DE19853250A1 - Linearmotor und Sekundärteil für einen Linearmotor - Google Patents
Linearmotor und Sekundärteil für einen LinearmotorInfo
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Abstract
Beschrieben wird ein Linearmotor mit einem Läufer (70) und einem Sekundärteil (80), wobei der Sekundärteil (80) eine Abdeckung (40) zum Schutz gegen mechanische Beschädigungen, aggressive Flüssigkeiten etc. trägt. Die Abdeckung (40) weist schwach magnetisierbares Material auf und wird von den Magnetelementen (30) des Sekundärteils am Ort gehalten, muß also nicht zusätzlich durch Klebung etc. befestigt werden und kann einfach ausgetauscht werden. DOLLAR A Vorzugsweise ist die Abdeckung einstückig auf den Sekundärteil, der aus mehreren Sekundärteilelementen bestehen kann, aufgelegt und trägt einen Maßstab zur Positionsregelung des Motors.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Linearmotoren
und insbesondere auf Linearmotoren, deren Sekundärteil ab
gedeckt ist.
Im allgemeinen besteht ein Linearmotor aus einem zumeist
feststehenden Sekundär- oder Reaktionsteil, in dem im Fall
eines Synchronlinearmotors eine Anzahl Magnetelemente
(Permanentmagnete) aneinander gereiht sind und eine Lauf
bahn für einen relativ dazu beweglichen Läufer definieren.
Der Läufer wechselwirkt mit den Magneten des Sekundärteils
und setzt diese Wechselwirkung in einer translatorischen
Bewegung um.
Derartige Linearmotoren werden in verschiedenen Gebieten
der Technik als Antriebe eingesetzt, beispielsweise bei
Werkzeugmaschinen, Bearbeitungsmaschinen wie Bohr-, Fräs-,
Dreh-, Bestückungs- oder Bondingautomaten bis hin zu Fahr
zeugantrieben bei Magnetschwebebahnen etc.
Die Baulänge der Laufbahn richtet sich nach dem Einsatz
zweck des Linearmotors und muß mindestens so lang sein wie
der erforderliche Verschiebeweg Plus der Länge des Läufers.
Um bei der Gestaltung verschieden langer Linearmotoren fle
xibel zu sein, sind deshalb die Sekundärteile aus kürzeren
Sekundärteilelementen aufgebaut, die bis zur gewünschten
Länge aneinandergereiht werden.
Die dabei entstehenden Stoßfugen sind allerdings insbeson
dere bei rauhen Betriebsbedingungen nachteilig, da sich
Staub, Betriebsflüssigkeiten, agressive Stoffe etc. darin
sammeln könnten. Auch tritt es häufig auf, daß feste Bau
teile, Werkzeugstücke etc. auf die Laufbahn gelangen, bei
spielsweise wenn bei einem Bohrautomaten Bohrer abbrechen.
Im ungünstigsten Fall können diese festen Stoffe vom Läufer
des Motors ergriffen und im Bereich der Stoßfugen in den
Sekundärteil getrieben werden.
Um dies zu vermeiden ist es üblich, die Laufbahn mit einer
Abdeckung zu versehen, wobei die Abdeckung normalerweise
als Kunststoff-Folie ausgebildet ist, die auf die Laufbahn
des Sekundärteils aufgeklebt wird. Häufig gelingt es dabei
jedoch nur ungenügend, die Stoßfugen zu egalisieren, so daß
Unebenheiten entstehen, die vorzugsweise der oben
dargestellten mechanischen Belastung ausgesetzt sind; aber
auch die anderen Bereiche können relativ leicht beschädigt
werden. Somit müssen die Kunststoff-Folien von Zeit zu Zeit
ausgetauscht werden, was, wegen der Verklebung der Bahnen
am Sekundärteil, relativ zeit- und kostenaufwendig ist und
Maschinenstillstandszeiten verursacht.
Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Sekundärteil für einen Linearmotor und einen Linearmo
tor anzugeben, bei denen eine Abdeckung die Lauffläche des
Sekundärteils zuverlässig schützt und wobei die Abdeckung
einfach austauschbar ist.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des
Patentanspruchs 1 bzw. durch einen Linearmotor nach An
spruch 11; die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung.
Erfindungsgemäß weist die Abdeckung des Sekundärteils ma
gnetisierbares Material auf.
Zwar geht man im allgemeinen davon aus, daß in den Luft
spalt eines Linearmotors, d. h. zwischen Sekundärteil und
Läufer, kein magnetisches Material eingebracht werden darf,
weil dadurch der Magnetfluß zwischen Läufer und Sekundär
teil beeinträchtigt werden würde. Demgegenüber hat der Er
finder erkannt, daß diese an sich nachteilige Wirkung sich
auch positiv ausnutzen läßt. Indem die Abdeckung aus magne
tisierbarem Material besteht, kann sie einfach auf die Se
kundärteiloberfläche gelegt werden und haftet ohne Zusatz
weiterer Mittel allein durch die Wirkung der Magnetelemente
im Sekundärteil.
Dabei kann die Abdeckung einstückig aus magnetisierbarem
Material bestehen, oder ein nichtmagnetisches Material kann
in Teilbereichen mit magnetischen Flächen versehen sein,
beispielsweise Streifen, die sich längs der Laufbahn er
strecken und mit der Sekundärteiloberfläche in Kontakt ste
hen. Da die Verluste aufgrund von magnetischem Material im
Luftspalt einerseits proportional zur Schichtdicke und
andererseits proportional zur Tragfähigkeit sind, sollte
das magnetisierbare Material eine Sättigungsinduktion von
nicht mehr als 1,5 Tesla aufweisen, bei einer Schichtdicke
von vorzugsweise weniger als 0,5 mm. Damit eine ausrei
chende Haftkraft erzielt wird, sollte eine Mindestsätti
gungsinduktion von 0,3 Tesla vorliegen, und um eine ausrei
chende Funktion der Abdeckung als Schutz gegen mechanische
Beanspruchung sicherzustellen, sollte eine Mindestschicht
dicke von 0,1 mm vorliegen. Ein geeignetes Material ist
beispielsweise Edelstahl mit einer Sättigungsmagnetisierung
von ≦ 1,5 Tesla.
Abdeckungen im Bereich der obengenannten Angaben haften ei
nerseits ausreichend fest am Sekundärteil, bieten Schutz
gegen mechanische Beschädigungen und können über die ge
samte Länge der Laufbahn einstückig aufgebracht werden und
beispielsweise als Rollenmaterial geliefert werden; die
Leistungsverluste liegen etwa im Bereich von 5 bis 6% der
ursprünglichen Schubkraft.
Da das Material ausreichend fest gegen mechanische Bean
spruchungen ist und positionsstabil als einstückige Bahn
auf den Sekundärteil ausgelegt werden kann, ist gemäß einer
bevorzugten Ausführungsvariante ein Längenmaßstab auf das
Material aufgebracht, beispielsweise durch Einprägen, Be
drucken, Bekleben etc. Derartige Längenmaßstäbe sind für
den Betrieb eines Linearmotors zur Positionsregelung erfor
derlich und wurden bisher seitlich am Sekundärteil ange
bracht und mit einem Lesekopf am Läufer abgelesen. Diese
seitliche Anbringung hat allerdings den Effekt, daß bei ei
ner möglichen horizontalen Verkantung des Läufers gegen den
Sekundärteil, und damit gegen den Maßstab ein Meßfehler in
Längsrichtung des Maßstabs auftreten kann. Wenn demgegen
über der Maßstab auf der Abdeckung des Sekundärteils ange
bracht ist, vorzugsweise in der Mitte der Laufbahn, führt
eine Verkantung des Läufers lediglich zu einer seitlichen
Verschiebung des Lesekopfs am Maßstab, nicht jedoch zu ei
ner Verschiebung in der Längsrichtung, so daß mit der er
findungsgemäßen Ausgestaltung zusätzlich noch eine Erhöhung
der Positionsmeßgenauigkeit erzielt werden kann.
Einzelheiten hinsichtlich der Ausgestaltung des Maßstabes
werden hier nicht aufgeführt, da solche Maßstäbe, wie dar
gestellt, dem Fachmann bekannt sind.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der bei
gefügten Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Sekundärteilelement ohne Abdeckung in Aufsicht,
Fig. 2 einen Seitenquerschnitt durch ein Sekundärteilele
ment mit Abdeckung,
Fig. 2a ein Detail der Fig. 2,
Fig. 3 eine Aufsicht auf ein Sekundärteilelement mit Abdec
kung,
Fig. 4 eine Vorderansicht des Linearmotors mit Querschnitt
durch den Sekundärteil,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Linearmotors und
Fig. 6 einen schematischen Längsschnitt durch den Linearmo
tor mit dem Verlauf der magnetischen Feldlinien.
Da der konstruktive Aufbau eines Sekundärteils für einen
Linearmotor im einzelnen als bekannt vorausgesetzt werden
kann, wird er im folgenden nur kursorisch beschrieben.
Gemäß den Fig. 1 und 2 sind auf einer Bodenplatte 10 in
einer Reihe Magnetelemente 30 mit Abstand zueinander ange
ordnet. Diese Magnetelemente sind mit einer Kunstharzver
gußmasse 20 vergossen, die die Magnetelemente mit Ausnahme
des Bodens allseitig umgibt, so daß ein kompaktes Sekundär
teilelement 80 gebildet ist, das über Bohrlöcher 50 und
Schrauben 52 einer geeigneten Position montiert werden
kann.
Bei den erfindungsgemäßen Sekundärteil- bzw. Sekundärteil
elementen ist eine Abdeckung 40 aus schwach magnetischem
Material wie beispielsweise Edelstahl vorgesehen. Diese Ab
deckung ist in eine Ausnehmung in der Vergußmasse 20 einge
legt, wie insbesondere aus der Fig. 2a ersichtlich ist. Die
Ausnehmung kann während des Vergießens der Magnetelemente
ausgebildet werden oder auch durch einen separaten Fräs
schritt. Die Tiefe der Ausnehmung sollte etwa der Blech
dicke entsprechen, damit eine im wesentlichen ebene Ober
flache des Sekundärteils erzielt wird.
Fig. 4 zeigt einen Linearmotor, wobei der Läufer 70 über
einen Luftspalt 60 mit dem Sekundärteilelement 80 wechsel
wirkt. Der Aufbau des Läufers 70 mit Anschlüssen 72 etc.
ist allgemein bekannt und wird hier nicht näher erläutert.
Fig. 5 zeigt den Linearmotor in Seitendarstellung. Aus die
ser Darstellung ist ersichtlich, daß mehrere Sekundärteil
elemente 80 aneinandergereiht werden, um eine gewünschte
Sekundärteillänge zu erzielen.
Zwar ist es grundsätzlich möglich, jedes einzelne Sekundär
teilelement mit einer separaten Abdeckung 40 zu versehen,
wie in Fig. 3 dargestellt ist, wobei aber die Stoßfugen 82
zwischen aneinandergrenzenden Sekundärteilelementen sich
bis zur Oberfläche der Laufbahn fortsetzen.
Deshalb wird bevorzugt ein durchgängiges Bahnmaterial für
die Abdeckung verwendet, das beispielsweise als Rollenmate
rial angeliefert werden kann und durchgängig von einem Ende
der Laufbahn bis zum anderen Ende aufgebracht werden kann.
In diesem Fall ist es besonders vorteilhaft, wenn das Bahn
material einen Maßstab trägt, der über einen entsprechenden
Lesekopf am Läufer erfaßt werden kann. Der Maßstab ist vor
zugsweise in der Mitte des Bahnmaterials bzw. der Abdeckung
angebracht, wie schematisch durch die Mittellinie in Fig. 3
dargestellt ist.
Da die Abdeckung durch alle Magnetelemente des Sekundär
teils am Ort gehalten wird, ist sie zuverlässig gegen
Horizontalverschiebungen geschützt. Um andererseits die Ab
deckung zu entfernen, kann sie einfach angehoben werden,
wobei jeweils immer nur die Wirkung eines Magnetelementes
zu überwinden ist.
Fig. 6 zeigt schematisch den Feldlinienlauf im eingeschal
teten Linearmotor, wobei die Zähne des Ankers im Läufer mit
741, . . ., 744 bezeichnet sind.
Der Feldlinienverlauf wurde mit Hilfe der Methode der fini
ten Elemente berechnet und zeigt den Einfluß der magneti
schen Abdeckung 40 auf das Magnetfeld.
Claims (12)
1. Sekundärteil für einen Linearmotor mit Magnetelementen
(30), die eine Laufbahn für den Läufer (70) des Linearmo
tors definieren, und
einer flachen Abdeckung (40) der Laufbahn,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
(40) magnetisierbares Material aufweist.
2. Sekundärteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
einstückig aus magnetisierbarem Material besteht.
3. Sekundärteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
zumindest einen längs der Laufbahn verlaufenden Streifen
aus magnetisierbarem Material aufweist.
4. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Material
eine Sättigungsinduktion von maximal 1,5 Tesla aufweist.
5. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das magnetisier
bare Material eine Sättigungsinduktion von mindestens 0,3
Tesla aufweist.
6. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
eine Dicke von weniger als 0,5 mm aufweist.
7. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung
eine Dicke von mindestens 0,1 mm aufweist.
8. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das magnetisier
bare Material Edelstahl ist.
9. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche
der Abdeckung einen längs der Laufbahn verlaufenden Maßstab
trägt.
10. Sekundärteil nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Anzahl von längs
der Laufbahn aneinandergereihten Sekundärteilelementen, wo
bei die Abdeckung sich einstückig über alle Sekundärteil
elemente erstreckt.
11. Sekundärteil nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
gekennzeichnet durch eine Anzahl von längs
der Laufbahn aneinandergereihten Sekundärteilelementen
(80), wobei jedes Sekundärteilelement eine eigene Abdeckung
aufweist.
12. Linearmotor mit einem Läufer und einem Sekundärteil,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sekundärteil
nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildet ist.
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