DE2010500B2 - Mittel zur Entfernung von Erdölprodukten auf Wasseroberflächen - Google Patents

Mittel zur Entfernung von Erdölprodukten auf Wasseroberflächen

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Description

Zur Beseitigung von Erdölprodukten auf Wasseroberflächen werden meist Stoffe herangezogen, die entsprechend ihrer Wirksamkeit in folgende drei Gruppen eingeteilt werden können.
1. Stoffe, die als Lösungsmittel und Dispergiermittel wirken und geeignet sind, die Erdölprodukte im Wasser zu verteilen.
2. Absorbierende Stoffe mit einem hohen spezifisehen Gewicht in Form von Pulver oder Körnchen, die direkt auf den verschmutzten Oberflächen verteilt werden. Diese Pulver absorbieren die Schmutzstoffe unter Bildung von Agglomeraten, die auf den Boden absinken.
3. Schwimmende absorbierende Stoffe mit einem geringen spezifischen Gewicht in Form von Pulver oder Körnchen, die auf die großen Flecken an Sohmutzstoff verteilt werden, und nach dem Aufsaugen der Erdölprodukte durch mechanische Mittel wieder entfernt werden können.
Die Stoffe vom Lösungsmittel· Dispersions-Typ und vom Absorptionstyp mit hohem spezifischem Gewicht bringen nur eine Verlagerung der Verschmutzung innerhalbdesWassersmitsich.ImersterenFalleerfolgte eine Dispersion der Erdölprodukte in einem größeren Wasservolumen, in letzterem Falle erfolgt nur ihr Transport in die Tiefe.
Die absorbierenden Stoffe mit einem niedrigen spezifischen Gewicht scheinen die bisher wirksamsten bekannten Mittel zu sein, da die schwammigen Agglomerate, die sich bilden, wenn sie die Erdölprodukte absorbiert haben, gesammelt und entfernt werden können. Es ergeben sich jedoch Schwierigkeiten bezuglieh des Einsammeins des Materials.
Um diese Nachteile zu vermeiden, werden zur Beseitigung von Erdölprodukten auf Wasseroberflächen Mittel verwendet, die erfindungsgemäß aus
55 bis 80 Gewichtsprozent auf Wasser schwimmendem Trägerstorf.
18 bis 35 Gewichtsprozent oberflächenaktivem
Mittel und
I bis 10 Gewichtsprozent ein- oder mehrwertigen Alkoholen mit ein bis zwei Kohlenstoffatomen als Benetzungsmittel
bestehen.
Diese erfindungsgemäßen Mittel haben die Neigung, die auf der Wasseroberfläche befindlichen Verschmutzungsflüssigkeiten zusammenzuschieben. Daraus ergibt sich eine schnellere, vollständigere und wirtschaftlichere Entfernung dieser Verunreinigungen. Bei einem Versuch wurde festgestellt, daß auf einer Wasseroberfläche bei Anwendung des erfindungsgemäßeri Mitte|s ein ölfleck n:it einer Schichtdicke von etwa C03 mm zu einem ölfleck mit einer Schichtdicke
*° von 3mm konzentriert wurde.
Die Fig. 1 und 2 dienen der Erläuterung dieses Vorgangs.
o;e Jn ρ ig. 1 mit 1 bezeichnete Zusammensetzung wjr(} ai.f der Wasseroberfläche vor der verschmutzten zone 2 verteilt. Die Verunreinigungen werden zur Zone 3 konzentriert.
Fig. 2 zeigt dem gegenüber den Fall der Verschmutzung einer Zone vor dem Meeresstrand 4. Die Zusammensetzung 1 wird in diesem Falle zwischen Strand 4 und verschmutzter Zone 2 verteilt. Die Verschmutzung wird in Richtung der Pfeile zurückgetrieben und sammelt sich bei 3.
Als Trägerstoff für das Mittel nach der Erfindung wird ein solcher mit niedrigem spezifischem Gewicht verwendet, der aus Sägemehl, leichten Silikaten wie Vermiculit, Talk, Betonit, Diatomit; Rückständen bei der Herstellung von Pflanzenölen, pflanzlichen und tierischen Mehlen; Rückständen beim Getreidemahlen und den daraus hergestellten Mehlen; geschäumten Harzen in Form von Körnchen und in Form von Pulver; Silikagel; Tier- und Holzkohle, tierischer Aktivkohle bestehen kann. Der Trägerstoff muß deshalb ein geringes spezifisches Gwicht haben, weil das erfindungsgemäße Mittel auf der Wasseroberfläche wirken und daher schwimmen muß.
Das oberflächenaktive Mittel kann aus den folgenden Produkten oder Mischungen dieser Produkte bestehen· gewöhnlichen Alkalimetallseifen (Natriumund Kaliumoleaten, -palmitaten, -stearaten), Ricino-Ieaten. Sulforicinoleaten, Sulfonaten, Sulfocyanaten und Sulfonaphthenaten.
Das Benetzungsmittel stellt ein ein- oder mehrwertiger Alkohol mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen dar, z. B. Glycerin, Glykol, Polyglykol.
Das erfindungsgemäße Mittel liegt im allgemeinen in Form eines Pulvers vor, in einigen Fällen werden jedoch die Komponenten miteinander vermischt, anschließend wird die Mischung getrocknet und gemah- !en bis Körnchen einer genau definierten Größe erhalten werden.
£s fo,t>en ej. Bejspje|e
Beispiel
Hs wurde eine Mischung der folgenden Zusammenset/ung hergestellt:
henolharz inPulverform 60%
Nalriumstearat 35"/
Isoamylalkohol 5%
Das erfindungsgemäße Mittel wurde hergestellt, indcm man geschäumtes Phenolharz in Pulverform un" *-'as Stcarat in einem Rührer mit gegenläufigen Rührblättern vermischte. Nach der vollständigen Ho-6s mogenisierung wurde zu einem Zehntel des Produkts getrennt der Isoamylalkohol durch Zumischen zugcgeben, dann wurde das ganze vereinigt und gründlich homogenisiert. Das dabei erhaltene Mittel wurde zur
3 4
Reinigung von Frischwasseroberflächen, die mit Nicht gepreßte kolloidale Kieselsäure . .70%
Mineralölen verschmutzt waren, verwendet. Nairiumstearat 25%
o . ... Natriumdodccylbenzolsulfonat 3 %
BeisP'e12 Octylalkoho!.' 2%
Auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 wurde ein5 ^ JLLi n· > λ -et
Mittel der folgenden Zusammensetzung hergestellt - Das dabej erhaltene M"teI wurd t e,zur Entfernung
β Btsiciii. e]nes sehr dunnen Verschmutzungsfilmes aus Erdol-
Polyurethanharz (Pulver) 55% produkten verwendet.
Natriumstearat 30%
Natriumalkylsulfonat 5 %
Glycerin 10% 10 Beispiel 8
Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Reinigung von Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren
Meerwasser verwendet, das mit Treibstofföl mit einem wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung
hohen spezifischen Gewicht verschmutzt war. hergestellt:
Beispie! 3 '5 Siebrückstänüe von Pflanzenmehlen ...70%
. . Kaliumpalmitat 25%
Auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 wurde ein Octylalkohol 5% Mittel der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
Schaumglas " 70° Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Reinigung von
Kaliumstearat ">7"" 20 %erscnrnutztern Brackwasser verwendet, das sehr dünne
xtL,,.[._„i„K_i "τα? Schichten von schweren und leichten Erdölprodukten
Athylenglykoi 3 /n aufwies.
Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Reinigung von
Frischwasser verwendet, das mit Leichtpetroleumpro- :. · ■ q
liukien stark verunreinigt war. 25 eispi
Nach dem in Beispiel 1 bescrhiebenen Verfahren
Beispiel 4 wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung
Nach dem Verfahren des Beispiels 1 wurde ein Mittel hergestellt:
der folgenden Zusammensetzung hergestellt: Holzkohlenpulver 80%
Polyvinylchlorid (Körnchen) 20% 3° Natriumsulforicinoleat 15%
Polystyrol (Pulver) 40° oberflächenaktives Mittel aus
Kaliumstearat 30"' Nonylphenol-Äthylenoxyd (1/7) 3%
Hexylenglykol 10% Butylalkohol 2%
Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Behandlung 35 Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Reinigung von
von Meerwasser verwendet, das durch Gasöl oder Frischwasser und Brackwasser mit einem sehr honen
andere leichte Erdölfraktionen verunreinigt war. Verschmutzungsgrad verwendet.
Beispiel 5
Nach dem Verfahren des Beispiels 1 wurde ein 4° Beispiel 10
Mittel der folgenden Zusammensetzung hergestellt: Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren
Holzmehl 60 % wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung her-
Natriumstearat 30% gestellt:
Kaliumdodecylbenzolsuifonat 5% 45 Pulverförmige Abfallprodukte bei der
Cyclohexanol 2% Reisverarbeitung 70%
Decalindecahydronaphthalin 3%. Natriumstearat 25%
~. ,U-Ui. >r, 1 j n- .r Natriumdodecylbenzolsulfonat 4%
Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Entfernung ν . , . . , ι <v
_,..._... , ö Athylenglykoi ' /o
von Rohöl aus Frischwasser verwendet. J fc
50 Das; dabei erhaltene Mitte! wurde zur Reinigung von
Beispiel 6 Frischwasser und Brackwasser von der Verschmutzung
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren mit Erdölprodukten verwendet, wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung
hergestellt: .,
■■>·.. λ, u · οίο Beispiel 11
Bei der Verarbeitung von Erdnuusamen , ,
erhaltener entfetteter Kuchen 80",; Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Vertahren
Natriumstearat 18% wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung
I lexylenglykol 2 % hergestellt:
Das dabei erhaltene sehr billige Mittel wurde zur 6° Sehr feincs T:llkPulver ^
Beseitigung sehr großer und umfangreicher Ver- Fischmehl 3O0''
schmuuungen durch Erdölprodukte verwendet. Natriumoleat - /«
Glycerin lu <>
Beispiel 7 65 Das dabei erhaltene, angcleiüte, getrocknete und ge-
Nach dem in Beispiel I beschriebenen Verfahren mahlene Mittel wurde zur Reinigung von Frischwasser
wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung und Brackwasser verwendet, das mit Erdölprodukten
hergestellt: verschmutzt war.
5 "* 6
. Triäthanolaminoleat 25 %
BeisPiel u Natriumdodecylbenzolsulfonat 4%
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren Amylalkohol 1 %
wurde ein Mittel der folgenden Zusammensetzung
hergestellt: 5 Das dabei erhaltene Mittel wurde zur Reinigung von
Frischwasser verwendet, das mit Erdölprodukten ver-
Gcmahlener und gesiebtei Vermiculit.. .70",, schmutzt war.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (1)

  1. 2 010 50ö
    Patentanspruch:
    Mittel zur Entfernung von Erdölprodukten auf Wasseroberflächen, dadurch gekennzeichnet, daß es aus
    55 bis 80 Gewichtsprozent auf Wasser schwimmendem Trägerstoff,
    18 bis 35 Gewichtsprozent oberflächenaktivem Mittel und
    1 bis !0 Gewichtsprozent ein- oder mehrwertigen Alkoholen mit 1 bis 10 Kohlen-Stoffatomen als Benetzungsmittel
    besteht.
DE2010500A 1969-03-06 1970-03-05 In Zusammenhang mit der Entfernung von Erdöl und Erdölprodukten auf Wasseroberflächen benutzten Mittel Expired DE2010500C3 (de)

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