DE2000458C3 - Vergorene, L + Milchsäure enthaltende Frucht- und Gemüsepulver - Google Patents

Vergorene, L + Milchsäure enthaltende Frucht- und Gemüsepulver

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DE2000458C3 DE19702000458 DE2000458A DE2000458C3 DE 2000458 C3 DE2000458 C3 DE 2000458C3 DE 19702000458 DE19702000458 DE 19702000458 DE 2000458 A DE2000458 A DE 2000458A DE 2000458 C3 DE2000458 C3 DE 2000458C3
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Description

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Die Erfindung betrifft vergorene, vorwiegend L(+)Müchsäure enthaltende Frucht- und Gemüsepulver.
Die Nahrungsmittelherstellung bedient sich bereits seit langer Zeit der Milchsäuregärung, um natürliche Nahrungsstoffe in geschmacklicher Hinsicht, in ihrem Nährwert, ihrer Bekömmlichkeit und ihrer Haltbarkeit zu verbessern.
Solche Verfahren sind insbesondere in der Milchwirtschaft zur Herstellung von Sauermilch, Quark, Käse, Joghurt u. dgl. üblich. Die Milchsäuregärung wird weiterhin, beispielsweise bei der Sauerkrautherstellung, zur Veredelung und Konservierung von pflanzlichen Rohstoffen verwendet.
Bekannt sind auch milchsaure Säfte, milchsaure Gemüse, z. B. Delikateßgurken, Rote Beete usw., sowie milchsauer angesäuerte Brotteige. Diese Produkte sind alle in wäßriger oder wasserhaltiger Konsistenz im Handel.
Es ist weiterhin bekannt, daß in bestimmten Bereichen der therapeutischen Medizin die Verabreichung von milchsauren Nahrungsmitteln als diätetische Maßnahme außerordentlich hohe Erfolge erzielt. Hierbei ist wesentlich, daß in Biologie und Medizin der rechtsdrehenden L-Milchsäure als Bestandteil von therapeutischen und prophylaktischen Diätetika eine viel größere Bedeutung zugeschrieben wird als der linksdrehenden D( — )Milchsäure.
Die Verwendung milchsaurer Nahrungsmittel blieb jedoch bisher im wesentlichen auf die vorstehend genannten Produkte beschränkt. Außerdem besitzen die bisher verwendeten Verfahren den Nachteil, daß die etzeugten milchsauren Produkte häufig ein racemisches, gesundheitlich weniger wertvolles Gemisch von rechts- und linksdrehender Milchsäure enthalten. Hinzu kommt, daß durch nur unvollständig vergorene Anteile der Endprodukte die Bekömmlichkeit und der diätetische Wert der Produkte zum Teil stark eingeschränkt sind oder bestimmte pflanzliche Rohprodukte, die auf Grund ihrer biochemischen Zusammensetzung in hervorragender Weise als Diätetika geeignet wären, z. B. hochwertige Früchte, Beeren, Hülsenfrüchte, Wurzeln, Blattgemüse usw., nicht verwendet werden können, da der Gärungsprozeß ihre geschmacklichen Qualitäten praktisch vollständig zerstört.
Aus der Zeitschrift »Industrielle Obst- und Gemüseverwertung«, 1966, S. 354, ist es auch bekannt, Sauerkraut mit Rippchen durch Gefriertrocknung in eine als Nahrungsmittel für Expeditionen geeignete Form zu bringen. Abgesehen davon, daß die Gefriertrocknung hier hauptsächlich der HaltbEirmachung des Rippchens und der Gewichtserleichterung dient, handelt es sich bei Sauerkraut um ein durch wilde Vergärung erhaltenes Produkt, das wegen der groben Form der einzelnen Sauerkrautschnitzel noch verhältnismäßig schwer verdaulich ist. Auch sind erobe Stücke des Sauerkrauts in der Regel nicht vollständig durchgegoren, da die Gärung bei fortschreitender Eindringtiefe in die einzelnen Krautstücke von selbst zum Aboruch kommt.
In der deutschen Patentschrift 10 12 813 ist z. B. ein spezielles Verfahren beschrieben, durch das ^äfte aus Wurzelvegetabilien und Gemüsen haltbar gemacht werden sollen. Hierbei werden die Rohsäfte aus den Vegetabilien abgepreßt und einer Schnellvergärung unterworfen, bis ein pH-Wert von etwa 4 erreicht ist. Nach der genannten Patentschrift wird dann weiter so verfahren, daß der Saft pasteurisiert mit einem neutralen Kolloid und weiteren vitaminreichen Substanzen versetzt wird, worauf die Abfüllung in Flaschen und anschließend eine nochmalige Pasteurisierung erfolgt.
In der DE-PS 12 64 230 wird weiterhin ein Verfahren genannt, das sich von dem vorhergehenden im wesentlichen dadurch unterscheidet, daß nicht der aus den Vegetabilien abgepreßte Rohsaft, sondern die aus ihnen hergestellte pump- und preßfähige Maische vergoren wird. Im Anschluß an die Vergärung wird der Saft abgepreßt und vor der Abfüllung in Auffang- oder Verkaufsbehältern pasteurisiert.
Nach beiden vorgenannten Patentschriften ist entscheidend, daß ein saftförmiges milchsanres Endnrodukt erhalten wird, aus dem die nichtlöslichen bzw. in wäßriger Phase nicht suspensionsfähige Stoffe entfernt sind. Es wird hier also ein zwar gut verdaulicher und bekömmlicher aber leider nur geringer Anteil des pflanzlichen Ausgangsproduktes erhalten.
Diese und andere Nachteile der herkömmlichen Verfahren werden durch die Erfindung überwunden.
Gegenstand der Erfindung sind vergorene, vorwiegend L( + )Milchsäure enthaltende Frucht- und Gemüsepulver, die dadurch gekennzeichnet sind, daß die ganzen Früchte bzw. das ganze Gemüse ohne Entfernung der Celluloseanteile zu einem fast homogenen Brei zerkleinert, einer bekannten L( + )Milchsäuregärung unterworfen, und die resultierende gesamte Maische nach Erreichen des pH-Wertes von 4,0 bis 4,3 gefriergetrocknet worden ist. Diese milchsauren Trockenpulver und -schnitzel sind insbesondere als Zusätze zu Pasten, Aufstrichen, Marmeladen, Trockengemüsen, Wurstwaren und anderen Nahrungs-, Genuß- und Futtermitteln sowie Kosmetika geeignet. Sie können aber auch, etwa in Form von Gewürzen zur Geschmacksverbesserung, als natürliche Farbstoffe u. dgl. in den Handel gebracht werden, so daß ihre eigentliche Anwendung dem Endverbraucher überlassen bleibt.
Die Herstellung der Pulver erfolgt, indem die pflanzlichen Naturprodukte unter Zusatz ausgesuchter, in erster Linie L( + )Milchsäure produzierender Bakterienkulturen, insbesondere Lactobacterii acidophili, L. bifidi, gegebenenfalls unter Zusatz von Kochsalz oder Meersalz, bei etwa 40 bis 42° C unter Luftabschluß und Drücken von etwa 0,5 bis I atü einer geregelten Milchsäuregämng unterworfen, danach durch Gefriertrocknung getrocknet und in eine mahlfähige Form übergeführt, zerkleinert oder pulverisiert und in einen für die Lagerung oder die Zubereitung von Nahrungs-, Genuß- und Futtermit-
teln sowie Kosmetika geeigneten, gebrauchsfertigen Zustand gebracht werden.
Als Ausgangsstoffe für die Herstellung der erfindungsgemäßen Pulver sind natürliche pflanzliche Produkte, insbesondere Gemüse, Obst, Südfrüchte u. dgl., nach Reinigung und gegebenenfalls Schälen, ohne Entfernung der Cellulcseanteile oder anderer nichtlöslicher Stoffe, also beispielsweise als ganze Frucht, vorgesehen. Vorher können die Ausgangsstoffe zerkleinert werden, um ein schnelleres Fortschreiten des Gärungsprozesses zu gewährleisten. Der Gärungsprozeß wird durch Zugabe ausgesuchter Kulturen von Milchsäurebaktcrien, insbesondere Lactobacterium acidophilum, Lactobacterium bifidum u. dgl. eventuell unter Kochsalz- oder Meersalzzusatz, bei erhöhten Temperaturen von vorzugsweise 40 bis 42° C unter Luftabschluß und Drücken von 1,5 bis 2 Atmosphären (0,5 bis 1 atü) durchgeführt. Sobald ein bestimmter gewünschter, vom Säuregehalt des Rohproduktes abhängiger pH-Wert erreicht ist, der bei pH 4,0 bis 4,3 liegt, wird der Gärungsprozeß abgebrochen.
Für diesen Abbruch ist ausschließlich Gefriertrocknung vorgesehen, da diese Methode einen schonenden Wasserentzug ermöglicht und laufende chemische Prozesse zum Stillstand gebracht werden, ohne, wie z. B. beim Pasteurisieren, wertvolle Vitamine, Enzyme und andere biochemische Bestandteile der Gärmasse zu zerstören. Wasserentzug durch Gefriertrocknen bietet zudem die Möglichkeit, dem zerkleinerten Rohprodukt, beispielsweise geraspelten Kokosflokken, vor Einleitung der Gärung Wasser in solcher Menge zuzusetzen, daß die Gärmasse eine breiartige, fast homogene Konsistenz annimmt und damit ein rasches Fortschreiten des Gärungsprozesses gewährleistet ist. Da die zugesetzte Wassermenge nach Ab-Schluß der Reaktion wieder entzogen wird, kann sie sich auf die Verwendungsfähigkeit (z. B. auf Geschmack, Aussehen usw.) des Endprodukts nicht auswirken. Ein nachträgliches, in jedem Falle schädliches Eindicken entfällt somit ohne weitere Maßnah- *o men.
Nach der Gefriertrocknung ist eine Zerkleinerung oder Pulverisierung auf mechanischem Wege vorgesehen. Während der Gärung kann eine bestimmte Menge von Milchsäure in racemischer Form oder in Form eines der beiden Stereoisomeren zugesetzt werden, um den Gärungsprozeß zu steuern. Andere natürliche oder künstliche Stoffe werden bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Trockenpulver und -schnitzel nicht zugegeben.
Die erfindungsgemäßen Pulver unterscheiden sich in wesentlichen Merkmalen deutlich von den bisher bekannten Produkten.
Die Gärung ist nicht auf besonders stärke- und zuckerhaltige oder in der Saftherstellung gebrauchliehe Rohstoffe beschränkt. Zur Verarbeitung kommen vielmehr alle Naturprodukte, wie Gemüse, Obst, Südfrüchte u. dgl., die biologisch hochwertig sind und bisher vor allem zur Herstellung von wertvoller vegetarischer Kost verwendet wurden.
Verarbeitet sind möglichst alle Bestandteile der Rohprodukte. Dies bedeutet, daß ein großer Teil der in Schalen, Häuten, Kernen u. dgl. enthaltenen Zellen durch den Gärungsprozeß ebenfalls aufgeschlossen sind und ihre wertvollen biochemischen Bestandteile an das Endprodukt abgegeben haben. Ein Abtrennen der in Wasser unlöslichen oder nicht suspensionsfähigen Stoffe unterbleibt. Auf diese Weise bleiben auch die durch den Gärungsprozeß noch nicht von Cellulosenhüllen u. dgl. befreiten Stoffe und Substanzen dem Gesamtprodukt erhalten.
Es muß auch betont werden, daß die Einbeziehung unverdaulicher oder teilweise unverdaulicher Stoffe, wie z. B. Cellulose, in das Endprodukt gegenüber den bisherigen Produkten einen großen Vorteil darstellt, da solchen Stoffen insbesondere als Füllmaterial innerhalb der Darmfunktionen große Bedeutung zukommt.
Die Tatsache, daß die erfindungsgemäßen Trokkenpulver und -schnitzel nicht vollständig wasserlöslich sein brauchen, bedeutet eine wesentliche Vereinfachung gegenüber bisherigen Verfahren, da diese die Homogenität der Endprodukte zum Teil durch aufwendige Prozesse (z. B. Beifügung von Schutzkolloiden) herbeiführen.
Zur Gärung werden vorzugsweise solche Bakterienstämme eingesetzt, die eine hohe Konzentration von rechtsdrehender L(+)Milchsäure ergeben. Andere Stämme, die sich vor der Gärung in großer Zahl an den Rohprodukten befinden, werden durch Blanchieren bei vorzugsweise 50 bis 60° C abgetötet; ihre Entwicklung ist durch die gewählten Bedingungen (Temperatur, Druck, pH-Wert, Dauer) des Gärungsprozesses außerdem stark eingeschränkt.
Um zu verhindern, daß den Rohprodukten durch das Blanchieren auf osmotischem Wege wertvolle mineralische Bestandteile entzogen werden, können dem Blanchierwasser geeignete Salze, insbesondere Kochsalz oder Meersalz, zugesetzt werden. Dies hat auch den Vorteil einer bakteriziden Nebenwirkung.
Die nach Abschluß des Gärungsprozesses und der Gefriertrocknung noch vorhandenen virulenten Keime können dadurch zerstört werden, daß das hergestellte Trockenpulver kurzzeitig und schonend, z. B. durch Infrarotbestrahlung oder Behandlune mit Hochfrequenzfeld, auf etwa 60 bis 70° C erhitzt wird. Die hierdurch bewirkten chemischen Reaktionen bleiben auf Grund der nichtwäßrigen Phase des Materials auf ein Mindestmaß beschränkt und betreffen in erster Linie die in den Zellplasmen vorhandenen Substanzen bzw. das noch intakte genetische Material. Eine gleichzeitig stattfindende Denaturierung oder Veränderung bestimmter Eiweißkörper ist aber nicht von Nachteil, solange Apo-Fermente und -Enzyme erhalten bleiben, da die zugehörigen Eiweißkörper vom menschlichen und tierischen Organismus ohnehin neu synthetisiert werden müssen.
Die erhaltenen Trockenpulver können mit Vorteil folgenden Stoffen und Produkten zugesetzt werden:
1. Fleisch- und Wurstwaren, Mayonnaise, Remouladen, Salatsoßen, Fleisch- und Fischkonserven.
2. Marzipan, Persipan, Fondant, Füllungen für Pralinen und anderen Süßigkeiten, Süßspeisen, Puddingpulver, Konditoreiwaren, Gebäck, Bonbons.
3. Liköre, Spirituosen und andere alkoholische Getränke, Magenbitter.
4. Marmeladen, Honig, Kunsthonig, Aufstriche, Kakao- und Haselnußpasteten, Margarine und Kräutermargarine.
5. Gewürze, Suppen- und Soßenpulver, getrocknete Gemüse, Senf.
6. Kräuter- und Diätsalz.
7. Sirup, Limonaden und andere nichtalkoholische Mischgetränke.
8. Futtermittel wie Mais, Soja, Kartoffeln, Melasse, Grünfutter, Schrot, Kleie u. dgl.
9. Kosmetika wie Hautcremes und -öle, Badezusätze, Haar- und Hautpflegemitteln u. dgl.
Durch den Zusatz der erfindungsgemäßen milchsauren Trockenpulver werden diese Stoße und Produkte mit biologisch hochwertigen Bestandteilen angereichert. Das sind insbesondere mineralische und biochemische Substanzen, wie Spurenelemente, Vitamine, Enzyme und Fermente usw. Beispielsweise werden Fleisch- und Wurstwaren, die an sich einen für den menschlichen Organismus unzureichenden Gehalt an diesen Substanzen und Kohlenhydraten so- j wie meist ein Übermaß an tierischen Fetten enthalten, durch Zusatz der erfindungsgemäßen Trockenpulver in ein besser ausgewogenes diätetisches Verhältnis dieser Stoffe gebracht.
Auf ein appetitliches Aussehen der erfindungsgemäßen Trockenpulver und -schnitzel kann bei den meisten Verwendungen verzichtet werden, da Farbe und Aussehen der mit ihnen versetzten Sioffe und Produkte nicht wesentlich verändert, in vielen Fällen sogar verbessert werden.
Die vorgesehens zugesetzte Menge an Trockenpulver variiert zwischen etwa 1 und 50 Gewichtsprozent. Als weiterer Vorteil kommt noch hinzu, daß der Zusatz der milchsauren Trockenpulver zu anderen Produkten keine übermäßige Gewhhts- und Volumenvergrößerung oder sonstige einschneidende Veränderungen der Konsistenz dieser Produkte mit sich bringt. Die für die genannten Produkte bisher üblichen Verpackungs- und Transportarten können deshalb in allen Fällen beibehalten werden.
Die erfindungsgemäßen Trockenpulver stellen demnach biologisch hochwertige Konzentrate dar, durch deren Beimischung andere Hauptnahrungsmittel mit essentiellen Wirkstoffen angereichert werden können, so daß gegebenenfalls bisher verwendete Vitamin- und andere Zusätze, z. B. bei Futtermitteln, in Wegfall kommen können. Gleichzeitig können die erfindungsgemäßen Trockenpulver als natürliche Farbstoffe für Nahrungs- und Genußmittel sowie Kosmetika eingesetzt werden, so daß bisher verwendete. unter Umständen gesundheitsschädliche Farbzusätze überflüssig werden.
Wesentlich ist auch die geschmackliche Verbesserung dieser Nahrungsmittel, die durch den Zusatz milchsaurer Trockenpulver erzielt wird, insbesondere bei süßen oder sehr fetten Produkten. In allen Fällen wird die Verträglichkeit der Produkte, d. h. ihre Anpassung an die physiologischen Bedingungen des menschlichen und tierischen Verdauungstraktes, erheblich gesteigert. Entscheidend ist dabei auch die Rolle der Milchsäure (insbesondere der rechtsdrehenden L( + )Milchsäure) im menschlichen und tierischen Organismus. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird erreicht, daß Nahrungs-, Genuß- und Futtermittel sowie Kosmetika, die an sich nicht milchsauer sind, mit den ■· -leiihaften biologischen Eigenschaften milchsaurer Produkte ausgestattet werden.
Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele erläutert:
5 kg Roter Beete (Substrat) wurden gereinigt, geraspelt und 10 Minuten in Wasser von 60° C gelegt. Danach wurde das Wasser abgegossen und das Substrat mit etwa 25 Gramm Kochsalz gesalzen. Nach Zugabe von wenigen mg einer Bakterienkultur Lactobacterii acodophili wurde das Substrat gut durchgemischt und leicht zusammengepreßt Diese Maische wurde unter einem Druck von etwa 1,5 Atmosphären während einer Zeit von etwa 6 Stunden unter weitgehendem Luftabschluß bei einer Temperatur von 40 bis 42° C gehalten. Danach hatte die Ware einen pH-Wert von 4,0 erreicht Das wäßrige Produkt war unansehnlich, schmeckte säuerlich und war zum Genuß und zur Vermischung mit anderen Produkten völlig ungeeignet.
Die Gärmasse wurde sodann bei etwa 50° C gefriergetrocknet. Durch einen anschließende 1 Mahlvorgang entstand ein Pulver, das leicht hygroskopisch war, jedoch mit herkömmlichen Mitteln in doppelt beschichteten Kunststoffbeuteln und ähnlicher Verpackung monatelang, d. h. praktisch unbegrenzt haltbar geworden war. Dieses Pulver wurde dann in kleinen Mengen von teilweise nur 1 %, unter Umständen auch 50%, anderen Produkten zugesetzt. Es hat sich gezeigt, daß danach die so erhaltenen Nahrungsmittel, beispielsweise Wurst, Gemüse, Konserven und Marmeladen, einen ganz hervorragenden Geschmack hatten, der sich auch im Fertigprodukt hielt. Die erhaltenen Nahrungsmittel waren selbst bei angebrochener Packung gegen Fäulnis, Schimmel u. dgl. weit weniger anfällig als es sonst, z. B. bei Wurstwaren, der Fall ist.
In ähnlicher Weise wie oben beschrieben wurden noch Äpfel, Sellerie und Banane vermaischt und anschließend vergoren. Die Gärbedingungen können im einzelnen in an sich bekannter Weise variiert werden, so eignet sich auch das Lactobacterium casei hervorragend zur Durchführung der Vergärung. Auch können Gärdauer und Zugabemenge der Bakterienkultur auf die Art des jeweils zu vergärenden Ausgangsmaterials eingestellt werden.
Um einen Vergleich zwischen aus einer vergorenen Maische hergestellten Saft und dem erfindungsgemäßen Fruchtpulver zu ermöglichen, wurde eine aus Rote Beete erhaltene vergorene Maische in zwei Teile geteilt, wobei der eine Teil, wie oben beschrieben, direkt der Gefriertrocknung unterworfen wurde. Der andere Teil wurde zur Gewinnung eines vergorenen Saftes abgepreßt, worauf der Saft dann ebenfalls sofort einer Gefriertrocknung unterworfen wurde. In gleicher Weise wurde auch eine aus Äpfeln erhaltene vergorene Maische aufgeteilt und zum erfindungsgemäßen Obstpulver und zu einem gefriergetrockneten Apfelsaft verarbeitet. Die erhaltenen Produkte wurden auf den Gehalt wertvoller Bestandteile untersucht. Die Ergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen I und II aufgeführt. Hierbei sind abgesehen vom Wassergehalt in Tabelle I die Mengenangaben jeweils auf ein Kilogramm Trockensubstanz bezogen.
Beim Vergleich der einzelnen Werte ist es überraschend, daß der Gehalt der einzelnen Bestandteile in der gefriergetrockneten Maische im wesentlichen gleich dem Gehalt der einzelnen Bestandteile in dem gefriergetrockneten Saft (vgl. Proben 3 und 5) entspricht. Dies sei am Beispiel von Rote Beete erläutert
Der Gehalt an Trockensubstanz von frischer Rote Beete beträgt 10,6% (lösliche und unlösliche Bestandteile). Aus Rote Beete gewonnener Saft hat einen Trockensubstanzgehalt von knapp 3% (fast ausschließlich lösliche Anteile). Wird vermaischte Rote Beete abgepreßt, dann erhält man einen Trester
mit einem Trockensubstanzgehalt von 85% (der Trester enthält also noch 15% Saft).
Wird eine Maische aus milchsauer vergorener Rote Beete abgepreßt, dann erhält man aus 1 kg Rote Beete etwa 905 g Saft und etwa 95 g Trester. Da der Saft aber lediglich knapp 3 % Trockensubstanz enthält, werden beim Gefriertrocknen des Saftes nur etwa 25 bis 30 g Saft Trockensubstanz erhalten. Beim Gefriertrocknen der gesamten Maische gemäß der Erfindung werden demgegenüber aus 1 kg Maische etwa 100 bis HOg Trockenpulver gewonnen. Dies entspricht in etwa dem Drei- bis Vierfachen der Safttrockensubstanz, da das erfindungsgemäße Trockenpulver außer der Safttrockensubstanz auch noch die gesamten nichtlöslichcn Anteile der Maische enthält.
Obwohl die Safttrockensubstanz beim erfindungsgemäßen Frucht- bzw. Gemüsepulver somit in etwa drei- bis vierfacher Verdünnung vorliegt, wird trotzdem in etwa die gleiche Konzentration an den in den folgenden Tabellen aufgeführten Bestandteilen gefunden.
Dies bedeutet, daß bei der Saftherstellung wertvolle Substanzen mit dem Trester verlorengehen und dem Verbraucher dadurch entzogen werden. Beim erfindungsgemäßen Produkt liegt demgegenüber der Trester in fein zerkleinerter und leicht verdaulicher Form vor, so daß auch die noch im Trester enthaltenen Bestandteile bei der Nahrungsaufnahme und der sich daran anschließenden Verdauung leicht aufschließen und vom 'Organismus aufnehmen lassen. Durch die Verarbeitung der vollständigen Frucht zum erfindungsgemäßen Gemüse- und Früchtepulver wird eine ungewollt einseitige Auswertung der Naturprodukte vermieden. Gleichzeitig liegen die zu den Pulvern verarbeiteten Naturprodukte in leicht verdaulicher Form vor, wobei im Gegensatz zu den Säften die normale Darmfunktion im wesentlichen aufrechterhalten wird.
Tabelle I
Wassergehalt C/o)
P-Gehalt (g/kg TS) L-Lactat
(g/kg TS)
D-Lactat (g/kg TS)
Stickstoff (g/kg TS)
1. Banane, milchsauer,
23.7. 1974
2. Sellerie, milchsauer,
23.7. 1974
3. Rote-Beete-Saft,
milchsauer, 23. 8. 1974
4. Rote-Beete, milchsauer,
23. 8. 1974
5. Apfelsaft, 26. 8. 1974
6. Apfel I, 26. 8. 1974
7. Apfel II, 26. 8. 1974
Tabelle II
3,49 5,23 4,72
5,55 5,07 4,50 5,29
1,33 5,54 3,77
3,38 1,62 1,44 1,40 7,2
23,7
25,7
22,1
2,2
8,4
9,5
1,2
3,9
8,1
7,7
Spur
2,9
3,0
9,82 24,14 17,53
19,29 7,20 7,42 7,36
Calcium (g)
Eisen (mg) Kalium
(E)
Kupfer
(mg)
Natrium (g)
Zink (mg)
1. Banane 0,84 16
2. Sellerie 3,28 161
3. Rote-Beete-Saft 0,84 18
4. Rote Beete 1,75 32
5. Apfelsaft 0,93 16
6. Apfel I 0,88 29
7. Apfel II 0,86 24
26,0
48,4
27,1
11,8
9,0
8,6
6,0
29,9
17,9
26,4
5,1
5,2
7,5
0,04
3,5
2,2
2,3
1,4
1,6
1,8
62 27 29 14 12 16
•30 235/48

Claims (1)

  1. Patentsnspruch:
    Vergorene, vorwiegend L(-|-)Milchsäure enthaltende Frucht- and Gemüsepulver, dadurch gekennzeichnet, daß die ganzen Früchte bzw. das ganze Gemüse ohne Entfernung der Celluloseanteile zu einem fast homogenen Brei zerkleinert, einer bekannten L(+)Milchsäuregärung unterworfen, und die resultierende gesamte Maische nach Erreichen des pH-Wertes von 4,0 bis 4,3 gefriergetrocknet worden ist.
DE19702000458 1970-01-07 1970-01-07 Vergorene, L + Milchsäure enthaltende Frucht- und Gemüsepulver Expired DE2000458C3 (de)

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