DE2118942B2 - Einrichtung zur betrachtung von oberflaechen eines kleinen objektes - Google Patents
Einrichtung zur betrachtung von oberflaechen eines kleinen objektesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Betrachtung von einander gegenüberliegenden Oberflächen
eines kleinen Objektes nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art (DT-AS 12 10 584) wird die Betrachtung der unteren, auf dem
transparenten Objektträger aufliegenden Fläche des Objektes dadurch ermöglicht, daß das reflektierte Bild
des Objektes mittels des als Hohlspiegel ausgebildeten Spiegels in die Ebene des Objektträgers gelegt wird.
Vom Objektiv des Mikroskops aus betrachtet befindet sich das reflektierte Bild also vor der Reflektionsfläche
des Spiegels und neben der oberen Fläche des Objektes. Hierdurch wird eine gleichzeitige Betrachtung beider
Objektseiten ermöglicht.
Eine solche gleichzeitige Betrachtung der beiden Objektseiten ist für die Prüfung kleiner Objekte mit
prinzipiell unterschiedlicher Gestaltung der beiden Oberflächen nicht zweckmäßig. So haben beispielsweise
als Halbleiterbaueinheiten aufgebaute integrierte Schaltungen jeweils eine sogenannte inaktive bzw. aktive
Seite, wobei an der aktiven Seite die Anschlüsse wie Goldfahnen u. dgl. angeordnet sind. An dieser Oberfläche
können Verschmierungen an den Anschlußstellen der Goldfahnen auftreten und Fremdteilchen vorhanden
sein, während an der anderen Oberfläche hiervon zu unterscheidende Fehler auftreten können. Eine gleichzeitige
Betrachtung beider Oberflächen führt daher leicht zu Irrtümern und Fehlern im Ablauf der Prüfung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der genannten Art so auszubilden, daß eine
Prüfung der beiden Oberflächen in zeitlicher Aufeinanderfolge möglich ist, ohne daß durch die Handhabung
bei dieser zeitlichen Aufeinanderfolge Fehler und zu große Verzögerungen im Prüfungsablauf auftreten.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1
gelöst.
Infolge der erfindungsgemäßen Anordnung eines Planspiegels liegen die beiden zu prüfenden Oberflächen
bei der Betrachtung in verschiedenen Bildebenen. Um die Prüfung der Oberflächen in diesen beiden
Bildebenen zu ermöglichen, ist der in der Hauptachse des Objektivs gemessene Abstand zwischen dem
5 Objektiv und dem Objektträger um einen vorgegebenen Abstand veränderbar. Bei der Betrachtung des
virtuellen Bildes der Objektunterseite befindet sich das Objekt selbst außerhalb des Tiefenschärfenbereiches
des Objekts, so daß die Betrachtung der Objektunterseite nicht durch das Objekt gestört wird, obwohl das
Objektiv nicht verschwenkt wird und das Objekt daher im Strahlengang des Objektivs liegt. Die erfindungsgemäße
Anordnung ermöglicht daher die Betrachtung der beiden Objektseiten durch einfaches Verstellen des
Objektivs bzw. des Mikroskops in Richtung der Hauptachse, wodurch Bedienungsfehler weitgehend
ausgeschlossen werden. Da bei dieser Verstellung der Abstand zwischen dem Objektträger und dem Spiegel
nicht verändert werden muß, ist auch die Fokussierung auf die beiden Bildebenen ohne Schwierigkeiten
möglich. Demgegenüber muß bei der bekannten Einrichtung zur Fokussierung außer dem Objektiv auch
der Spiegel verstellt werden, weil das reflektierte Bild in derselben Ebene liegen soll wie die unmittelbar zu
betrachtende Oberfläche des Objektes.
Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung werden auch
die bei den bisher angewendeten Prüfungsverfahren aufgetretenen Schwierigkeiten beseitigt, die dadurch
entstehen, daß zwecks Betrachtung der beiden Oberflächen in zeitlicher Aufeinanderfolge entweder das
Objekt umgedreht oder das Mikroskop geschwenkt werden mußte. Demgegenüber ergibt sich durch
Verwendung der erfindungsgemäßen Einrichtung ein erheblicher Zeitgewinn und eine wesentliche Vereinfachung
der Prüfung.
Zweckgemäß ist der am Mikroskop wie üblich
vorhandene Fokussionstrieb so eingerichtet, daß er zur zusätzlichen Verstellung des Mikroskops um den
Abstand zwischen Objektoberseite und virtuellem Bild der Objektunterseite dienen kann.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen
F i g. 1 einen Ausschnitt aus einem Mikroskop mit Objektträger im Längsschnitt,
F i g. 2 einen Ausschnitt entsprechend F i g. 1 mit anderer Stellung des Objektivs,
F i g. 3 mehrere nebeneinanderliegende zu betrachtende Objekte in Draufsicht,
F i g. 4 die Objekte nach F i g. 3 nach Vergrößerung in Ansicht auf die Rückseite.
Die Fi g. 1 und 2 zeigen in Seitenansicht den unteren
Teil eines Mikroskops 23 mit dem zugehörigen Objektiv 22. Auf einer Halterung 30 ist ein Objektträger 31
befestigt. Die Halterung 30 ist auf einem Gleittisch 25 gelagert und besteht aus zwei ineinandergeschraubten
Teilen 33 und 34, so daß der Abstand des Objektträgers 31 von einer Vakuumgreifnadel 24 veränderbar ist. Die
Objekte sind integrierte Schaltungen 11. Die unteren, aktiven Seiten 13 der Schaltungen sind jeweils mit
mehreren Anschlußfahnen 16 aus Gold versehen (F i g. 3 und 4), die an den Halbleiterblock 12 der jeweiligen
Schaltung angeschlossen sind. Die im Ausführungsbeispiel
in ihrer Grundform quadratische Schaltung 11 ist sehr klein und hat Abmessungen von etwa 0,4 bis 2,3 mm
Breite sowie etwa 0,05 mm Dicke, während die Anschlußfahnen 16 eine Länge von etwa 0,2 mm sowie
eine Breite von 0,08 mm aufweisen. Diese integrierten
Schaltungen müssen an ihren aktiven und inaktiven Seiten 13 bzw. 14 und den Anschlußfahnen visuell auf
etwaige Defekte überprüft werden.
Der Objektträger 17 ist lichtdurchlässig und besteht aus einer flachen Glasplatte, deren obere Fläche mit
druckempfindlichem, vakuumdichtem und transparentem Material, beispielsweise Silikonharz, beschichtet
sein kann. Auf dem Objektträger ist ein Gitter 32 ausgebildet (F i g. 4), um das Ausrichten der integrierten
Schaltungen 11 auf der Glasplatte zu erleichtern.
Das Teil 34 der Halterung ist auf dem Gleittisch 25 drehbar gelagert, so daß die auf dem Objektträger 31
befindlichen Objekte 11 entsprechend bewegt werden können. Der Gleittisch 25 ist auf einer Tragplatte mittels
eines Druckmediums schwimmend gelagert, das zum Feststellen des Gleittisches ablaßbar ist (nicht dargestellt),
so daß die Lage des Objektträgers zum Objektiv genau einstellbar ist, beispielsweise um Stellwege von
25 Mikron.
Es kann ein handelsübliches Mikroskop verwendet werden, dessen Objektiv 22 einen wesentlich größeren
Durchmesser als die zu untersuchenden integrierten Schaltungen aufweist. Das Mikroskop 23 hat eine
einstellbare Vergrößerung und ist längs seiner Hauptachse 27 in eine obere und eine untere Lage einstellbar.
Es kann aber auch feststehend ausgebildet sein; in diesem Fall ist eine Stellvorrichtung vorzusehen, mit der
die integrierten Schaltungen 11 in eine obere und eine untere ausgerichtete Stellung unter dem Mikroskop 23
bewegbar sind. Zweckmäßig beträgt der Arbeitsabstand des Mikroskops etwa 10 cm.
Das Mikroskop hat eine einstellbare, 10- bis 40fache Vergrößerung und ist mit einem Fokussionstrieb (nicht
dargestellt) versehen, der auch zum Verstellen des Objektivs in die obere Stellung (F i g. 1) und in die untere
Stellung (F i g. 2) dient.
Innerhalb des unteren Teiles 34 der Halterung 30 ist ein Planspiegel 35 angebracht, der unter und parallel zu
dem Objektträger 31 liegt. Der Planspiegel 35 reflektiert das virtuelle Bild der aktiven Seiten 13 der
integrierten Schaltungen 11 auf das Mikroskop 23. Zweckmäßig besteht der Planspiegel aus einer flachen,
feinstpolierten Siliciumscheibe, weiche das Aussehen eines schwarzen Spiegels hat und einen ausgezeichneten
Kontrast zu den Goldleitungen 16 ergibt, wodurch die Prüfung wesentlich erleichtert wird.
Der Planspiegel 35 ermöglicht eine gesonderte Betrachtung der aktiven Seiten 13 der integrierten
Schaltungen 11 mittels des Mikroskops 23 durch einfaches Drehen des Fokussionstriebes. Das Mikroskop
23 wird dabei in seine untere Stellung längs der Hauptachse 27 bewegt (F i g. 2), wobei die Fokussierung
des Mikroskops auf das virtuelle Bild dieser aktiven Seiten 13 ermöglicht wird. In dieser Stellung wird eine
möglichst starke Vergrößerung des Mikroskops eingestellt, um ein größeres virtuelles Bild der aktiven Seiten
13 betrachten zu können. Diese stärkere Vergrößerung vermindert auch die Schärfentiefe des Mikroskops 23,
so daß sich die inaktiven Seiten 14 weit außerhalb der Scharfabbildung befinden und daher nicht sichtbar sind.
Das virtuelle Bild der aktiven Seiten 13 ist darum klar erkennbar. Die im Strahlengang befindlichen Seiten 14
vermindern die Menge des in das Objektiv 22 eintretenden Lichtes nur geringfügig. Bei einem
Mikroskop mit einem Betriebsabstand von 10 cm können die Schaltungen 11 in der unteren Stellung des
Objektivs etwa 7,5 cm von dem Objektiv 22 entfernt angeordnet werden, während der Planspiegel 35 etwa
13 mm von dem Objektträger 31 entfernt ist.
Auf diese Weise können sowohl die aktive als auch
die inaktive Seite 13 bzw. 14 der Schaltungen 11 untersucht werden, die daher nicht umgedreht werden
müssen. Auch ein Schwenken des Mikroskops 23 ist nicht erforderlich.
Die Vakuumgreifnadel 24 ist im wesentlichen vertikal beweglich zu den integrierten Schaltungen 11 angeordnet.
Die Greifnadel ist zweckmäßig mit einer dünnen schwarzen Farbschicht überzogen, um sie unauffällig zu
machen und eine Spiegelung bei Betrachtung der integrierten Schaltungen 11 zu vermeiden. Außerdem
befindet sich die Nadel 24 bei Betrachtung des Objektes außerhalb des Tiefenschärfenbereiches und stört daher
iS die Prüfung nicht.
Neben dem Mikroskop 23 ist eine Lichtquelle 76 angeordnet, deren gebündelter Lichtstrahl von dem
Planspiegel 35 auf die aktiven Seiten 13 der integrierten Schaltungen 11 reflektiert wird. Die Anordnung der
Lichtquelle 26 trägt dazu bei, daß ein helles, klares und
leicht zu beobachtendes Bild der aktiven Seiten 13 der Schaltungen 11 entsteht; diese Anordnung verhindert,
daß an den entgegengesetzten, inaktiven Seiten 14 Lichtreflexionen auftreten, die zu einer verschwommenen
Abbildung der Seiten 14 führen könnten. Der Einfallswinkel des Lichtstrahles ist verhältnismäßig
gering und beträgt weniger als 45°, so daß das von dem Planspiegel 35 direkt reflektierte Strahlenbündel nicht
in das Objektiv 22 des Mikroskops eintritt.
Zur Bedienung der Einrichtung wird zunächst der Gleittisch 25 durch Einbringen von Druckluft von seiner
Tragplatte abgehoben, so daß er auf einem Luftpolster schwimmend gelagert ist. Durch Verschieben und
anschließendes Feststellen des Gleittisches werden die auf dem Objektträger liegenden integrierten Schaltungen
11 in die richtige Position unter der Vakuumgreifnadel 24 und im Betrachtungsfeld des Objektivs 22
gebracht. Das Mikroskop 23 wird in seiner oberen Stellung gemäß F i g. 1 fixiert. Zwecks Vorprüfung der
Objekte — die aber nicht notwendig ist — wird das Mikroskop auf eine lOfache Vergrößerung eingestellt.
Es sind dann mehrere Objekte entsprechend der Darstellung F i g. 3 erkennbar. Als Ergebnis einer
vorangegangenen Prüfung sind einige der integrierten Schaltungen 11 mit Farbpunkten 77 markiert, die
anzeigen, daß diese Schaltungen defekt und daher für die weitere Prüfung auszuscheiden sind. Bei dieser
Vorprüfung, für die ein zusätzlicher Objektträger in der Einrichtung vorgesehen sein kann, werden die nicht
markierten Schaltungen auf grobe mechanische Fehler
: untersucht, beispielsweise auf Brüche im Siliciumblock,
Unter- oder Überätzung und hinsichtlich etwa verbogener Anschlußfahnen 16. Anschließend werden die
anläßlich der Vorprüfung nicht ausgeschiedenen Schal-, ' tungen mit der Greifnadel 24 einzeln in einem Quadrat
des Gitters 32 positioniert (F i g. 4).
Nach Abheben der Greifnadel wird die Vergrößerung des Mikroskops 23 auf den Faktor 40 eingestellt und die
inaktive Seite 14 der Schaltung 11 wird dann im einzelnen hinsichtlich mechanischer Defekte überprüft.
Anschließend wird das Mikroskop 23 mittels des Fokussionstriebes längs der Hauptachse 27 in die untere
Stellung bewegt (Fig.2) und auf das virtuelle Bild
fokussiert, das in dem Planspiegel 35 sichtbar ist und der aktiven Seite 13 der untersuchten Schaltung 11
entspricht. Da bei dieser Einstellung des Mikroskops das Objekt selbst außerhalb des Schärfentiefenbereiches
liegt, bleibt die Seite 14 der Schaltung unsichtbar.
An der aktiven Seite 13 der Schaltung können nun ebenfalls etwaige mechanische Fehler festgestellt
werden; ebenso wird geprüft, ob Verschmierungen an den Anschlüssen der Goldfahnen und Fremdpartikeln
sowie Fehlätzungen vorhanden sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Einrichtung zum Betrachten von einander gegenüberliegenden Oberflächen eines kleinen Objektes
mit einem Mikroskop, das einen transparenten Objektträger und einen in bezug auf das
Mikroskopobjektiv hinter dem Objektträger angeordneten Spiegel aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Spiegel ein Planspiegel (35) ist, dessen Reflexionsfläche parallel zu dem
Objektträger (31) liegt, und daß der in der Hauptachse gemessene Abstand zwischen dem
Objektiv (22) und dem Objektträger (31) um einen Betrag veränderbar ist, der mindestens gleich dem
Abstand der Objektoberseite von dem virtuellen Bild der Objektunterseite (11) ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, bei der das Mikroskop einen Fokussionstrieb zur Verstellung
des Objektivs aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Fokussionstrieb zur zusätzlichen Verstellung des
Mikroskopes (23) um den Abstand zwischen Objektoberseite und virtuellem Bild der Objektunterseite
eingerichtet ist.
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