KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 69: Schneidwerkzeuge.
Patentirt im Deutschen Reiche vom l. December 1881 ab.
Auf beiliegender Zeichnung stellt Fig. 1 die (untere) Hauptschale eines Messers mit Nietnägeln
b c und Absatz e e, Fig. 1 a die zugehörige Klinge mit Bogennagelgang d und Doppelrücken
e dar. Fig. 2 zeigt die Hauptschale eines Messers mit Klingenhaltevorsprung / und Nietnägeln
g und k; Fig. 2a die zugehörige Klinge
mit senkrechtem' Nagelgang k und Einschnitt i zum festen Zuziehen des geschlossenen Messers;
Fig. 3 die Handhabung des Messers, Fig. ia; Fig. 4 ein offenes Messer mit Klinge, Fig. 2a;
Fig. 5 ein geschlossenes Messer mit gleicher Klinge.
Die Klinge des Messers ist, statt mit einem gewöhnlichen Nietloche, mit einem ausgeschnittenen,
von dem Punkte des gewöhnlichen Nietloches aus entweder senkrecht, wie bei k,
Fig. 2 a, oder in einem Bogen d, Fig. 1 a, in gleicher Weite fortlaufenden Gange für den
Nietnagel b, Fig. 1, und g, Fig. 2, versehen. Die Klinge ist hiernach im Messer nach
oben und unten beweglich. Drückt man bei geöffnetem Messer die Klinge nach unten,
so stellt sich dieselbe fest, indem die mit Doppelrücken e., Fig. 1 a, versehene Klinge
sich in die entsprechenden Ansätze e e, Fig. 1,
der beiden Schalen des Messers einlegt, oder aber die gewöhnliche Klinge sich auf den
an der Haupt- (unteren) Schale des Messerheffes angebrachten, den Schlufs ermöglichenden
Vorsprung /, Fig. 2, stützt. In beiden Fällen wird durch Herunterdrücken der Klinge
diese unverrückbar festgestellt. Zieht man nun die Klinge nach oben, so ist sie vollkommen
lose und dadurch das Schliefsen des Messers ermöglicht. Behufs Feststellung des geschlossenen
Messers drückt man die Klinge in die Schalenöffnung und zieht dieselbe alsdann an
den vorspringenden unteren Theilen bezw. mittelst Eindrückens eines Fingernagels in den
an · der gewöhnlichen Klinge rückwärts angebrachten Einschnitt i, Fig. 2 a, nach dem oberen
Ende des Heftes. Das Oeffnen des verschlossenen Messers erfolgt durch Herunterdrücken der
Klinge. Bei dem Messer mit Doppelrückenklinge /, Fig. 3, mufs man mit der einen Hand
das untere Ende des Messerheftes festhalten und mit der anderen Hand den Daumen unter
den Rücken des Heftes oben und den Zeigefinger auf den Klingenrücken legen, dann mit
dem Daumen nach unten drücken und gleichzeitig mit dem Zeigefinger eine ziehende, aufhebende
Bewegung machen. Durch diese Fingerbewegungen tritt die Messerklinge so hervor, dafs man sie wie gewöhnlich öffnen kann.
Bei dem mit der gewöhnlichen Klinge (ohne Doppelrücken) versehenen Messer mufs man
mit einem Fingernagel auf den vorspringenden kleinen Kropfansatz e, Fig. 5, nach unten hin
drücken, um das Oeffnen des Messers zu ermöglichen.
Die Messer der beschriebenen Art können sowohl ein- wie zweiklingig hergestellt werden,
indem ebensowohl unten als oben je eine Klinge ohne Feder angebracht werden kann und die
zweite Klinge sich um den bei c, Fig. 1, und h, Fig. 2, angedeuteten Nietnagel bewegt.
Patent-Anspruch:
An Taschenmessern die Bildung des Gelenkes, dessen Bolzen, in einer geraden oder gebogenen
Coulisse geführt, ohne Feder die Klinge feststellt.
Hierzu I Blatt Zeichnungen. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.