DE1946641C3 - Verfahren zum Entfernen von Chlor aus dem bei der Chlorierung von geradkettigen Paraffinkohlenwasserstoffen im Bereich von 9 bis 18 C-Atomen als Nebenprodukt gebildeten Chlorwasserstoff - Google Patents
Verfahren zum Entfernen von Chlor aus dem bei der Chlorierung von geradkettigen Paraffinkohlenwasserstoffen im Bereich von 9 bis 18 C-Atomen als Nebenprodukt gebildeten ChlorwasserstoffInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Chior aus dem bei der Chlorierung von geradkettigen
Paraffinkohlenwasserstoffen, die 9 bis 18 Kohlenstoffatome enthalten, als Nebenprodukt gebildeten
Chlorwasserstoff. Sie betrifft insbesondere ein Verfahren, bei dem das Chlor durch Waschen aus dem
Chlorwasserstoffabgasstrom entfprnt wird.
Bei der technischen Chlorierung von η-Paraffinen ist die Qualität des verwendeten Chlors etwas unterschiedlich,
was zu einer gleichfalls unterschiedlichen Reaktivität führt.
Darüber hin-js ist es nicht immer möglich, die
Chlorierungsreaktion so zu kontrollieren, daß das gesamte in die Reaktion eingebrachte Chlor verwendet
wird. Aus diesem Grunde en'hält der bei der Chlorierung als Nebenprodukt anfallende Chlorwasserstoff
wechselnde Mengen an Chlor, die beispielsweise von 1 oder 2 Teilen pro Million bis zu mehreren
Tausend Teilen pro Million schwanken können, je nach Vollständigkeit der Reaktion. Bei einem Chlorgehalt
von oberhalb etwa 500 Teilen pro Million spricht man von einem Durchbruch des Chlors. Da der Chlorwasserstoff
ein wertvolles Nebenprodukt darstellt, ist es notwendig, diesen in möglichst reinem Zustand zu
gewinnen, um ihn zur Herstellung von Salzsäure oder für chemische Reaktionen einzusetzen.
Aus der US-PS 24 02 978 ist ein Verfahren zum Chlorieren von gesättigten Kohlenwasserstoffen und
zur Reinigung der dabei entstehenden Chlorwasserstoffsäure bekannt. Dabei wird aus einer Mischung, die
aus Chlor, Chlorwasserstoff, Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform, Methan und teilchloriertem Methan
besteht, der Chlorwasserstoff mit Lösungsmittel, wie Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff gereinigt. Gemäß
US-PS 32 42 647 soll wäßriger Chlorwasserstoff aus einem gasförmigen Gemisch gewonnen werden,
welches Chlorwasserstoff in Mischung mit normalerweise gasförmigen Stoffen, Wasserdampf und eingeschlossenen,
normalerweise festen Verunreinigungen enthält. Hierzu wird das abgekühlte gasförmige
Gemisch mit einem Nüssigen Waschmittel behandelt.
Aufgabe der Erfindung ist es, das bei der technischen Chlorierung von η-Paraffin anfallende Gemisch aus
Chlorwasserstoff und Chlor in einfacher Weise so zu reinigen, daß der Chlorwasserstoff praktisch chlorfrei
ist und dann für weitere Umsetzungen geeignet wird. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man bei einem
Verfahren zum Entfernen von Chlor aus bei dem bei der Chlorierung von geradkettigen Paraffinkohlenwasserstoffen
im Bereich von 9 bis 18 C-Atomen als Nebenprodukt gebildeten Chlorwasserstoff den Chlorwasserstoffgasstrom
mit einer Temperatur von 138 bis 160° C im Gegenstrom mit einem Anteil des auf eine
Temperatur von 27 bis 66° C abgekühlten Chlorierungsproduktes in Berührung bringt, wobei das Chlorierungsprodukt die zwei- bis dreifache Gewichtsmenge des
Chlorwasserstoffs-Ausstromes ausmacht und daß man den von Chlor befreiten Chlorwasserstoff von der
Waschflüssigkeit abtrennt.
Bei einem Verfahren zur technischen Herstellung von Detergentien werden geradkettige Paraffin-Kohlenwasserstoffe
im Bereich von 9 bis 18 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise von 10 bis 14 Kohlenstoffatomen,
thermisch monochloriert, wodurch ein Gemisch aus etwa 8OGew.-°/o nicht umgesetzten Paraffinen und
20Gew.-% Chlorparaffinen erhalten wird. Letzteres besteht aus 90% oder mehr monochlorierten Paraffinen.
-° Dieses Gemisch enthält den als Nebenprodukt bei der
Reaktion gebildeten Chlorwasserstoff und geringe Mengen Chlor. Der Chlorwasserstoff und das Chlor
werden in einer Schnellverdampfungstrommel abgetrennt
-5 Die Chlorparaffine werden im Gemisch mit den nicht
umgesetzten Paraffinen hierauf zur Alkylierung von Benzol eingesetzt Das alkylierte Benzol wird nach der
Sulfonierung und Neutralisation als Detergent fertiggestellt.
J0 Die Erfindung richtet sich auf den von dem
Chlorierungsprodukt abgetrennten Chlorwasserstoff. Die Erfindung ist aber naturgemäß auch auf jedes
beliebige Verfahren zur Chlorierung von Paraffinen anwendbar, bei welchem hohe Umwandlungen, beispielsweise
40 bis 50% oder mehr, erhalten werden und bei denen der Gehalt an Polychloriden dementsprechend
hoch liegt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Waschturm oberhalb der Chlorierungs-Schneilverdampfungstrommel
angeordnet Es ist eine Rohrleitung vorgesehen, so daß der ausströmende
Chlorwasserstoffstrom aus der Schnellverdampfungstrommel, der bis zu mehreren Tausend Teilen pro
Million Chlor enthalten kann, im Gegenstrom mit auf 65 bis 27° C abgekühlten Reaktionsprodukten der Chlorierung
gewaschen wird. Der Chlorwasserstoffstrom wird auf diese Weise von einer Chlorierungstemperatur von
138 bis 1100C auf eine Temperatur abgekühlt, die nur
einige wenige Grad über der Temperatur der kalten Waschflüssigkeit liegt. Die Waschflüssigkeit wird nach
der Berührung mit dem Chlorwasserstoff in den Boden der Chlorierungs-Schnellverdampfungstrommel zurückgeführt.
Die Fließgeschwindigkeiten werden so eingestellt, daß die Temperatur am Boden des Wäschers
hoch gehalten wird, d. h. bei etwa 116 bis 149°C, und daß
der Chlorgehalt des Chlorwasserstoffstroms durch chemische Umsetzung mit den normalen Paraffinen und
den Chlorparaffinen im Boden des Wäschers auf einen vernachlässigbaren Wert verringert wird. Der Wäscher
erfüllt zwei Funktionen: Die erste Funktion liegt darin, daß er als Abschreckungsturm oder Direktkontakt-Kondensator
fungiert. In der zweiten Funktion dient er als Schlußreaktor zur Entfernung der letzten Spuren
von Chlor in dem Chlorwasserstoffstrom. Der Wäscher
br> kann auch noch eine weitere Funktion ausüben, und
zwar als Sicherheitseinrichtung im Falle eines Chlor-Durchbruches, bei welchem das Chlorwasserstoffgas 5
bis 10% Chlor enthalten kann, was einen sehr
gefährlichen Zustand darstellen kann. Die Gegenwart dieses Waschturms gewährleistet die Vervollständigung
der chemischen Reaktion und vermeidet die Anwesenheit heißer Stellen im Dampf raum.
Der Waschturm wird gewöhnlich bei im wesentlichen Atmosphärendruck oder etwas darüber, z. B. bei etwa
035 kg/cm2, betrieben, um einen positiven Druckfluß.zu
gewährleisten.
Die in dem Wäscher verwendete Gewichtsmenge des Chlorierungsproduktes beträgt die 2- bis 3fache
Gewichtsmenge des Chlorwasserstoff-Ausstromes. Die Menge des Waschmediums ist nicht besonders kritisch,
sie sollte jedoch ausreichend sein, um die angegebenen Ergebnisse zu erzielen.
Die Erfindung soll anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Das Fließschema zeigt einen Paraffinchlorierungs-Reaktor,
eine Chlorierungs-Schnellverdampfungstrommel, einen Wäscher und die zugehörigen
Rohrleitungen. Die η-Paraffine und das Chlor treten in einen herkömmlichen Rohrreaktor 1 ein, in welchem
die Chlorierungsreaktion durchgeführt wird und ein Teil der Paraffine in Chlorparaffine überführt wird. Das
Chlorierungsprodukt wird in die Chlorierunis-Schnellverdampfungstrommel
2 geleitet, worin das Chlorwasserstoffgas zusammen mit nicht umgesetztem Chlor vom Kopf der Trommel durch die Leitung 3 entfernt
wird. Das Chlorierungsprodukt wird vom Boden der Trommel durch die Leitung 4 abgeführt Der ausströmende
Chlorwasserstoff-Dampf wird in den Boden eines Wäschers 5 überführt, wo er im Gegenstrom mit
einem Teil des Chlorierungsproduktes in Berührung gebracht wird. Letzteres wurde aus der Leitung 4 durch
die Leitung 6 abgezweigt und durch die Kühleinrichtung 7 der Spitze des Waschu.ims zugeführt. Das gereinigte
Chlorwasserstoffgas, welches im wesentlicl.jn kein J5
Chlor mehr enthält, wird vom Kopf des Waschturms 5 mittels der Leitung 8 abgenommen. Die Waschflüssigkeit,
die mit dem Chlorwasserstoff-Dampf in Berührung gekommen ist, wird vom Boden des Waschturms durch
die Leitung 9 abgeführt und in den Boden der Chlorierungs-Schnellverdampfungstromme!. zurückgeführt.
Die Erfindung wird in dem Beispiel erläutert.
Die Erfindung wird in dem Beispiel erläutert.
In einer Anlage zur Herstellung von Alkyl-Aryl-Sulfonat-Detergentien
wurden geradkettige Paraffine im Ciobis Cn-Bereich in einem Rohrreaktor chloriert. Das aus
dem Reaktor ausströmende Produkt wurde in eine Schnellverdampfungstrommel geleitet. Oberhalb der
Schnell verdampfungstrommel war ein Waschturm angebracht, der mit den notwendigen Rohrleitungen
versehen war, so daß der Chlorwasserstoff-Dampf am Boden des Turms bei einer Temperatur zwischen 138
und 160° C eintrat. Diese Temperatur hing von der Reaktionstemperatur im Chlorierungsreaktor und von
der Temperatur und der Menge der zum Waschen benutzten kalten Ausstromflüssigkeit aus der Chloriereinrichtung
ab. Ein Teil des Chlorierungs-Reaktionsproduktes, welches vom Boden der Chlorierungs-Schnellverdampfungstrommel
entfernt worden war, wurde durch einen Kühler geleitet und dort auf eine
Temperatur zwischen 32,2 und 6O1O0C abgekühlt und
dann in den Kopf des Waschturms überführt. Die Menge des Chlorierungsproduktes betrug das 2.4fache
Gewicht des Chlorwasserstoff-Ausstromes aus der Schneiiverdampfungstrommel. Dieses kalte Reaktionsprodukt der Chlorierung wurde in den Waschturm im
Gegenstromkontakt mit dem heißen Chlorwasserstoff-Dampf von der Schnellverdampfungstrommel nach
unten geführt. Die Ströme wurden so eingestellt, daß der Waschstrom, der den Boden des Waschturms
verließ, eine Temperatur von etwa 126,7 bis 149° C hatte.
Diese Waschflüssigkeit wurde danach in den Boden der Chlorierungs-Schnellverdampfungstrommel überführt.
Es wurde festgestellt, daß der Chlorwasserstoff, der vom Kopf des Waschturms abgenommen wurde, einen
Chlorgehalt von Oppm hatte. Dies beweist die Fortschrittlichkeit des Verfahrens der Erfindung.
Hierzu 1 Blatt Zeiclinungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Entfernen von Chlor aus dem bei der Chlorierung von geradkettigen Paraffin-Kohlenwasserstoffen im Bereich von 9 bis 18 C-Atomen als Nebenprodukt gebildeten Chlorwasserstoff durch Waschen mit einer Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß man den Chlorwasserstoffgasstrom mit einer Temperatur von 138 bis 1600C im Gegenstrom mit einem Anteil des auf eine Temperatur von 27 bis 66° C abgekühlten Chlorierungsproduktes in Berührung bringt, wobei das Chlorierungsprodukt die 2- bis 3fache Gewichtsmenge des Chlorwasserstoff-Ausstroms ausmacht und daß man den von Chlor befreiten Chlorwasserstoff von der Waschflüssigkeit abtrennt.
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