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Die Erfindung betrifft eine Aufzeichnungs- und oder Wiedergabeeinrichtung
mit auf eine Spule (Vorratsspule) gewickeltem bandförmigem Aufzeiclinungsträger,
dessen Ende am Spulenkern festliegt und dessen Anfang mit einem steifen Vorspannband
versehen ist, welches auf Umfangskanten der Spulenflansche aufwickelbar ist und
durch eine in Abwickelrichtung einwirkende Mitnahmekraft längs einer Führungsbahn
in Richtung auf eine Aufwickelvorrichtung schiebbar ist.
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Eine Aufzeichnungs- und/oder Wiedergabeeinrichtung mit den vorgenannten
Merkmalen ist aus der deutschen Patentschrift 1249927 bekannt. Als Vorratsbehälter
für den Aufzeichnungsträger dient dort eine Kassette, die einen durch einen Führungsmantel
gebildeten zylindrischen Hohlraum aufweist, in welchem die Spule mit dem Aufzeichnungsträger
untergebracht ist. Das Vorspannband ist breiter als der Aufzeichnungsträger und
wird unmittelbar auf die Umfangskanten der Spulenflansche gewickelt.
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Der Behälter der Kassette hat eine Aussparung, die einen Abschnitt
der Spulenfiansche und des Vorspannbandes freilegt. In die Aussparung greift während
der Startphase eine Antriebsrolle des Tonaufnahme- und Wiedergabegerätes ein und
übt auf das Vorspannband eine Reibungskraft in Abwickehichtung aus, um es entlang
des zylindrischen Führungsmantels des Behälters und durch einen Schlitz aus der
Kassette herauszuschieben.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs
genannten Gattung so zu verbessern, daß unter Beibehaltung der staubdichten Aufbewahrung
des Aufzeichnungsträgers verschiedene konstruktive Vereinfachungen möglich werden,
die zum Teil erhebliche Einsparungen mit sich bringen.
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Das gemeinsame Merkmal aller Ausführungsmöglichkeiten der Aufzeichnungs-
und/oder Wiedergabeeinrichtung besteht erfindungsgemäß darin, daß die das Vorspannband
tragenden Umfangskanten durch je eine auf der Innenseite der Spulenflansche befindliche
ringförmige Stufe gebildet sind, und daß das Vorspannband aus federndem Material
besteht und mit Ausnahme eines kurzen Anfangsteiles eine solche Krümmung aufweist,
daß es die Umfangskanten unter seiner Eigenspannung umschließt. Auch wenn eine solche
Spule weiterhin in einer Kassette untergebracht ist, ergibt sich hieraus der Vorteil,
daß die Spule bereits durch das Vorspannband besonders staubdicht abgeschlossen
ist, weil dieses die Spule nicht lose, sondern unter seiner eigenen, eingeprägten
Vorspannung umschließt. Durch den Schlitz oder die erwähnte Aussparung der Kassette
in diese eindringender Staub kann sich daher nicht auf dem Aufzeichnungsträger niederschlagen.
Auch wird ein unerwünschtes Lockern der Windungen des Vorspannbandes und insbesondere
auch des Aufzeichnungsträgers durch transportbedingte Vibrationen weitgehend vermieden.
Schließlich ergeben sich durch die Krümmung des Vorspannbandes auch Vorteile für
das selbsttätige Einfädeln des Vorspannanfanges im Erfassungsbereich der Aufwickelvorrichtung.
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In einer weiteren, besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist vorgesehen, daß als Vorratsbehälter für den Aufzeichnungsträger die durch das
Vorspannband abgeschlossene Spule selbst dient.
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Infolge des staubdichten Abschlusses durch das mit der eingeprägten
Krümmung versehene Vorspann-
band, welches dadurch auch ausreichend mechanisch fixiert
ist, ersetzt die Spule eine besondere, den Wickel des Aufzeichnungsträgers aufnehmende
geschlossene Kassette.
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Auch im Rahmen der erfindungsgemäßen Einrichtung kann wie in der
deutschen Patentschrift 1249 927 ein Reibrad vorgesehen sein, welches während der
Startphase gegen das Vorspannband und die Umfangskanten gedrückt und so angetrieben
ist, daß es eine Mitnahmekraft in Abwickelrichtung ausübt.
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Eine andere Möglichkeit besteht in weiterer Ausgestaltung der Erfindung
darin, daß während der Startphase über den Aufnahmedorn des Aufzeichnungs- und/oder
Wiedergabegerätes die Spule selbst in Abwickelrichtung angetrieben wird und die
Obere fläche zumindest der Umfangskanten so ausgestaltet ist, daß dann zwischen
diesen und dem Vorspannband eine ausreichende Mitnahmekraft wirksam wird.
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Weitere der Ausgestaltung der Erfindung dienende Merkmale ergeben
sich aus den Ansprüchen in Verbindung mit der Beschreibung und den Zeichnungen,
in denen am Beispiel eines Magnetbandgerätes verschiedene Ausführungsmöglichkeiten
dargestellt sind.
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Es zeigt Fig. 1 eine mit Magnetband und Vorspannband versehene Spule
in axialer Seitenansicht, wobei der obere Spulenflansch teilweise weggeschnitten
ist, Fig. 2 eine Ansicht der Spule nach Fig. 1 in Richtung des Pfeiles II, mit teilweise
weggeschnittenem Vorspannband, Fig. 3 das Vorspannband allein in axialer Seitenansicht,
und zwar in entspanntem Zustand, F i g. 4 einen perspektivischen Ausschnitt aus
einer Führungsbahn für das Vorspannband, Fig. 5 eine Spule in der Darstellung der
Fig. 1 während der Startphase, einschließlich der benachbarten Bauteile des Magnetbandgerätes,
Fig. 6 eine Spule in der Darstellung der Fig. 1, entsprechend einer weiteren Ausführungsform,
während der Startphase und einschließlich der benachbarten Bauteile des Magnetbandgerätes,
Fig. 7 eine Ansicht der Spule der Fig. 6 in Richtung des Pfeiles VII, mit teilweise
weggeschnittenem Vorspannband, Fig. 8 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 7 etwa
entsprechend der Linie VIII, unter Weglassung des oberen Spulenflansches, Fig. 9
eine Teilansicht auf die Spule der Fig. 8 in Richtung des Pfeiles IX, Fig. 10 entsprechend
einer dritten Ausführungsform der Erfindung eine Spule während der Startphase und
ebenfalls einschließlich der benachbarten Bauteile des Magnetbandgerätes, F i g.
11 in stark vergrößerter Seitenansicht ein bei der Ausführungsform der Fig. 10 benutztes
Vorspannband, die Fig. 12, 13, und 14 in Draufsicht je eine Ausführungsform eines
Vorspannbandes, Fig. 15 einen vergrößerten Ausschnitt des Vorspannbandes der Fig.
14 in Seitenansicht, F i g. 16 eine erste Ausführungsform eines Magnetbandgerätes
gemäß der Erfindung in Draufsicht, mit teilweise weggeschnittener Grundplatte, Fig.
17 das Magnetbandgerät der Fig. 16 in Ansicht von vorne, Fig. 18 einen Ausschnitt
einer zweiten Ausführung
eines Magnetbandgerätes, soweit sie von
dem Gerät der Fig. 16 und 17 abweicht, in Draufsicht, Fig. 19 den in Fig. 10 gezeigten
Ausschnitt in Ansicht von vorne und F i g. 20 schematisch und vereinfacht die elektrische
Steuerung eines Magnetbandgerätes nach den F i g. 16 und 17 bzw. (gestrichelt) den
Fig. 18 und 19.
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Wie aus den Fig. 1 und 2 hervorgeht, hat die Spule 1 in üblicher
Weise eine Aufnahmebohrung 2, über deren Umfang drei Mitnahmenuten 2' verteilt sind.
Die Spuleuflansche 1' sind auf ihrer Innenseite mit je einer konzentrisch angeordneten,
ringförmigen Stufe versehen, und die Umfangskanten 3 dieser Stufen tragen das Vorspannband
4. Dieses ist dementsprechend breiter als das Magnetband 5. Im ueber gang zum Magnetband
5 kann das Vorspannband gemäß Fig. 12 einen Abschnitt 4 a aufweisen, der gleich
breit ist wie das Magnetband.
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Das Vorspannband 4 weist mit Ausnahme eines kurzen Anfangsteiles
4 b eine Krümmung von solchem Radius auf, daß es die Umfangskanten 3 der Spule 1
unter seiner Eigenspannung eng umschließt. Der Anfangsteil 4 b weist eine geringere
oder gar keine Krümmung auf. Dadurch bildet sich zwischen seiner Vorderkante und
der nächsten Windung des aufgewickelten Vorspannbandes ein Abstand, der ein leichtes
Abheben des Vorspannbandes mittels einer dünnen Zunge ermöglicht, wenn es in Abwickelrich
tung angetrieben wird.
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Fig. 3, die im gleichen Maßstab gehalten ist wie die Fig. 1 und 2,
zeigt ein Ausführungsbeispiel des Vorspannbandes 4 in entspanntem Zustand. Es kann
vorteilhaft sein, wenn das Vorspannband nach außen hin in eine Krümmung übergeht,
deren Radius sich jenem der Umfangskanten 3 nähert.
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Das Vorspannband 4 besteht aus einem elastischen (federnden) Material,
welches hinsichtlich der ihm erteilten Krümmung möglichst formbeständig ist. Das
kann ein Metall wie z. B. Bronze sein oder auch ein geeigneter Kunststoff.
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Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf eine Aufzeichnungs-
und/oder Wiedergabeeinrichtung (hier ein Magnetbandgerät, das weiter unten noch
im einzelnen beschrieben wird), bei der eine derartige Spule unmittelbar, also ohne
eine zusätzliche, sie aufnehmende Kassette, als Vorratsbehälter für den Aufzeichnungsträger
dient.
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In Fig. 5 ist eine Spule 1 der in Fig. 1 beschriebenen Art auf den
Aufnahmedorn 42 des Magnetbandgerätes gesetzt. Dieses weist ein Reibrad 6 auf, welches
während der Startphase in an sich bekannter Weise gegen das Vorspannband 4 gedrückt
ist und so angetrieben ist, daß es auf das Vorspannband eine Mitnahmekraft in Abwickelrichtung
ausübt.
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Im Laufe der Drehbewegung der Spule 1 gerät die Vorderkante des Anfangsteiles
4 b des Vorspannbandes in den Bereich einer nachgiebig gelagerten Zunge 7. Sie wird
dadurch abgehoben und in die Führungsbahn 68 des Magnetbandgerätes geleitet.
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Während des Einsetzens und des Abnehmens der Spule 1 befinden sich
das Reibrad 6 und die Zunge 7 außerhalb der Kontur der Spulenfiansche 1'.
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Eine vorteilhafte Möglichkeit für die Ausgestaltung der Führungsbahn
68 des Vorspannbandes 4 ist aus F i g. 4 zu ersehen. Danach besteht die Führungsbahn
aus zwei übereinander angeordneten Leitschienen 68' und 68". Diese sind mit je einer
Nut 90
versehen, in der der obere bzw. untere Rand des Vorspannbandes geführt ist.
Die durch den Abstand der beiden Leitschienen gebildete Öffnung 91 auf der den Magnetknöpfen
zugewandten Seite ist so hoch, daß das an das Vorspannband anschließende Magnetband
5 durch diese Öffnung hindurchtreten kann.
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Wie weiter oben bereits erwähnt, besteht eine andere Möglichkeit
für den Antrieb des Vorspannbandes 4 während der Startphase darin, daß über den
Aufnahmedorn 42 die Spule 1 unmittelbar angetrieben wird. Zumindest die Oberfläche
der Umfangskanten 3, unter Umständen auch die des Vorspannbandes 4, ist dann so
ausgebildet, daß zwischen den Umfangskanten und dem Vorspannband eine ausreichende
Mitnahmekraft wirksam wird. Für eine solche Ausgestaltung der genannten Oberflächen
gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen im folgenden einige Beispiele erläutert
sind.
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Bei der in den F i g. 6 bis 9 gezeigten Ausführungsform sind am Vorspannband
4 selbst keine besonderen Maßnahmen getroffen. Nur die Umfangskanten 3 der Spule
1 sind mit Ausnehmungen 3' versehen, gegen die sich während der Startphase die Hinterkante
4c des Vorspannbandes abstützt. Beim Ausführungsbeispiel werden diese Ausnehmungen
dadurch gebildet, daß die Umfangskanten ein Sägezahnprofil aufweisen. Der Übergang
vom Vorspannband 4 zum Magnetband 5 erfolgt hier so, daß letzteres eine Schlaufe
bildet, die in einen Schlitz 8 des Vorspannbandes eingehängt ist. Ebenso könnte
man aber die Verbindung zwischen Vorspannband und Magnetband auch ähnlich gestalten
wie in Fig. 12, wobei lediglich der Übergang zwischen dem breiten Hauptteil des
Vorspannbandes 4 und seinem schmaleren Teil 4 a nicht mit einer schrägen Kante,
sondern rechtwinklig erfolgen müßte.
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Bei der Ausführungsform gemäß den F i g. 6 bis 9 wird die Mitnahmekraft
nur der Hinterkante des Vorspannbandes 4 vermittelt, und der Kraftfluß verläuft
nur innerhalb des Vorspannbandes, also spiralförmig, bis zu dessen Anfang. Sobald
während des Vorschiebens des Vorspannbandes an diesem ein Bewegungswiderstand auftritt,
neigen die Lagen des Vorspannband-Wickels dazu, sich aufzusperren. Es ist deshalb
am Magnetbandgerät eine die Spule bzw.
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den Vorspannband-Wickel konzentrisch umgebende, möglichst reibungsarme
Leitfläche 9 vorgesehen, an welche sich die Führungsbahn 68 anschließt.
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Die Fig. 10, 11, 14 und 15 beziehen sich auf eine Ausführungsform
der Erfindung, bei der sowohl die Ober- und Unterseite des Vorspannbandes als auch
die das Vorspannband tragenden Umfangskanten der Spule mit Querriefen versehen sind.
In den F i g. 14 und 15 werden die sägezahnförmigen Querriefen4' durch eine entsprechende
Profilierung des Bandmaterials gebildet. Fig. 11 zeigt eine andere Möglichkeit,
bei der ein z.B. aus Bronze bestehendes Vorspannband 4 beiderseits mit einem profilierten
Kunststoffbelag 10 versehen ist. Die Umfangskanten 3 der Spule 1, die in F i g.
10 strichpunktiert dargestellt sind, haben ein gleichartiges Profil.
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Bei dieser Ausführungsform sind ein oder mehrere Andruckelemente
erforderlich, welche zumindest während der Startphase das Vorspannband 4 gegen die
von ihm umschlossenen Umfangskanten 3 drükken. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig.
10 ist ein an einer Achse 11 gelagerter Andruckarm 13
vorgesehen,
den eine Feder 14 in Richtung auf einen Anschlag 15 zu bewegen sucht. Im Gegensatz
zu der Ausführnngsforrn nach den Fig. 6 bis 9 erfolgt die Mitnahme der äußeren Lage
des Vorspannbandes 4 jeweils dort, wo das Andruckelement einwirkt. Der Kraftfluß
verläuft an dieser Stelle von der Umfangskante 3 radial durch die einzelnen Lagen
des Vorspannbandes bis zur äußeren Lage. Auch ohne Verwendung einer die Spule umgebenden
Leitfläche kann deshalb ein funktionsstörendes Aufsperren des Vorspaunband-Wickeis
hier nicht auftreten.
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Statt der Querriefen könnten die das Vorspannband tragenden Umfangskanten
der Spule auch mit einem Belag mit hohem Reibwert versehen sem.
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Zweckmäßig weist dann, gemäß Fig. 13, auch zumindest eine Seite des
Vorspannbandes 4 einen Belag 12 mit hohem Reibwert auf, jedoch nur in seiner Mittelzone,
damit es nach wie vor reibungsarm in der Führungsbahn 68 (Fig. 4) gleiten kann.
Die Situation während der Startphase entspricht im übrigen der Fig. 10.
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Nachdem an verschiedenen Ausführungsbeispielen die Ausbildung der
Spule, des Vorspannbandes und der beim Startvorgang unmittelbar mit diesen zusammenwirkenden
Elemente des Magnetbandgerätes erläutert wurden, sollen im folgenden an Hand der
Fig. 16, 17 und 20 die Gesamtanordnung eines im Sinne der Erfindung ausgestalteten
Magnetbandgerätes und seine Arbeitsweise beschrieben werden, wobei die Darstellung
jedoch auf die Grundzüge beschränkt bleibt.
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Die einzelnen Teile des Magnetbandgerätes sind auf bzw. unterhalb
einer Grundplatte 40 befestigt.
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Die Spule 1 wird unter manuellem oder selbsttätigem Ausschwenken der
Zunge 7 und des vereinfacht dargestellten Andruckarms 13 auf den Aufnahmedorn 42
aufgesetzt, der auf der Achse des linken Wickelmotors 43 sitzt.
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Der rechte Wickelmotor 44 trägt einen Aufwickelkern 45, dessen Mantelfläche
einen hohen Reibwert aufweist. In an sich bekannter Weise (siehe z. B. die deutsche
Auslegeschrift 1 156 439) enthält die Aufwickelvorrichtung zwei dem Umfang des Aufwickelkerns
45 angepaßte, um Achsen 46 bzw. 47 schwenkbare Leitbügel 48 und 49. Die Leitbügel
sind durch Gelenke 50 bzw. 51 mit einem Schieber 52 verbunden. Dieser ist mittels
zweier Schlitze 53 und 54 an Bolzen 55 und 56 verschiebbar gelagert. Er kann durch
einen Zugmagnet 57 entgegen der Wirkung einer Zugfeder 58 aus seiner Ruhelage in
Richtung des Pfeiles in die dargestellte Lage gebracht werden, in der die von ihm
mitbewegten Leitbügel 48 und 49 an den Aufwickelkern 45 herangeschwenkt sind und
leicht an ihm anliegen. Diese Lage entspricht der Startphase des Gerätes. In der
Ruhelage nimmt der Leitbügel 49 die gestrichelt gezeichnete Lage und der Leitbügel
48 die entsprechende Lage ein.
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Das Magnetbandgerät weist einen kombinierten Aufnahme- und Wiedergabekopf
59, einen Löschkopf 60 sowie Führungsstifte 61 auf. Die Tonwelle 62 wird durch die
Welle eines Motors 63 gebildet. Ferner ist eine mit der Tonwelle zusammenwirkende
Andruckrolle 64 vorgesehen, die an einem Hebel 65 gelagert ist und durch einen Zugmagnet
66 entgegen der Wirkung einer Zugfeder 67 in die Arbeitsstellung gebracht werden
kann.
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Von der Spule 1 bis zum Aufwickelkern 45 erstreckt sich die hier
nur schematisch dargestellte
Führungsbahn gemäß F i g. 4, die an Stützen 68"' befestigt
ist. Sie hat die Aufgabe, das beim Startvorgang aus der Spule 1 geschobene Vorspannband
4 an den Köpfen 59, 60 und den Bolzen 61 vorbei in den Erfassungsbereich des Aufwickelkerns
zu leiten.
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In der Nähe des Aufwickelkerns 45 ist eine Lichtschranke 69, 69'
angeordnet, die beim Vorhandensein des Vorspannbandes 4 bzw. des Magnetbandes 5
ein Signal abgibt. Gemäß Fig. 20 wird das Signal des lichtempfindlichen Organs 69
über einen Verstärker 70 einer Verzögerungsstufe 71 zugeführt, die eine Verzögerung
von etwa 0,5 Sekunden zur Folge hat.
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Danach bewirkt es über nicht dargestellte bekannte Schaltmittel die
Betätigung der Schalter 811 und 812.
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Fig. 20 ist ein stark vereinfachtes Schaltbild, an Hand dessen in
groben Zügen die Steuerung der Funktionsabläufe eines derartigen Magnetband gerätes
erläutert werden soll.
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An die Klemmen72, 73 des Wechselstromnetzes sind über verschiedene,
weiter unten erläuterte Schalter und Widerstände der linke Wickelmotor 43, der rechte
Wickelmotor 44 und der die Tonwelle tragende Motor 63 anschaltbar. Mit C ist jeweils
ein zu dem betreffenden Motor gehörender Phasenschieber-Kondensator bezeichnet.
Der Motor 43 kann je nachdem, welche Seite des Kondensators C mit der Klemme 73
verbunden wird, auf Rechts- oder Linkslauf geschaltet werden. An die Speisespaunungsklemmen
74 und 75 sind über verschiedene Schalter die Zugmagnete 57 und 66 anschaltbar.
Durch Drücken einer Taste »Start« werden über eine Steuereinheit 76 die Schalter
821 bis 825 betätigt und durch Drücken einer Taste »Stop« wieder zum Abfallen gebracht.
Durch Drücken einer Taste »Rückspulen« werden über die Steuereinheit die Schalter
S 31 und S 32 betätigt. Auch diese werden z. B. durch Drücken der Taste »Stop« wieder
in ihre Ruhestellung gebracht. Mit 77, 78 und 79 sind Schaltstufen bezeichnet, in
denen, wie bei Studiomagnetbandgeräten bekannt, die verschiedenen Steuerbefehle
entsprechend den Betriebszuständen des Gerätes und verschiedenen, der Betriebssicherheit
dienenden Bedingungen miteinander verknüpft werden.
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Die im Schaltschema der Fig. 20 noch dargestellten Schalter 813 und
826, ein Motor 80 sowie ein Zugmagnet 81 beziehen sich auf eine weitere Ausführungsform
des Magnetbandgerätes, die an Hand der F i g. 18 und 19 erläutert werden wird.
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Das Magnetbandgerät nach den Fig. 16, 17 und 20 kann folgende Betriebszustände
einnehmen: Nach dem Einschalten des Gerätes läuft der Tonmotor 63 an. Auf den Aufnahmedorn
42 sei eine Spule 1 entsprechend den Fig. 10 und 11 eingelegt.
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Werden nun durch Drücken der Taste »Start« die Schalter 821 bis S25
geschlossen, so wird über die Schalter 811 und 822 der Zugmagnet 57 erregt, so daß
die Leitbügel 48 und 49, wie in Fig 16 dargestellt, an den Aufwickelkern 45 herangeschwenkt
werden. Gleichzeitig läuft über den Widerstand 82 und den Schalter S 23 der rechte
Wickelmotor 44 an.
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Ferner wird über den Schalter 812, den Widerstand 83 und den Schalter
825 der linke Wickelmotor 43 auf Linkslauf geschaltet.
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Der linke Wickelmotor 43 treibt nun über den Aufnahmedorn 42 die
Spule 1 (F i g. 1) in Abwickelrichtung an. Dadurch wird infolge der durch den Andruckarm
13 gesicherten Mitnahmekraft zwischen
den Umfangskanten 3 der Spule
und dem Vorspannband 4 dieses mittels der Zunge 7 von der Spule abgehoben und sodann
entlang der Führungsbahn 68 des Magnetbandgerätes in Richtung auf den Aufwickelkern
45 geschoben. Die Umfangsgeschwindigkeit des Aufwickelkerns ist ein wenig größer
als die Geschwindigkeit, mit der das Vorspannband 4 ankommt.
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Sobald das Vorspannband 4 in den Erfassungsbereich der Aufwickelvorrichtung,
d. h. zwischen den Aufwickelkern 45 und den Leitbügel 48 gelangt, wird es - wie
bereits beschrieben - erfaßt und auf den Aufwickelkern gewunden.
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Beim Eintritt des Vorspannbandes in den Bereich der Lichtschranke
69/69' hatte diese angesprochen.
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Ihr Signal wird aber infolge der Verzögerung durch die Stufe 71 erst
0,5 Sekunden später zur Betätigung der Schalter 811 und S12 wirksam, also zu einem
Zeitpunkt, zu dem das Vorspannband bereits sicher auf den Aufwickelkern 45 gewunden
ist. Das Magnetbandgerät wird hierdurch auf »Vorlauf« für den Aufzeichnungs- oder
Wiedergabevorgang geschaltet: durch das Umschalten von 811 wird der Zugmagnet 57
ab- und über 821 der Zugmagnet 66 angeschaltet; die Leitbügel 48 und 49 werden vom
Aufwickelkern 45 weggeschwenkt und die Andruckrolle 64 gegen die Tonwelle 62 geschwenkt.
Der linke Wickelmotor 43 wird über S 12, den Widerstand 84 und den Schalteer 8 24
auf Rechtslauf, also auf »Bremsen« geschaltet.
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Durch Drücken der Taste »Stop« wird der Betriebszustand »Vorlauf«
aufgelöst, indem über die Schaltstufe 77 die Schalter 821 bis 825 in ihre Ruhestellung
gebracht werden. Die Wickelmotore 43 und 44 sind abgeschaltet, die Andruckrolle
64 ist nicht angedrückt. Durch neuerliches Drücken der Taste »Start« wird wieder
der Betriebszustand »Vorlauf« hergestellt.
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Wird nach Betätigen der Taste »Stop« die Taste »Rückspulen« gedrückt,
so wird der linke Wickelmotor 43 über den Schalter 832 mit großem Drehmoment auf
Rücklauf und der rechte Wickelmotor 44 über den Schalter 31 und den Widerstand 85
auf Bremsen geschaltet. Das Magnetband 5 wird auf die Spule 1 zurückgewickelt, wobei
zum Schluß das Vorspannband4 auf die Umfangskanten3 der Spulenflansche aufgewickelt
wird. Sodann wird durch Drücken der Taste »Stop« der Betriebszustand »Rückspulen«
aufgelöst, und das Magnetbandgerät befindet sich wieder in der Ausgangsstellung.
Selbstverständlich könnte die Beendigung des Rückspulens durch bekannte Schalt-
und Steuermittel auch selbsttätig erfolgen.
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Wie schon erwähnt, sollten an Hand der F i g. 16, 17 und 20 der Aufbau
und die Wirkungsweise eines für die beschriebene Kassette geeigneten Magnetbandgerätes
nur in den Grundzügen erläutert werden. Es sind deshalb beispielsweise keine Bremsen,
keine Kupplung, keine Bandzugregelung u. dgl. erwähnt. Man wird auch manche Steuervorgänge,
wie z. B. die Herstellung des Betriebszustandes »Stop«, in der Praxis mit dem Fachmann
bekannten anderen Mitteln verwirklichen.
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Eine weitere Ausgestaltung eines Magnetbandgerätes nach der Erfindung
besteht darin, daß es gemäß den Fig. 18 und 19 zwischen der Spule und der Aufwickelvorrichtung,
vorzugsweise zwischen der Spule und den Magnetköpfen 60 und 59, eine an der
Führungsbahn
68 angeordnete antreibbare Rolle 86 aufweist, die während der Startphase mit einer
Gegenrolle 87 zusammenwirkt. Beim Ausführungsbeispiel sitzt die Rolle 86 auf der
Welle eines eigenen Motors 80, der, wie in F i g. 20 gestrichelt dargestellt, über
Schalter 813 und S 26 einschaltbar ist. Die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle 86
ist größer als die Umfangsgeschwindigkeit der Spule 3 während der Startphase. Die
Gegenrolle 87 ist auf einem Schwenkhebel 88 gelagert, der entgegen der Wirkung einer
Zugfeder 89 durch einen Zugmagnet 81 betätigt werden kann. Der Zugmagnet liegt,
wie aus Fig. 20 ersichtlich, parallel zum Zugmagnet 57 für die Leitbügel 48 und
49.
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Beim Drücken der Taste »Start« werden bei dem Magnetbandgerät der
Fig. 18 und 19, zusätzlich zu den an Hand der Fig. 16, 17 und 20 bereits erläuterten
Vorgängen, der Motor 80 und der Zugmagnet 81 eingeschaltet. Das aus der Spule 1
herausgeschobene Vorspannband 4 wird nunmehr von den Rollen 86 und 87 ziehend erfaßt
und zur Aufwickelvorrichtung 45, 48 und 49 weitergeschoben.
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Durch die Ausgestaltung des Magnetbandgerätes gemäß den Fig. 18 und
19 ergibt sich der Vorteil, daß das Vorspannband 4 durch die zwischen den Umfangskanten
3 der Spulenflansche und dem Vorspannband wirksame Mitnahmekraft lediglich über
eine kurze Strecke geschoben zu werden braucht, nämlich bis zu den Rollen 86 und
87. Das kann z. B.
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bei einer Ausführung gemäß den Fig. 6 bis 9 von Interesse sein.
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Patentansprüche: 1. Aufzeichnungs- und/oder Wiedergabeeinrichtung
mit auf eine Spule (Vorratsspule) gewickeltem bandförmigem Aufzeichnungsträger,
dessen Ende am Spulenkern festliegt und dessen Anfang mit einem steifen Vorspannband
versehen ist, welches auf Umfangskanten der Spulenflansche aufwickelbar ist und
durch eine in Abwickelrichtung einwirkende Mitnahmekraft längs einer Führungsbahn
in Richtung auf eine Aufwickelvorrichtung schiebbar ist, d a d u r c h gekennzeichnet,
daß die das Vorspannband (4) tragenden Umfangskanten (3) durch je eine auf der Innenseite
der Spulenflansche (1') befindliche ringförmige Stufe gebildet sind und daß das
Vorspannband aus federndem Material besteht und mit Ausnahme eines kurzen Anfangsteiles
(4 b) eine solche Krümmung aufweist, daß es die Umfangskanten(3) unter seiner Eigenspannung
umschließt.
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2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die durch
das Vorspannband (4) abgeschlossene Spule (1) unmittelbar als Vorratsbehälter für
den Aufzeichnungsträger (5) dient.
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3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Reibrad (6) vorgesehen ist, welches während der Startphase gegen das Vorspannband
(4) und die Umfangskanten (3) gedrückt ist und so angetrieben ist, daß es eine Mitnahmekraft
in Abwickelrichtung ausübt.