DE21256C - Automatischer Apparat zum Wiegen und zum Bestimmen des spezifischen Gewichts von Zuckersaft und anderen Flüssigkeiten - Google Patents

Automatischer Apparat zum Wiegen und zum Bestimmen des spezifischen Gewichts von Zuckersaft und anderen Flüssigkeiten

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DE21256C
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CH. MUNNEM in Cöln, Sternengasse 29
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  • General Preparation And Processing Of Foods (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
CHRISTOPH MUNNEM in KÖLN.
Zuckersaft und anderen Flüssigkeiten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. Juni 188a ab.
Der Apparat hat den Zweck, das absolute und specifische Gewicht von Flüssigkeitsmengen zu bestimmen, welche kein constantes specifisches Gewicht haben.
In der beiliegenden Zeichnung zeigt:
Fig. ι den Apparat theilweise , in Ansicht, theilweise im Querschnitt,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Aräometers,
Fig. 3, in vergröfsertem Mafsstabe, veranschaulicht die Scala zur Aufnahme der Registrirungen.
Zu dem oben erwähnten Zweck dient eine selbstthätige Flüssigkeitswaage A, welche über einem in zwei Abtheilungen α und b getheilten Behälter aufgestellt ist. Wenn ein Theil der Flüssigkeit gewogen und durch selbsthätige Entleerung der Waage in die Abtheilung a des Behälters gelangt ist, fliefst der. Inhalt der letzteren durch die in der Scheidewand c angebrachte Oeffnung ο theilweise in die kleinere Abtheilung b, in welche der Schwimmer S, je nach dem specifischen Gewicht der Flüssigkeit, in diese mehr oder weniger tief eintauchen wird. Die Arretirang d gestattet dem Schwimmer nur einen bestimmten Spielraum. Auf dem Schwimmer befindet sich die Stange s, welche oben mit einem um ζ drehbaren und mit einer Spitze χ versehenen Zeiger Z verbunden ist. Der Zeiger bewegt sich vor einem Papierstreifen P, welcher bei jeder einzelnen oder nach einer bestimmten, den Verhältnissen entsprechenden Anzahl Entleerungen der Flüssigkeitswaage durch das Zahnrad R und die am Gewicht G angebrachte Klinke r vorwärtsbewegt wird. Auf der Achse e, auf welche der Papierstreifen sich aufrollt, sitzt aufser dem Zahnrad R noch ein zweites Rädchen Q, in dessen Zähne die Feder F eingreift. Die gabelförmige Gestalt der letzteren gestattet dem Zeiger Z, sich frei zu bewegen.
Functionirt die Waage, so wird durch Einflufs der Klinke r und des Rädchens R der Papierstreifen vorwärtsbewegt; gleichzeitig wird die Feder F mit dem Zeiger Z durch das Rädchen Q so lange von dem Papierstreifen abgedrückt,, bis sie in eine Zahnlücke einspringen kann; in diesem Moment sticht die Spitze χ des Zeigers Z ein Loch in den Papierstreifen. Bei der nächstfolgenden Entleerung der Wägevorrichtung wird die Spitze aus dem Papierstreifen wieder entfernt; dieser rückt um ein Stück voran, und es erfolgt alsdann eine zweite Markirung u. s. w.
Je nach dem specifischen Gewicht der in der Abtheilung b vorhandenen Flüssigkeit wird der Schwimmer mehr oder weniger tief einsinken, wobei infolge der kreisförmigen Bewegung des Zeigers Z eine verschiedene Markirung erfolgt. Es seien beispielsweise u und z>, Fig. 3, die Stellen auf dem Papierstreifen, wo bei einem specifischen Gewicht = 1 bezw. = 1,5 die Markirung erfolgen . würde. In diesem Falle entspräche der Ausschlag der Spitze χ bezw. die Ordinate u ν einer Differenz im specifischen Gewicht = 0,5. Theilt man nun die Ordinate u ν in fünf gleiche Theile und zieht durch die Theilpunkte parallele Linien in der Bewegungsrichtung des Papierstreifens, so wird
eine Markirung zwischen der dritten und vierten Linie von rechts nach links einem specifischen Gewicht der Flüssigkeit entsprechen, welches zwischen 1,2 und 1,3 liegt. Eine Markirung zwischen der vierten Und fünften Parallele irepräsentirt das specifische Gewicht zwischen 1,3 und 1,4 u. s. w. Durch Anwendung eines passend grofsen Ausschlags der Spitze χ bezw. einer grofsen Ordinate mit möglichst feiner Eintheilung in der angegebenen Weise wird man in der Lage sein, selbst ganz geringe Schwankungen im specifischen Gewicht der Flüssigkeiten durch den Apparat automatisch registriren zu lassen. Aus den Notirungen des Zählwerkes an der Wägevorrichtung und den gleichzeitig stattfindenden Markirungen der specifischen Gewichte auf dem Papierstreifen des Aräometers kann sofort der Gehalt an festen Bestandtheilen in Lösungen oder die procentuale Zusammensetzung von Flüssigkeitsgemengen constatir't werden. Sehr wichtig ist der beschriebene Apparat insbesondere für die Zuckerindustrie, denn mit Hülfe desselben vermag man bei Zuckersaft, dessen Gehalt infolge der Fabrikationsweise häufig variirt, den Durchschnittsgehalt an Zucker auf bequeme und zuverlässige Weise zu bestimmen. Die Manipulationen des Abzapfens können bei Zuckersaft oder anderen stark schäumenden Flüssigkeiten durch Schaumbildung beeinträchtigt werden. Um dies zu vermeiden, ist in* der Abtheilung α ein Rohrstutzen H angebracht, welcher die Function eines Hebers übernimmt. Steigt nämlich die Flüssigkeit in α so hoch, dafs das Niveau derselben über den höchsten Punkt des Stutzens H kommt, so wirkt üT-sofort. als Heber und saugt ohne Schaumbildung die Flüssigkeit ab.

Claims (1)

  1. P ATENT-Anspruch:
    Die oben beschriebene und in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung zum Wiegen und gleichzeitigen Bestimmen des specifischen Gewichts von Zuckersaft und anderen Flüssigkeiten, sowie zur Vermeidung von Schaumbildung beim Abzapfen derselben, charakterisirt durch das Zusammenspiel einer automatischen Flüssigkeitswaage mit einem, mit ihr in directer Verbindung stehenden, selbstregistrirenden Aräometer, welches letztere in dem mit dem Reservoir a, welches mit Abzapfheber H ausgestattet ist, communicirenden Nebengefäfse b schwimmt.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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