DE1517618A1 - Verfahren und Anordnung zur chemischen Reinigung von Abwaessern - Google Patents

Verfahren und Anordnung zur chemischen Reinigung von Abwaessern

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DE1517618A1
DE1517618A1 DE19621517618 DE1517618A DE1517618A1 DE 1517618 A1 DE1517618 A1 DE 1517618A1 DE 19621517618 DE19621517618 DE 19621517618 DE 1517618 A DE1517618 A DE 1517618A DE 1517618 A1 DE1517618 A1 DE 1517618A1
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    • G05D21/02Control of chemical or physico-chemical variables, e.g. pH value characterised by the use of electric means
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
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Description

  • Verfahren und Anordnung zur chemischen Reinigung von Abwässern Die Erfindung betrifft die chemische Reinigung von Abwässern unter Verwendung zweier Reinigungsbecken, wobei die anfallenden Abwässer jeweils einem der beiden Becken zugeführt werden, während die in dem anderen Becken befindlichen Abwässer durch Zugabe von Kompensationsmitteln gereinigt werden. In den verschiedensten Industriebetrieben fallen saure, alkalische oder giftige Abwässer an, die vor der Ableitung in die Kanalisation neutralisiert bzw. entgiftet werden müssen. Dabei handelt es sich u.a" um weniger konzentrierte Spülwässer und um Konzentrate, die beide sauer, alkalisch, cyanidisch oder chromsäurehaltig sein können. Saure Abwässer werden in der Regel durch'Zugabe von Kalkmilch oder Natronlauge, alkalische durch Zugabe von Schwefelsäure neutralisiert und dabei auf einen pH-Wert von 7,5 bis 8,5 gebracht. Cyanidische Abwässer werden durch Zugabe von unterchloriger Säure (Chlorwasser) oder H ypochloridlauge (z.B. Natriumhypochlorid) entgiftet, d.h. das Cyanid wird durch die unterchlorige Säure in alkalischem Milieu in Chlorcyan und dieses im gleichen Milieu durch hydrolytische Spaltung in ungiftige Cyanate überführt. Das entgiftete Abwasser wird anschließend neutralisiert. Zur Entgiftung chromsäurehaltiger Abwässer verwendet man in der Regel schweflige Säure, durch welche das 6-wertige giftige Chrom der Chromsäure in saurem Milieu zu 3-wertigem Chromsalz reduziert wird. Nach der Entgiftung wird dann ein neutrales Milieu mit einem pH-Wert 7,5 bis 9,5 eingestellt, wobei unlösliche Hydroxyde ausgefällt werden.
  • Der Ablauf der Entgiftung bzw. die Einstellung sauren oder alkalischen Milieus bzw. der Verlauf der Neutralisation wird im allgemeinen an Hand potentiometrischer Messungen verfolgt. Hierzu dienen sogenannte Einstabmeßketten, bei welchen die Potentialdifferenz zwischen einer Elektrode im zu untersuchenden Elektrolyten und einer sogenannten Normalelektrode verfolgt wird. Die Zusammensetzung des betreffenden Elektrolyten kann durch bestimmte Reagenzien geändert werden.
  • Wenn man den pH-Wert (negativer dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration) über einer linearen Skala für den Säure-bzw. Laugenüberschuß aufträgt, so erhält man eine Kurve, die im neutralen Bereich (PH= 7) steil ansteigt und an ihren Enden in nahezu waagerechte Äste übergeht.
  • Auch der von einer Einstabmeßkette'gelieferte Spannungsverlauf, der über einer linearen Skala mit Cyanid- und Chlorüberschuß aufgetragen wird, ergibt eine ähnliche Kurve. Die so erhaltenen Spannungen liegen zwischen -100 und -1000 mV.
  • Es ist bekannt, die Entgiftung und Neutralisation der Abwässer in einzelnen Becken von Hand zu steuern. Dabei sind die Meßelemente unmittelbar in den die Abwässer aufnehmenden Becken angebracht und schwer zugänglich und störanfällig. Es wurde auch versucht, eine Automatisierung der Entgiftung der chemischen Abwäaaerreinigung mittels eines Durchlaufverfahrens herbeizuführen. Dies ist jedoch exakt nur dann möglich, wenn Messung und Regelung trägheitsfrei erfolgen können, was auch mit außerordentlichem Aufwand kaum jemals erreicht werden dürfte. Man muß daher stets besondere Sicherungabecken nachschalten, in denen das Abwasser ggf. zusätzlich von Hand entgiftet bzw. neutralisiert werden kann.
  • Zweck der Erfindung ist es, eine weitgehende Automatisierung der Abwasserentgiftung mit verhältnismäßig geringem Aufwand und großer Betriebesicherheit herbeizuführen. Erfindungsgemäß wird durch Vollaufen eines Reinigungebeckens eine Zeit-Kaskadenschaltung ausgelöst, nach welcher dem Reinigungebecken fortlaufend in bestimmter Folge Proben entnommen werden, wobei der Verunreinigungsgrad jeder Probe gemessen und dem Meßwert entsprechende Mengen Kompensationsmittel 'unmittelbar in das Reinigungsbecken gegeben und mit dem Abwasser vermischt werden. Nach Abschluß des Kompensationsvorganges verbleibt das Abwasser über eine vorgegebene Nachreaktionszeit hinweg im Reinigungebecken und wird erst dann nach erneuter Prüfung abgelassen.
  • Unter Kompensation soll hier einmal die Entgiftung gleich welcher Art und zum anderen die Neutralisation verstanden werden. Zu den an sich vorhandenen Becken mit Zulauf- und Ablaufvorrichtungen ist praktisch nur ein Meß- und Regelaggregat mit wenigsterrs zwei Pumpen zur Förderung der Proben erforderlich, das oberhalb der beiden Becken in einem gesonderten Raum angebracht sein kann, daher weniger störanfällig ist und leicht gewartet werden kann. Vor allem aber erhält man erhebliche Betriebesicherheit, die im Durchlaufverfahren praktisch nicht erreicht werden kann. Dies gilt auch für die Meßgenauigkeit-bei den einzelnen Meßvorgängen. Bekanntlich überziehen sich die in den Meßketten bei giftigen Abwässern meist verwendeten Silberelektroden, z.B. beim Übergang von Cyan-Überschuß nach Chlor-Überschuß, mit einer festen Schicht, welche eine genaue Messung nicht mehr zuläßt.
  • Da sich beim Durchlaufverfahren die Konzentrationswerte nur wenig ändern, bleibt dort diese Schicht erhalten. Nach dem vorliegenden Verfahren kommt man aber nur dann ins Gebiet des Chlor-Überschusses, wenn der Regelvorgang praktisch beendet ist, so daß eine sich dann möglicherweise bildende Elektrodenschicht keinen Einfluß auf die Meßgenauigkeit während des Regelvorganges .hat. Beim Umschalten auf das nächste Becken wird aber die Elek-. trode zunächst wieder in stark cyanidisches Milieu gebracht, in welchem sich die Schicht schnell auflöst.
  • Wie ferner erfindungsgemäß vorgeschlagen wird, können die Proben in festen Zeitabständen entnommen und Kompensationsmittel schrittweise innerhalb dieser Zeitabstände zugegeben werden.
  • Man tastet sich somit in einzelnen Schritten an den Entgiftungspunkt heran, wobei nur sichergestellt werden muß, daß dieser Punkt beim letzten Entgiftungstakt nur sehr wenig überschritten wird.
  • Während des ersten Teils der Nachreaktionszeit werden Probenentnahme, Messung des Verunreinigungsgrades und Kompensation fortgesetzt, und kurz vor Ablassen des Abwassers wird der Verunreinigungsgrad nochmals überprüft und ggf. der Ablauf des Abwassers gesperrt. Die Größe der Nachreaktionszeit kann nicht allgemein bestimmt werden. Sie richtet sich nach der Art und Konzentration der jeweiligen Giftstoffe. Bei der Entgiftun g cyanhaltiger Abwässer haben sich etwa 25 Minuten als ausreichend erwiesen. Diese Nachreaktionszeit ist dadurch bedingt, daß sich zwar die Giftstoffe bei der Zugabe des Entgiftungsmittels in der Regel augenblicklich umwandeln, dabei aber zunächst wieder andere giftige Stoffe bilden, die sich zum.Teil nur langsam und unter bestimmten Bedingungen in ungiftige Stoffe unter weiterer Reaktion mit z.B. Wasser umwandeln.
  • Wie schon ausgeführt, geht die Umwandlung in der Regel nur in einem bestimmten sauren oder alkalischen Milieu vor sich. Bei giftigen Abwässern wird daher hier vor der Zugabe von Entgiftungsmitteln der für die jeweilige Entgiftungereaktion erforderliche pH-Wert durch Zugabe eines ersten Kompensationsmittels eingestellt, bei cyanhaltigen Abwässern also durch Zugabe von Lauge oder Kalkmilch. Dieser pH-Wert soll auch während des Entgiftungsvorganges und ggf. während des ersten Teils der Nachreaktionszeit ständig überwacht und bei Abweichen vom Sollwert durch Zugabe von Kompensationsmittel korrigiert werden. Bei der Entgiftung von Cyanid durch Natriumhypochlorid und Wasser bilden sich somit augenblicklich Chloroyan und Natronlauge nach der Gleichung NaCN + NaOCL + H20 ---> ClCN + 2 NaOH.
  • Das so erhaltene Chlorcyan ist wiederum giftig'und reagiert erst langsam bei einem pH-Wert größer als 10 mit Wasser nach folgender Gleichung: ClCN + H 20--->HOCN + HCl.
  • Erst wenn diese Reaktion vollständig abgeschlossen ist, darf das Abwasser abgelassen werden.
  • Die erfindungsgemäße Anordnung zur Reinigung von Abwässern ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, daß zwei mit Umwälzvorrichtungen versehene Reinigungsbecken mit umschaltbaren
    Zuleitvorriohtungen vorgesehen sind, welche in jeder Schaltetel-
    'lun4; Abwässer in das eine und Kompenoationamittel in das andere
    Reinigungebookeh leiten, daß mit Abstand oberhalb der Reinigungs-
    becken eine zur Nessung den Verunreinigungegrades dienende Meß-
    zelle angeordnet ist, der während einen durch eine Zentralsteuer-
    vorrichtung vorgegebenen Arbeitszyklus mittels einer Pumpe aus
    dem jeweils eingestellten Reinigungsbecken Abwasser zugeführt
    wird, daß ferner Regelvorrichtungen vorgesehen sind, welche
    die unmittelbar in das Reinigungsbecken geleitete Menge Kompen-
    nationamittel entsprechend dem gemessenen Verunreinigungsgrad
    regeln und dem Reaktionavorgang angemessene Reaktions- und/oder
    Nachreaktionszeiten steuern, und daß Sicherheitsvorrichtungen
    vorgesehen sind, die bei fehlerhaftem Ablauf den Reinigungavor-
    ganges ansprechen und den Ablauf des Abwassers sperren.
    Die Zuleitvorriohtungen können eine zwischen den Reinigungsbecken unterhalb von Flüssigkeitszulaufleitungen kippbar gelagerte Schaltwippe mit jeweils zwei getrennten$ entgegengesetzt liegenden Abläufen für Abwasser und Kompensationamittel aufweisen. Z.B. kann die Zuleitvorrichtung für das Abwasser durch eine Rinne mit zwei Auslaufenden gebildet und fest mit einem Doppeltrichter für das Kompenaationamittel verbunden sein, dessen Trennwand bei der Kippbewegung über die Zuführ-Mittelebene hinweg schwenkbar ist. Vorzugsweise wird für jedes Reinigungsgefäß eine besondere ventillose Pumpe nach Patent 1 067 309 vorgesehen. Diese Pumpe - weist keine mit dem Abwasser in Berührung kommenden bewegbaren mechanischen Teile auf. Die Flüssigkeit muß nur durch eine Aussparung im Pumpenkasten und durch eine kontinuierlich verlaufende Leitung hindurchtreten, die außerdem noch einen sehr kleinen Querschnitt haben kann, da selbst dann, wenn sich Feststoffteilchen in diesen Öffnungen absetzen würden, diese Teilchen beim Zwischentakt durch die austretende Preßluft entfernt werden. eorzugeweise ist die Pumpe an einen über der Meßzelle liegenden Hochbehälter angeschlossen, und die Meßzelle ist als Verdränguligegefäß mit unten liegendem Zulauf und oben liegendem Über,lauf ausgebildet. Jede neue zugeführte Probe verdrängtsomit selbsttätig die zunächst noch in der Meßzelle befindliche Flüssigkeit.
  • Nach einem weiteren Erfindungsvorschlag wird durch eine Zeit-Kaskadenschaltung eine selbsttätige Einschaltung der nächsten Programmetufe jeweils dann bewirkt, wenn folgende Bedingungen erfüllt eindz a) Reinigungebecken gefüllt, b) Schaltwippe steht in richtiger Stellung, c) vorgegebener pH-Wert eingestellt, cl) ggf. Entgiftung durchgeführt, d) Reaktionszeit abgelaufen und PH-Wert und ggf. Entgiftungszustand beibehalten, e) Nachreaktionszeit abgelaufen, f.) Reinigungsbecken geleert. Diese Steuerung wird erfindungegemäß vor allem durch die Kombination einer elektrisch fortschaltbaren, die wesentlichen Steuervorgänge auslösenden Schaltwalze mit einer elektrischen Schaltuhr erzielt. Zusätzlich kann ferner ein die jeweils vorgewählte Pumpe selbsttätig schaltender Impulsgeber vorgesehen werden. Besondere Bedeutung für die Kompensation hat ferner ein Dosier-Steuergerät, welches bei jedem Kompensationsschritt die Menge des zudosierten Kompensationsmittels in ein vorgegebenes Verhältnis zum gemessenen Verunreinigungsgrad bringt. Insbesondere läßt sich die maximale, bei jedem Kompensationsschritt zu dosierende Menge Kompensationsmittel derjenigen Menge des Verunreinigungsmittels anpassen, die sich mit der verwendeten Meßvorrichtung noch hinreichend genau erfassen läßt. Wenn mit dem vorletzten Dosierschritt der Verunreinigungsgrad soweit herabgedrückt ist, daß er die vorerwähnte Grenze unterschreitet, dann kann mit außerordentlich großer Genauigkeit beim nächsten Schaltschritt die vollständige Kompensation durchgeführt werden.
  • Als besonders brauchbar für diese Steuerung hat sich-ein unter der Bezeichnung "Miller-Integrator" bekanntes Gerät mit nachgeschalteter bistabiler Kippstufe erwiesen. Vorzugsweise wird dem Miller Integrator ein Zerhacker-Verstärker vorgeschaltet, der das Gitter einer Elektronenröhre ansteuert, deren Anode an Wechselspannung mit fester Phasenbeziehung zum Zerhacker liegt. Wenn man davon ausgeht, daß die an der Meßkette erhaltene und kompensierte Spannung U E im begrenAten unteren Meßbereich dem Logarithmus o der Konzentration des Verunreinigungemittels proportional ist, so muß man eine der Konzentration proportionale Steuergröße erzeugen. Die dem Miller Integrator zuzuführende Steuerspannung U M ergibt sich dann aus wobei UB die gleichgerichtete Ausgangsspannung einer mit Wechselstrom gespeisten Elektronenröhre zur Ansteuerung des Miller-Integrators für U E = o ist, also bei durchgeführter Entgiftung. Schließlich wird erfindungegemäß noch vorgeschlagen, dem Miller-Integrator ein Regelglied zur Anpassung der Charakteristik des Steuergeräts an die Meßkurve der Meßvorrichtung vorzuschalten. Die Erfindung sei nun an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen Fig.1 in schematischer Darstellung den prinzipiellen Aufbau einer Abwasserreinigungsanlageg Fig.2 eine erfindungegemäß ausgebildete Abwasserreinigungsanlage, Fig.3 eine Schaltwippe, zur Steuerung des Zulaufe, Fig.4 ein zugehöriges Schaltbild, Fig.5 die Abwicklung einer Hauptsteuerwalze zur Steuerung der Anordnung nach Fig.4, Fig.6 die Schaltung eines in Fig.4 schematisch gezeigten Steuergeräte und Pig.7 den Verlauf einer pE-Zurve über einer linearen Skala mit Säure- bzw. Laugenüberschuß. Wie sohon ausgeführtg handelt es sich bei den in Industrieanlagen anfallenden Abwässern in erster Linie um cyanidischeg ehroahaltige und nicht giftige saure und/oder basische Abwässer. Die oyanidhaltigen Abwässer werden gemäß Fig.1 in einer ersten ]Rntgiftungeanlage 1 und die ahromhaltigen Abwässer in einer zweiten Entgiftungsanlage 2 entgiftet und dann einer Neutralinationaanlage 3 zugefUhrt, während die nicht giftigen Abwässer entsprechend Pfeil 4 der Reutralisationaanlage unmittelbar zugeführt werden. Die entgifteten und neutralen Abwässer können dann entsprechend Pfeil 5 in die Kanalisation geleitet werden. In Fig, 2 ist der schematische Aufbau einer erfindungsgemäßen Entgiftungsanlage gezeigt, die im nachfolgenden mit Bezug auf die Zntgiftung cyanidischer Abwässer beschrieben werden soll. 6 und 7 sind dort zwei getrennte Abwasserbecken, in welchen die obere Grenze des Wasserepiegels durch Schwimmer 8, 9 abgetastet wird$ die jeweils in später noch zu beschreibender Weine einen Schalter steuern. Beide Becken können über Leitungen 10, 11 und Umschaltventil 12 mittels einer Pumpe 13 nach vollzogener Intgiftung»in ein Neutralisationsbecken 14 entleert werden, aus welchem sie nach abgeschlossener Reutralisation durch Leitung 15 in ein Absetzbecken 16 gelangen. Nit 17 ist ein Abfluß den Absetzbeckene bezeichnet, dem eine Kammer 18 vorgeschaltet istg in welcher sich eine Pumpe 19 befindet, die durch Leitung 20 ständig Proben in eine Meßkammer 21 mit wenigstens einer Einstabmeßkette 22 fördert, die über einen Regler 23 eine Alarmeinrichtung 24 einschaltet und ggf. den Ablauf des Abwassers sperrt, falls die in die Kanalisation zu leitenden Abwässer nicht vollständig neutralisiert sind.
  • In folgendem soll nun näher auf die dargestellte Cyanid-Entgiftungsanlage eingegangen werden. Über einer Trennwand 25 zwische n den beiden Becken 6 und 7 ist, wie in Fig.3 näher gezeigt, in einem Lager 26 kippbar eine Wippe 27 gelagert, die durch Preßluftzylinder 28, 29 aus der einen in die andere Endstellung um-. schaltbar ist. Die Wippe besteht im wesentlichen aus einer Ab- laufrinne 30 mit zwei Auslaufenden 30a und 30b und einem Doppeltrichter 31 mit einer mittleren Trennwand 32 und zwei Ablaufleitungen 31a und 31b. Senkrecht über dem Lager 26 befinden sich eine Abwasserzulaufleitung 33 im Bereich der Rinne 30 und Zulaufleitungen 34, 35 für Neutralisationamittel aus einem Behälter 36 und Entgiftungsmittel aus einem Behälter 37. Der Zulauf dieser Kompensationamittel wird über in die Leitungen 34 und 35 eingeachaltete Magnetventile 38, 39 gesteuert.
  • Nach der Zeichnung steht die Wippe 27 in einer aolchen Schaltetellung, daß aus der Zuleitung 33 fließendes Abwasser über das Austrittsende 30b der Rinne 30"in das Becken 7 und Kompensationamittel aus den Leitungen 34, 35 über das Auslaufrohr 31a in das Becken 6 geleitet werden. In jedem Becken befindet sich in geeigneter Höhe unter dem höchsten Wasserspiegel ein Pumpenkasten 40 einer nach dem deutschen Patent 1 067 309 ausgebildeten ventillosen Pumpe, in welcher ein Entnahmerohr 42 bis dicht über den Boden 40a des Pumpenkastens geführt ist, während eine Druckluftleitung 42 im oberen Bereich des Kastens endet. 40b ist eine in der Kastendecke vorgesehene Öffnung und 43 ein Magnetumschaltventil, dag in der einen Stellung die Leitung 42 an eine Preßluftleitung 45 anschaltet und in der anderen Stellung die Leitung 42 entlüftet oder an eine Unterdruckleitung 46 anschließt. Wenn dieses Ventil in Druckluftstellung steht, so wird durch die dem Kasten 40 zugeführte Druckluftg die zwar zumTeil durch die Öffnung 40b entweicht, die im Kasten befindliche Flüssigkeit durch Leitung 41 in einen Hochbehälter 44 gedrückt, bis der Kasten 40 nahezu vollständig entleert ist. Beim anschließenden Entlüftungsvorgang füllt sich der Kasten 40 durch die Öffnung 40b wieder auf, so daß sich dieser Arbeitstakt in bestimmten Zeitabständen wiederholen kann. Aus dem Hochbehälter 44 kann die geförderte Flüssigkeit über Leitung 47 einer Meßzelle 48 zulaufen, in welcher sich zwei Einstabmeßketten 49 mit Glaselektrode und 50 mit Silberelektrode befinden. Durch die Glaselektrode wird über Regler 51 das Magnetventil 38 für die Lauge.unmittelbar gesteuert, während die Einstabmeßkette 50 mit der Silberelektrode das Entgiftungsmittelventil 39 durch ein Steuergerät 53 steuert und ein parallel geschalteter Regler 52 bei unzureichender Entgiftung eine Signalvorrichtung 54 und eine Alarmvorrichtung 55 betätigt. Die entsprechende Pumpenanordnung für das Becken 7 ist mit 401 bis 471 bezeichnet. 56 ist eine Rücklaufleitung, aus welcher die Meßflüssigkeit in der Zelle 48 jurch die jeweils später geförderte Flüssigkeitsprobe verdrängt werden kann.
  • Zur Steuerung der gesamten Anordnung dient in erster Linie eine Schaltwalze W, deren Abwicklung in Fig.5 vereinfacht dargestellt ist und die durch einen Drehmagneten D (Fig.4) bei jeder .Impulsgabe um einen Schaltschritt in die nächste Stellung bzw. Schaltstufe I - VIII weitergeschaltet werden kann. Diese Walze steuert mittels ihrer in verschiedenen Feldern angebrachter Nocken 16 Schalter W a bis W q* Die Schaltetufen I-IV dienen zur Steuerung des Entgiftungsvorganges für das Becken 6 und die Schaltstufen V - VIII zur Steuerung des entsprechenden Vorganges für das Becken 7. In Fig.4 ist mit 57 ein Nulleiter bezeichnet und mit 58 eine Phasenl eitung, die mittels eines Hauptschalters 59 an eine Leitung 60 anschaltbar ist, welche wiederum durch den Walzenschalter Wb an eine Leitung 61 angeschaltet werden kann. Zwischen die Leitungen 61 und 57 sind nun mittels der Walzenschalter W 9 und Wh Schaltgeräte 12a und 12b zur Steuerung des Umschaltventils 12 und der Pumpe 13 zur Beckenentleerung geschaltet.
  • Die Einstabmeßkette 49 ist mittels Leitungen 62 mit einem Sollwerteinsteller 63 verbunden, der wiederum an'die Leitungen 57,60 angeschaltet ist und die von der Einstabmeßkette 49 gelieferte Spannung ao korrigiert, daß-eie durch einen Impedanzwandler 64 verstärkt unmittelbar dem Regler 51 zugeführt werden kann. Dieaer Regler hat Schaltbereich x, y und z und schaltet einen Einschaltkontakt 51a und einen Umschaltkontakt #lb, welche mit Gegenkontakten 65, 66 und 67 zusammenwirken. Der Einschaltkontakt 51a liegt in den Regelbereichen x. y am Kontakt 65, während der Umschaltkontakt 51b im Bereich x am Kontakt 66 und in den Bereichen y. z am Kontakt 67 anliegt. Der Kontakt 51b ist durch Leitung 68 unmittelbar an Leitung 61 angeschlossen, während Kontakt 51a Spannung über den Walzenschalter W, oder W f und über einen U-gehaltkontakt 69 zugeführt wird, der von der Wippe 27 gesteuert wird. Der Stromweg wird somit durch die Walzenachalter W 9 und W f vorgewählt und durch den Umschalter 69 nur dann geschlossen, wenn die Wippe in der vorgegebenen Stellung steht. Mittels seines Kontakten 51a steuert der Regler 51 ein Relais 70 für das Laugenventil 38 in den Regelbereichen x und y. Die Lauge fließt ständig z14 bis der Regler in den Bereich z gelangt und dadurch den Kontakt 51a öffnet. Durch den Unochaltkontakt 51b wird dagegen im Bereich x über Kontakt 66 ein Verzögerungerelain V Z eingeschaltet, das die schon erwähnte Alarmvorrichtung 55 nach einer vorgegebenen Zeitspanne betätigt, falle bis dahin der vorgegebene pH-Wert nicht erreicht ist. In den Sohaltbereiehen y und % wird dagegen durch Kontakt 51b und Leitung 71 ein Umschaltkontakt 52a des Reglers 52 an Spannung gelegt, der von der Einstabmeßkette 50 mit der Bilberelektrode über einen Sollwerteinateller 72 und einen Impe-, danzwandler 73 gesteuert wird. Der Sollwerteinsteller dient zur Temperaturkompensation und zum Verschieben der,Signalspannung in den Neßbereich des Reglern und des Steuergerätea, ferner zur Kompensation der Nullpunktfehler der Elektroden. Z.B. liegt die Signalspannung der Ag-Blektrode beim Entgiftungepunkt bei -250 mV und muß daher, um eine Spannung von OmV zu erhalten, durch den Sollwereinsteller korrigiert werden. Die am Regler 52 erhaltenen Meßwerte werden gleichzeitig einer Registriervorrichtung 74 und dem Steuergerät 53 zugeführt. Der-Umschaltkontakt 52a liegt wiederum im Schaltbenichx an einem ersten Gegenkontakt 75 und in den Schaltbereichen y und z an einem weiteren Gegenkontakt 76 an. Mittels Kontakt 75 wird hier über Walzenechalter . W q eine Schaltuhr 77 in der Walzenetellung III durch den Regler an Spannung gelegt, Während die Schaltuhr durch den Walzenschalter W a unmittelbar an die Leitung 61 anachaltbar ist. Diese Schaltuhr kann dem Drehmagneten für die Schaltwalze über Leitungen 78 Einschaltimpulee übermitteln, wie dies auch durch die von den Schwimmern 8, 9 betätigten Schwimmerschalter 8a und 8b über Walzenschalter W, und Wm geschieht. Mit 79 ist ein Pumpe*nsteuergerät bezeichnet, das über Leitungen 80, 81 zwischen die Leitungen 61 und 57 unmittelbar an Spannung liegt. Dieses Pumpensteuergprät vermittelt in gleichbleibenden Zeitabständen, z. B. 1 Minute, Schaltimpulse über einen der jeweils geschlossenen Walzenschalter Wp oder Wo an Relais 82 oder 83 für das Pumpenumschaltventil 43 oder 431. Ferner werden im gleichen Zeitpunkt Einschaltimpulse über Leitung 84 an das Steuergerät 53 gegeben. Dieses Steuergerät gibt schließlich zeitlich veränderte Impulse über Leitung 85 an ein Relais 86 für das Magnetventil 39 in der Leitung 35 des Entgiftungsmittels. Mit 87 und 88 sind zwei Rührwerke bezeichnet, welche durch Walzenschalter Wi und Wk steuerbar sind. Die Walzenschalter We und Wd steuern schließlich mittels Relais 89 und 90 über Magnetventile gl, 92 die Preßlüftzylinder 28, 29 zur Umschaltung der Wippe 27 gemäß Fig. 3 von der einen in die andere Stellung. Die Schaltung des Steuergerätes 53 ist schematisch in Fig. 6 wiedergegeben. Dort ist mit 93 ein durch Leitungen 94s 95 zwischen die Leitungen 57, 60 eingeschalteter Transformator mit Sekundärwicklungen 93a und 93b bezeichnet, welche letztere an einen Zerhacker-Verstärker 96 angeschlossen sind, dem die von der Einstabmeßkette 50 gelieferte Spannung über den Sollwerteinsteller 72 und den Impedanzwandler 73 zugeführt wird. Die Einstab-Meßkette weist eine Silberelektrode 50a und eine Bezugselektrode 50b auf. Während die Silber'elektrode frei in die Flüssigkeit ragt, ist die Bezugselektrode in einem mit Kaliumnitrat gefüllten Gehäuse untergebracht, das zur Flüssigkeit hin durch ein Diaphragma 50c abgeschlossen ist, durch welches hindurch der Ionenaustausch stattfinden kann. Bisher wurde für die Füllung des Raumes der Bezugselektrode Kaliumchlorid verwendet, wobei sich jedoch unter dem Einfluß der Chlorionen aus der Meßflüssigkeit falsche Potentialwerte ergeben. Bei der hier verwendeten KaliumnitratfUllung läßt sich jedoch keine Störung des Potentials in der Bezugselektrode durch Chlorionen feststellen. Über einen Kondensator 99 und ein Potentiometer P ist der Zerhacker-Verstärker 96 einmal an eine Leitung 100 und zum anderen mittels eines verstellbaren Abgriffes 101 mit dem Gitter 102a einer Elektronenröhre 102 verbunden, deren Anode 102b unmittelbar an eine Leitung 93al angeschlossen ist und deren Kathode 102c über einen Widerstand 103 an die Leitung 100 angeschlossen ist. Zwischen die letztere Leitung und eine Leitung 93a2 der Sekundärwicklung 93a ist ein weiterer Widerstand 104 geschaltet, und diesem parallel liegt über einen Gleichrichter 105 ein Kondensator 106, dessen Spannung über Leitungen 107, 108 einem Miller-Integrator 109 zugefUhrt wird, der eine bistabile Kippstufe mit Relais 110 steuert.
  • Es sei angenommen, daß in der gifthaltigen Lösung zwischen den Elektroden 50a und 50b eine Spannung U Ei (100 - 1000 mv) gemessen wird. Durch den Sollwerteinsteller wird die Spannung U Ei in eine Spannung U, derart verwandelt, daß U, = o wird, wenn Ilie Lösung entgiftet ist. Hierfür gilt wenigstens im Bereich geringerer Konzentration die Gleichung 1 ) UE -log c' wobei c die Konzentration der zu entgiftenden Lösung ist. Wenn man das Entgiftungsmittel unter gleichbleibendem Druck durch ein Ventil zuführt, so muß, um bei geringer Konzentration die Flüssigkeit vollständig entgiften zu können, fUr die Ventilöffnungezeit t die Beziehung gelten: 2) UE,---i log t . Bei Verwendung eines Miller-Integrators 109 kann dies erreicht werden, wenn folgende Beziehung eingehalten wird Hierin sind U M die Eingangsspannung am Miller-Integrator, U B die durch die Anodenspannung an der Röhre 102 und die WidersUnde 103 und 104 festgelegte maximale negative Eingangsspannung am Miller-Integrator fUr U, M o. Der Proportionalitätstaktor a kann mit Hilfe des Potentiometers P so verändert werdeng daß, wenn die Spannung U', bei giftiger FlUnaiigkeit ihren Maximalwert UE max erreichtg die Annteuerspannung U M einen solchen Wert annimmt, daß der Miller-Integrator gerade die Zeit t braucht, umdie nachfolgende Kippstufe umzuschalten. In der gezeigten Schaltung bildet die Meßspannung UEL mit der am Sollwerteinsteller eingestellten Spannung die Differenzspannung UEs die über den Impedanzwandler 73 läuft und anschließend,in 96 zerhackt und verstärkt wird. Mittels der Röhre 102 wird die stets negative Rechteckspannung U A in der Amplitude durch UE und mit UE1 so verändert, daß nach Gleichrichtung durch die Diode D die Beziehung nach Gleichung 3 erhalten wird.
  • Wie im Diagramm des Mil.ler-Integr ators in Fig. 6 aufgezeichnet, läuft die Ausgangsspannung UK , also die Ansteuerspannung für die Kippstufe, von einem Anfangswert U 0 als Funktion der Spannung U M und damit auch der Spannung U E verschieden schnell hoch. Wenn der Spannungswert U S erreicht ist, kippt die bistabile Kippstufe 110 und schaltet über ihr Relais 86 das Entgiftungsventil 39 ab. Das Diagramm läßt erkennendaß bei der Spannung U E - o, also U M = U BI die Spannung U K augenblicklich den Wert U S erreicht und damit die Öffnungszeit des Ventils 37 gleich Null wird. Im anderen Grenzfall, bei dem U E den Maximalwert hat, ergibt sich eine Ventilöffnungszeit t Max* In diesem Falle bleibt das Ventil 37 über den gesamten Arbeitszyklus hinweg, also 1 Minute, geöffnet.
  • Wenn auch die Kompensation im Vorstehenden ausschließlich für das Entgiftungsmittel beschrieben wurde, so gilt die gleiche Regel im wesentlichen auch fUr die Korrektur des pH-Wertes in der Neutralisationsanlage. Die Kurven entsprechen in der Regel dem in Fig. 7 aufgetragenen Verlauf des pH-Werts Über dem Säure- bzw. Laugenüberschuß. Von einer bestimmten Konzentration des Verunreinigungsmittels ab stellen sich an den Meßelektroden 57a und 57b konstante Spannungswerte UE max ein. Eine exakte Messung kann dort daher nur dann erfolgen, wenn dieser Grenzwert unterschritten ist. In den einzelnen Kompensationsstufen werden daher anfangs nur solche Mengen Kompensationsmittel zugegeben, die höchstens so groß sind wie diejenige Menge, die zu einer vollständigen Kompensation vom Grenzwert aus hinreichen würde. Nachdem aber dieser Grenzwert Unterschritten ist, kann im letzten Schaltschritt mit recht großer Genauigkeit die noch fehlende Menge Kompensationsmittel zudosiert werden. Es sei nun angenommen, daß der Steuervorgang für das Becken 27 abgeschlossen ist und die Schaltwalze in Stellung I steht. Wie Fig- 5 zeigt, ist dort mittels eines Nockens WIl nur der Walzenschalter'Wl für den Schwimmer 8 des linken Beckens 6 vorgewählt. Wenn das Becken gefüllt ist, wird der Schwimmerschalter 8a (Fig. 4) betätigt und dadurch der Drehmagnet ä kurzzeitig an Spannung gelegt, der die Walze W in die nächste Stellung II bringt. In dieser Stellung wird über Schalter Wa die Schaltuhr 77 eingeschaltet, der Schalter Wb für die Leitung 61 geschlossen und durch den Schalter Wd das Ventil 92 fUr den Druckluftzylinder 29 geöffnet, der die Schaltwippe 27 in die Stellung gemäß Fig. 3 bringt, in Welcher das weiterhin zutlie'ßende Abwasser in das Becken 7 geleitet wird, während die Kompensationsmittel dem Becken 6 zugeführt werden. Über Schalter Wk wird das Rührwerk 88 für das linke Becken eingeschaltet, und es wird der Stromkreis fUr das Ventil 43 der Pumpe 40 vorbereitet, so daß diese über ihr Steuergerät 79 in Rhythmus 1 Minute kurzzeitig eingeschaltet werden kann. Mittels Walzenschalter We ist der Stromkreis fUr den durch die Schaltwippe 27 gesteuerten Umschalter 69 vorgewählt, der durch Umlegen der Wippe in die gezeichnete Stellung gebracht ist, so daß der Kontakt 51a des Reglern 51 an Spannung liegt. Dieser Kontakt liegt zunächst am Gegenkontakt 65 in den Bereichen x und y des Reglern 51 an. Dabei wird über Relais 70 das Laugenventil 38 geöffnet und ständig Lauge über die Schaltwippe 27 dem Becken 6 zugeführt. Die Meßwerte zur Steuerung des Reglers 51 werden in der vorboschrie#enen Weine durch die Einstab-Meßkette 49 mit Glaselektro-de über Sollwerteinsteller 63 und Verstärker 64 entsprechend der Zusammensetzung der durch die Pumpe in die Meßzelle 48 geförderten ?Wenigkeit erhalten. Da es,sich hier um cyanhaltige Abwänner handelt@ muß ein pH-Wert in der Größenanordnung 11 eingestellt werdeng de genaue Potentialmessung fUr die Entgiftun4 und die lgntgiftung selbst nur in alkalischem Milieu möglich eind.
  • Bevor dieser Grenzwert vollständig erreicht ist, ist die an der Schaltuhr 77 vorgegebäne Zeit abgelaufen, und es wird kurzzeitig wieder der Drehmagnet D eingeschaltet, der die Schaltwalze um einen weiteren Schritt in Stellung III weiterschaltet. In dieser Stellung wird zusätzlich der Schalter Wn zur Steuerung des Entgiftungevorganges geschlossen, durch welchen das Steuergerät 5-" an das Pumpennteuergerät 79 angeschlossen wird und im folgenden von dort seine Jimpulee erhält. Perner wird Über Kontakt Wq die
    Sch94tuhr 77 eingeachaltetg deren Kontakt Wa jetzt geöffnet
    iät,i AU0b In dieger Schaltetellung bleibt der Regler 51 einge-
    sc#tat"tOi't, und en wird während den gesamten Entgiftungsvorganges
    for pil-Vort konstant gehalten Now. durch zusätzliche Steuerung
    des Lausenvontils 38 korrigiert.o,.#,A#a Lauge wird hier Natron-
    die in einem besonderen Gerät
    ,4"4t*t# wetten ebni,lealle die EufUhrgeechwindigkeit durch das
    t49gegl,entil 38 Moht ausreicht6 kann über einen am Regler 51
    nieht gezeigten 94htakt ein zusätzliches Ventil
    geöffnet werden, um die Neutralination zu beschleunigen.
    P!,;r.-.jllel zu dieser weiteren Neutrvlisation wird nun in der schon bcechriebene-n durch d--.#s Steu:2-,ri"erät 53 und Relais' 86 dl--:s V,-ntil 39 bei jed.,1.-n Pumpvorgang der#,.rt um eine im Steuergerät 53 E#rmitteltc Ze--i.trpf--nnc geöffnet. und dadurch aus dem B«_hälter 37 N.-,triumhypo(-"#ilorid zugegeben, d-S mit de##m vorh-ndenen N##triunic-.z.,nid und Chlorey,#:n und N"atronl,-.u,-e bildet. Bei dem -.nfänglich vorh-#idenen großen C17 "-nidreti: lt er-' J "eben slieh Ventil.öffnungszeiten von etwri 55 sec. Der durch die 1,inotrb-IduLkc--t-(;u 50 (Ic-r Silb-erelektrodu erhi.1-Lene Meßwert ändert sich zun.ä",#tis't. nur wenig, so d#,:.ß bei jedem Pumpentu,kt j)r,-,#ktisch gleichbleibende M#"ngen Entgiftungsmittel zugegeben worden. «Erst wenn m:-.in in die Näh2 des EntgiftungSpunkts kommt, erhält m.:n (,#x,-3kte i4*.-efjwer-'.:-#', für die vorhandene Konzentr#Aion des Cy".,ni(is. D-Aul-ch wird !--L.,ch diu Meng-- des zugegebenen Entwor,--,ufh.in m--1-n n!,.ch meist einum o"15-.-. zwei eine vollständige Entgiftung E:#rhÜlU. 14-#.n kommt ---uf diese ',-jr;isc verhältnismäßig schnell und ohne unerwUnschten Übersohuß des Entgiftungsriittels zum Entgiftungspunkt . Es wird -##uch die ',-)'il brire-1c--ktrozie 9 die sich mö glicherwe Iise zuvor in größerem Chlorüberschuß b#_funden h#---,t unti in,-ktiv geworden ist schnell dAurch wieder br"uchb#,r, dnß sie Zu Beginn der Ent-1-,iftun.r, des neu,-l-r- Beckz:ns in stärker ej,#;nidi.sches Milieu gebr.!.cht wird. MF-ß,-c.ii; u#i-,keit wird durch die hier ve-rw,-,-ndett: Füllung des Aufnahmeraums fUr die Bezugselektrode mit Kaliumnitrat.
  • Der gesamte Entgiftungsverlauf wird durch eiri Re,-Distriergerät 74 festgehalten, dem die Meßspannung unmittelbar zugefUhrt wird. Es können auch den Regler 52 mechanisch abtastende Schreibgeräte verwendet werden.
  • '."äh.-end des gesamten Entgiftung-svorganges liegt der Unsch,#ltkontakt ;52a in den Meßbereichen j, z in seiner. Gegenkontakt 76. Dadurch Ist ein Verzögerungsrelais Vz eingeschaltet, das eine Alarmeinrichtung 515 betätigt, falls es in vorgegebener Zeit nicht abgeschaltet wird. Dieses Relais wird ausgangs in der Stellung x durch den Umschaltkontakt 51b des Reglers 51 eingeschaltet, d.h. die eingestellte Zeit beginnt s("f"(-)n i ?-" tier Schaltstufe II der Schaltwalze zu laufen. Bedingun,- i.#L daß in einer vorgegebenen Zeit einmal der erforderliche p11,1--1.Jert (Plagler 51j beibehalten und zum anderen die Entgiftung (Regler 52) du-rc.ngz#führt ist. Der Umschaltkontakt 52a wird erst nach vollendet--r Entgiftung an seinf:n Gegenkonte#-kt 75 -.!-l.#nn dabei #1,3r Un#schaltkont#-lkt 5'b nach Einstc:-1.Aung des um Kontakt 67 liegt, so ist libc-r Leitung 68, Konti#kt 51b, #-je4.Iung 71, Kon-52& und Walzensch,#ilter Wo der Stromkreis für die Schaltunr 77 t -,k4. L g-.schlossen, die somit wiederum nur da-nr, anläuft, wenn Entgiftung A , durch"oführt. sind. Die Schl:#ltufir steuert und PH-Wer-te#Lnstellur.j r:' jetzt eine Nachreakti onszei t, in lerer r.rz,>tE#m '.P,.! i 1 beide Regler 51,52 .cin,i#eso.hal.et b11--iben und !.tuell die Pumpe weiter r,rbf-itet. 'denn sich währGnd dieser ZeiL AbwE#ichungen vor., d,---n vorgegebünen so könncn weiterhin Korrekturen durchgK)#(ihrt w#..rd-.zin. der Korrckturzeit steht die Schaltuhr still, w#.i1. 1-1.iner d#--r beiden Kont,--.-kte 51b oder 52a den Stromkreis fUr ji,e Sch,#,ltutir unterbricht. ÄSie schaltet n--.ch dem e.rsten T"#il der N,-chreLkt4..onszeit #iuf hier nicht gezeigte dus Netz fUr die h--g--.Iv(-,rrichtungen und auch fUr die. PLm)-- und d".-i .Rührwerk ab, Dies kann z.B. d-durch geschehen, daG Man die 1.1;w;-lzg Ub#,-r d--;;n D urr. Gine Zwischens#41fe we-*---,--rsch# lte-'- und der Set.#5;lter "b freicibt.
    ".Uhr----nd d#"r die sich Liber c-Lw,- ?5 luIn
    wird b#,-'. größer als 10 noch giElt-i.ge
    #a (Ci. CN) m.I.t in HO-C11 und EC1
    di#-1-#, N-#ch .#Abl-#aC der W-chr#-# ;kti.onsz-z;#i-. wird v;-Led,2rum durch
    1.-1.-.uhr 77 kurzzeitig dz..i, Dirchmagnet P und
    a:-dul-ch d.-Llr# IV "c-br#-.ch:;, in well.chr- "-
    d,##z -, c h j 1 t e r r, -i #v- t e 1 s 1 2 b , i, s m o c ht -, 1 t v c n 1. 1 2 - n 3. -
    'l- t -, -llec#",ung (b#s 6 gebracht und die Pump(# 1-1 ##in-
    Jun- zur Enk.
    wird. -(Ibw,#ssv# d"#nn in d--.s
    becken ';,1, in ini pri.-Ylz.i-,Pie!ll -der
    durch: #i*IihrL
    wird, und von dort äber und K,-umirer '18 In -t>,.;#. .'#us-
    lzzuf. Durch di(; 'lc!izel'Lc 21 und R",gler 2i könnvn dort wi#-,d#.rum
    der ph-#Wert und der Entgiftungsgrad deg. 1,bw,-is'--Lro #--prUfG w(-rd(,#rl. .Sobald nich dort ungunUgende Meßwerte ergebeng wird wj(-,i-.ruf7i eine Alaravorriohtung 24'eingeseti-!#,ltet. Notfall.,; k-.,;nn id"n.n Neutralie!#.tion oder Entgiftung unmittelb#-ir im ;.b,leetzb#Ickcn von Hund gesteuert werden.
    Die Entgiftung chromhaltiger Abwäcaer k,-.nn grundsätzlici; In d--
    gleichen cuvor beschriebenen ',leise durchgeführt wcrder,.
    verwendet mun nle Entgiftungsmittel schwefl-Jl"--c Säure oder eL--
    Bulfit. Hierbei läßt sieh i4c#ßfühl.i-r -z;iii(- jl; -Lin- 1-,irisL _1)
    meßkette verwenden. Zur Reiaktion muß Ulerdings cir " urcs
    Milieu eingeetellt w(-rden. Ilährend bri der
    Einstellung 'des pli-Wr.;r#eti nicht besonderr, ;#ritireij -Aui#
    hier der p1-1-Wert 2,5 aehr genau eingehalt,#n
    elektrode gibt bei kleineren Abweichungc.,n zu höti(22--# n
    nehr schnell größere Sp-nrung ab, ohne d.,iß eich d--,r,
    tial des Sz,-steria Cr VI - Cr III wirklieb änd#-.i,'L , #1.1" -f; wird
    Entgiftung nngezeigt, ohnc dr.:ß die Redaktion d:.-s n
    Z um 3-wertigen Chrom schon st'ittgefunden h-,t# o1- (J*;i, `nt-
    giftung wird dann ein neutr,:lea Milieu mit pli 795 bis 9,1-) ein-
    gentellt und das dreiwertigf, Chrom unlösliches
    ausgefällt.

Claims (2)

  1. Patentansprüche Verfahren zur chemischen Reinigung von Abwässern unter Verwendung zweier Reinigungsbecken, wobei die anfallenden Ab- wässer jeweils einem der beiden Becken zugeführt werden, wäh. rend die in dem anderen Becken befindlichen Abwässer durch Zugabe von Kompensationamitteln gereinigt werdeng dadurch gekenzi:#älchnet, daß durch Vollaufen eines Beckens eine Zeit-Kaskadenschaltung ausgelöst wird, nach welcher dem Reinigungebecken fortlaufend in bestimmter Polge-Proben entnommen werden, wobei der Verunreinigungegrad jeder Probe gemessen und dem Meßwert entsprechende Mengen Kompensationsmittel'unmittelbar in das Reinigungsbecken gegeben und'mit dem Abwaseer vermischt werdeng und daß nach Abschluß'des Kompenaationsvorganges das Abwasser über eine vorgegebeffö'Nachreaktionszeit hinweg im Reinigungsbecken belassen und erst dann nach erneuter Prüfung abgelassen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 19 dadurch gekennzeiähnetg daß die Proben in festen Zeitabständen entnommen und Kompensationsmittel schrittweise innerhalb dieser Zeitabstände zugegeben werden. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß während eines ersten Teiles der Nachreaktionszeit Probenentnahme,'Messung des Verunreinigungsgrades und Kompensation fortgesetzt werden und kurz vor Ablassen des Abwassers der Verunreinigungsgrad nochmals überprüft und ggf. der Ablauf des Abwassers gesperrt wird. 4. Verfahren zur Reinigung giftiger Abwässer nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnett daß vor der Zugabe von Entgiftungsmitteln der für die jeweilige Entgiftungsreaktion erforderliche pH-Wert durch Zugabe eines ersten Kompensationsmittels eingestellt wird. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert auch während des Entgiftungsvorganges und ggf. während des ersten Teils der Nachreaktionszeit ständig überwacht und bei Abweichen vom Sollwert durch Zugabe von Kompensationsmitteln korrigiert wird. 6. Anordnung zur Reinigung von Abwässern nach einem Verfahren gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei mit Umwälzvorrichtungen (87,88) versehene Reinigungsbecken (6,7) mit umschaltbaren Zuleitvorrichtungen (27) vorgesehen sind, welche in jeder Schaltstellung Abwasser in das eine und Kompensationsmittel in das andere Reinigungsbecken leiten, daß mit Abstand oberhalb der Reinigungsbecken eine zur Messung des Verunreinigungsgrades dienende Meßzelle (48) angeordnet ist, der während eines durch eine-zentrale Steuervorrichtung vorgegebenen Arbeitszyklus mittels einer Pumpe (40) aus dem jeweils eingestellten Reinigungsbecken Ab- wasser zugeführt wird, daß ferner Regelvorrichtungen vorgesehen sind, welche die unmittelbar in das Reinigungsbecken geleitete Menge Kompensationamittel entsprechend dem gemeasenen Verunreinigungsgrad regeln und den Reaktionavorgängen angemessene Reaktions- und/oder Nachreaktionszeiten steuern, und daß Sicherheitsvorrichtungen (549 559 24) vorgesehen sind, die bei fehlerhaftem Verlauf des Reinigungsvorgangen ansprechen und den Ablauf des Abwassers sperren* 7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitvorrichtungen eine zwischen den Reinigungebecken unterhalb von Flüssigkeitszulaufleitungen (339 349 35) kippbar gelagerte Schaltwippe (27) mit jeweils zwei getrennten, entgegengesetzt liegenden Abläufen für Abwasser und Kompeneationsmittel aufweisen. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitvorrichtung für z. B. das Abwasser durch eine Rinne (30) mit zwei Auslaufenden (30ag b) gebildet und fest mit einem Doppeltrichter (31) für das Kompensationsmittel verbunden ist, dessen Trennwand (32) bei der Kippbewegung über die Zuführ-Mittelebene hinweg schwenkbar ist. 9. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß für jedes Reinigungsbecken eine besondere ventillose Pumpe (40) nach Patent 1 067 309 vorgesehen ist. 10. Anord=ng naoh Anspruch 9, dadurch gekennzeichnetg daß die Pumpe an einen über der Meßzelle (48) liegenden Hochbehälter (44) angeschlossen und die Meßzelle als Verdrängungsgefäß mit unten liegendem Zulauf (47) und oben liegendem Überlaut (56) ausgebildet ist. 11. Anordnung nach Anspruch 69 gekennzeichnet durch eine Zeit-Kankadenschaltung@ welche eine selbsttätige Einschaltung der nächsten Programmetufe jeweils dann bewirktg wenn folgende Bedingungen erfüllt sind& a) Reinigungsgefäß gefüllt, b) Sohaltwippe steht in richtiger Stellung, o) vorgegebener p11-Wert eingestellt# el) ggf. Entgiftung durchgeführt9 d) Reaktionszeit abgelaufen und pH-Wert und ggf. Entgiftungszustand beibehalten, e) Nachreaktionszeit abgelaufen, f) Reinigungsbecken geleert. 12, Anordnung nach Anspruch 6 und 11, gekennzeichnet durch die Kombination einer elektrisch fortochaltbaren, die wesentlichen ßteuervorgänge auslösenden Schaltwalze (W) mit einer elektrischen Schaltuhr (77). 13. Anordnung nach Anspruch 9 und 129 dadurch gekennzeichnet, daß ein zusätzlicher, die jeweils vorgewählte Pumpe selbsttätig schaltender Impulogeber (79) vorgesehen ist. 14. Anordnung nach Anspruch 6, 11 oder 12, gekennzeichnet durch ein Dosier-Steuergerät (53), welches bei jedem Kompensationsschritt die Menge des zudosierten Kompensationsmittels in ein vorgegebenes Verhältnis zum gemessenen Verunreinigungsgrad bringt. 15. Anordnung nach Anspruch14, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale, bei jedem Kcmpensationssehritt zu dosierende Menge Kompensationsmittel derjenigen Menge des Verunreinigungemittels angepasst ist, die sich mit der verwendeten Meßvorrichtung noch hinreichend genau erfassen läßt. 16. Anordnung nach Anspruch 14 oder 159 gekennzeichnet durch die Verwendung eines Miller-Integrators (109) mit nachgeschalteter bistabiler Kippstufe (110). 17. Anordnung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß dem Miller-Integrator ein Zerhacker-Verstärker v.orgeschaltet Ist, der das Gitter (102a) einer Elektronenröhre (102) ansteuert, deren Anode (102b) an Wechselspannung mit fester Phasenbeziehung zum Zerhacker liegt. 18. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß dem Miller-Integrator ein Regelglied (P) zur Anpassung der Charakteristik des Steuergerätes an die Meßkurve der Meßvorrichtung vorgeschaltet ist.
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