DE18486C - Verfahren zur Anwendung der Bleikammerkrystalle behufs Zersetzung der Wasserstoffverbindungen der Metalloide und schädlicher übelriechender Gase - Google Patents

Verfahren zur Anwendung der Bleikammerkrystalle behufs Zersetzung der Wasserstoffverbindungen der Metalloide und schädlicher übelriechender Gase

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DE18486C
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CH. GlRARD und J. A. PABST in Paris
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B21/00Nitrogen; Compounds thereof
    • C01B21/082Compounds containing nitrogen and non-metals and optionally metals
    • C01B21/086Compounds containing nitrogen and non-metals and optionally metals containing one or more sulfur atoms

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Disinfection, Sterilisation Or Deodorisation Of Air (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Salpetrige Säure besitzt die Eigenschaft, viele stinkenden oder nicht stinkenden Gase, so auch sämmtliche von der Luft oder anderen Gasarten mitgeführten miasmatischen, gährenden Stoffe zu zerstören.
Man hat daher die salpetrige Säure in Hospitälern zum Desinficiren bei Epidemien, Typhus u. s. w. angewendet.
Gegenstand unserer Erfindung bildet nun ein praktisches Verfahren, die salpetrige Säure zu erzeugen und für die bezeichneten Zwecke zu verwenden.
Das Product, aus dem wir diese Säure darstellen, sind die Bleikammerkrystalle, bestehend aus einer Verbindung von Schwefelsäure, salpetriger Säure und Wasser. Diese Bleikammerkrystalle werden mit Schwefelsäure im Ueberschufs zusammengebracht.
Die Bleikammerkrystalle zersetzen sich, wenn sie mit Wasser oder Wasserdampf in Berührung kommen, wobei salpetrige Säure frei wird. Da nun schädliche und stinkende Gase stets mit Wasserdampf vermengt sind, so werden diese beim Zusammenkommen mit Bleikammerkrystallen durch die sich bildenden salpetrigen Dämpfe vollständig zerstört. Die Schwefelsäure absorbirt Wasser und verbindet sich alsdann mit den flüchtigen organischen Substanzen. Auf diese Verbindung wirken dann die Bleikammerkrystalle sofort weiter oxydirend ein.
Wir benutzen die desinficirende Wirkung der auf diese Weise behandelten Bleikammerkrystalle zur Desinfektion von Talgschmelzereien, Hospi-
tälern, Abortgruben und anderen schlecht ventilirten und inficirten Orten.
Zur Desinfection der aus einer Abortgrube entweichenden Gase bedienen wir uns eines wie folgt zusammengesetzten Apparates:
Die Gase werden aus der verdeckten Grube in eine Sammelröhre geführt, die in einen aufrechtstehenden Behälter aus Stein oder Blei einmündet. Dieser Behälter hat etwa 1,2 m Höhe und 0,3 m Durchmesser. Den Behälter füllen wir mit Koks, der mit einer Lösung von Bleikammerkrystallen in concentrirter Schwefelsäure getränkt ist; das Mengenverhältnifs ist in diesem Falle etwa:
100 Theile Schwefelsäure von 60 ° B.,
5 - Bleikammerkrystalle.
Indem nun die aus der Abortgrube kommenden Gase die Füllung des Behälters durchstreichen müssen, bevor sie in die freie Luft durch ein von der Behälterdecke abführendes Ventilationsrohr gelangen können, werden sie desinficirt und gereinigt, so dafs das Ventilationsrohr nur vollkommen unschädliches Gas in die Luft entweichen läfst. Auf dem Deckel des Behälters, von dem das Ventilationsrohr abführt, befindet sich ein Trichter mit anschliefsender Röhre, die im Innern des Behälters in einem Vertheilungssiebe ausmündet. Durch diesen Trichter kann man von Zeit zu Zeit ein Nachfüllen mit der angegebenen Lösung von Bleikammerkrystallen in concentrirter Schwefelsäure vornehmen.
Um bei niedrigem Barometerstande die Zugwirkung des Ventilationsrohres künstlich ver-
SlW
stärken zu können, ordnen wir oberhalb des Behälters in dem Rohre einen Gasbrenner an, den man dann anzünden kann.
Auf diese Weise wird die Abortgrube in einem derartigen Zustande erhalten, dafs man eine Entleerung oder Oeffhung derselben vornehmen kann, ohne durch unangenehme Gerüche belästigt zu werden.
In ähnlicher Art bewirken wir die Desinfection der in Fettsiedereien, Hüttenwerken u. s. w. sich bildenden stinkenden Gase, um die Luft in der Umgebung derartiger Anstalten stets in gesundem, unverdorbenem Zustande zu erhalten. Wir benutzen in diesem Falle zur Tränkung der Füllmasse in dem Desinfectionsbehälter eine Lösung, die in folgenden Mengenverhältnissen zusammengesetzt ist: ioo Theile concentrirte Schwefelsäure und ι ο Theile Bleikammerkrystalle.
Behufs Zersetzung von Kohlenwasserstoff, Schwefel- und Phosphorwasserstoff bringen wir auf ioo Theile concentrirter Schwefelsäure 15 bis 20 Theile Bleikammerkrystalle.
Führt man leichte oder schwere Kohlenwasserstoffgase durch einen derart gefüllten Behälter, so werden sie darin derart zersetzt, dafs die entweichenden Gase keine explosiven Gemische mehr bilden. Die genannte Lösung löst zunächst diese Wasserstoffverbindungen und oxydirt sie alsdann in der bereits angegebenen Art.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das beschriebene Verfahren der Anwendung einer Lösung von Bleikammerkrystallen in Schwefelsäure zur Zersetzung der Wasserstoffverbindungen der Metalloide und Desinficirung schädlicher, stinkender Gase.
DENDAT18486D Verfahren zur Anwendung der Bleikammerkrystalle behufs Zersetzung der Wasserstoffverbindungen der Metalloide und schädlicher übelriechender Gase Active DE18486C (de)

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