DE1837C - Verfahren, Stärkemehl durch Einwirkung von Kohlensäure in Dextrin oder Traubenzucker überzuführen - Google Patents

Verfahren, Stärkemehl durch Einwirkung von Kohlensäure in Dextrin oder Traubenzucker überzuführen

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DE1837C
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F. M. BACHET & F. D. SAVALLE in Paris
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13KSACCHARIDES OBTAINED FROM NATURAL SOURCES OR BY HYDROLYSIS OF NATURALLY OCCURRING DISACCHARIDES, OLIGOSACCHARIDES OR POLYSACCHARIDES
    • C13K1/00Glucose; Glucose-containing syrups
    • C13K1/06Glucose; Glucose-containing syrups obtained by saccharification of starch or raw materials containing starch

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Description

1877.
Klasse β.
F. M. BACHET und F. D. SAVALLE in PARIS.
Verfahren, Stärkemehl durch Einwirkung von Kohlensäure in Dextrin oder Traubenzucker
überzuführen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. December 1877 ab.
Es ist bekannt, dafs stärkemehlhaltige Stoffe unter Einwirkung von Mineralsäuren, Schwefelsäure, Salzsäure, Phosphorsäure und anderen, und unter Einflufs der Diastase in Dextrin und Traubenzucker übergeführt werden, und dafs diese Ueberführung langsam vor sich geht bei gewöhnlicher Temperatur, rascher, wenn man Wärme anwendet.
Wir haben gefunden, dafs Kohlensäure auf diese selben Stoffe in der Kälte und in der Wärme die gleiche Wirkung ausübt, und die Ueberführung ebenso rasch bewirkt. Nur mufs man natürlicherweise dem gasförmigen Zustande dieser Säure Rechnung tragen und sie dementsprechend wirken lassen. In kaltem Wasser gelöst wirkt sie auf Stärkemehl langsam, in gleicher Weise wie die oben genannten Mineralsäuren. Wenn man das Gefäfs hermetisch verschliefst, um das Ausströmen des Gases zu verhindern und die Temperatur der ganzen Mischung erhöht, so wirkt die Säure viel intensiver und rascher. Wir haben durch Versuche erfahren, dafs das Maximum der Wirkung für eine bestimmte Zeit bei 60 ° C. erreicht wird. Wenn man jetzt den Druck in dem geschlossenen Apparat erhöht, indem man mittelst einer mechanischen Vorrichtung eine gröfsere Menge Gas zuführt, was einer gröfseren Lösung in Wasser gleichkommt, so geschieht die Ueberführung natürlich noch rascher.
Wenn man auf diese Weise in einem geschlossenen Gefäfse Gerste, Korn oder einen andern stärkemehlhaltigen Stoff in frischem Zustande bei gewöhnlicher Temperatur in mit Kohlensäure gesättigtem Wasser zerreibt, so genügt ein sechs bis sieben Stunden langes Erhitzen auf etwa 60° C. bei gleichzeitigem nöthigen Umrühren, um eine Flüssigkeit zu erhalten, welche, nachdem sie mit Hefe unter den bei dieser Art Operationen gewöhnlichen Bedingungen in Gährung versetzt war, eine Menge Alkohol ergiebt, die dem ganzen Stärkemehlgehalt des behandelten Stoffes entspricht. Wenn man unter denselben Umständen, oder noch mit Hülfe einer mechanischen Vorrichtung, in das geschlossene Gefäfs eine gröfsere Menge Kohlensäure leitet, derart, dafs der Druck z. B. auf acht Atmosphären steigt und darauf erhalten wird, so genügt eine Stunde zur Erreichung desselben Resultates.
Endlich erleichtert die Gegenwart von einer gewissen Menge Kleber die oben genannte Saccharification und macht dieselbe vollständiger. Um jedoch diese Eigenschaft zu bewahren, darf der Kleber keiner zu hohen Temperatur ausgesetzt gewesen sein; es ist nothwendig, dafs diese Temperatur 60 0C. nicht überschritten habe. Wenn man demnach mit Cerealien, wie Roggen, Gerste oder anderen kleberhaltigen Stoffen auf die oben beschriebene Weise verfährt, und die Temperatur von 60° C. nicht überschreiten läfst, so erreicht man unter allen Umständen eine gute und rasche Saccharification. Wenn man dagegen mit Stoffen operirt, welche keinen Kleber enthalten, wie reines Stärkemehl, Kartoffeln etc., so braucht man nur eine gewisse Menge Kleber zuzusetzen, oder noch einfacher, zerriebenes Korn, Gerste oder dergl. Man verfährt ebenso, wenn man es mit einem Stoffe zu thun hat, der zwar wie Mais von Natur Kleber enthält, aber wegen seiner Härte oder aus irgend einem anderen Grunde vorher über 600C. erhitzt war. Dieses neue und so einfache Verfahren, welches wir soeben beschrieben haben, findet zu zahlreichen und wichtigen industriellen Zwecken Verwendung. Es kann sehr vortheilhaft angewendet werden zur Darstellung von Dextrin und Traubenzucker, zur Bereitung von Bier, Frucht- und Kartoffel-Branntwein u. s. w. Es bietet vor den übrigen Saccharifications -Verfahren eine beträchtliche Ersparnifs infolge Wegfall der Verwendung von Malz, der Mineralsäuren und des kohlensauren Kalkes, welcher zum Sättigen derselben nothwendig ist; endlich bedingt das vereinfachte Verfahren auch eine nicht imbeträchtliche Ersparnifs an Arbeitskräften. Die Kohlensäure wird bei jedem Gährungsprocefs ganz umsonst geliefert und zwar in einer Menge, welche vielmal gröfser ist, als für die darauf folgende Saccharification nothwendig. Sie kann schliefslich leicht nach jeder Operation durch einfaches Kochen aus der Flüssigkeit ausgetrieben, in einem Gasometer aufgefangen und für eine folgende Saccharification wieder verwendet werden.

Claims (1)

  1. Aufser diesem Vortheil der Ersparnifs bietet das Verfahren noch den, dafs es den verschiedenen Producten: Dextrin, Traubenzucker, Bier, Alkohol, keinen schlechten Geschmack geben kann, ebensowenig den Rückständen, welche als Viehfutter verwendet werden können. Wenn es sich um eine Destillation handelt, so bleiben bei dem Verfahren in den Würzen keinerlei Salze, Sulfate, Chlorüre etc. zurück, welche immer mehr oder weniger die Gährung hemmen.
    Die Apparate, deren man sich bei unserem
    . Verfahren bedient, sind geschlossene Behälter mit Rührwerk versehen, welche keine besondere Eigenthümlichkeit in ihrer Construction haben, und deren Form und Gröfse mit der Fabrikationsart, zu welcher sie dienen sollen, wechseln. Wir unterlassen es deshalb, sie hier zu beschreiben.
    Patent-Anspruch: Die . Verwendung der Kohlensäure zur Ueberfuhrung von stärkemehlhaltigen Stoffen in Dextrin und dann in Traubenzucker und nöthigenfalls auch in Alkohol. Diese Einwirkung kann willkürlich mit oder ohne Wasser, mit oder ohne Kleber in der Wärme oder in der Kälte zur Anwendung kommen.
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