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"Milchflas. chenverschluss".
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Die Erfindung betrifft einen neuartigen Verschluß,, der vorzugsweise
für Milchflaschen sowie für ähnliche Flüssigkeiten, die leicht Bestandteile an der
Flaschenwandung absetzen, Verwendung finden soll.
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Bei Milchflaschen, die üblicherweise mit den heute gebrauchlichen
Verschlüssen nach oben gerichtet aufgestellt werden, beobachtet man regelmässig,
dass-insbesondere wenn Milch höheren Fettgehalts aufbewahrt wird-sich Fett und Rahm
an der Innenwandung des Flaschenhalses absetzen. Solche Absetzungen bedeuten nicht
nur einen Verlust an wertvollen Nahrungsmittelbestandteilen, sondern sind auch schwer
zu entfernen. Ausserdem bilden sie einen Nährboden für schädliche Pilzbildungen.-Davon
abgesehen sind die heutigen, aus einer am Halsrand der Flasche gerändelten Metallkappe
bestehenden Verschlüsse auch keineswegs dicht, so dass beim Liegen der Flasche oder
bei ihrem Transport leicht Milch austritt.
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Erfindungsgemäss wird vorgeschlagen, den Verschluß einer vorzugsweise
aus Glas bestehenden Milchflasche in Form einer flexiblen, gegenüber dem Angriff
der Milchbestandteile widerstandsfähigen, die Milch nicht beeinflußenden Kunststoffhaube
auszubilden, welche den Flaschenhals dicht umfasst oder dicht in den Hals der Flasche
eingreift, und auf ihrer Außenseite eben
ausgebildet und derart
verbreitert ist, dasa die Flasche in umgekehrter-Stellung,. also mit dem Boden nach
oben gerichtet, sicher und standfest aufgestellt werden kann.
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Bei Verwendung solcher Verschlüsse hat sich gezeigt, dass die innerhalb
der Flasche nunmehr in der Nähe des Flaschenbodens abgesetzten Stoffe weniger fest
an der Flaschenwandung haften und beim Umkehren der Flasche zwecks Ausgießens ihres
Inhalts sich leicht wieder auflösen oder verteilen. Die Absetzungen erscheinen hierbei
nur in Form eines dünnen Films, der im Gegegensatz zu den pfropfenartigen Abscheidungen
bei der bishergen Aufstellung'der Flaschen leicht zerreißt und abgeschwemmt wird.
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Als. Kunststoffmaterial für die erfindungsgemässen Milchflaschenverschlüsse
hat sich insbesondere ein Niederdruck-oder Hochdruckpolyãthylen vorzüglich bewährt,
insbesondere wenn diese Materialien in auskochbarer oder sterilisierbarer Form verwandt
werden, also in einer Form, in der sie die beim Pasteurisieren auftretenden Temperaturen
ohne Veränderung aushalten.
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Die erfindungsgemäss gestalteten Flaschenverschlüsse können gegebenenfalls
schon beim Abfüllen der Milch verwandt werden, worauf die Flaschen wie bisher aufgestellt
oder auch umgekehrt zum Versand gebracht werden können..
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Der tellerartig ausgebildete Verschluss schützt beim Versand auch
den Flaschenhals, der nicht selten durch harte Stöße
beim Ein- und
Ausladen beschädigt oder gar abgebrochen wird.
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Es können auch mehrere Flaschen, die mit dem erfindungsgemässen Verschluss
versehen sind, transportsicher übereinander gestapelt werden, indem der verbreiterte
Verschluss als Boden für die nächste aufgesetzte Flasche dient.
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Von Bedeutung ist es ferner für Hausfrauen, Verwalter, Krankenschwestern
usw., dass der Verschluss gegen ein Auslaufen beim Tragen in Taschen und Netzen
etc. sichert, und weil er beispielsweise beim umgekehrten Aufstellen der Flasche
in Kühlschränken oder sonstwo nicht mehr Raum beansprucht, als es bisher der Fall
| war, ja sogar Raum in Höhe des Flaschenhalses einspart. Wird |
der erfindungsgemässe Verschluss nicht industriell mitgeliefert, so kann er nach
Entfernung des ohnehin nie vollständig dichten Metallverschlusses, wie er neuerdings
fast durchweg zur Anwendung kommt, schnell eingesetzt oder eingedrückt werden, womit
ein Auslaufen des Inhalts zunächst gebannt ist. Der Inhalt kann dann auch beliebig
oft geschüttelt werden, ohne dass auch nur feinste Tröpfchen austreten können.
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Der'größte Vorzug des erfindungsgemässen Tellerverschlusses ist Jedoch
der,-dass sich im verengten Flaschenhals keine Fett-oder Sahnepfropfen mehr ansetzen
können, wie es beispielsweise bei sahnehaltiger Milch immer vorkommt. Die Flasche
steht nicht mehr auf ihrem üblichen Flaschenboden, vielmehr auf dem tellerartigen
erfindungsgemässen Verschluss, so dass sich die Fett-und Sahnepartikelchen nur in
den geräumigen Teil der Flasche bewegen können,, um beim längeren Stehen der Flasche
sich nicht mehrals Pfropfen, sondern nur als dünner Film abzulagern, während der
mehr
wasserhaltige Teil dann umgekehrt im Flaschenhals sich befindet. Wird beispielsweise
die Milch benötigt, so sieht man bereits bei Ausschankbereitschaft im Flaschenhals
kein Sahne-oder Fettteilchen mehr, weil das ganze Fett in Richtung des eigentlichen
Flaschenboden abgezogen ist. Beim Ausgießen der Milch pflegt der Film aus Fett oder
Sahne, der in seiner Breite nicht den Widerstand zeigt wie er es als Pfropfen im
Flaschenhals zu tun pflegt, bereits zu zerreißen und sich mit der wasserhaltigen
Milch zu vermischen. Notfalls genügen kleinste Schüttelbewegungen, um den Film mit
dem übrigen Flascheninhalt zu vermischen. Jedenfalls ist es mit Hilfe des erfindungsgemässen
Tellerverschlusses möglich, den Flascheninhalt ohne Hängenbleiben von Fett-oder
Sahnepartikelchen auszugießen, die so wertvollen Fetteilchen vollständig zu verwerten
und eine entleerte Flasche fast ungespült, also hygienischer und schneller abzustellen,
mindestens aber blitzschnell mit kältestem Wasser auszuspülen Auch das so unangenehm
starke und zum Überschnappen der Gläser neigende Heraus-Schießen, das sich bei nicht
guter Entfernung des sich im Flaschenhals bildenden Pfropfen häufig ergibt, fällt
erfindungsgemäss weg. Schliesslich ist der erfindungsgemässe Tellerverschluss auch
ein hygienischer Fortschritt, weil erfindungsgemäss der Flascheninhalt nicht eher
angerührt zu werden braucht, bis er benötigt wird.
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In der beiliegenden Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen
des Erfindungsgegenstandes beispielsweise veranschaulicht.
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Figur 1. zeigt eine übliche Milchflasche mit dem erfindungsgemaSsenFlaschenverschluss
im Schnitt.
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Figur 2 ist eine geänderte Ausführungsform des Verschlusses mit besonderem
Schutz für den Flaschenhals..
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Figur 3 zeigt einen Flaschenverschluss in Verbindung mit einer Schutzhülle
für die ganze Flasche im Längsschnitte Figur 4 ist eine Seitenansicht von Figur
3.
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Figur 5 ist ein Schnitt nach Linie A-B in Figur 3.
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Figuren 6,7y 8 und 9 zeigen weitere Ausführungsformen des erfindungsgemässen
Flaschenverschlusses.
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Figur 10 zeigt das Übereinanderstapeln zweier o, der mehrerer stehender
Flaschen mit dem erfindungsgemässen Verschluss.
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Figur 11 zeigt das Übereinanderstapeln zweier oder mehrerer stehender
Flaschen in der vollständigen Schutzpackung.
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Figur 1'2 zeigt die Stapelung mehrerer liegender Flaschen in der viereckigen
Schutzp. ackung.
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Im einzelnen bezeichnet in Figur 1 das Bezugszeichen 1 eine Milchflasche
im teilweisen Schnitt, deren Öffnung durch die erfindungsgemässe Verschlußkappe
2 abgeschlossen ist. Diese Verschlusskappe besteht aus einem flachen oder profilierten
Teller 3 mit abgewinkeltem Randflansch 4 und dem eigentlichen Verschlußpfropfen
5, der mit seinem Dichtungswulst 6 federnd in den Flaschenhals eingepresst wird.
Um ein unbeabsichtigtes Abziehen der Verschlußkappe vom Flaschenhals zu vermeiden,
kann ein federnder Ringflansch 7 mit einer Wulst 8 vorgesehen werden, die sich im
geschlossenen Zustand der Flasche aussen unter den verstärkten Halsrand 9 der Flasche
legt. Der Ringflansch 7 kann auch völlig wegfallen.
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Nach Figur 2 ist der Ringflansch 1'0 zu einem Trichter 11 verlängert,,
der den Flaschenhals umfasst und diesen vor Bruch schützt. Der Teller der Verschlusskappe
ist hier abgesetzt gestaltet., Gemäss Figuren 3,4 und 5 ist die Flasche in ihrer
ganzen Länge von einer z. B. viereckigen Schutzhülle 12 mit seitlichen und bodenseitigen
Durchbrüchen oder Fenstern 13 umschlossen. In den verstärkten Ecken 14 der Hülle
12 sind radiale Rippen 15 als Stoßschutz angebracht, die die Flasche in ihrer Lage
in der Hülle 12 festhalten. Ebenso sind innen am Boden der Hülle 12 radiale Verlängerungen
16 der Rippen 15 als Stoßschutz angebracht. Die runde, vier-oder mehreckige Schutzhülle
kann auch geschlossen, d. h. ohne Durchbrüche, gestaltet sein.
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Die Verschlusskappe 2 kann gemäss Figur 3 die Schutzhülle 12 umgreifen
; vorteilhafter ist es jedoch, dieselbe einzuschieben, wie dies in der Figur gezeigt
ist. In diesem Falle kann die Kappe mittels Stifte, ähnlich einem Druckknopfverschluss,
in den Löchern 1'7 der verstärkten Ecken 14 oder durch eine Plombe ader Banderole
18 festgehalten werden.
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Bei der geänderten Ausführungsform der Verschlusskappe gemäss Figuren
6 und 7 ist die Deckplatte 19 oder der Teller der Kappe profiliert, so dass die
auf den Kopf gestellte Flasche, oder bei übereinandergestapelten Flaschen dieselben
nun auf den sternförmig angeordneten Rippen 20 aufstehen.. Auch ist bei dieser Ausführungsform
der ringförmige Halteflansch durch zwei oder mehrere Lappen oder Krallen 21,22 ersetzt,
die mit ihren Randwülsten den verstärkten Halsrand der Flasche umgreifen.
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Nach Figuren 8 und 9 ist der Verschlusspfropfen 23 aus presstechnischen
Gründen oben offen und unten geschlossen. Ebenso ist der Randflansch 24 nach oben
gerichtet und gleich hoch oder etwas höher als der Mittelteile In Figur 10 stehen
zwei oder mehrere Flaschen 25,26 mit den erfindungsgemässen Verschlusskappen übereinander
; in Figur 11 sind es zwei oder mehrere Flaschen in den die ganzen Flaschen 27,
28 umfassenden Schutzhüllen.
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Gemäss Figur 12 erfolgt die Stapelung der Flaschen 29,30,31 usw. in
den viereckigen Schutzhüllen gemäss Figur. 3 bis 5 liegend nebeneinander und übereinander.
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Die erfindungsgemässe Ausgestaltung des Flaschenverschlusses kann
mit ähnlichen Vorteilen wie zum Verschluss von Milchflaschen auch für Flaschen verwandt
werden, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind, aus der sich in ähnlicher Weise
wie bei Milch bei längerem Stehen Bestandteile abscheiden oder absetzen, so z. B.
für Flaschen, die Medikamente, Farblösungen, Soßen und ähnliche Flüssigkeiten enthalten..