DE168360C - - Google Patents
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT
Gemäß der vorliegenden Erfindung sollen bei der Herstellung plastischer Massen aus
durch Hitze erweichten, unter Zusatz eines Bindemittels zusammengepreßten Elfenbein-5
oder Hornspänen der Masse Fasern von Holzwolle oder auch rohe Pflanzenfasern beigemischt
werden, um den Zusammenhang der Masse zu festigen, vor allem aber auch dem aus der Masse herzustellenden Gegenstände
ein marmorartig geädertes Aussehen zu verleihen.
Die Herstellung formbarer Massen aus Horn oder Knochenmehl unter Beimischung
von Holzstoff ist bereits bekannt. Zu dem Erzeugnis des vorliegenden Verfahrens verhält
sich jedoch das Erzeugnis dieses bekannten Verfahrens ungefähr so, wie sich eine Platte aus mit Sägemehl angemachtem
Gipsbrei verhält zu einer Platte aus reinem Gips, in deren Körper langfaserige Stoffe,
wie Werg oder Schilf oder Heidekraut, eingebettet sind, das heißt, soweit eine Verfestigung
des Zusammenhanges erzielt wird, wird sie im ersten Falle durch Veränderung der Masse an sich, im zweiten Falle durch
die den Körper aus an sich unveränderter Masse durchziehenden langfaserigen, zugbeanspruchten,
ankerartig wirkenden Einschlüsse erreicht. Hinsichtlich des Mustereffektes kann sich der klare, gestaltlose Holzstoff,
selbst wenn er sich durch seine Färbung von den übrigen Bestandteilen abhebt, nicht
anders verhalten wie etwa ein mit den übrigen Stoffen mehr oder minder vollkommen
verrührter Zusatz von . Erdfarben.
Er kann demnach nur der ganzen Masse eine andere Farbe geben und höchstens bei
unvollkommener Verteilung in der Masse dieser ein wolkiges oder sandiges Aussehen
verleihen. Die die Masse durchziehenden Faserstücke bewirken dagegen, da sie stellenweise
an die Oberfläche treten, eine mehr oder minder marmorähnliche, streifige Aderung
oder Maserung. Sie kommen also im Gegensatz zu dem gestaltlosen Holzstoff mit ihrer eigenen band-, faden- usw. förmigen
Gestalt und mit ihrer eigenen (natürlichen oder künstlichen) Farbe zur Geltung und
lassen demnach auch Zweifarbeneffekte erreichen.
Zur näheren Erläuterung des vorliegenden Verfahrens diene noch folgendes:
Die Oberflächenwirkung kann durch Färbung der Elfenbein- bezw. Hornspäne oder
der beizumischenden Fasern oder auch durch Färbung beider Bestandteile beeinflußt
werden, so/daß man ebensowohl dunkle Adern auf hellem Grund, wie helle Adern
auf dunklem Grund erscheinen lassen kann. Man kann auch ein und derselben Masse Fasern von verschiedener Färbung einverleiben.
Die dichte, politurfähige Oberfläche des fertigen Produkts zeigt ein schönes, lebendiges
Aussehen mit hübschen Schattierungen der Adern, deren Farbe für das Auge dadurch
beeinflußt wird, daß die Fasern je nach ihrer Annäherung an die Oberfläche von dem
durchscheinenden Grundstoff mehr oder minder überlagert werden. Eine die Masse undurch-
sichtig machende Färbung der Elfenbeinoder Hornspäne schließt natürlich die besagte
Abschattierung der Adern ganz oder fast ganz aus, so daß in diesem Falle eine
eher an Granit erinnernde Oberfläche entsteht.
Als Fasermaterial verwendet man entweder lange oder häckselartig geschnittene Holzwolle
oder — unter entsprechender Änderung der Musterwirkung — rohe Pflanzenfasern,
wie Moos, Luffa oder verwandte Stoffe. Als Bindemittel kann Albumin dienen. Statt wirklicher (tierischer) Elfen-
t beinspäne kann auch künstliches, sogen, vegetabilisches
Elfenbein verwendet werden.
Die Verarbeitung der Masse geschieht durch Formgebung und Pressung; beides
wird am besten in geeigneten Hohlformen bewirkt. Die aus der Masse erzeugten· Gegenstände
sind der mechanischen Bearbeitung durch Drehbank, Feile usw. fähig, auch, wie
schon gesagt, politurfähig.
Die Masse kann zu den verschiedensten Gegenständen verarbeitet werden, unter
anderem auch zu Platten und furnierartigen Blättern zum Belegen von Holz. Sie ist
aber wegen der eingebetteten Holzwolle elastisch und zähe genug, um auch zu Spazierstöcken,
Schirmgriffen, Messerheften u. dgl. Gebrauchsgegenständen verarbeitet werden zu können. Solche Gegenstände, insbesondere
Spazierstöcke, erhalten zweckmäßig einen — vorzugsweise aus Holz bestehenden — Kern,
über welchen die Masse in geeigneten Formen gepreßt wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse aus durch Hitze erweichten, unter Zusatz eines Bindemittels zusammengepreßten Elfenbein- oder Hornspänen, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse mit Fasern von Holzwolle oder rohen Pflanzenfasern vermischt wird, zum Zwecke, unter gleichzeitiger Festigung des Zusammenhanges dem aus der Masse hergestellten Gegenstand ein marmorartig geädertes Aussehen zu verleihen.J (S l.:<
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