DE19820211C1 - Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine - Google Patents

Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine

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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01HSPINNING OR TWISTING
    • D01H1/00Spinning or twisting machines in which the product is wound-up continuously
    • D01H1/14Details
    • D01H1/38Arrangements for winding reserve lengths of yarn on take-up packages or spindles, e.g. transfer tails

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens an der Spindel einer Ringspinn- und/oder -zwirnma­ schine, wobei die Spindel unterhalb eines aufgesteckten Kopses einen festen Bund und darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement auf­ weist und wobei durch zumindest teilweise miteinander korrespondierende Stirn­ flächen des festen Bundes und des Klemmelements das Fadenende des Unter­ windefadens geklemmt oder freigegeben ist.
Spinnereimaschinen, insbesondere Ringspinnmaschinen, welche mit automati­ schen Doffvorrichtungen ausgestattet sind, unterliegen Spinnprogrammen mit besonderen Programmphasen. Eine derartige Programmphase stellt beispielswei­ se das Abspinnen dar: Sobald die Spinnspule (Kops) hergestellt ist, wird dieser Vorgang der Herstellung dieser Spule durch die Phase des Abspinnens abge­ schlossen.
Während des Abspinnens werden Ober-, Hinter- und Unterwindungen ausge­ führt. Bei der Ausführung von Unterwindungen wird der Faden unterhalb der Unterwindekrone im Bereich des geriffelten Wirtels der Spindel (Unterwindebe­ reich) geführt, welcher sich unterhalb der Spulhülse befindet. Dort wird der Fa­ den noch in wenigen Windungen um die Spindelwelle gelegt. Erst dann wird die fertige Spinnspule beim Doffen von der Spindelwelle mittels selbsttätiger Spu­ lenwechselvorrichtungen von der Spindelwelle abgezogen, wobei der Faden reißt. Der Faden läuft allerdings nach wie vor zwischen dem Wirtel und dem Ringläufer.
Beim anschließenden Anspinnen wird dann die Ringbank wieder angehoben, so dass der Faden die Unterwindekrone übergreift und entsprechende Wicklungen wieder auf eine neue Spulhülse aufgelegt werden können. Das Hauptspinnen kann nunmehr beginnen.
Die Unterwindungen verbleiben auf dem Wirtel der Spindel und werden, wenn sie nicht entfernt werden, zunehmend mehr. Da diese Erscheinung stört, ist ein Reinigen, d. h. ein Entfernen der Unterwindungen von dem Wirtel der Spindel, erwünscht.
Das Entfernen kann während des Hauptspinnens sowohl manuell mittels eines betätigbaren Trennvorgangs (DE 29 31 209 C2) als auch automatisiert mittels eines Reinigungselements (DE 91 11 455 U1) erfolgen.
Obwohl die während des Entfernens der Unterwindungen entstehenden Fadenre­ ste durch entsprechende Absaug- und Sammeleinrichtungen beseitigt werden können, entsteht trotz alledem Faserflug in der Spinnerei. Dieser Faserflug kann den Spinnprozess nachhaltig beeinflussen. Darüber hinaus sind Absaug- und Sammeleinrichtungen für den Faserflug mit erhöhten Investitionen verbunden. Weiterhin verursachen auch die Vorrichtungen zum Entfernen der Unterwindun­ gen erhebliche Kosten.
In den letzten Jahren wurden verschiedene Vorrichtungen und Verfahren zur Vermeidung der Notwendigkeit des Anbringens von Unterwindungen entwickelt.
Zum Stand der Technik, von dem die vorliegende Erfindung ausgeht, zählt in diesem Zusammenhang eine Vorrichtung mit einem Klemmkörper in besonderer Konfiguration, welcher durch eine auf ihn während des Spinnens wirkende Zen­ trifugalkraft vertikal nach unten verschoben wird (EP 0 292 856 A1). Durch diese vertikale Verschiebung öffnet sich ein Klemmspalt, welcher während des Abspinnens den Faden in teilweiser Umschlingung geklemmt hat. Der geöffnete Klemmspalt gibt den geklemmten Faden frei. Zur Gewährleistung der Rückstel­ lung des Klemmkörpers in seine Klemmstellung während des Abspinnens ist er gemäß einer weiteren bekannten Konstruktion (EP 0 358 032 A1) mit einem Rückstellelement in Form einer Ringfeder versehen.
Eine andere bekannte Konstruktion betrifft eine Anordnung zur Betätigung einer Festlegehülse für eine Ringspinn- bzw. -zwirnmaschine (EP 0 587 526 A1). Hier findet ein Betätigungsorgan zu unabhängigen Steuerung der Festlegehülse An­ wendung, das mit der Festlegehülse zusammenwirkt und über eine Kulissen­ steuerung betätigbar ist. Dadurch kann die Festlegehülse unabhängig von den Werten der Parameter eines Spinnprogramms, insbesondere von der Spin­ deldrehzahl, aber abgestimmt auf das Spinnprogramm, betätigt werden. Durch das Betätigungsorgan ist die Festlegehülse aus einer Schließstellung in eine Of­ fenstellung mit Freigabe des Unterwindefadens bringbar. Ein Rückstellorgan in Form einer Spiralfeder bringt die Festlegehülse wieder in ihre Schließstellung.
Bei einem weiteren Stand der Technik (DE 196 28 826 A1) findet eine Klemm­ vorrichtung für Fäden an einer Spindel für eine Spinn- oder -zwirnmaschine Anwendung: Hier werden ein feststehendes Klemmelement sowie ein axial ver­ schiebbares, gegen das feststehende Klemmelement anpressbares Klemmelement eingesetzt. Das verschiebbare Klemmelement ist mit einer konischen Innenfläche ausgestattet, mit welcher mindestens ein unabhängig von dem verschiebbaren Klemmelement beweglicher Fliehkörper in Eingriff steht.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, welche gegenüber dem bekannten Stand der Technik auf einfachere Weise gewährleistet, dass der Faden während des Abspinnens funktionssicher geklemmt und nach erfolgtem Doffen im nachfolgenden Spinnen freigegeben wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemaß dadurch gelöst, dass die Stirnfläche des Klemmelements Teil mindestens einer Federzunge ist, welche über einen Zwi­ schenbereich mit einer an der Spindel gelagerten Hülse verbunden ist. Durch diese Federzunge wird ein Faden im Zusammenwirken mit dem festen Bund während des Unterwindevorgangs geklemmt. Im Verlauf des anschließenden Spinnvorganges wird die Spindel in Rotation versetzt. Die dabei üblichen Dreh­ zahlen sind so hoch, dass die Federzunge durch die Zentrifugalkraft aus ihrer Ausgangslage in eine Öffnungslage gebogen wird. Dabei wird das Fadenende freigegeben.
Es ergibt sich damit eine einfach aufgebaute, aber sehr wirkungsvolle Vorrich­ tung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann das Klemmelement mehrere, über den Umfang verteilte Federzungen aufweisen, wodurch mögliche Unwuchten vermieden werden.
Nach einem anderen Merkmal der Erfindung kann die Federzunge jeweils min­ destens ein die Bewegung unter Zentrifugalkraft begrenzendes Anschlagelement besitzen. Durch dieses Anschlagelement werden unerwünschte Bewegungen der Federzungen vermieden und übermäßiges Aufbiegen verhindert.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann das Anschlagelement ein einstückig mit dem Endbereich der jeweiligen Federzunge verbundener, in einer Ausnehmung des Bundes eingelagerter Vorsprung sein, wobei die Dicke des Vorsprungs kleiner als die Breite der Ausnehmung ist. Hierdurch ergibt sich eine besonders einfache Ausführungsform der Gestaltung des Klemmelements.
Im Bereich der Ausnehmung des Bundes kann darüber hinaus ein die Bewegung des Unterwindefadens begrenzendes Element vorgesehen sein. Dieses Element kann als die Stirnflächen des festen Bundes und des Klemmelements überragen­ der Steg ausgebildet sein, welcher vorzugsweise in den Zwischenräumen zwi­ schen den einzelnen Federzungen angeordnet ist. Durch diesen Steg wird auf einfache Weise verhindert, dass der Faden in den Bereich der Ausnehmung ge­ langt und von dort nur manuell entfernt werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Textilspindel mit Hülsenaufnahme mit Arre­ tierung, Topfmesser, Wirtel mit Lauffläche für einen Tangentialrie­ men und Lagerspitze, teils geschnitten;
Fig. 2 einen Seitenschnitt durch die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung in Klemmstellung;
Fig. 3 einen Seitenschnitt analog nach Fig. 2 in Freigabestellung;
Fig. 4 eine Unteransicht auf die erfindungsgemäße Klemmvorrichtung mit drei Federzungen.
In Fig. 1 ist eine Seitenansicht einer Textilspindel 1 mit Hülsenaufnahme mit Arretierung, Topfmesser 18 sowie Wirtel mit Lauffläche für einen Tangential­ riemen und Lagerspitze, teils geschnitten, dargestellt. Diese Textilspindel 1 weist unterhalb eines nicht näher dargestellten aufgesteckten Kopses einen festen Bund 2 sowie darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement 3 auf.
In den Fig. 2 und 3 sind jeweils in Seitenansicht der feste Bund 2 und das Klemmelement 3 in Klemmstellung bzw. in Freigabestellung näher dargestellt. Es ist ersichtlich, dass gemäß Fig. 2 durch zumindest teilweise miteinander kor­ respondierende Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes 2 und des Klemmele­ ments 3 das Fadenende eines Unterwindefadens 30 geklemmt wird.
Die Stirnfläche 10 des Klemmelements 3 ist erfindungsgemäß Teil mindestens einer Federzunge 6, welche über einen Zwischenbereich 12 mit einer an der Spindel 1 gelagerten Hülse 15 verbunden ist.
Die Federzunge weist mindestens ein die Bewegung unter Zentrifugalkraft be­ grenzendes Anschlagelement 17 auf. Dieses Anschlagelement 17 kann in beson­ ders einfacher Ausgestaltung der Erfindung ein einstückig mit einem Endbereich 19 der Federzunge 6 verbundener Vorsprung sein, welcher in einer Ausnehmung 5 des Bundes 2 eingelagert ist.
Die Dicke d des Anschlagelements 17 ist kleiner als die Breite D der Ausneh­ mung 5. Durch dieses Anschlagelement 17, welches sich innerhalb der Ausneh­ mung 5 befindet, wird vermieden, dass die Federzunge 6 durch die Zentrifugal­ kräfte bleibend verformt oder sogar zerstört wird. Bei Verformung der Federzun­ ge 6 unter Zentrifugalkraft berührt nach Fig. 3 das Anschlagelement 17 die Aus­ nehmung 5 und verhindert auf diese Weise ein übermäßiges Aufbiegen.
Aus Fig. 2 ist darüber hinaus erkennbar, dass im Bereich der Ausnehmung 5 des Bundes 2 ein die Bewegung des Unterwindefadens 30 begrenzendes Element vorgesehen ist. Dieses Element ist als die Stirnflächen 10 bzw. 20 des festen Bundes 2 und des Klemmelements 3 überragender Steg 22 ausgebildet.
Während des Unterwindevorgangs wird nach Fig. 2 der Unterwindefaden 30 in den Spalt zwischen die Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes 2 und des Klemmelements 3 gelegt und dort geklemmt. Vorzugsweise ist der Unterwinde­ faden 30 während des Abspinnens mit einer Spindel- bzw. Wirtelumwindung von weniger als 360° geklemmt. Nach erfolgtem Doffen muss dieser Unterwin­ defaden freigegeben werden.
Dieser Vorgang erfolgt dadurch, dass nach Fig. 3 zum Spinnen die Spindel 1 in Rotation versetzt wird. Die dabei üblichen Drehzahlen der Spindel sind so hoch, dass die Federzunge 6 durch die Zentrifugalkraft aus ihrer Lage nach Fig. 2 in die Lage nach Fig. 3 gebogen wird. Dabei öffnet sich der Bereich zwischen den Stirnflächen 10 und 20 des festen Bundes und der Federzunge 6, wodurch der Unterwindefaden 30 bzw. dessen Fadenende freigegeben wird.
Das Klemmelement 3 kann vorzugsweise mehrere über den Umfang verteilte Federzungen aufweisen; in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 drei Federzungen 6, 6', 6''. Hierdurch werden unerwünschte Unwuchten vermie­ den.
Aus Fig. 4 ist ferner ersichtlich, dass der Steg 22, welcher ein die Bewegung des Unterwindefadens 30 begrenzendes Element darstellt, in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Federzungen 6, 6', 6'' angeordnet ist. Dieser Steg 22 verhindert damit, dass der Unterwindefaden in den Bereich der Ausnehmung 5 des Bundes 2 gelangt und von dort nur mit Mühe manuell entfernt werden kann.
Die Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben des Unterwindefadens 30 an der Spindel 1 einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine ist einfach aufgebaut und mit hoher Effektivität in der Lage, das Fadenende des Unterwindefadens 30 zu klemmen oder freizugeben.

Claims (7)

1. Vorrichtung zum Klemmen und Freigeben eines Unterwindefadens (30) an der Spindel (1) einer Ringspinn- und/oder -zwirnmaschine, wobei die Spindel (1) unterhalb eines aufgesteckten Kopses einen festen Bund (2) und darunter ein durch Zentrifugalkraft betätigbares Klemmelement (3) aufweist und wobei durch zumindest teilweise miteinander korrespondierende Stirn­ flächen (10, 20) des festen Bundes (2) und des Klemmelements (3) das Fa­ denende des Unterwindefadens (30) geklemmt oder freigegeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnfläche (10) des Klemmelements (3) Teil mindestens einer Fe­ derzunge (6, 6', 6'') ist, welche über einen Zwischenbereich (12) mit einer an der Spindel (1) gelagerten Hülse (15) verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemm­ element (3) mehrere, über den Umfang verteilte Federzungen (6, 6', 6'') aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Federzunge (6, 6', 6'') jeweils mindestens ein die Bewegung unter Zentri­ fugalkraft begrenzendes Anschlagelement (17) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das An­ schlagelement (17) ein einstückig mit dem Zwischenbereich (12) der jewei­ ligen Federzunge (6, 6', 6'') verbundenes, in eine Ausnehmung (5) des Bundes (2) eingelagertes Anschlagelement ist, wobei die Dicke (d) des An­ schlagelements (17) kleiner als die Breite (D) der Ausnehmung (5) ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Ausnehmung (5) des Bun­ des (2) ein die Bewegung des Unterwindefadens (30) begrenzendes Ele­ ment vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Element als die Stirnflächen (10, 20) des festen Bundes (2) und des Klemmelements (3) überragender Steg (22) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (22) in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Federzungen (6, 6', 6'') angeordnet ist.
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