DE2014809B2 - Poröse, gasdurchlässige Gutauflage für eine Fließbettschicht eines Schüttgutgemisches, insbesondere Getreide - Google Patents
Poröse, gasdurchlässige Gutauflage für eine Fließbettschicht eines Schüttgutgemisches, insbesondere GetreideInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine poröse, gasdurchlässige Gutauflage für eine dichte und gleichmäßige
Fließbettschicht eines Schüttgutgemisches, insbesondere Getreide, bestehend aus einer gitterartigen,
porösen gasdurchlässigen Matte zum Tragen des Schüttgutes und einer mit Abstand darunter angeordneten,
von einem Behandlungsgas angeströmten gelochten Platte, deren vom Behandlungsgas durchströmte
Fläche der Lcchung kleiner als die Gesamtfläche der Gutauflage ist.
Eine Großzahl von Veröffentlichungen befaßt sich mit der Behandlung unterschiedlichster Schüttgüter
fester und gemischt festflüssiger Form in aufgelockerter Art, was allgemein als Fließbett- oder Wirbelschicht-Behandlungen
bezeichnet wird. Die damit angestrebten Ziele sind sehr unterschiedlich, seien es
Reaktionsbehandlungen der zu kontaktierenden Schüttgüter mit den zur Erzeugung der Fließbetten
oder Wirbelschichten darauf einwirkenden Aktivatoren oder aber Sicht-, Trenn- oder Klassier-Arbeiten
der Schüttgüter im Fließbett unter dem Einfluß des
Fluidisationsmediums, eventuell bei gleichzeitigem mechanischem Schwingen. Man hat (»Beiträge zur
Theorie der Wirbelschicht-Ausbildung« von C. Vincent
in Revue Roumaine Sei. Techn., Serie metallurg.,
Jg. 12 (!967) Nr. 2, S. 185-206) folgende drei Formen der Wirbelschichtausbildung unterschieden:
a) die homogene dichte Wirbelschicht bzw. gemäß der hier verwendeten Bezeichnung die dichte
und gleichmäßige Fließbettschicht;
b) die heterogene Wirbelschicht, eine instabil pulsierende, stoßende Wirbelschicht, und
c) die homogene lockere Wirbelschicht, bei der die Schüttgutschicht erneut stabil ist, die Gutteilchen
aber in viel stärker aufgelockerter Phase in Schwebe gehalten werden.
Es ist nachgewiesen worden (C. Vincenz, s. o.), daß sich die dichte und gleichmäßige Fließbettschicht
gemäß a) nur in einem äußerst geringen Bereich kleinster und größter Geschwindigkeit des Fluidisationsmediums
ohne die Bildung von durchbrechenden Blasen stabil verhält, daß die instabil pulsierende,
stoßende Wirbelschicht gemäß b) mit den aufwallenden kanalisierenden Phänomenen stark zu Vermischungen
der Schicht führt und daß erst die homogene lockere Wirbelschicht gemäß c) wieder stabil ist. Man
hat im Rahmen der Untersuchung besonderes Augenmerk dieser homogenen lockeren Wirbelschicht geschenkt,
die als Voraussetzung große Geschwindigkeit des Behandlungsmediums und relativ großes Druckgefälle
hat.
Diese Behandlungen von Schüttgut, besonders Getreide, vornehmlich Weizen, in einem Gas-Feststoff-Fließbett
dienen vor allem der Trennung in zwei oder mehr Gutfraktionen unterschiedlicher Wichte, die gesondert,
in größtmöglicher Reinheit, anfallen sollen.
Auch sind die porösen, gasdurchlässigen Gutauflagen zum Tragen der zu behandelnden Schüttgutschicht
teils ruhend, teils mechanisch bewegt. Diese mechanische Bewegung vermag eine Förderwirkung
auf die unterste Gutschicht auszuüben, während die oberen Gutschichten unter dem Einfluß der Fluidisierung
durch das Behandlungsgas bei geeigneter Neigung der Gutauflage flüssigkeitsähnlich wegfließen.
Bisher traten aber immer wieder große Probleme zur eindeutigen Einstellung auf stabile Verbältnisse auf,
was im allgemeinen darauf zurückzuführen ist, daß der Betrieb des Fließbettes pulsierend und stoßend
erfolgte. Es erfolgt dabei aber zumindest für gewisse Fraktionen des Schüttgutes nicht eine saubere Trennung,
sondern es wird die gegenteilige Mischung ausgelöst. Zur Verminderung dieser Schwierigeiten
wurde schon mit Abstand unter der porösen gasdurchlässigen Matte eine Gitterkonstruktion derart
angeordnet (US-PS 2718307), daß zwischen einzelnen Stäben langgestreckte Schlitze vorgesehen sind,
die sich über die Fläche der Gutauflage erstrecken. Durch diese Maßnahme war es jedoch nicht möglich,
die Gutbehandlungsbedingungen in den Bereich des gleichmäßig dichten Fließbettes zu bringen.
Es wurde gefunden, daß in einem stabilen Bereich der Fluidisation einer sehr engen Zone des dichten
und gleichmäßigen Fließbettes eine optimale Trennung in zwei und mehr Fraktionen möglich ist. Es ist
zwar bei gattungsgemäßen Gutauflagen bekannt (z. B. US-PS 2887724), die vom Behandlungsgas durchströmte
Fläche der Lochung deutlich kleiner als die Gesamtfläche der Gutauflage zu wählen, gegebenen-
falls auch einstellbar zu machen (US-PS 2513 369). Bekannte praktische Werte dieses Verhältnisses liegen
bei'/, bis V5. Dies ergibt jedoch noch keine optimale
Trennung, insbesondere dann nicht, wenn die Schüttgutverteilung und -höhe schweükt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, nicht nur eine gleichmäßige und dichte Fließbettschicht
gemäß dem Fließbettyp a) der oberen Flieübettypisierung
zu erreichen, sondern in dieser eine möglichst gleichmäßige Luftverteilung selbst bei
schwankender Schüttgutverteilung und -höhe zu erreichen.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung bei einer gattungsgemäßen Gutauflage dadurch gelöst, daß die
von Behandlungsgas durchströmte Fläche der Lochung in der gelochten Platte kleiner oder höchstens
gleich dem zehnten Teil der Gesamtfläche der Gutauflage ist. Damit ist die Dimensionierung des wesentlichsten
Elementes, nämlich der Gutau/lage, zum
Bau einer im übrigen Gesamtaufbau, wie Gehäuse, Tragelemente, Luftzu- und -abführung, eventuelle
Luftstromunterbrecher und Schwingungserzeuger, bekannten Vorrichtung festgelegt, was zur Erreichung
des oben angegebenen Ziels der scharfen Trennung in mindestens zwei Schüttgutfraktionen führt. Bei der
Gutauflage nach der Erfindung wird die Blendenwirkung der Lochung der Platte innerhalb eines zur Gewährleistung
der dichten und gleichmäßigen Fließbettschicht festgelegten Geschwindigkeitsbereiches so
festgelegt, daß sie umgekehrt proportional zum Quadratwurzelwert der auf die Gutauflage wirkenden
spezifischen Flächenlast der höchsten zugelassenen Schüttgutschicht ist. Durch die Berücksichtigung dieser
höchsten zugelassenen Schüttgutschicht kann man unter allen in der Aufgabenstellung in Betracht gezogenen
Betriebsbedingungen eine ruhige Strömung des Behandlungsgases erreichen.
Bei der Gutauflage nach der Erfindung erreicht man in überraschend einfacher Weise eine sichere Beherrschung
der Bildungeines dichten und gleichmäßigen stabilen Fließbettes zur Behandlung von Schüttgütern
in einem sehr engen zulässigen Bereich von Fluidisationsluftgeschwindigkeit. Die Gutauflage ist
darüber hinaus unempfindlich gegenüber Verstopfungen, womit einerseits an die Qualität des Behandlungsgases
bezüglich Reinheit keine besonderen Anforderungen gestellt werden müssen und andererseits
die Beschaffenheit des zu behandelnden Schüttgutes nicht besondere Qualitätsmerkmale aufzuweisen hat.
Daher ist eine solche Gutauflage zur Behandlung schwieriger Schüttgüter, besonders auch solcher, die
staubbeladen sind und damit sehr leicht zu Verstopfungen feinmaschiger und feinporöser Gutiauflagen
führen, anwendbar. Da im übrigen allein schon durch die gleichmäßige Verteilung der relativ kleinen Löcher
in der Platte zur Bildung der Lochung eine günstige Luftverteilung über die gesamte poröse Matte
erreicht wird, läßt sich durch den sehr einfachen Einbau von Zwischenwänden bei gegebenenfalls größeren
Unterschieden von Schichthöhen über die Gesamtfläche der Gutauflage eine zonenweise respektive
flächenweise Vergleichmäßigung der Strömung von
"' Behandlungsmedium durch die unterschiedlichen Schichten erreichen
Ergänzend kann die Fläche der gasdurchlässigen Porosität der gitterartigen Matte mindestens doppelt
so groß wie die Fläche der Lochung sein. Dies garan-
1(1 tiert einen weitgehend störungsfreien Gebrauch der
Gutauflage, indem nicht bereits sehr feine Verunreinigungen das Zusetzen der Mattenporen verursachen,
was in der Folge den Behandlungsstrom zusätzlich drosseln oder unterbrechen und die Fluidisation hem-
i"1 men oder unmöglich machen kann. Die Unteransprüche
3 bis 5 betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
-" noch näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine bevorzugte Ausführung einer Gutauflage in Ansicht von unten und teilweisem horizontalem
Schnitt, und
Fig. 2 einen teilweisen Vertikalschnitt durch die
2ϊ Gutauflage.
In der Gutauflage nach den Fig. 1 und 2 ist über einen Rahmen 100 eine poröse, gasdurchlässige Matte
102, besonders in der Form eines Maschengitters, gespannt. Unter dem Rahmen 100 und gleichzeitig di-
H) stanziert von der porösen, gasdurchlässigen Matte 102
wird eine Lochplatte 105 befestigt. Diese Lochplatte 105 weist Blendenöffnungen 106 auf. Die Gesamtheit
dieser Blendenöffnungen 106 stellt die Lochung dar. Die Verteilung der Blendenöffnungen 106 über die
ij Gesamtfläche der gelochten Platte ist derart gewählt,
daß der im Zwischenraum zwischen der gelochten Platte 105 und der porösen Matte 102 sich diffundierend
ausbreitende Strömungskegel K auf der porösen Matte 102 eine gleichmäßige Beaufschlagung durch
■to das strömende Behandlungsgas gewährleistet.
In gewissen Fällen erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Gesamtfläche der porösen, gasdurchlässigen
Gutauflage in Teilfelder aufgeteilt wird. Dafür können
in den Zwischenraum zwischen der Matte 102 und
•4 5 der gelochten Platte 105 Trennwände 108 bzw. 109
eingebaut werden, die beispielsweise parallel zu den Seitenwänden der Gutauflage eingelegt sind und genau
die Höhe des Zwischenraumes aufweisen. Es erweist sich als vorteilhaft, die gesamte Konstruktion
>o durch Kleben zu verbinden, da dam it die Verwendung
sehr dünner Zwischenwände möglich wird, was wiederum für eine sehr gleichmäßige Behai.dlungsgasverteilung
im darüber fließenden Schüttgut erforderlich ist. Somit wurden keine zusätzlichen besonderen
•>5 Maßnahmen nötig, um diese Verteilung auch oberhalb
der Matte zu gewährleisten. Der Einbau solcher Gutauflagen in Gutbehandlungsvorrichtungen erfolgt in
bekannter Weise.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Poröse, gasdurchlässige Gutauflage für eine dichte und gleichmäßige Fließbettschicht eines
Schüttgutgemisches, insbesondere Getreide, bestehend aus einer gitterartigen porösen gasdurchlässigen
Matte zum Tragen des Schüttgutes und einer mit Abstand darunter angeordneten, von einem
Behandlungsgas angeströmten gelochten Platte, deren vom Behandlungsgas durchströmte
Fläche der Lochung kleiner als die Gesamtfläche der Gutauflage ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die von Behandlungsgas durchströmte Fläche der Lochung (106) in der gelochten Platte (105)
kleiner oder höchstens gleich dem zehnten Teil der Gesamtfläche der Gutauflage (99) ist.
2. Gutauflage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche der gasdurchlässigen
Porosität der gitterartigen Matte (102) mindestens doppelt so groß wie die Fläche der Lochung (106)
ist.
3. Gutauflage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochung (106) in der gelochten
Platte (105) durch runde Löcher (106) gebildet ist, wobei diese Löcher (106) gleichmäßig
über die Fläche der Gutauflage (99) verteilt sind.
4. Gutauflage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilung der Löcher
(106) in der gelochten Platte (105) und die Distanz zwischen dieser und der Matte (102) in einem solchen
Verhältnis zueinander festgelegt sind, daß das durch die Löcher (106) und daran anschließend
als diffundierender Strömungskegel (K) von den Löchern (106) zur Matte (102) strömende
Behandlungsgas diese Matte (102) gleichmäßig gesamthaft beaufschlagt.
5. Gutauflage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtfläche
der Lochung (106) in der Platte (105) zwischen 3 und 8% der Gesamtfläche der Gutauflage (99)
beträgt.
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