DE17972C - Apparat zur Destillation unter Luftleere - Google Patents
Apparat zur Destillation unter LuftleereInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
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Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Der in Fig. 1 dargestellte Destillationsapparat besteht aus einem Cylinder CD, welcher an
beiden Enden geschlossen ist, und dessen Längsachse horizontal liegt. Unter der durch die
Mitte der Länge nach gehenden Welle E ist er in verschiedene Abtheilungen a a a getheilt,
Fig. 2, welche unter einander communiciren, und zwar abwechselnd einmal von oben, einmal von
unten. Die Hähne g g ζ ζ1 gestatten beliebige Entleerung. Die Welle E ist in ihrer ganzen
Länge mit Scheiben b, Fig. 2, 5, 6 und 7, aus gelochtem Blech oder Rädern mit grofsen Oeffnungen
versehen, so dafs sie sich ohne Widerstand an den Cylinderwänden drehen können. Sie haben den Zweck, während ihrer Drehung
die Maische in dünnen Schichten oberhalb der Maischoberfläche der Verdampfung auszusetzen,
indem sie an den Scheiben hängen bleibt. In den einzelnen Abtheilungen des Cylinders sind
schlangenförmig gewundene Röhren c c und a a angebracht, so dafs sie die Scheiben an ihrer
Bewegung nicht hindern. V, Fig. 1, ist ein sogenannter Anwärmer, und ist im Durchschnitt
in Fig. 10 dargestellt. Er ist mit Heizflächen, hier Schlangen, versehen und hat die Verdampfungsscheiben
X. Mit dem Cylinder steht er durch die Rohre K und V1 G in Verbindung,
welch letzteres nach dem Gefäfs H mit daran hängender Pumpe P1 führt. Das Rohr η führt
in einen kleinen Cylinder, von mir Analyseur genannt. Er besteht aus einem Rohrsystem in
einem cylindrischen Gefäfs und wird durch mehr oder weniger warmes Wasser auf einer
constanten Temperatur erhalten. Aufserdem geht vom Boden des letzteren aus noch ein
Rohr nach dem Cylinder. Ein Rohr η' verbindet diesen mit dem Condensator M, welcher
wiederum durch das Rohr η" mit dem Condensator
N in Verbindung steht. R und Rx sind
Reservoire, welche durch Rohrleitungen mit den Condensatoren verbunden sind. In der Mitte
der Leitung befinden sich eingeschaltet: Zwei Eprouvetten No. 1 und 2, ferner ein Kasten O,
in welchem sich Eis oder Wasser befindet und durch welchen die Leitungen in Schlangen hindurchgehen.
Das Rohr S" verbindet die beiden Reservoire mit einer Luftpumpe P. L' und M'
sind Röhrenapparate, von mir Calorisatoren genannt. Sie erhalten je nach Bedarf durch die
Rohre y in oder um die Rohre Dampf, Wasser oder Flüssigkeiten von gröfserer oder geringerer
Wärme, je nachdem man mehr anwärmen oder abkühlen will. Mittelst der Pumpen P" und P'"
wird die Circulation des Wassers in den Rohren bewerkstelligt. In Fig. 9 bis 14 ist ein ähnlicher
Destillationsapparat wie der vorbeschriebene dargestellt, nur mit folgenden Abweichungen in
der Construction: Die Abtheilungen α α sind hier vergröfsert; ferner ist in den Cylindern ein
Gefäfs eingefügt, welches entweder Potasche, Soda oder Kalkmilch enthält. Zwei Rohre K
und K' dienen zum Zu- und Abflufs derselben. Unter das Niveau der Kalkmilch reichen die in
der oberen Hälfte angebrachten Scheidewände </, welche abwechselnd einmal von der einen Seite,
das andere Mal von der anderen die Oeffnung a'
haben. G und G' sind Zu- und Abflufsrohre der Gase. W und W sind Rohre zum Ein-
und Austritt des Wassers behufs Reinigung des Cylinders. κ/2 und w3 sind Ein- und Ausgangsrohre
zu den bereits früher erwähnten Doppelböden. Fig. 8 zeigt mehrere der in Fig. r
bis 7 dargestellten Cylinder zusammenwirkend. Der Theil C B ist hier von gröfserem Durchmesser
genommen. Die Apparate functioniren folgendermafsen:
Nachdem in dem Cylinder Luftleere hergestellt ist, werden durch dieselbe die zu destillirenden
Maischen aus den Gährungsbottichen angesaugt. Sie gehen durch den Hahn A und
Anwärmer B, durch welchen warmes Wasser und Dampf circulirt, und treten in die Horizontalcolonne
CB zur Destillation ein. Nachdem sie dieselbe passirt haben, werden sie in der letzten
Abtheilung als entalkoholisirte Masse von der Pumpe J" angesaugt und nach dem Reservoir H
gebracht. Wird die Destillation ohne Luftleere ausgeführt, so treten die Maischen ein und aus
unter gewöhlichem Druck. Um die Maischen zu erwärmen, kann man zwei Wege einschlagen:
1. entweder, indem man durch die Schlangen c c, Fig. 2, und α α, Fig. 8, eintreten läfst:
a) directen oder Retourdampf, wenn man unter atmosphärischem Druck arbeitet,
b) expandirten Dampf (expandirt vor seinem Eintritt in die Schlangen) mit einer der beabsichtigten
Temperatur entsprechenden Spannung,
c) warmes Wasser, dessen Temperatur durch die Calorisatoren genau regulirbar ist. Die beiden
letzteren Mittel werden bei Destillation unter Luftleere angewendet;
2. oder, indem man durch das Rohr K, Fig. i, in den oberen freien Theil des Cylinders
Dampf eintreten läfst, welcher in dem Behälter V gebildet wurde.
Der Dampf, welcher mit seiner ganzen constanten Wärme eintritt, durchzieht den Cylinder
im entgegengesetzten Sinne zur Maische, indem er an den Scheiben vorbei und durch dieselben
streicht, und welche ihm in dünnen Schichten die Maische zur Verdampfung entgegenbringen.
Nachdem er sich auf diese Weise mit Alkohol geschwängert hat, tritt er am Ende durch das
Rohr η in den Analyseur L ein. Da derselbe in einer Temperatur gehalten wird, welche etwas
höher ist, als die der Condensation der Alkoholdämpfe, so werden hier nur die Wasserdämpfe
und die der schweren OeIe condensirt werden, welche dann durch das unten angebrachte Rohr
nach der ersten Abtheilung in die Colonne zurückgebracht werden. Die anderen nicht condensirten
Dämpfe gehen durch das Rohr «' nach dem ersten Condensator M, in welchem
eine zur Condensation der Alkoholdämpfe entsprechende Temperatur gehalten wird, und durch
welche nur die noch flüchtigeren Dämpfe passiren. Mittelst der Calorisatoren· kann ich die
Temperatur in den Condensatoren genau reguliren.
Der Alkohol geht durch die Eprouvette No. ι in das Reservoir R. Die nicht condensirten
Dämpfe gehen durch das Rohr n" in einen zweiten Condensator JV, welcher die daselbst
condensate Flüssigkeit durch die Eprouvette No. 2 nach dem Reservoir R' abgiebt. Was
die im Condensator IV noch nicht condensirten Dämpfe, welche jedoch keinen Alkohol mehr
enthalten, anlangt, so werden dieselben von einer Pumpe abgezogen und in einem unterhalb
stehenden Wasserreservoir niedergeschlagen. Vor dem Eintritt in die Reservoire R und R'
passirt der Alkohol, um sich noch abzukühlen, die erwähnten Schlangen, welche in dem Kasten O
sich befinden, in welchen man kaltes Wasser oder Eis, je nach Umständen, hineinbringt.
Unter Umständen kann es vortheilhaft sein, die zu destillirenden Maischen oder Flüssigkeiten
in einen besonderen Anwärmer oder Verdampfer zu placiren und den Cylinder CD
nur als Rectificateur zu benutzen. Dies würde also einfache unterbrochene Destillation mit
sofortiger Rectification sein. In diesem Falle treten die Phlegmen oder Maischen, anstatt bei A,
in den Anwärmer V ein. Die hier entstehenden Dämpfe treten durch das Rohr K in die Colonne
CD ein, deren Dimensionen von der Quantität der zu leistenden Arbeit abhängig
sind. Dieselben treffen da auf die schon besprochenen Scheiben, welche eine niedrigere
Temperatur besitzen als die Dämpfe selbst. Um dies zu bewerkstelligen, würde dann nicht
Dampf, sondern am besten Wasser durch die früher erwähnten Schlangen laufen. Auch könnte
man, um dasselbe zu erreichen, Doppelboden, durch welche kaltes Wasser fliefst, und wie in
Fig. 11 bis 14 bei W^ W3 dargestellt ist, anwenden.
An diesen Scheiben schlagen sich die mehr wasserhaltigen Dämpfe nieder, während die
anderen nach dem Analyseur selbst gehen. Das Rohr v' dient dann dazu, die in der letzten
Abtheilung der Colonne befindliche Flüssigkeit zu erneuter Verdampfung nach dem Anwärmer
zurückgehen zu lassen.
Die Flüssigkeiten in dem Anwärmer sind erwärmt durch:
a) directen Dampf,
b) expandirten Dampf mit beliebiger Spannung,
c) warmes Wasser mit beliebiger durch CaIorisator regulirbarer Temperatur.
Will man die in der zu verdampfenden Flüssigkeit enthaltenen flüchtigen Stoffe nicht
ändern, so würde der Anwärmer V reines Wasser enthalten, welches durch die Schlangen
q, in welchen Dampf circulirt, zu eben solchem verwandelt wird. Dieser Dampf wird
dann durch das Rohr K in die Colonne C D geleitet. Die vergohrenen Flüssigkeiten treten,
nachdem sie sämmtliche Abtheilungen durchlaufen haben, mittelst der Pumpe P entalkoholisirt
bei G aus und gehen in das Gefäfs H. Die mehr oder weniger concentrirten Phlegmen
gelangen in die Gefäfse R und R', während
Claims (6)
1. Die Anordnung einer Luftpumpe, um durch Luftleere die Erhaltung der Hefen während
der Destillation zu bewirken.
2. Eine Vorrichtung, bestehend aus einem oder mehreren festliegenden horizontalen Cylindern
mit durchgehend sich drehender Welle, auf welcher dicht neben einander Scheiben sitzen, die mit der Welle rotiren und
zwischen welchen Kühl- oder Heizschlangen angebracht sind, um durch diese Zusammenstellung
die Zurückhaltung der Maische bis zur vollständigen Ausnutzung und einen constanten Gang des Arbeitsprocesses zu
ermöglichen.
3. Die Anordnung einer in der Längsachse liegenden, von aufsen drehbaren Welle,
welche mit durchlöcherten Scheiben oder Rädern versehen ist, um die Maischen in möglichst dünnen Schichten der Verdampfung
auszusetzen und dem Abströmen der Dämpfe einen möglichst weiten Raum zu geben.
4. Die Anordnung, die Condensatoren mit Calorisatoren zu versehen, um die Temperaturen
des Heizwassers für die zu destillirenden und zu rectificirenden Flüssigkeiten und
des Speisewassers für Analyseur und Condensatoren genau reguliren zu können.
5. Die Anordnung, durch angebrachte Scheidewände, welche mit Oeffnungen versehen
sind, eine gröfstmögliche Berührung der Gase, Dämpfe u. s. w. mit Kalkmilch oder
anderen Kohlensäure absorbirenden Stoffen zu erreichen.
6. Die Anordnung, mehrere der beschriebenen Apparate zusammen functioniren zu lassen,
um eine gröfstmögliche Wärmeausnutzung zu erzielen.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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| DE (1) | DE17972C (de) |
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