DE202129C - - Google Patents

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DE202129C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L91/00Compositions of oils, fats or waxes; Compositions of derivatives thereof

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 202129 KLASSE 39 δ. GRUPPE
N. REIF und H. GONNERMANN in HANNOVER.
Verfahren zur Herstellung plastischer Massen. Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Oktober 1906 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung plastischer Massen von holz-, linoleum-, gummi- oder steinartigem Charakter aus Faserstoffen und als Bindemittel dienenden ölen, Teeren, Fetten und Gemengen derselben mit Harzen, welche noch dünnflüssig auf die im Arbeitsraum freischwebend gehaltene Faser gestäubt und durch ebenfalls zerstäubte Vulkanisierungsmittel unter
ίο Voranwendung von Neutralisationsstoffen in asphalt- oder gummiartige Masse verwandelt werden. .
Bei den bekannten Verfahren, bei welchen Teere, öle, Fette und Harze als Bindemittel für die Faserstoffe verwendet werden, wird eine chemische Veränderung derselben nicht vorgenommen, wodurch Trockenprozesse und daraus sich ergebende Nachteile bedingt sind. Auch muß bei diesen Verfahren das Bindemittel der Fasermasse durch Kneten einverleibt werden, wobei einerseits schwache Fasern, z. B. Torffasern, zerstört, andererseits auch zu große Mengen von Bindemittel benötigt werden.
2^ Demgegenüber wird bei dem vorliegenden Verfahren die eingangs erwähnte chemische Veränderung der Bindemittel vorgenommen, bei.welcher sich aber Säuren bilden, die eine zerstörende Wirkung sowohl auf die Faser als auch auf das Bindemittel ausüben.
Um diese Säuren während ihrer Entstehung zu neutralisieren, wird der Faserstoff schon vor der Zuführung der Bindemittel mit Neutralisationsmitteln behandelt.
Es ist nun bereits bekannt, bei Vulkanisie-
rung von Ölen mit Chlorschwefel
* sationsmittel anzuwenden.
Neutrali-. Dieses bekannte Verfahren erfordert entweder die Vermischung der Neutralisationsmittel mit dem öl bzw. dem Chlorschwefel, oder es findet eine Behandlung des fertigen Produktes (ölkautschuk) mit den Neutralisationsmitteln statt.
Beide Arten der Neutralisation sind bei der Verarbeitung von Faserstoffen nach dem hier beanspruchten Verfahren nicht anwendbar.
Die Vermischung des Öles mit festen Neutralisationsstoffen ist nicht angängig, weil, abgesehen von vielen anderen Unzuträglichkeiten chemischer und mechanischer Natur, feste Stoffe, z. B. Kalk, die notwendigerweise sehr engen Kanäle und Siebe der Zerstäubungsapparate sofort verstopfen würden.
Eine feinste Zerstäubung der Bindemittel ist aber deshalb unbedingt erforderlich,, weil in dem fertigen Produkt der Faserstoff derart vorherrschen muß, daß die Fasern nur mit einem ganz dünnen Häutchen von Bindemitteln bedeckt sein sollen. Außerdem ist zu ' berücksichtigen, daß das Bindemittel vor und während des Zerstäubens längere Zeit auf 150° C. erhitzt wird, wobei Kalk usw. eine die Zerstäubung unmöglich machende Verdickung des Öles bedingen würde, denn die Zerstäubung ist nur möglich, wenn die Bindemittel eine dem Wasser ähnliche Beweglichkeit haben.
Die Vermischung des Chlorschwefels mit festen Stoffen ist aus gleichen Gründen, aber noch ganz besonders dadurch ausgeschlossen, daß es unmöglich ist, feste Stoffe, z. B. Soda, Kalk usw., in demselben gelöst zu halten. Niederschläge in den hermetisch geschlossenen Druckgefäßen würden aber den Arbeitsprozeß
selbstverständlich sofort unterbrechen, aber auch die Neutralisation deshalb illusorisch machen, weil infolge der Ausscheidung der Neutralisationsmittel doch nur reiner Chlorschwefel zur Zerstäubung gelangen würde.
Die Beimischung flüssiger oder gasförmiger
Neutralisationsmittel ist für Chlorschwefel wie auch für öl usw. ausgeschlossen, weil die - ersteren den Verband des fertigen Produktes
ίο stören oder Trockenprozesse bedingen würden, und die letzteren verdampfen würden, weil die Bindemittel auf 150° C. erhitzt werden müssen. Die Behandlung des fertigen Produktes mit Neutralisationsmitteln ist bei Faserstoffen ebenfalls ganz ausgeschlossen, weil letztere bereits bei der Berührung mit Chlorschwefel zerstört werden.
Das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung ist folgendes:
Die Faserstoffe, wie Torf, Holz, Kork, Papier, Cellulose, Abfälle der Textilindustrie usw., werden nach ihrer Zerfaserung mit Neutralisationsmitteln, z. B. Ammoniak, Soda, Calciumhydroxyd usw., imprägniert oder bestäubt.
Die so präparierte Faser wird nun einem Apparat zugeführt, in welchem sie freischwebend und kontinuierlich fortschreitend mit einem dünnen Häutchen des in diesem Apparat fein zerstäubten Bindemittels bedeckt wird. Gleichzeitig wird aber auch Chlorschwefel oder ein anderes Vulkanisationsmittel in diesem Apparat fein zerstäubt, so daß der Chlorschwefel mit dem Bindemittel zugleich und sich mit diesem mischend auf die Faser gelangt, so daß unter Bildung eines gummi- bzw. asphaltartigen Überzuges vollständige Vulkanisation eintritt.
Die sich bei diesem Vorgange bildenden Säuren, z. B. Chlorwasserstoffsäure, werden bei ihrer Entstehung durch das anfänglich der Faser zugeführte Neutralisationsmittel unschädlieh gemacht und so einer Zerstörung der Faser vorgebeugt.
Das Endprodukt ist eine homogene filzige Masse, die in geheizten Walzwerken, Schlauphmaschinen usw. verarbeitet und nach Bedarf in diesen Maschinen
werden kann.
noch weiter vulkanisiert

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung plastischer Massen aus Faserstoffen aller Art unter gleichzeitiger Verwendung von Ölen, Teeren, Fetten und Gemengen derselben mit Harzen sowie von Chlorschwefel und Neutralisationsmitteln, dadurch gekennzeichnet, daß der mit einem Neutralisationsmittel imprägnierte Faserstoff in einem Apparat. freischwebend und kontinuierlich fortschreitend mit den fein zerstäubten Bindemitteln in Berührung gebracht und diese gleichzeitig mit zerstäubtem Chlorschwefel vulkanisiert werden, zu dem Zwecke, einer Schädigung des Faserstoffes durch die auftretende Salzsäure vorzubeugen und Massen von homogener Beschaffenheit zu erhalten.
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