
Säure, hindurchströmt. In diesen Behälter reicht eine Glasrohre T hinein, die mittels
eines Stopfens T1 in ihrer Lage gehalten wird. Diese Röhre T dient gleichzeitig als
Träger für die Normalabteilung und die Untersuchungsabteilung des Apparates. Die Normalabteilung
besteht aus einer Röhre b aus un^
glasiertem Porzellan, an deren Enden Platinelektroden f, f1 in Gestalt von feinen herumgelegten
Drähten angebracht sind. Diese Drähte stehen in Verbindung mit einer Hülle U aus Asbest oder anderem Flüssigkeit
aufsaugenden Material. Der Elektrodendraht f ist an einen isolierten Kupferdraht I angelötet
und in die Röhre T. eingeschmolzen. Die Röhre b mit der Asbesthülle U wird mit
reiner Schwefelsäure von etwa 93 Prozent angefeuchtet, vorzugsweise indem man Säure
über die Röhre fließen und abtropfen läßt, während sich die letztere in horizontaler Lage
in einer geschlossenen Röhre befindet. Darauf wird die Röhre b in die an beiden Enden
mit Schwefel oder einem anderen Stoffe verschlossene Glasrohre V eingeschlossen. Das
zu prüfende Gas kann auf diese Weise nicht mit der Säure in der Normalabteilung in Berührung
kommen, obwohl diese Säure unter dem thermischen Einfluß des Gases steht.
Das zu untersuchende Gas hat unmittelbar
Das zu untersuchende Gas hat unmittelbar
ίο Zutritt zu der Untersuchungsabteilung, die
aus einer Röhre b1, beispielsweise aus unglasiertem
Porzellan, mit den Platinelektroden f2, fz und einer· Asbesthülle U1 besteht und
in gleicher Weise, wie oben erwähnt, mit konzentrierter Schwefelsäure befeuchtet ist.
Die Elektroden f1, f2 werden zusammengelötet,
in die Glasrohre T eingeschmolzen und an den isolierten Kupferdraht I1 angelötet.
Der Elektrodendraht fs wird gleichfalls in die Röhre T eingeschmolzen und an den
isolierten Kupierdraht Z2 angelötet. Da das rechte Ende der Röhre T geschlossen ist,
sind die Drähte I, I1, I2 vor Angriff durch
das zu ,prüfende Gas geschützt.
Sowohl in der Normalabteilung als auch in der Untersuchungsabteilung bleibt eine
dünne Schicht Säure auf der Röhre zwischen den Elektroden. Die Leitungsfähigkeit dieser
Schicht ih der Normalabteilung wird nicht
3Q durch Schwankungen in der Zusammensetzung
oder in dem Feuchtigkeitsgehalt des zu untersuchenden Gases beeinflußt, während der thermische
Einfluß dieses Gases auf die Untersuchungsabteilung vorhanden ist.
Wenn die beiden Abteilungen in der beschriebenen Weise befeuchtet und vorbereitet
sind, wird die Röhre T im Gefäß α befestigt und die Drähte I, I1 und I2 mit dem elektrischen
Bestimmungsapparat verbunden, der praktisch dieselbe Beschaffenheit hat, wie
oben bei Fig. 1 beschrieben. Der Apparat wird zuerst auf irgendeine Weise kalibriert,
wobei der entsprechende Feuchtigkeitsgehalt des Gases durch eine der bekannten Methoden
festgestellt wird. Die Temperatur wird mittels eines in die Gasleitung α hineingesteckten
Thermometers bestimmt.
Nachdem der Apparat kalibriert ist, kann man den Feuchtigkeitsgehalt des zu untersuchenden
Gases feststellen. Man liest dabei die Temperatur ab und die Angabe auf der neben der Brücke befindlichen Skala O, und
kann mit Hilfe von Tabellen den Feuchtigkeitsgehalt der Gase feststellen.
Die beiden oben beschriebenen Apparate kann man auch mit Anzeigevorrichtungen versehen.
Eine unterbrochene Aufzeichnung kann man durch einen Papierstreifen erzielen, der
durch ein Uhrwerk bewegt wird, welches sich rieben der Brücke O befindet. Jedesmal,
wenn man eine Messung macht, kann man ein Zeichen auf dem Papierstreifen machen,
indem man einen mit dem beweglichen Kontakt N verbundenen Stift niederdrückt.
In Fig. 3 ist das Telephon durch ein Wechselstromgalvanometer W ersetzt. Hierbei
kann man ein beständiges Aufzeichnen erzielen, wenn man einen kleinen Spiegel W1
an die Nadel des Galvanometers befestigt und einen Lichtstrahl auf einen lichtempfindliehen
Papierstreifen reflektieren läßt, welcher durch ein Uhrwerk bewegt wird,. so daß ein
photographisches Aufzeichnen stattfindet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Vorrichtung zur Kontrolle und Bestimmung der Zusammensetzung einer Flüssigkeit durch Bestimmung, ihrer elektrischen Leitungsfähigkeit im Vergleich mit der einer Normalflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß in den die zu untersuchende Flüssigkeit aufnehmenden Behälter (A) zwei Röhren (B, B1J eingesetzt sind, von denen die eine (B) geschlossen ist und die Normalflüssigkeit enthält, während die andere (B1) unten offen ist und sich daher mit der zu untersuchenden Flüssigkeit füllt, so daß die beiden in den Röhren (B, B1) befindlichen Flüssigkeiten derselben thermischen Wirkung der zu untersuchenden Flüssigkeit ausgesetzt sind, ohne daß eine Vermischung der zu untersuchenden Flüssigkeit mit der Normalflüssigkeit erfolgen kann.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE216397C true DE216397C (de) |
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ID=477812
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1997025615A1 (en) * | 1996-01-11 | 1997-07-17 | Cambridge Consultants Limited | Method and apparatus for measuring an electrical parameter of a fluid |
-
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- DE DENDAT216397D patent/DE216397C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1997025615A1 (en) * | 1996-01-11 | 1997-07-17 | Cambridge Consultants Limited | Method and apparatus for measuring an electrical parameter of a fluid |
| US6426629B1 (en) | 1996-01-11 | 2002-07-30 | Gambro Ab | Method and apparatus for measuring an electrical parameter of a fluid |
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