DE173239C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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- C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
- C01B17/02—Preparation of sulfur; Purification
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- C01B17/0404—Preparation of sulfur; Purification from gaseous sulfur compounds including gaseous sulfides by processes comprising a dry catalytic conversion of hydrogen sulfide-containing gases, e.g. the Claus process
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 173239 KLASSE 12/. GRUPPE
enthaltenden Gasgemischen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. Juni 1904 ab.
Die Schwefelgewinnung" aus Schwefelwasserstoff bezw. aus Schwefelwasserstoff und
.schwefliger Säure, geschieht zur Zeit allgemein in der Weise, daß die mit der erforderlichen
Menge Luft gemischten Gase in den bekannten Claus-Öfen über Rasenerz (Eisern>xydhydra.t) geleitet werden, und zwar
in der Richtung von oben nach unten, derart, daß der gebildete Schwefel am unteren
Teile der Ofen iii flüssiger Form austritt.
I 'ie Hetriebsergebnisse dieses Verfahrens
lassen aber noch sehr zu wünschen übrig, i >ie Abgase der ("laus-* 'fen enthalten von
dem in dem eintretenden (las enthaltenen Schwefel, welcher z. Ii. bei den Gasen des
('hance-Prnzcsses etwa 300 g in einein Kubikmeter beträgt, noch etwa 14 bis 15 Prozent,·
nämlich noch 43 bis 45 g in 1 cbm. Diese bisher als unvermeidlich geltenden Verluste
werden noch empfindlicher durch die zur l'nschädlicbmachung dieser Gase erforderlichen
Hinrichtungen.
Die Hrfinder stellten fest, daß Bauxit, eine hydratische Tonerdeeisenoxydverbindung, im
Claus-Ofen eine wesentlich höhere Kontaktwirkung entwickelt als das bisher verwendete
Rasenerz (Eisenoxydhydrat). Die Verluste an Schwefel in den Abgasen betrugen z. B.
bei einem mit Bauxit gefüllten Be£riebsofen,
i1/., Jahr lang.in Betrieb war, anHälfte
der bei mit in den Abgasen
welcher
dauernd weniger als die
Rasenerz gefüllten öfen
verbleibenden Menge. Die Verluste betrugen je nach der Beanspruchung des Ofens nur
etwa 19 bis 22 g pro ι cbm Abgas (— C)
bis 7 Prozent des im Eintrittsgas enthaltenen Schwefels).
Diese Verwendung tonerdehaltiger Kontaktmassen im Claus-Ofen zur Erzielung einer
höheren Schwefelausbeute ist durchaus verschieden von der Verwendung von Tonerde
gemäß der Patentschrift 28758, Kl. 12. Hier hat die Zumisclnmg von Tonerde zur Kontaktmasse
lediglich den Zweck, das Zusammenschmelzen des Schwefeleiscns der Kontaktmasse
zu verhindern. Bei der in der Palentschrift 28758 erläuterten Arbeitsweise streichen
die CJase von unten nach oben durch den Ofen, derart, daß der Schwefel in Dampfform
durch eine Öffnung zwischen Kontaktmasse und Ofendecke abgetrieben wird. Bei der hohen Reaktionstemperatur dieser Arbeitsweise,
mag die Tonerde zwecks Verhütung des Zusammenschmelzen* der Kontaktmasse
gute Dienste geleistet haben, doch war diese hohe Temperatur gleichzeitig der Grund, dall
nicht schon damals die guten Eigenschaften der Tonerde erkannt wurden. Die" starke
Rüekzersctzung zwischen Wasserdampf und Schwefel zu Schwefelwasserstoff und schwefliger
Säure bei dieser hohen Temperatur ließ die Fähigkeit der Tonerde, in Verbindung mit Eisenoxyd bei mäßiger Temperatur eine
wesentlich bessere Umsetzung· der Schwefelwasserstoffgase zu bewirken, nicht zur Gellung
kommen; diese Fähigkeit blieb ver-
Claims (1)
- 35bonden. Als später die kältere Arbeitsweise mit der Gasführung durch den (Men von oben nach unten und unter Gewinnung von flüssigem Schwefel eingeführt wurde, kam ein Tonerdezusatz, weil nunmehr ein Zusammenschmelzen der Kontaktmasse nicht mehr zu befürchten war, nicht mehr in Anwendung. Die Claus-Üfenkontaktmasse bestand ganz allgemein aus Rasenerz (Eiseuoxydhydrat) ohne jeden; Zusatz.Der Bauxit besitzt gegenüber dem Rasenerz noch den Vorteil' einer festeren Struktur, welche eine· weitgehende Zerkleinerung gestattet, ohne daß pulveriger Zerfall eintritt. Kin weiterer wichtiger Vorteil im Vergleich mit dem bisherigen Kontaktmaterial ist die größere Reaktionskraft, die größere Enipfindliehkeit gegenüber den zu vereinigenden Gasen. Dieser Vorzug macht sich schon bei der Inbetriebsetzung eines frisch gefüllten Ofens geltend. Die Inbetriebsetzung eines mit Rasenerz (Eiscnoxvdhydrat) frisch gefüllten Oaus-Ofens geschieht in der Weise, daß die Kontaktmasse zunächst durch liindurchgelcitetc heiße Eeucrgase vorgewärmt wird. Nachdem dann noch durch Anzünden eines Holz- oder Kohlenfeuers auf der Kontaktmasse für die sofortige Entzündung des Gasgemisches Sorge getragen ist, erfolgt die Überleitung des Gasgemisches aus Schwefelwasserstoff und Luft. Da Schwefelwasserstoff mit Luft im Überschuß ein explosives Gasgemisch.' darstellt, sind solche Inbetriebnahmen nicht ungefährlich. Tatsächlich sind hierbei in England gewaltige Explosionen vorgekommen. Ein mit Bauxit gefüllter Claus Ofen braucht weder vorgewärmt zu werden, noch braucht der Prozeß dmvh einen Fcuerhraud eingeleitet zu werden. In kurzer Zeit wird selbsttätig die zur kontinuierlichen Otenarbeil erforderliche Temperatur erzeugt. Da kein beuerbrand angewendet wird und die Schwefelwasserstol'fgase sofort bis auf einen geringen Rest von der Kontaktmasse gebunden werden, ist eine Explosionsgefahr so gut wie ausgeschlossen. Schließlich ist noch hervorzuheben, daß, so.y fern Rasenerzkontaktmasse verwendet wird.* bei allen Inbetriebsetzungen - sowohl bei der eisten als auch bei allen folgenden nach Betriebsst.illständen — die Schwefclverluste in den Abgasen bis zur Erlangung bezw. Wiedererlangung der normalen Temperatur größer sind wie gewöhnlich. Wird hingegen Bauxit verwendet, so sind die Verluste in den .Abgasen bei den Inbetriebnahmen dei Ofen, auch bei der ersten, im Gegenteil erfahrungsgemäß noch geringer al- bei normalem Betrieb.1Άτι·: χ r-A xs t'i; i;c ii :Verfahren zur Gewinnung von Schwer·! aus Schwefelwasscrsiol! oder solchen ein haltenden Gasgemischen in einem schaci,; föriuigcn oder ähnlich gesonnten (Men. in weichem die mil Saueiv.oli oder l.uii gemischten -cliwelelwas-ersioliiiai: igen Gase V(JIi oben nach nuten über kontaktmaterial geführt \\ erden, dadurch gekennzeichnet, dal.'i als Kontaktsubstanz Bauxit ■ oder ähnlich zu-ainmenge-et/te alumimumoxvdhaltige Materialien benutzt werden.I 018S8
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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ID=438065
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