DE19820211C1 - Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine - Google Patents
Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschineInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben
eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnma
schine, wobei die Spindel unterhalb eines aufgesteckten Kopses einen festen
Bund und darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement auf
weist und wobei durch zumindest teilweise miteinander korrespondierende Stirn
flächen des festen Bundes und des Klemmelements das Fadenende des Unter
windefadens geklemmt oder freigegeben ist.
Spinnereimaschinen, insbesondere Ringspinnmaschinen, welche mit automati
schen Doffvorrichtungen ausgestattet sind, unterliegen Spinnprogrammen mit
besonderen Programmphasen. Eine derartige Programmphase stellt beispielswei
se das Abspinnen dar: Sobald die Spinnspule (Kops) hergestellt ist, wird dieser
Vorgang der Herstellung dieser Spule durch die Phase des Abspinnens abge
schlossen.
Während des Abspinnens werden Ober-, Hinter- und Unterwindungen ausge
führt. Bei der Ausführung von Unterwindungen wird der Faden unterhalb der
Unterwindekrone im Bereich des geriffelten Wirtels der Spindel (Unterwindebe
reich) geführt, welcher sich unterhalb der Spulhülse befindet. Dort wird der Fa
den noch in wenigen Windungen um die Spindelwelle gelegt. Erst dann wird die
fertige Spinnspule beim Doffen von der Spindelwelle mittels selbsttätiger Spu
lenwechselvorrichtungen von der Spindelwelle abgezogen, wobei der Faden
reißt. Der Faden läuft allerdings nach wie vor zwischen dem Wirtel und dem
Ringläufer.
Beim anschließenden Anspinnen wird dann die Ringbank wieder angehoben, so
dass der Faden die Unterwindekrone übergreift und entsprechende Wicklungen
wieder auf eine neue Spulhülse aufgelegt werden können. Das Hauptspinnen
kann nunmehr beginnen.
Die Unterwindungen verbleiben auf dem Wirtel der Spindel und werden, wenn
sie nicht entfernt werden, zunehmend mehr. Da diese Erscheinung stört, ist ein
Reinigen, d. h. ein Entfernen der Unterwindungen von dem Wirtel der Spindel,
erwünscht.
Das Entfernen kann während des Hauptspinnens sowohl manuell mittels eines
betätigbaren Trennvorgangs (DE 29 31 209 C2) als auch automatisiert mittels
eines Reinigungselements (DE 91 11 455 U1) erfolgen.
Obwohl die während des Entfernens der Unterwindungen entstehenden Fadenre
ste durch entsprechende Absaug- und Sammeleinrichtungen beseitigt werden
können, entsteht trotz alledem Faserflug in der Spinnerei. Dieser Faserflug kann
den Spinnprozess nachhaltig beeinflussen. Darüber hinaus sind Absaug- und
Sammeleinrichtungen für den Faserflug mit erhöhten Investitionen verbunden.
Weiterhin verursachen auch die Vorrichtungen zum Entfernen der Unterwindun
gen erhebliche Kosten.
In den letzten Jahren wurden verschiedene Vorrichtungen und Verfahren zur
Vermeidung der Notwendigkeit des Anbringens von Unterwindungen entwickelt.
Zum Stand der Technik, von dem die vorliegende Erfindung ausgeht, zählt in
diesem Zusammenhang eine Vorrichtung mit einem Klemmkörper in besonderer
Konfiguration, welcher durch eine auf ihn während des Spinnens wirkende Zen
trifugalkraft vertikal nach unten verschoben wird (EP 0 292 856 A1). Durch
diese vertikale Verschiebung öffnet sich ein Klemmspalt, welcher während des
Abspinnens den Faden in teilweiser Umschlingung geklemmt hat. Der geöffnete
Klemmspalt gibt den geklemmten Faden frei. Zur Gewährleistung der Rückstel
lung des Klemmkörpers in seine Klemmstellung während des Abspinnens ist er
gemäß einer weiteren bekannten Konstruktion (EP 0 358 032 A1) mit einem
Rückstellelement in Form einer Ringfeder versehen.
Eine andere bekannte Konstruktion betrifft eine Anordnung zur Betätigung einer
Festlegehülse für eine Ringspinn- bzw. -zwirnmaschine (EP 0 587 526 A1). Hier
findet ein Betätigungsorgan zu unabhängigen Steuerung der Festlegehülse An
wendung, das mit der Festlegehülse zusammenwirkt und über eine Kulissen
steuerung betätigbar ist. Dadurch kann die Festlegehülse unabhängig von den
Werten der Parameter eines Spinnprogramms, insbesondere von der Spin
deldrehzahl, aber abgestimmt auf das Spinnprogramm, betätigt werden. Durch
das Betätigungsorgan ist die Festlegehülse aus einer Schließstellung in eine Of
fenstellung mit Freigabe des Unterwindefadens bringbar. Ein Rückstellorgan in
Form einer Spiralfeder bringt die Festlegehülse wieder in ihre Schließstellung.
Bei einem weiteren Stand der Technik (DE 196 28 826 A1) findet eine Klemm
vorrichtung für Fäden an einer Spindel für eine Spinn- oder -zwirnmaschine
Anwendung: Hier werden ein feststehendes Klemmelement sowie ein axial ver
schiebbares, gegen das feststehende Klemmelement anpressbares Klemmelement
eingesetzt. Das verschiebbare Klemmelement ist mit einer konischen Innenfläche
ausgestattet, mit welcher mindestens ein unabhängig von dem verschiebbaren
Klemmelement beweglicher Fliehkörper in Eingriff steht.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu
schaffen, welche gegenüber dem bekannten Stand der Technik auf einfachere
Weise gewährleistet, dass der Faden während des Abspinnens funktionssicher
geklemmt und nach erfolgtem Doffen im nachfolgenden Spinnen freigegeben
wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemaß dadurch gelöst, dass die Stirnfläche des
Klemmelements Teil mindestens einer Federzunge ist, welche über einen Zwi
schenbereich mit einer an der Spindel gelagerten Hülse verbunden ist. Durch
diese Federzunge wird ein Faden im Zusammenwirken mit dem festen Bund
während des Unterwindevorgangs geklemmt. Im Verlauf des anschließenden
Spinnvorganges wird die Spindel in Rotation versetzt. Die dabei üblichen Dreh
zahlen sind so hoch, dass die Federzunge durch die Zentrifugalkraft aus ihrer
Ausgangslage in eine Öffnungslage gebogen wird. Dabei wird das Fadenende
freigegeben.
Es ergibt sich damit eine einfach aufgebaute, aber sehr wirkungsvolle Vorrich
tung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann das Klemmelement mehrere, über
den Umfang verteilte Federzungen aufweisen, wodurch mögliche Unwuchten
vermieden werden.
Nach einem anderen Merkmal der Erfindung kann die Federzunge jeweils min
destens ein die Bewegung unter Zentrifugalkraft begrenzendes Anschlagelement
besitzen. Durch dieses Anschlagelement werden unerwünschte Bewegungen der
Federzungen vermieden und übermäßiges Aufbiegen verhindert.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann das Anschlagelement ein
einstückig mit dem Endbereich der jeweiligen Federzunge verbundener, in einer
Ausnehmung des Bundes eingelagerter Vorsprung sein, wobei die Dicke des
Vorsprungs kleiner als die Breite der Ausnehmung ist. Hierdurch ergibt sich eine
besonders einfache Ausführungsform der Gestaltung des Klemmelements.
Im Bereich der Ausnehmung des Bundes kann darüber hinaus ein die Bewegung
des Unterwindefadens begrenzendes Element vorgesehen sein. Dieses Element
kann als die Stirnflächen des festen Bundes und des Klemmelements überragen
der Steg ausgebildet sein, welcher vorzugsweise in den Zwischenräumen zwi
schen den einzelnen Federzungen angeordnet ist. Durch diesen Steg wird auf
einfache Weise verhindert, dass der Faden in den Bereich der Ausnehmung ge
langt und von dort nur manuell entfernt werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Textilspindel mit Hülsenaufnahme mit Arre
tierung, Topfmesser, Wirtel mit Lauffläche für einen Tangentialrie
men und Lagerspitze, teils geschnitten;
Fig. 2 einen Seitenschnitt durch die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung in
Klemmstellung;
Fig. 3 einen Seitenschnitt analog nach Fig. 2 in Freigabestellung;
Fig. 4 eine Unteransicht auf die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung mit
drei Federzungen.
In Fig. 1 ist eine Seitenansicht einer Textilspindel 1 mit Hülsenaufnahme mit
Arretierung, Topfmesser 18 sowie Wirtel mit Lauffläche für einen Tangential
riemen und Lagerspitze, teils geschnitten, dargestellt. Diese Textilspindel 1 weist
unterhalb eines nicht näher dargestellten aufgesteckten Kopses einen festen Bund
2 sowie darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement 3 auf.
In den Fig. 2 und 3 sind jeweils in Seitenansicht der feste Bund 2 und das
Klemmelement 3 in Klemmstellung bzw. in Freigabestellung näher dargestellt.
Es ist ersichtlich, dass gemäß Fig. 2 durch zumindest teilweise miteinander kor
respondierende Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes 2 und des Klemmele
ments 3 das Fadenende eines Unterwindefadens 30 geklemmt wird.
Die Stirnfläche 10 des Klemmelements 3 ist erfindungsgemäß Teil mindestens
einer Federzunge 6, welche über einen Zwischenbereich 12 mit einer an der
Spindel 1 gelagerten Hülse 15 verbunden ist.
Die Federzunge weist mindestens ein die Bewegung unter Zentrifugalkraft be
grenzendes Anschlagelement 17 auf. Dieses Anschlagelement 17 kann in beson
ders einfacher Ausgestaltung der Erfindung ein einstückig mit einem Endbereich
19 der Federzunge 6 verbundener Vorsprung sein, welcher in einer Ausnehmung
5 des Bundes 2 eingelagert ist.
Die Dicke d des Anschlagelements 17 ist kleiner als die Breite D der Ausneh
mung 5. Durch dieses Anschlagelement 17, welches sich innerhalb der Ausneh
mung 5 befindet, wird vermieden, dass die Federzunge 6 durch die Zentrifugal
kräfte bleibend verformt oder sogar zerstört wird. Bei Verformung der Federzun
ge 6 unter Zentrifugalkraft berührt nach Fig. 3 das Anschlagelement 17 die Aus
nehmung 5 und verhindert auf diese Weise ein übermäßiges Aufbiegen.
Aus Fig. 2 ist darüber hinaus erkennbar, dass im Bereich der Ausnehmung 5 des
Bundes 2 ein die Bewegung des Unterwindefadens 30 begrenzendes Element
vorgesehen ist. Dieses Element ist als die Stirnflächen 10 bzw. 20 des festen
Bundes 2 und des Klemmelements 3 überragender Steg 22 ausgebildet.
Während des Unterwindevorgangs wird nach Fig. 2 der Unterwindefaden 30 in
den Spalt zwischen die Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes 2 und des
Klemmelements 3 gelegt und dort geklemmt. Vorzugsweise ist der Unterwinde
faden 30 während des Abspinnens mit einer Spindel- bzw. Wirtelumwindung
von weniger als 360° geklemmt. Nach erfolgtem Doffen muss dieser Unterwin
defaden freigegeben werden.
Dieser Vorgang erfolgt dadurch, dass nach Fig. 3 zum Spinnen die Spindel 1 in
Rotation versetzt wird. Die dabei üblichen Drehzahlen der Spindel sind so hoch,
dass die Federzunge 6 durch die Zentrifugalkraft aus ihrer Lage nach Fig. 2 in die
Lage nach Fig. 3 gebogen wird. Dabei öffnet sich der Bereich zwischen den
Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes und der Federzunge 6, wodurch der
Unterwindefaden 30 bzw. dessen Fadenende freigegeben wird.
Das Klemmelement 3 kann vorzugsweise mehrere über den Umfang verteilte
Federzungen aufweisen; in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel nach Fig. 4
drei Federzungen 6, 6', 6''. Hierdurch werden unerwünschte Unwuchten vermie
den.
Aus Fig. 4 ist ferner ersichtlich, dass der Steg 22, welcher ein die Bewegung des
Unterwindefadens 30 begrenzendes Element darstellt, in den Zwischenräumen
zwischen den einzelnen Federzungen 6, 6', 6'' angeordnet ist. Dieser Steg 22
verhindert damit, dass der Unterwindefaden in den Bereich der Ausnehmung 5
des Bundes 2 gelangt und von dort nur mit Mühe manuell entfernt werden kann.
Die Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben des Unterwindefadens 30 an der
Spindel 1 einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine ist einfach aufgebaut und
mit hoher Effektivität in der Lage, das Fadenende des Unterwindefadens 30 zu
klemmen oder freizugeben.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens (30) an
der Spindel (1) einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine, wobei die
Spindel (1) unterhalb eines aufgesteckten Kopses einen festen Bund (2) und
darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement (3) aufweist
und wobei durch zumindest teilweise miteinander korrespondierende Stirn
flächen (10, 20) des festen Bundes (2) und des Klemmelements (3) das Fa
denende des Unterwindefadens (30) geklemmt oder freigegeben ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stirnfläche (10) des Klemmelements (3) Teil mindestens einer Fe
derzunge (6, 6', 6'') ist, welche über einen Zwischenbereich (12) mit einer
an der Spindel (1) gelagerten Hülse (15) verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemm
element (3) mehrere, über den Umfang verteilte Federzungen (6, 6', 6'')
aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Federzunge (6, 6', 6'') jeweils mindestens ein die Bewegung unter Zentri
fugalkraft begrenzendes Anschlagelement (17) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das An
schlagelement (17) ein einstückig mit dem Zwischenbereich (12) der jewei
ligen Federzunge (6, 6', 6'') verbundenes, in eine Ausnehmung (5) des
Bundes (2) eingelagertes Anschlagelement ist, wobei die Dicke (d) des An
schlagelements (17) kleiner als die Breite (D) der Ausnehmung (5) ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Ausnehmung (5) des Bun
des (2) ein die Bewegung des Unterwindefadens (30) begrenzendes Ele
ment vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Element
als die Stirnflächen (10, 20) des festen Bundes (2) und des Klemmelements
(3) überragender Steg (22) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg
(22) in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Federzungen (6, 6',
6'') angeordnet ist.
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|---|---|---|---|
| DE1998120211 DE19820211C1 (de) | 1998-05-06 | 1998-05-06 | Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine |
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| DE1998120211 DE19820211C1 (de) | 1998-05-06 | 1998-05-06 | Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19820211C1 (de) |
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